Anleitung zum Entlieben

27.09.2008 um 12:14 Uhr

Jeden Tag ein Ei

von: Lapared

...Mich lockte auf der Welt,
kein Ruhm mehr und kein Geld,
und fände ich das große Los,
dann fräße ich es bloß.
Ich brauchte nie mehr ins Büro,
ich wäre dämlich aber froh…

     (aus „Ich wollt ich wär ein Huhn“, Comedian Harmonists)

Eine stille Woche mal. Ich musste nicht arbeiten (bis auf einen Artikel wieder für dieses Magazin High Potential, ein Kracher), aber ansonsten hatte ich in dieser Woche wirklich mal Zeit für Buch zwei und bin sieben (sieben!) Seiten weiter. Ach, ich würde gern so leben…

Jeden Tag eine Seite schreiben. (Ein Huhn, ein Ei!) Essen, schwimmen, schlafen und eine Seite schreiben. (Und sonntags auch mal zwei.) Eine kauzige, zerzauste Autorin, die aus dem Bett direkt hinter ihren Rechner krabbelt (im gepunkteten Pyjama, einer alten Herren-Strickjacke und Lammfellpantoffeln). Von einer Eingebung, die der leichte, flauschige Vormittagsschlaf in ihr Bewusstsein vorgelassen hat, natürlich, sanft getragen. Ja. Ich würde gerne in einem kleinen warmen Häuschen sitzen, mittags zwei Käsebrote essen, ab und zu eine Runde durch den Garten bummeln, Bananen pflücken… oder im Schwimmbad ein paar Bahnen tuckern… und ansonsten einfach weltbewegende Geschichten schreiben. Wahrend mein Mann wie eine liebe alte Stubenfliege durch das Häuschen brummt und die Kinderchen von den Treppenstufen liest. Und abends irgendwann „Essen ist fertig!“ ruft. Ach ja, und bei Sonne gehen wir alle runter ans Meer… (Wir wohnen nämlich an der Nordsee und ja, hinterm Deich wachsen Bananen, sensationell.)

Ganz so wird es wohl alles nicht. Natürlich nicht. Es wird wahrscheinlich völlig anders. WEs Vertrag wurde nicht verlängert und na ja, jetzt müssen wir erstmal sehen. Sehen, wie´s alles so geht mit den Eierchen und den Bananen… Jedenfalls, mit leichtem, flauschigen Vormittagsschlaf wird´s wohl erstmal nichts ;)

Aber viel kann eigentlich nicht passieren, denn wir haben ja Curd. Sein Buch (ich nenne es inzwischen sein Buch und folge damit seiner Auffassung, dass es den Erfolg „alleim Cover umd bezauberndem Bilderchem“ verdankt, sonst regt er sich auf)... Also, Curds Buch fällt zwar ein bisschen im Amazon-Ranking, aber who the f*** is Amazon, gell, demnächst kommt ja der asiatische Markt, ha-ha!

Und außerdem… Außerdem haben wir da noch ein paar ganz heiße Eisen in der Pipeline, ein paar ganz heiße Eisen. Aber davon erzähle ich nichts, erst, wenn es klappt, wenn, alter Theateraberglaube... (Deshalb hat das nämlich mit stern.de nicht funktioniert, deshalb, ich hätte es nicht vorher erzählen sollen, ich blödes dämliches HUHN…)

Tolk, tolk.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenDoppelherz schreibt am 27.09.2008 um 13:27 Uhr:Bevor Deine Stubenfliege die Kinder auflesen kann, müssen die Mokkelchen erstmal ... gelegt werden. Dazu ist ja nun mehr Zeit und Ruhe. Vorausgesetzt, Curd trägt das Werbetrommelchen in den nächsten ... Wochen allein. ;o)
  2. zitierenZauberbonita schreibt am 27.09.2008 um 13:58 Uhr:"Eine kauzige, zerzauste Autorin, die aus dem Bett direkt hinter ihren Rechner krabbelt (im gepunkteten Pyjama, einer alten Herren-Strickjacke und Lammfellpantoffeln)." Ja. Ich dachte, genau so ginge das vor sich...

    Jedenfalls bis die Mutter anruft und fragt, was sie denn am Sonntag kochen soll und wann das "Kind" (35+) denn ankommt. Dann kann man die Wahrheit sagen ("Ich weiß nicht, ob ich es überhaupt schaffe, meinen Schlafanzug gegen Jeans und T-Shirt zu tauschen - habe gerade so tolle Einfälle für mein Buch, weiß aber nicht, wie ich es schreiben soll, es ist halb 4 am Nachmittag und nein, ich bin noch nicht geduscht, Mama.") oder schwindeln ("Bin seit halb 6 wach und habe schon die Fenster geputzt, eingekauft und die Wohnung aufgeräumt. Und außerdem 3 Kapitel geschrieben. Ich werde um 18.37 Uhr bei Euch eintreffen.") ;-)
    In diesem Sinne: Ein kreatives Wochenende wünscht
    die Zauberbonita

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