Anleitung zum Entlieben

28.06.2005 um 08:07 Uhr

Telefon!!!

von: Lapared

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die schlechte: Er hat angerufen. Und jetzt die gute: Er hat angerufen. Ach, was soll ich sagen. Ich weiß doch, dass es schlecht für mich ist. Warum nur fühlt es sich so verdammt gut an? Ich will nicht lügen, ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig. Mein Herz hüpfte bis unter die Decke. Zumindest blieb mein Kopf einigermaßen bei Verstand und als er fragte, ob er denn noch vorbei kommen soll, hörte ich mich sagen: „Nee, ich kann nicht!“ Okay, das scheint auf den ersten Blick vielleicht keine dolle Leistung, keine Abfuhr, die in die Annalen eingehen wird, dennoch... ich sagte nicht: Nee, ich kann heute nicht. Auch nicht: Nee, ich kann leider nicht. Nur: Nee, ich kann nicht. Und das ist fast so viel wie: Nee, ich will nicht. Fast so viel wie: Nee, ich will Dich nicht. Und ganz nah an: Nee, fick Dich doch selbst. Teufel, bin ich gut!!!

Die Auseinandersetzung von Samstag (guck an, schon schrumpft das „Aus!“ zu einer „Aus-einandersetzung“) wurde übrigens mit keinem Wort erwähnt, von keinem von uns.

Eine halbe Stunde später ging das Telefon wieder. Ich bin nicht dran gegangen. Hihi. Jetzt wo ich das Gefühl habe, es könnte, wenn ich wollte, doch noch weiter gehen, ist es viel leichter, nicht zu wollen, dass es das tut. So ist das. Auch die größte Scheiße wirkt ein bisschen freundlicher, wenn man sie sich selbst aussuchen darf. Komm an mein Herz, verdammte Scheiße.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenbleibt geheim schreibt am 10.06.2008 um 08:40 Uhr:Hahaaa... (das war die Kurzfassung)

    Letzten Freitag hab ich Geburtstag gefeiert. Und mein netter Kollege hat mir dein Buch überreicht. Eingewickelt in pinkes Geschenkpapier *ich lieeebe pink*. Schon beim ersten Absatz "Das Buch" musste ich in schallendes Gelächter ausbrechen und ihn einem Freund *verstehste??* - meinem Freund plus - zeigen. Kurz zuvor hatten wir zufällig in einer alten Joy-Ausgabe einen Artikel über "Friends with benefits" gelesen und uns schon da köstlich amüsiert. Vor allem, weils keiner weiß *g*. Ausser dir jetzt - und uns natürlich! Du darfst also ruhig ein bischen stolz sein ;) Deshalb auch geheim...man weiß ja nie *hihi*.
    Bis hierher also Doppeldaumen ganz hoch für dein Buch und die endlich nicht mehr nur vom ipod entlangweilten Bahnfahrten zur Arbeit. Und dafür, dass ich Samstag an der Bahnhaltestelle nicht mitbekommen habe, wie die Bahn an mir vorbeifährt...ich war damit beschäftigt, umstehende Passanten mit einem Lachausbruch zu entertainen.

    anyway... den Scheiße-Ausspruch schreib ich mir jetzt ganz groß auf die Fahne.
    Bis kurz Ostern war ich nämlich noch Nicht-Single. Leider hat sich der Herr dazu entschieden, nach gescheiterten Ehen (ja meine - und seine - aber nicht unsere) und dieser kurzen aber allerdings sehr heftigen, herzlichen, von Liebe besiegelten Sache, selbige zu beenden, weil er lieber frei sein will (im Kopf: "Ich muss wissen, ich könnte, wenn ich wollte" - spar für deinen Psychiater, Arschkeks)

    Deshalb jedenfalls hat mir mein Kollege dein Buch geschenkt: "Ich dachte, du kannst das gebrauchen" :)

    Ist er nicht süß.
    Deshalb kenn ich das mit der selbstausgesuchten Scheiße mehr als gut. Ein bischen Selbstverarsche hat noch keinem geschadet - und wenn dadurch alles einfacher wird. Umso besser!!!

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