Anleitung zum Entlieben

26.04.2006 um 21:19 Uhr

So weit sind wir schon

von: Lapared

Mensch, was ich noch gar nicht erzählt habe! (Ich würde gerne sagen: So weit sind wir schon. Aber die Wahrheit ist, ich brauche immer noch ein bisschen länger, um so etwas zu verdauen.) 119 hat angerufen. Vorgestern. Diesmal war es ein sehr kurzes Telefonat. Und ich war es, die es kurz gemacht hat. (Wieder würde ich gerne sagen: So weit sind wir schon. Aber die Wahrheit ist… ein bisschen komplizierter. Ich mach mal die Klammer zu und hole etwas weiter aus.)

Es war gar nicht seine Zeit. Am späten Nachmittag. Ich bin es nicht gewohnt, seine Stimme am späten Nachmittag zu hören. Fast hätte ich sie nicht erkannt. Ich hatte gerade begonnen, die unselige Büchse auszumisten, Pandoras Schränke aufzuräumen, ich hatte gerade begonnen mit dem Präperieren der Dick-ist-da-Nothaltebucht... „Na! Wie geht´s denn so?“

Der Rest ist schnell erzählt. Ich suche vergeblich einen freien Stuhl, greife reflexartig eine Zigarette, vier Minuten später dreht sich mein Wohnzimmer, oder mein Kopf (im Nachhinein nicht ganz zweifelsfrei zu sagen), ich muss das Gespräch beenden, mich hinlegen, denn ich habe gar keine Zigaretten, ich rauche nicht mehr, Zigaretten, ich habe nur noch die Schachtel mit den Holland-Souvenirs… und versehentlich einen Joint weggezogen wie ein Gitanes-Raucher eine Phillip Morris Ultralight. „Dann, bis denne, Tiger...“

Danach schwummerte ich erst mal drei Stunden lang alle Viere von mir gestreckt in den Kissen. Aber „total super relaxed“, wie der freundlich junge Mann in dem Souvenirladen gesagt hatte, war ich diesmal gar nicht. Im Gegenteil, „Du musst die Schränke ausräumen! Du musst die Schränke ausräumen! Los Lapared, schwing deinen bekifften Arsch aus dem Bett und bau die Nothaltebucht!“ hämmerte es die ganze Zeit gegen meine Großhirnrinde.

Und seitdem räume ich und räume und räume. Von A nach B nach C nach A. Die Wohnung wird einfach nicht größer. Bleibt nur noch das, was das letzte dramatische Mittel ist, wenn Räumen nicht reicht. Wegschmeißen.

Und wen würde es überraschen: Es gibt nichts, was mir schwerer fällt.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenMeinEGO schreibt am 26.04.2006 um 21:42 Uhr:Hihi...das Zeug heißt bei uns Paul.....und wenn man den knutscht, dann kann man schonmal auf dem Sofa versacken. :) Wer weiß, wofür es gut war, das \"versehentliche\" Paul rauchen und deshalb nicht mit 119 reden können...(Ich hasse auch nichts mehr, als \"so\" zu telefonieren...oder aufzuräumen.)



    @Curd Ich habe die Puuupse gehört, bis hier her. Und natürlich stand auch hier die Welt eine Zeitlang still, um Junior die Schweigeminute zukommen zu lassen, die ihm gebührt. Gräme Dich nicht zu sehr, so etwas kann jedem passieren...sozusagen.

    Und eins noch:hüte Dich vor Männern in Anzügen vor der Wohnungstüre, die mit ernster Miene ihren Ausweis herzeigen..hast Du in Pandoras Büchse vielleicht ein sicheres Versteck gefunden?

    Aber....es werden schließlich nur 92% aller Mordfälle aufgeklärt - Du hast bisher schon soviel unmögliches geschafft...warum nicht das auch noch? Die 8 ist eine gute Zahl!



    EGO

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