Anleitung zum Entlieben

28.11.2006 um 19:27 Uhr

Neu bei Lapared: die Modestrecke

von: Lapared

(Da es in der Vergangenheit ja viel um Männer ging, möchte ich mich nun dem anderen großen Schwerpunktthema des Frauseins zuwenden...)

Ich bin in dem Alter, in dem man jeden neuen letzten modischen Schrei mit einem Howard Carpendale Klassiker begrüßt. Hello again. Alles schon mal da gewesen. Manchmal Hello again, aber diesmal ohne mich, wie im Falle der Schulterpolster, sollten sie es jemals, jemals wagen. Manchmal Hello again, Du isch möchte Disch heut noch sehn, wie im Falle des Parkas, den ich als eine der Ersten modisch wieder aufgegriffen habe, sobald er gerade eben gesellschaftsfähig war, und der, das wissen die meisten gar nicht, aus der Kreuzung einer Uniformjacke mit einer Damenhandtasche entstand. Eine Jacke, praktisch wie ein zweiter Haushalt. In den Taschen, Nischen und geheimnisvollen Tiefen eines Parkas kann man alles mitführen, was man zum perfekt frisierten Überleben braucht und hat noch beide Handy frei zum Klavierspielen, sehr praktisch. Na.

Und heute war es wieder mal soweit, Zeit für ein Hello again. Da im Zuge einer neuen Phase der Appetitlosigkeit die Buxen flattern wie die Sylter Sturmflut-Flagge, lief ich rüber zum Bekleidungsladen und bat um eine Jeans ähnlich der, die ich trage, nur kleiner und vielleicht in einer anderen Farbe, damit nicht alle Tage gleichermaßen blau sind. Als ich in die gereichte Hose stieg, war es ein Gefühl wie… nachhause kommen. Die Taillenhose ist wieder da! Der Low Cut ist tot, es lebe die Stundenglas-Silhouette mit engem Bund und Damen-Mode, die den Hintern bis zur Taille gehend interpretiert. Ich stecke in einer Hose, so hoch, dass sich der Nabel mit dem Knopf unterhalten kann. Hello again.

Sicherheitshalber frage ich den jugendlichen Verkäufer - immerhin hatte er die Hose aus dem Lager geholt, wer weiß, seit wann sie dort lag. „Junger Mann, sind Sie sich sicher, dass diese Hose den modischen Ansprüchen genügt?“ In meiner Branche kann ich mir auf dem Gebiet keinen Patzer leisten. Er meint, ja, ich sage, gekauft. Der ausgezeichnete DM Preis macht mich schon etwas stutzig, egal, mein Hintern ist heimgekommen und wieder da, worin er zur Schule gegangen ist, in einer taillenhohen dunkelblauen Röhre Größe 27/34, das hatten wir doch alles schon mal. Und falls sich herausstellen sollte, dass ich damit doch nicht so en vogue bin, trage ich – what a feeling - einfach einen XXL Pulli darüber...

(Und morgen: Die schönsten Weihnachtsplätzchen! Mit großem Extraheft zum Rausnehmen.)

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenengelsche schreibt am 29.11.2006 um 09:22 Uhr:Lpunkt... eigentlich mag ich dich und dein Leben furchtbar gern! Jeden morgen ist das erste was ich im Büro mach, schauen, was es bei Dir neues gibt! Ein fester Bestandteil meines Lebens sozusagen seit etwa zwei Monaten!
    Aber dafür, dass du dir ne Röhre in 27 kaufst - und wahrscheinlich fantastisch darin ausschaust, was ja wirklich nicht leicht ist - dafür kann ich dich heute einfach nicht leiden!
    *grummel*
  2. zitierenSolomar schreibt am 29.11.2006 um 15:08 Uhr:Sehr schön verstylt. Wie bei Maischberger, gestern !
  3. zitierenLucha schreibt am 30.11.2006 um 15:40 Uhr:Dieses memos kenn ich, aber fnaz schön gefährlich, denn man muß echt in der Stimmung sein, es als schön zu empfinden und sich nicht einfach zu sagen: Hey Schnecke, du wirst alt!!!!

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