Anleitung zum Entlieben

24.01.2008 um 13:24 Uhr

Mohrenkopfpellen

von: Lapared

Den Höhepunkt erreichte meine Nervosität mit der nächtlichen Entdeckung einer neuen sportlichen Disziplin: der des Mohrenkopfpellens.

Aber vorab. Die letzten Tage waren... hektisch. In dem Buch sind über 100 Bilder. 34 kleine Comics bestehend zwei, drei oder vier Fotos. Olli hat sie sich alle angesehen… hier und da ein bisschen aufgehellt oder die Farben angeglichen… nach drei Stunden war das Thema durch. Aber nicht für mich, nicht für Lpunkt. Denn nun hatte ich ja gesehen, wie man das macht. Wie das so geht im Photoshop. Und weil ich es ja nun konnte, machte ich es auch. Wie der sprichwörtliche Hund, der… Sie wissen schon.
Am Ende habe ich dann alles wieder rückgängig gemacht, weil ich dachte, wer weiß, wie das im Druck aussieht, vertrau mal lieber dem Olli, der ist Artdirector, Du bist Lpunkt, Texter und auch noch kurz vorm Tillen.

Denn in der Wohnung geht ja auch alles drunter und drüber. Die Tapeten runter zu reißen und den Putz streichen zu wollen, entwickelt sich zu einem... Abenteuer, sag ich mal sehr positiv. Eigentlich sollte alles schon längst fertig sein. Eigentlich wollte ich am Wochenende umziehen und dann die alte Wohnung noch auf Vordermann bringen, aber daraus wird nichts. Lpunkt verputzt noch. Verputzen, das wollte ich immer schon mal lernen. Leider komme ich nur abends dazu. Tagsüber habe ich ja jetzt diesen Job.

Ein kleiner Werbejob. Damit endlich mal wieder Geld ins Haus kommt. Ich habe ja schon länger nicht mehr bezahlt gearbeitet und der Vorschuss ist aufgebraucht und jetzt dieser Umzug, der sich frühestens in einem halben Jahr auszahlt, und Steuern für 2006 muss ich auch schon wieder nachbezahlen und und und... und das ist wohl der eigentliche Grund meiner Nervosität, ich bin pleite. Und bis Juni, wenn dann die Millionen fließen, weil mein weltweiter Bestseller auf dem Markt ist (HAR), ist es ja noch lang.

Also, der Werbejob. Im Rahmen meines Werbejobs entdeckte ich das Mohrenkopfpellen. Wie in alten Zeiten saß ich nachts in der Küche, wartete darauf, dass mir endlich, endlich, endlich was einfällt, denn schon morgens um neun war ja das nächste Meeting, und plötzlich war da dieser altvertraute Heißhunger auf... Schokolade. Nachts um drei. Und nix da. Die einzige Schokolade, die ich noch im Haus hatte, befand sich an den 24 Mohrenköpfen, die ich für das Mohrenkopf-Shooting mit Ali (der neue Curd, Ali Kautschmann mit bürgerlichem Namen, Curd ist sein Künstlername im Buch)... also, das einzige Schokoladige, was ich noch hatte, waren die Mohrenköpfe von den Fotos im Buch. Die Fotos hatte ich irgendwann Ende November gemacht.

Also...

Mohrenkopfpellen:
Man nehme acht Wochen alte Mohrenköpfe.
Mit einem scharfen Messer (oder zur Not einer Axt) Mohrenkopfwaffel vom Mohrenkopfrumpf trennen.
Sodann sticht man mit einer Gabel in die weiße Mohrenkopfmasse (nach acht Wochen geht das so gerade noch).
Danach die Schokolade von der Mohrenmasse pellen wie die Schale von einem hartgekochten Ei.

Guten Appetit.

P.S. Und dieser SCHEISS Hinweis da oben macht mich auch nervös! Ich fürchte, irgendwann versuche ich einen Eintrag zu schreiben und er wird nicht mehr angenommen... Sollte hier tatsächlich alles zusammenbrechen, bitte "Anleitung zum Entlieben II" googeln... irgendwo anders geht es weiter!

P.P.S. Lieber Oliver, SUPER, vielen Dank :) Ich werde meinen Teil der Abmachung auch einhalten, schreibst Du mir Deine Anschrift ans Postfach hier?

P.P.P.S. Und hier noch ein kleiner Blick auf die weiße Couch. Momentan wird das Cover noch mal neu gemacht. Das, was man im Netz sieht, hab ich zu klein fotografiert zum Drucken. Auch das noch...

 Neim, so doch nicht, so doch nicht...

 Du musst eimfach besser aussehem, WIE ICH!

P.P.P.P.S. Danke D. für´s Leihen der Kamera!

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenbeule schreibt am 24.01.2008 um 22:59 Uhr:Oh, Ali/Curd gibt es zweimal, wer ist denn da zu Gast bei ihm auf der Couch?

    Diese HTML-Codezeile haben wohl alle Blogs hier. Nur bei denen kommt die Zeile unaufälliger am Ende der Seite. Steht auch im Quelltext dort:
    </script>
    </body>
    </html><div>INSERT INTO hits_current SET time=1201211540, blog_id=734, session_id='65ad319bbe9da97760a18d9e3e143bb9'
    The table 'hits_current' is full</div>

    Grü+s$e
    beule
  2. zitierenPola schreibt am 25.01.2008 um 22:04 Uhr:Gut, dass du alle Dokumente rückgängig gemacht hast, denn ich als "Reprofrau" weiß, dass sich "die Werber" zu sehr auf die Bildschirmdarstellung verlassen. Merke:Lichtfarben sind nicht gleich Druckfarben. Ich sehen das Ergebnis von "selbstgemachten" Photoshopdateien jeden Tag bei uns in der Agentur. Dann ist das Heulen groß ...

    Viel Erfolg mit deinem Buch. Ich werde mir gleich eins vorbestellen ..
    Viele Grüße nacb HH aus Berlin!
    Pola
  3. zitierenSusanneHaPunkt schreibt am 26.01.2008 um 16:40 Uhr:Ich habs mir auch grad vorbestellt :) Bin sehr gespannt, wie 2 1/2 Jahre fast tagtächliches bloggen in ein Buch passen und werde mir ganz sicher vorstellen, den echten Curd Rock auf den Bildern zu sehen und nicht seinen Stuntman :)
  4. zitierenLapared schreibt am 27.01.2008 um 11:41 Uhr:Hiiiiiiilfe, ich kann keinen neuen Eintrag mehr einstellen, egal, was ich machen will, ich lande immer wieder bei der Startseite...
  5. zitierenLapared schreibt am 27.01.2008 um 12:02 Uhr:Da ich keinen Eintrag einstellen kann, hier das Ganze als Kommentar.
    Sollte dies mein letzter Eintrag sein, weil hier die Lichter ausgehen, Tschüss und vielen vielen Dank fürs Lesen, die Anteilnahme und das Interesse, irgendwo geht es irgendwie weiter mit der Anleitung... Liebe Grüße, Lpunkt

    Mein neues Leleleleben

    Irgendwie hatte Lpunkt sich das alles etwas anders vorgestellt.

    Ausgerechnet jetzt, wo ich meine geliebte kleine Scheißbude aufgebe, um bei WE zu wohnen (nicht in derselben Wohnung, aber unter einem Dach immerhin), da läuft es plötzlich gar nicht mehr gut, gar nicht. Als brächte uns dieses ganze Umzugsding einander nicht näher, sondern umgekehrt. Die Stimmung ist äußerst gereizt. Und das kam so...

    Ich will die neue Wohnung doch ein bisschen hübsch machen. Nichts Großes, aber Tapete ab (ich kann kann kann einfach keine Raufaser mehr sehen...) und Wände weiß streichen (gut, dass man dann alles ganz neu verputzen muss, hat mich auch ein bisschen kalt erwischt). Und WE hält das für völlig unnötigen Aufwand, weil es doch nicht für lange ist, weil es doch nur eine Übergangswohnung ist, bis wir mit Kind und Kegel in das Häuschen am Stadtrand ziehen. Oder in was Gemeinsames jedenfalls. Für ihn ist meine neue kleine Bleibe nur so eine Art Dekompressionskugel, die mir den Übergang vom Alleinleben zum Zusammenleben ein bisschen angenehmer gestalten soll. Und eine Dekompressionskugel, findet er, muss man nicht schön machen.

    Also hilft er mir nicht. Keinen Handschlag. Ich stehe bis tief in die Nacht in der Wohnung und er sitzt 10 Meter Luftlinie weiter und sieht fern. Und ist dann auch noch sauer, weil er den Abend alleine verbringen musste. Und eifersüchtig, wenn Frau D. oder Olli kommen, um mir zu helfen – und wenn wir dann vielleicht sogar Spaß haben dabei. Schwierig ist das gerade alles, schwierig... Und außerdem nennt er mich jetzt nur noch „Frau Autorin“, nein, gut klingt das irgendwie nicht.

    Was das Buch angeht, bin ich auch ein bisschen enttäuscht gerade. Ich habe erfahren, dass der Verlag gar keine Lesungen für mich vorgesehen hat und irgendwie hatte ich das immer angenommen. Naiv, ich weiß. Ich hatte einen riesen Schiss davor und habe mich gleichzeitig aber auch ein bisschen darauf gefreut. Ich meine: Lesungen… das heißt gezwungenermaßen Sozialkontakte, gezwungenermaßen Außerhausaufenthalte ... gezwungenermaßen mal ein bisschen fein machen... Ich bin doch privat etwas kontaktscheu, sag ich mal. Freiwillig gehe ich nicht unter Leute, freiwillig gehe ich kaum aus dem Haus, ich brauche es, wenn mich irgendwas dazu zwingt... Nun zwingt mich nichts. Nun sitze ich das nächste Jahr wieder ununterbrochen zuhause am Rechner. Mist.

    Die einzige Lesung werde ich jetzt wohl in Paderborn haben, weil meine Mutti da ganz stolz zum befreundeten Buchhändler Linnemann marschiert ist und gesagt hat: Meine Tochter hat ein Buch geschrieben, lad sie mal ein! Ausgerechnet Paderborn. Wahrscheinlich werde ich ausgebuht, weil ich so ein paar weniger schmeichelhafte Bemerkungen losgelassen habe über Paderborn. Und zwar in dem Kapitel „Show must go on – auch in Paderborn“, in dem Lpunkt kurz nach der Trennung von 119 als „Dame ohne Tischherren“ die große Geburtstagssause ihrer Eltern im Paderborner Jägerhof bestreiten muss. Wo sie zusammen mir ihrer Schwester diese legendäre Dia-Show präsentiert: Mutti als Badenixe an der Riviera, Papa als Säugling auf Bärenfell… Wo die Paderborner gebannt an ihren Lippen hängen, scheinheilig lächeln und sich zuraunen: Unglaublich, so schlecht sieht sie doch gar nicht aus, und kriegt trotzdem keinen mit, das arme Kind...

    Also, keine Lesungen. Und ich hatte mir schon so ein hübsches neues Kleid ausgesucht, dass ich mir zu diesen Anlässen gezwungenermaßen endlich mal wieder kaufen müsste, Geld gebe ich seit einem Jahr ja auch nur noch aus, wenn es wirklich einen sehr guten Grund dafür gibt, Mist, Mist, Mist.

    Und so herrscht also schon wieder mal ein klein wenig Katerstimmung im Hause Lpunkt. Das schöne neue Leben, das Leben, wenn das Buch erstmal fertig ist, das Leben mit WE unter einem Dach... es startet irgendwie ein bisschen... stotternd.

    Na, aber mal abwarten.
  6. zitierenFackeljerry Slim schreibt am 28.01.2008 um 11:56 Uhr:Komme nicht mal mehr hinein !! Was sit das für ein Scheiß mit dem Blogschrott hier! Ich glaub wir gehen hier demnächst titanicmäßig unter...
  7. zitierenLapared schreibt am 31.01.2008 um 00:40 Uhr:Danke für den Tipp! Mache ich!
  8. zitierenOrganisator schreibt am 04.02.2008 um 17:27 Uhr:mach Dir keinerlei Sorgen wegen den Lesungen, ich verspreche Dir schon jetzt, Du wirst nicht mehr wissen mit welchem Popo du auf welcher Lesung gerade tanzt. Lauf den Lesungen nicht nach, sie werden Dich früh genug wie ein Tsunami erreichen. Deswegen schon mal in Sicherheit bringen. Der Erfolg dieses Buches ist sicher. Ich bin selbstständiger Organisator und bin seit 37 Jahren in der Buchbranche tätig. Deinen Blog hab ich 2 mal komplett von vorne nach hinten und zurück gelsen und ich sage Dir, das wird ein Bestseller! Garantiert.
  9. zitierenLapared schreibt am 04.02.2008 um 20:20 Uhr::)))))))))))))))
  10. zitierenOrganisator schreibt am 05.02.2008 um 15:07 Uhr:Die gute Frau aus dem Verlag hat wohl noch nicht die Erfahrung, wird wohl grad mit ihrem Studium fertig geworden zu sein. Ich sag dir jedenfalls, laß das mit den Lesungen auf Dich zukommen. Das ist der richtige Weg. Alles andere ist Anbiederung. Das sieht die Branche nicht so gern.

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