Post aus Afghanistam
Liebe Milliomchen, Danke für vielem Briefe vom meim Jumgs.
Heute hat mich eim gamz besomderer Brief erreicht, dem möchte ich hier gerne zeigem, gucK:
E-mail aus Afghanistam!
Da da da! Jumior 0477 im Camp marmal in Maza-e-Sharif!!!
Bei Polierem vom Schildchem!
Hier meim Amtwort:
An alle tapferem Jumgs im Afghanistam (nicht nur meime)!
Kommt bitte zurück, so schnell es geht!
Umd bitte heile.
Liebe Grüße, Curd sen. & Lpunkt
P.S. Habt Ihr keim Helmchem für Junior?
… … … … … …… … Ich bim schuld … ich bim schuld... ich bim eim schlechter Vater... ich hätte nicht... ich durfte nicht... ... aber.... aber…
Ich kommte sie doch nicht alle hier behaltem...

Genau SO muss es sein. Aber woher wisst ihr immer die Nummer von Curdchen? Steht das irgendwo???
Will doch schauen, ob ich eine 007 oder 0815, 4711 oder was auch immer habe? Könnte mir weiterhelfen, wie sich mein Curdchen weiterentwickeln wird ( Agent, unauffällig oder der Karl Lagerfeld der Parfum Industrie).
Lieben Gruß an alle Curdchen und die Families.
Diddlmausanja
Ich habe als Kind mit meiner Familie in den Sechziger Jahren zwei Jahre in Kabul gelebt - es waren die schönsten zwei Jahre meines Lebens! Mein Vater war dort Dozent an der Universität und hatte etliche weibliche Studentinnen, die keineswegs ihren Körper verhüllen mussten.
Außer einem Meer bot das Land alles, was es an Landschaften gibt und gerade dort, wo Curdchen jetzt ist, konnte man sehen, dass die Tulpe nicht aus Holland kommt - ich erinnere mich an riesige Flächen mit wilden Tulpen.
Ich werde mich immer nach dem besonderen Blau des Himmels sehnen (merkwürdigerweise wird das auch von anderen Menschen bestätigt, die seinerzeit mit uns da waren, z.B. als Entwicklungshelfer), während sich unsere Soldaten bemühen werden, es baldmöglichst zu verdrängen, aber als Frau möchte ich lieber nicht zurückkehren.Mädels, feiern wir unsere Freiheit und dass wir überhaupt die Chance haben, kranke Lieben einzugehen und zu genießen, wie Conni uns einen Spiegel vorhält, der uns hilft, uns selbst klarer zu sehen!
Liebe Grüße nach Mazar-e Sharif
Hoffe es wird bald wieder so.
In den Sechziger Jahren wußte - Ihr entschuldigt - keine Sau, dass es Afghanistan überhaupt gab und wo es lag. Alle deutschen Klassenkameraden stöhnten, wenn wir das Wort nur in den Mund nahmen (zugegebenermaßen passierte das oft nach zwei Jahren voller faszinierender Eindrücke von einem fremden Planeten).
Tja, das Land ist zu trauriger Berühmtheit gelangt.
Das Buch Drachenläufer schildert es tatsächlich so, wie es zu unserer Zeit gewesen ist. Sagt meine Schwester. Ich selbst habe es, nachdem sie mich Ahnungslose in den Film gezerrt hatte, nie gelesen - die Gewaltszenen habe ich ihr fast nicht verzeihen können. Also gut, ich sollte mich überwinden und es doch lesen... . Interessant, wozu eine(n) dieser Blog bringen kann.
Liebe Grüße
Nachtigall
Grüße fortuna