Anleitung zum Entlieben

17.02.2007 um 17:53 Uhr

Lpunkt bleibt

von: Lapared

Gesternabend folgte ich einem seltenen Impuls – wie man so sagt – raus zu gehen. Normalerweise, Sie wissen es, erledigt sich dieser Impuls mit einem Blick aus dem Fenster, denn wo andere Hinkommen zum Rausgehen, bin ich zuhause, Lpunkt, das westfälische Phlegma im Herzen der Weltstadt, das stille Auge des Sturms.

Aber gestern war ich mit Frau D. verabredet, Sie erinnern sich, dieser wunderbare Mensch, der wie der erfahrene Concierge eines alten Luxushotels - mit einer feinen Mischung aus lächelnder Gelassenheit, wahrem Mitgefühl und flutschender Lösungskompetenz - auf andere Menschen und ihre kleinen und größeren Kümmernisse reagiert.

Wir teilten uns ein halbes Schwein im Café des Paris, öffneten uns gesättigt für Raum und Zeit, und die spülte uns schließlich in eine wohnzimmergroße Bar mit ausgewählten Getränken. Denen öffneten wir uns auch.

Ich lauschte lange den Plaudereien eines Mann, der ausführte, mein Viertel sei für wirklich coolen Menschen out, seitdem es in wäre, er selbst sei längst umgezogen. Und ich weiß noch, dass ich sagte, och, das sei schon okay, ich selbst sei auch nicht sooo cool, jetzt, unbedingt, und außerdem viel zu faul, nur wegen den paar jungen, ein bisschen aufgeregten Menschen, die kommen und wieder gehen, aus meinem Viertel wegzuziehen.

Gegen Vier schwang ich mich dann auf Rolli und radelte durch ein wirklich kaltes nächtliches Hamburg heim, kroch bei offenem Fenster in mein von einer - für meine Begriffe - schweinecoolen Heizdecke herrlich vorgewärmtes Bett und dachte... Lpunkt bleibt.

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