Lchens Wein-Watching
Ich weiß, es ist ein bisschen widerlich, aber… Immer wenn ich – wahrscheinlich jahreszeitbedingt und ohne richtigen Grund - das arme Deer bekomme, klicke ich mich durch die Notfälle auf den Tiervermittlungsseiten. (Richtig, es ist sehr widerlich.) Ich benutze sie quasi als Wein-Vorlage. (Okay, pervers!) Ich weine sonst wirklich nicht schnell und in eigenen Angelegenheiten ohnehin mit den Jahren immer seltener. Aber wenn ich die Geschichten von den armen Hündchen lese, die in der Regel „noch nicht viel Glück im Leben hatten“ und „sich sooo nach einem lieben Menschen sehnen“ (diese Geschichten sind ja immer herzzerreißend geschrieben), dann kann ich immer ganz prima losheulen. Soll ja gesund sein. Am meisten rühren mich die hässlichen, kurzbeinigen Köterchen irgendwo in Osteuropa. Weil ich die Phantasie habe, dass hässliche kleine Hündchen in Osteuropa noch viel ärmer dran sind, als hässliche kleine Hündchen hier in Deutschland. Wenn ich bei ihren Anblick richtig abgeheult habe, geht es mir danach meistens irgendwie besser. Aber die armen Hündchen sitzen immer noch in ihren überfüllten Tierstationen und träumen davon, dass sie irgendwann irgendjemand nachhause holt. Ein Elend.
Wenn ich zumindest in Erwägung ziehen würde, eins dieser Tierchen aufzunehmen! Dann ließe sich das Wein-Watching (so nenn ich es mittlerweile in Anlehnung ans Wale-Watching) ja noch rechtfertigen. Aber das kann ich gar nicht, schon allein, weil mein Mietvertrag das verbietet. Und außerdem mag Curd keine Hunde. („Er oder ich“, sagt er immer, sobald ich im Park auch nur mit einem Vierbeinerchen flirte.) Also, ich kann gar keinen Hund aufnehmen, kein Gedanke. Im äußersten Fall übernehme ich mal eine Patenschaft und spendiere einem Köterchen einmalig eine Grundausstattung (bestehend aus Fressnapf, Futter, Decke und Spielzeug - das geht!), oder ich schmeiße für ihn eine Impfung oder eine OP. Aber selbst das habe ich bisher erst drei Mal gemacht. Ich lüge, zwei Mal. In aller Regel ist das Hündchen-Angucken für mich nur Entertainment. Wie ein Film, von dem ich schon weiß, dass er schön traurig ist und bei dem ich eine Packung Tempos mit ins Kino nehme. Nur, dass diese Viecherchen nicht fiktiv sind, sondern echt.
Wahrscheinlich bin ich nicht die einzige, die das macht. Wenn ich mir ansehe, wie viele Besucher zum Beispiel Mütyürke schon hatte, ohne, dass jemand ihn genommen hat, glaube ich, dass es viele Leute wie mich gibt, die einfach mal zum Weinen und Mitleidhaben reinschauen. Mütyürke ist eins der Pusztahündchen bei tiervermittlung.de, und bei ihm wäre ich übrigens beinah schwach geworden wäre (wer braucht eine Wohnung!? Und Curd würde sich bestimmt wieder einkriegen…) Was sicher auch daran liegt, dass Mütyürke im Gegensatz zu den meisten Tieren ein eigenes kleines Video hat, guck:
http://www.tiervermittlung.de/cgi-bin/haustier/mediaview.pl?IDin=211136&asearch=Mischling&session=yjKoso68TA5NiXL8yn2z&nh=3Warum erzähl ich das alles? Natürlich weil ich insgeheim hoffe, dass Mütyürke auf diesem Wege ein Zuhause findet. Und wenn nicht, dann will ich ihm zumindest zu noch mehr Klicks verhelfen. Ich bin sicher, die Hündchen haben da untereinander auch so kleine Competitions laufen wie die Blogger. Falls Mütyürke schon keine Herrchen oder Frauchen findet, soll er wenigstens stolz auf seine tollen Besucherzahlen sein dürfen. Ich wette, das verschafft ihm auch ein bisschen Respekt im Tierheim und keiner beißt ihm was ab, wie seinem Bruder. Das wäre doch auch schon mal was… :)
Und – unter dem massiven Protest von Curd, der dies als seinen Sendeplatz reklamiert – hier noch Mütyürkes Fotos. Mehr über Mütyürke auf www.tiervermittlung.de unter Anzeige-Nr. 211136
Mütyürke... merkwürdiger Name.
Ich wollte so gern Zorro heißen, als Zorro hätte mich sicher jemand haben wollen…
Aber auf mich hört ja keiner...

Das Thema "Teilzeithund" ist eigentlich kein Problem, die meisten Tierheime sind froh über Gassigeher!
Meine Freundin wollte wegen des Jobs auch nie einen Hund, obwohl sie diese Fellwesen über alles liebt.
Sie hat sich beim Tierheim gemeldet und dann konnte sie jeden Nachmittag oder wann sie Zeit hatte, mit dieser spitz-gedackelten-Pudel-Pinscher-Mischung spazieren gehen...
Muss ich erwähnen, dass das Hündchen inzwischen ein Körbchen in ihrer Wohnung hat und nicht mehr im Tierheim lebt? (c;
Toi, toi, toi
PS Meine Katze hab ich quasi auch gerettet, von der Strasse, ich bin ein Gutmensch ;o)
Denk an meine Worte.
Schön ist auch "Tiere suchen ein Zuhause" im WDR. Da gibt es zwar keine putzigen Welpen, und die meisten Tiere haben körperliche Gebrechen, aber rührend ist es trotzdem.
Achja. *soifz
Grüße, Nugget
nun auf diesen seiten könnte ich am liebsten alle hunde nehmen! aber das kann ich mir dann doch nicht leisten!
lg kerstin mal sehen was daraus wird wir halten dich auf dem laufenden!
wir haben der vermittlung das auch so gesagt und dürfen uns wieder melden wenn wir wissen wie das weihnachtsgeld ausfällt! wir bleiben dran.
liebe grüße kerstin
No risk, no fun! (c:
Wenn ich übrigens mal wieder meine Tränenkanäle kärchern will, dann schaue ich mir lieber einen richtig herzzerreißenden alten Liebesfilm an. Gerne auch einen, den ich schon ein paar mal gesehen habe. Erstens weiß ich dann worauf ich mich einlasse und zweitens weiß ich dabei schon vorher, wann ich zu den Taschentüchern greifen muss. Es ist doch nix schlimmer, als bei diesen besonders schönen Szenen davon abgelenkt zu sein, nach den blöden Taschentüchern suchen zu müssen.
Hoffentlich ist er nicht allzu gekränkt und erfreut seim Fams nächsten Sonntag wieder mit seimem Bildchem ;)
Kopf hoch, Curd!
es wundert mich schon, was die schon alles über einen
2 Monate alten Welpen wissen "wollen":
> Eigenschaften:
kinderlieb, für Familien geeignet, für Hundeanfänger geeignet, verträglich mit Rüden,
verträglich mit Hündinnen, verträglich mit Katzen <
Keine Frage, ich gönne dem kleinen Kerl (und allen seinen Artgenossen)
von Herzen ein liebevolles Zuhause, aber seltsam ist das schon.
Ich meine, ich habe mir beide Bücher gekauft... das Letzte sogar zweimal, weil ich unbedingt einen Auto-Curd und einen Couch-Burd brauchte. Und diesen Blog mag ich ehrlich gesagt sogar lieber als die Bücher (sorry Conny :-))und wäre auch bereit, dafür etwas zu bezahlen!
Wenn also ein "Spendet für Zorro - Konto" eröffnet wird, bin ich mit 5 Euro dabei!
die seekuhkönigin
das Gleiche ging mir auch durch den Kopf :o)
Da mein Mann und ich berufsbedingt viel zu selten
zu Hause sind, kommt ein Hund für uns (obwohl wir sehr
gerne einen hätten) nicht in Frage, dann unterstütze
ich lieber nette Menschen die einen Zorro bei sich
aufnehmen wollen!
Kerstin, wenn Du den nimmst, spende ich mit!
@lchen: Ich hab mich fast weggeschmissen über den Satz vom Curd.(den mit der Töle) Danke für diesen schönen Lachanfall!!!
Das "Zeichen" hinter dem "no risk no fun" ist ein Smiley mit Knollennäschen! Die mit dem Strich als Nase sehen so verhärmt aus, finde ich! (c:
Das "no risk...", war direkt an dich, der Rest für dich und die Allgemeinheit!
An die Sammelaktion für den Hund hatte ich auch schon gedacht...
Und das Ergebnis:
Er liegt jetzt hier zu meinen Füßen und wird in 3 Tagen ein Jahr alt :-)
Und ein paar Wochen später zog Nummer zwei dann bei uns ein.
So kanns auch gehen...
Ich finde die Idee "Spendet Geld für Kerstin, damit sie das Hundi bei sich aufnehmen kann" gelinde gesagt sche...
Nicht, dass ich dem süßen Kerlchen und Kerstin das nicht gönne - aber wenn man sich nicht mal die Anschaffungskosten für einen Hund leisten kann, wie soll man dann den Rest finanzieren? Was ist, wenn tatsächlich mal eine größere Sache beim Tierarzt ansteht? Was, wenn dem Hund plötzlich einfällt, regelmäßig Herztabletten zu brauchen oder eine Allergie zu bekommen, die ein teureres Spezialfutter nötig macht?
Auf die Jahre gesehen sind die Anschaffungskosten für so einen Hund das kleinste "Übel" und eigentlich ist diese Vermittlungsgebühr von 250-270 Euro vollkommen normal. Dafür bekommt man in der Regel einen frisch entwurmten und geimpften Hund aus dem Tierheim, Hunde aus dem Ausland sind meist schon kastriert, d.h. wenn man das eh machen lassen will, hat man die Kosten nicht mehr an der Backe (und bei einer Hündin kostet eine Kastration in Deutschland meist mehr als 270 Euro).
Ich weiß, Ihr meint es gut und mir zerreisst es auch immer das Herz, wenn ich diese Wauzis im Internet oder TV sehe - aber man muss wissen, worauf man sich einlässt und sich wirklich fragen, ob man (sich) das leisten kann!
viele Grüße
Britta