Anleitung zum Entlieben

06.01.2007 um 18:43 Uhr

Pfannekuchen

von: Lapared

30.12.2006

Als ich gestern - nach einem unvergesslichen Tag mit Curd Rock am Meer - zurück in unsere Finca kam, lag er auf dem Bett und trug meinen Bikini. Sexy Teil. Er schnarchte, leise. Ich setzte mich in den Stuhl neben dem Bett und dachte an den Tag, als ich den Bikini mit Dick gekauft habe. Obwohl November war, war es warm, jedenfalls schien die Sonne, und wir fuhren mit dem Fahrrad durch Amsterdam zu Marlies Dekkers, der Frau, die die schönen Bikinis macht. In der mit rotem Samt für mich ein wenig zu puffmäßig dekorierten Kabine stand ein ebenfalls etwas zu puffmäßiger Sessel, auf dem Dick saß und mich bei der Anprobe beobachtete. Ich fühle mich unwohl, das Licht war unvorteilhaft und damals hatte ich mindestens sieben Kilo mehr, Normalgewicht, zu viel für mich. Als die Entscheidung für diesen Bikini gefallen war - es gab einen zweiten, bei dem mir das Oberteil besser gefiel, aber die Buxe nicht - stand er auf, legte von hinten seine Arme um mich und wir betrachteten uns im Spiegel. „Ich will Dich darin sehen, wenn Du mit einem unserer vier Jungs schwanger bist“, sagte Dick. Vier, Donnerwetter. Keine Lüge, eine momentane emotionale Wahrheit. Eine momentane emotionale Wahrheit lang denke ich daran, ein Foto von HK zu machen und es ihm zu schicken. Hurra, ein Junge! Und ganz nach dem Papa, na ja. Lass los und lass Gott zu, denke ich dann. Ich lege mich zu HK und beschließe, Gott als eine Art Elastan zu sehen, das wunderbare Material, dass Schwimmkostüme so dehnbar macht. (Elastan, auch Elasthan oder Spandex: synthetische Faser mit hoher Dehnbarkeit zwischen 500 und 800 % – Warum nicht?) „Lass uns auf die Toilette gehen“, flüstere ich HK leise zu und muss grinsen. Und heulen. Beides zugleich. Er reagiert nicht, sein Körper ist kalt. Meiner warm und von einem Tag Sonne und Meer sogar ein bisschen verbrannt. Vorsichtig lege ich mich der Länge nach auf ihn und bin hoch befriedigt, dass er davon nicht aufwacht. Nur rülpst. Guck an, so leicht bin ich, eine verfluchte Feder, Mann. Oder er ist so besoffen.

In im Prinzip derselben Position sind wir dann heute Morgen aufgewacht. Nur umgekehrt. Unser Sexualleben ist, sagen wir mal so, klassisch. Nicht das Spektakel, das man bei zwei Highend-Kreativen (ich liebe dieses Wort!) in der Horizontalen mutmaßen würde, vielleicht. Aber... scheiß auf Spektakel, hm? Ich steh auf und mach einen Pfannekuchen. Einer reicht.

(Fortsetzung folgt)

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenElRayo schreibt am 06.01.2007 um 21:13 Uhr:Es macht mich k*****, zu sehen, wie Du Dein Leben verpennst, verschleuderst und wegwirfst, Lapared.
  2. zitierenLapared schreibt am 07.01.2007 um 18:46 Uhr:Hi, alter F*****,
    schön, dass Du trotzdem da bleibst.
  3. zitierenElRayo schreibt am 07.01.2007 um 19:17 Uhr:Naja. Ich bin ja auch nicht gerade besser.
    Wenn auch nicht halb so kreativ.
  4. zitierenLapared schreibt am 07.01.2007 um 19:22 Uhr:Wer schreibt dann Dein Blog? Eine der getrockneten Rosen ins Internet streu... und wech...
  5. zitierenElRayo schreibt am 07.01.2007 um 19:51 Uhr:Ach, Gott, das ist doch kein Vergleich, Lapared;
    ich hab vielleicht mal 30-50 Aufrufe am Tag und kann nicht halb so schön schreiben und fotografieren wie Du.
    Allerdings wäre bei mir berufliche Kreativität auch echt verpönt. ;-))

    Rosenstaub einatme und auch wieder in einem weiterem perfekten Tag.

    Ich würde Dich in mein ICQ aufnehmen...

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