Anleitung zum Entlieben

18.04.2006 um 22:30 Uhr

Mythos Weichohren

von: Lapared

Wieder allein. Ohne Endlich. Und das ist bemerkenswert, denn wenn es einen Satz gäbe, der das wahrlich komplexe, verdrehte und verwinkelte Laparedsche Wesen bzw. Unwesen auf den Punkt bringt, dann wäre es der: Endlich wieder allein. Jetzt noch einen Tränendrüsendrücker auf die hängenden Weichohren*, ich sach mal „Fair“ von Remy Zero, ein mehr oder weniger kapitales Eierlikörchen dazu und ich katapultiere mich mit Lichtgeschwindigkeit in jenen haltlosen Zustand, den man gemeinhin wohl Scheiß Sehnsucht nennt.

Das kommt nämlich dabei raus. Keine neun Tage und man fühlt sich allein allein.

*Ein Wort zu Weichohren. Jener mir aus rein kommerziellen Absichten nachgesagten Körpermissbildung. Als meine Schwester irgendwann entdeckt hatte, dass meine Ohren im Gegensatz zu ihren erstaunlich knautschbar sind, demonstrierte sie Interessierten ebenso wie weniger Interessierten mit Vorliebe die angeblich abnorme Beweglichkeit meiner äußeren Lauschgeräte, indem sie meine Ohren zwischen Daumen und Zeigenfinger nahm und Ohrmuscheln und Ohrlappen mit einem von ihr selbst beigesteuerten quietschenden Geräusch aufeinanderpresste, was in der Tat ohne nennenwerte Brutalität möglich war, und verlangte von jedem Zeugen dieser faszinierenden Vorführung fünf Pfennig, die sie dann gewichtbringend in kleine rote Kirschlutscher investierte. Ich möchte all jenen, die damals bezahlt haben, postum offenlegen, dass – wie sich inzwischen erwiesen hat - nicht meine Ohren abnorm weich sind, sondern die meiner Schwester kriminell hart und biete, falls sich tatsächlich Betroffene unter den Lesern befinden, die Rückzahlung des Eintrittspreises dieser spektakulären Vorführung an.

Und was den Besuch bei meinen Eltern angeht. Aus „Garden State“ stammt der bemerkenswerte Satz: „Maybe that´s all a family really is; a group of people who miss the same imaginary place.“ Gestern Abend im Schein der Küchenlampe, in einer durch meine Mitbringsel aus einem echt holländischen Souvenirladen (von Einheimischen „Coffeeshop“ genannt) begünstigten Atmosphäre sind wir diesem imaginary place familienhistorisch nahe gekommen. Schade, dass Hartohr nicht dabei war.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenNala schreibt am 18.04.2006 um 22:46 Uhr:*lol* hab gleich ausprobiert ob ich Weich- oder Hartohren habe. Tja und was soll ich sagen? Es sind Weichohren! Aber Hartohren wären jetzt irgendwie interessanter oder?? :)
  2. zitierendieFee schreibt am 18.04.2006 um 23:29 Uhr:Na, na, das Frollein L. wird sentimental…! Dass ich DAS noch erleben darf. ;-)
  3. zitierenlucha schreibt am 19.04.2006 um 16:30 Uhr:Auch ich habs probiert: Gehöre eindeutig zur Fraktion der Hartohrler! Was es nicht für Unterschiede gibt!!!



    Und sonst zur Ostern-Elternbesuch-Depression:

    Meine Freundin meinte auf meine Frage, wie das Osterfest so verlaufen sei - es war auch Familie angesagt: Ich gehör nicht dazu, vielleicht bin ich in der Klinik verwechselt worden! Was ich bemerkenswert fand: Ihre Arme und Beine waren mit roten Pusteln übersät, wenn da mal nicht die Psyche wieder ihr übrigens getan hat...! Also: Alles total normal!



    Aber doch noch eine Verständnisfrage: Habt ihr in der Küche gekifft? Hast Du nen Joint wandern lassen oder haben deine Eltern passiv mitgekifft, wenn ja hat das auch Wirkung?



  4. zitierenchaos schreibt am 19.04.2006 um 21:38 Uhr:Ich hab den Test auch gemacht und oute mich als Weichohr....

    Gar keine schlechte Idee mit dem Joint, nach dem Motto“ Reagieren Sie allergisch auf Familientreffen? Dann rauchen Sie unseren Joint und tauchen Sie ein in die imaginary World“

    Wo bekomm ich jetzt bloß einen Joint her......


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