Anleitung zum Entlieben

13.07.2007 um 17:53 Uhr

Ordentlich Zahn gegen ordentlich Deutsch

von: Lapared

Es ist ja in Deutschland nicht üblich seinem Zahnarzt eine Wurst mitzubringen. Oder einen Satz Winterreifen. Oder einen Flügel. Das Zahlen in Naturalien, die Kultur des Tauschens ist in diesem Land beinahe vergessen. Und so muss jeder Metzger, jeder Tankstellenbesitzer, jeder Musikalienhändler seinem Zahnarzt Geld bezahlen, um die Kluft zu überbrücken, die meistens zwischen dem Kassensatz und der optimalen Gebiss-Sanierung klafft. Obwohl der Zahnarzt vielleicht immer schon Klavier spielen wollte.

Meine Zahnärztin ist zum Glück flexibler. Geboren in einem Land, in dem Geld nur eine von vielen Währungen ist, sucht sie auch abseits des Monetären gerne nach Wegen ins Geschäft zu kommen. Selbst bei mir, die ich weder auf Würste noch Reifen noch Flügel zurückgreifen kann, findet sie etwas, das ich ihr statt des Geldes geben könnte, welches ich gerade nicht habe. Und so bekam ich heute, in Zusammenhang mit meinem rettungslos maroden Backenzahn, das Angebot, ihre Doktorarbeit zu korrigieren und „in ordentlich Deutsch zu bringen.“ Anstelle der 2000 Euro Zuzahlung, die ich für ein Implantat mit Vollkeramikkrone zu zahlen hätte. „Ich geb Dir ordentlich Zahn, Du gebst mir ordentlich Deutsch“ - ich liebe sie. Im Ernst, ich finde, das ist ein durchaus prüfenswertes Angebot.

Natürlich frühestens in 20, pardon, in 19 Tagen.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenerphschwester schreibt am 13.07.2007 um 19:16 Uhr:die adresse bitte! ich hätte diese und jene fähigkeit zu bieten, sogar dann noch, wenn man die sache mit der doktorarbeit bereits in anderen händen weiß ...
  2. zitierenfix schreibt am 13.07.2007 um 19:39 Uhr:gute deal,mach es ofter

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