Anleitung zum Entlieben

19.02.2012 um 19:18 Uhr

Novaminsulfon

von: Lapared

Wenn ich mal tot bin, vermache ich alles Novaminsulfon. Nach drei Tagen, in denen nix half, ist das Kopfweh dank Novaminsulfon endlich endlich endlich still, halleluja. Und wie immer nach solchen Anfällen bin ich der glücklichste Mensch der Welt allein wegen des Geschenks der Schmerzfreiheit. Mein Autochen auch, mein Autochen soll Novaminsulfon auch bekommen, und Palme, und Rolli, ja, und Curd, Curdchen auch. Alles.

Anderes Thema.

Jetzt wissen wir auch, woher meine Kühnheit kommt, meine legendäre Verwegenheit. Von Mutti natürlich. Meine Mutter jedenfalls macht dieser Tage etwas, das einige Courage verlangt.  Sie schippert mit einem Kreuzfahrtschiff, einem Schwesterschiff der Costa Concordia, durch die Ägäis.

In der Ägäis wimmelt es ja geradezu von kleinen Inselchen, die man mal grüßen kann. Mit einer Verneigung. Um 90 Grad. Aber ich sehe ein, die Wahrscheinlichkeit, dass noch ein geltungssüchtiger Kapitänstrottel so einen Unfug treibt, liegt zur Zeit wohl eher im oberen Minusbereich. Der nächste Schettino bemüht sich wahrscheinlich eher, eine Insel in einem noch nie dagewesenen größtmöglichen Bogen zu umfahren – und rammt dabei eine andere. Huch!

Aber die schwesterliche Nähe zur Costa Concordia ist auch gar nicht Punkt. Kühn ist Muttis Kreuzfahrt, auf die sie sich schon ewig gefreut hat und die sie sich wahrlich verdient hat, meiner Meinung nach aus einem ganz anderen Grund. Die Ägäis – ich weiß nicht, ob Sie´s wussten – die Ägäis liegt ja zwischen der Türkei und Griechenland. Griechenland. „Mutti, findest du es so klug, zur Zeit mit einem schwimmenden Schlemmertempel voller Deutscher vor dem armen hungernden Griechenland auf und ab zu schippern – stell dir vor, wenn der ägäische Wind nun die Essensdüfte vom Captain´s Dinner an die Küsten trägt, da drehen die doch durch, die Griechen - nicht, dass sie euch kapern und lynchen?“ Gewohnt behutsam formulierte ich meine Bedenken. Und erfuhr, dass es alles noch viel schlimmer ist. Mit Auf- und Abschippern nicht genug, einige griechische Inseln werden direkt angelaufen. Landgänge sind geplant. „Das machst du nicht!“ werde ich energisch. „Die braten dir eins über, sobald du Einen Ouzo, bitte! sagst! Bleib bloß an Bord.“

Aber wie ich meine Mutter kenne - neugierig, beherzt, abenteuerlustig – wird das doch wieder nix. Wenn das mal gut geht.

P.S. Dieses blöde Novaminsulfon lässt schon wieder nach, Curdi kriegen sie nicht...

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenPe67 schreibt am 20.02.2012 um 21:46 Uhr:Und warum wirfst Du Deinen Wagemut nicht zusätzlich in die Waagschale und Ihr verzaubert die Griechen gemeinsam, Deine Mutter und Du?!
    Ich behaupte mal ganz dreist: da brauchst Du auch überhaupt kein Novaminsulfon, weil Dir die viele frische Luft an Deck hervorragend bekommen wird! Also: flieg' Ihr hinterher. Und falls Curd mitkommt: denkt an seinen Rettungsring! LG
  2. zitierenLiibellchen schreibt am 24.02.2012 um 14:42 Uhr:Liebes Lchen,

    das ist so erstaunlich. Wir sind uns so ähnlich. Ich bin immer verblüfft, wie viele Gemeinsamkeiten wir haben.

    Hier mal ein paar kleine Beispiele: ich schätze wir sind im gleichen Alter, seit meiner sehr frühen Kindheit besitze ich ein Schlaftier (mittlerweile das Dritte, wegen Abgeliebtheits-Spuren, mein zweites hieß „Fifi“ und auch nur eben Solche bekommen es zu sehen, die in meinem Bett nächtigen), Freunde halten mich für infantil – wegen meiner Affinität zu Stofftieren – ich esse gerne Weltmeister-Brötchen von Penny, mein bevorzugter Einkaufsmarkt, da im Haus nebenan. Wir haben sehr ähnliche Erfahrungen und Ansichten über Männer und Beziehungen.
    Es fühlt sich an, als hätte ich eine Seelenverwandte in der Ferne bzw. in der Umlaufbahn, denn du bist ja nicht greifbar.

    Ich habe gelacht und mit gelitten bei deinen Büchern, nun, da das letzte Buch ausgelesen ist, weiß ich gar nicht wie es weitergehen soll mit meiner Freizeit *schmunzel*.

    Ich danke dir sehr, für die tolle Zeit und werde regelmäßig deinen Blog
    verfolgen müssen um keine Entzugserscheinungen zu erleiden.

    Ganz herzliche Grüße (auch an Curdchen) aus Berlin.
    Liibellchen

Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.