Anleitung zum Entlieben

26.11.2006 um 17:33 Uhr

Kein Tango mit dem dicken Papa

von: Lapared

Sonntags, nach 10 Stunden Schlaf und einem morgendlichen Ausritt auf meinem treuen alten Stepper, bin ich gern in Stimmung für gute Taten.

„Walk The Line – ist da vielleicht schon einer zurück?“

Ein junger Mann hegt offenbar Hoffnung, sonntags um Vier in einer schmierigen kleinen Wohnzimmer-Videothek einen halbwegs neuen Film zu bekommen. Rührend.

Ich stehe hinter ihm am Tresen und fächere mir mit einem Film, den ich gern zurückgeben würde, verbrauchte Luft zu. Dies ist die Abgabe, nicht die Auskunft, wäre ein Film zurück, hinge da doch ein Dings. Dummer Hund.

Entschuldigend schaut der junge Mann sich um.

„Ich hab´ hier Walk The Line, ich will ihn abgeben!“ höre ich meine Stimme engelsgleich. Und sie spricht die Wahrheit - wieder mal hat mich die Sonntagslaune zu einer guten Tat hingerissen. Der junge Mann sieht aus wie der junge Marlon Brando. Er lächelt:

„Ist der gut?“

Geht so. „Suuu-per!“

„Hätten Sie Lust, ihn noch mal zu schauen?“

Was wird das, Der letzte Tango, umgekehrt? Ich bin erfreut, geehrt, gerührt, „Nein Danke, lieber nicht…“, aber ich mag letzte Tangos nicht, egal wie rum.

„Schade, wir wollen nämlich einen kleinen Videoabend machen, mein Vater, meine Freundin und ich.“

Vater, verstehe. Ich denke an den alten Marlon Brando. Da überlasse ich ihm meinen Film und er will mich mit einem Fass verkuppeln! Keine gute Tat bleibt ungesühnt.

Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.