Anleitung zum Entlieben

13.03.2006 um 18:44 Uhr

NEIN

von: Lapared

Vielleicht ist es nur der Lernstolz einer Dreijährigen, vielleicht ist es ein Reifezeugnis meiner Persönlichkeitsentwicklung vom theoretischen Arschloch zum praktizierenden. Es fühlt sich jedenfalls an, als hätte ich ein neues Zauberwort entdeckt, dass ich nun immerzu aussprechen muss: Nein. Nein, nein, nein, nein, NEIN! (Schreiben macht auch Spaß.) Ich sage es zu dem pickeligen Punk aus gutem Hause, der jeden Morgen zusätzlich zu Papis Monatscheck mein Kleingeld will und sich gleichzeitig einen abgrinst über den Idiotenmarsch des Ameisenvolks in die Büros. Ich sage es zu Babsi, die Montagmorgens fragt, ob wir schon Motive für die am Freitagabend gebriefte Kampagne haben. Ich sage es zum Juniorschleimer, der fragt, ob er mit mir mal seine Mappe durchgehen darf. Ich sage es zu mir selbst, wenn ich mich wie der Oberdoofmannslemming in die Geburtstagsfalle stürzen will. Und am druckvollsten sage ich es zu Dick, wenn er mir wieder mal in rührendster Säuglingsmanier stündlich mitteilt, dass er nicht schlafen kann. Nur weil ich am Abend keine Lust gehabt habe zu telefonieren. (Dafür hatte ich ihm aber eine sehr nette SMS geschrieben!)

Heute Morgen habe ich es nicht nur gesagt, ich hab es geschrien. Ich war selbst erschrocken, denn seit meinem ambitionierten aber talentfreien Vorsprechen für die Antigone in der Mittelstufen-Theater-AG habe ich meine eigene Stimme nicht mehr so laut gehört. Sie quietschte dann auch wie ein rostiger Wasserhahn, da muss Rosi mal mit ihrem Ölfläschchen ran. Oder das Quietschen war tempobedingt, es war nämlich Neunzehn nach Sieben, mitten im morgentlichen Countdown - kein guter Zeitpunkt, um auf meine Lust zu bestehen, auch nicht am Telefonieren. Oder hab ich Curds Mäuschen zertrampelt?

Aber… abgesehen von den paar Quietschern klingt meine Stimme in Fett gar nicht so schlecht.

(Fortsetzung folgt)

Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.