Anleitung zum Entlieben

11.09.2005 um 13:03 Uhr

Piep Piep! Piep Piep! Piep Piep! Piep Piep! ... (hier würde ich gerne - als verdeutlichende Übertreibung - ein Unendlich-Zeichen setzen, finde auf meiner Tastatur aber keine entsprechende Taste)

von: Lapared

Es macht mich wahnsinnig. 9.17 Piep Piep! (um mir mitzuteilen, dass er noch im Bett liegt und an mich denkt. – Und ich liege im Bett und habe bis zum Piepen geschlafen.) 9.36 Piep Piep! (um mir mitzuteilen, dass ich in seiner Phantasie mit ihm im Bett liege. - Welch enormer gedanklicher Schritt.) 9.49 Piep Piep! (um mir mitzuteilen, dass ich in seiner Phantasie mit ihm schlafe! – Schade, ich dachte ich würde vielleicht anfangen, eine Obstschale zu töpfern.) 9.57 Piep Piep! (um mir mitzuteilen, dass er gekommen ist. – Na fein. Wie war ich?)

Und so geht das seit Tagen. Am Anfang habe ich ihm nach solchen Attacken ein wohlwollendes „:-)“ gesimst. Immerhin hatte der Holländer – nein, nennen wir ihn in diesem intimen Zusammenhang doch ruhig ein wenig persönlicher beim Vornamen – immerhin hatte Dick vor mir onaniert, und ich wollte im Hinblick auf zukünftig nicht ganz auszuschließende Möglichkeiten keine bleibenden Schäden anrichten. Man weiß, wie sensibel diese Dicks manchmal sind. Also „:-)“.

Aber dann stand ich gerade mal unter der Dusche, mit nichts als dem Rauschen des warmen Wassers in den Ohren, somit taub für Piep Piep und nicht zur Stelle um „:-)“ zu simsen. Und so nahm die Geschichte einen ganz neuen Verlauf. Also, 9.57 Piep Piep! (um mir mitzuteilen, dass er gekommen ist. – Und körperpflegebedingt kein „:-)“.)

10.02 Piep Piep! („Böse?“ – Keineswegs. Ich dusche noch.) 10.04 Piep Piep! („Sorry, you are in my mind.“ – Yes, and still unter der Dusche.) 10.07 Piep Piep! („Allways! Every minute of the day!“ – Duschen ist eine herrliche Sache und so eine Haarkur muss nun mal 10 Minuten einwirken.) 10.09 Piep Piep! („Sorry, that was a mistake, I know.“ – Die Beine müsste ich mir auch mal wieder rasieren.) 10.12 Piep Piep! („I´m so sorry, please call me!“ – Erst das eine...) 10.14 Piep Piep! („I´m going mad, can I call you?“ - Dann das andere...) 10.15 Ring Ring! (Und die Achseln...)

Kurzum, als ich nach einer viertel Stunde aus der Dusche kam, hatte ich sieben postejakulative Nachrichten auf dem Handy, sechs gesimste und eine verbale – und was soll ich sagen... Ich finde das nicht schön. Ich weiß, es ist rührend, aber für mich ist das nun mal entschieden zu viel.

Heute habe ich das Handy ausgeschaltet.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierendieFee schreibt am 11.09.2005 um 15:29 Uhr:Du bist zu nachsichtig mit Dick. Schliesslich bist du auch selber für euch verantwortlich. In diesem Fall heisst das: Klare Grenzen setzen. So geht das nicht. Er nutzt deine Post-119-Lage schamlos aus. Da du seine Position zu gut nachempfinden kannst, gibst du ihm selbst da nichts auf die Hörner, wo andere Frauen längst die Notbremse gezogen hätten. Das ist nicht rührend! Und es wäre nicht nur für dich entschieden zu viel.

    Wie wär\'s mit einem Deal: Du fährst mit ihm nach Venedig, wenn er es schafft, dich zwei Wochen maximal einmal am Tag zu kontaktieren? *überleg* Vielleicht eher höchstens alle zwei Tage. Das sollte Anreiz genug sein und seinen fadenscheinigen Grund, gegen dein Vergessen anzuarbeiten, ad absurdum führen.
  2. zitierendieFee schreibt am 11.09.2005 um 15:31 Uhr:P.S.: probier mal \'alt\' + \',\'

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