Anleitung zum Entlieben

18.01.2007 um 21:17 Uhr

Trost im Käse

von: Lapared

Meine Nase glüht. „Was ist denn mit Dir los?“ Käse-Bruno (wir erinnern uns, Duz-Betreiber der Stinkparzelle im Erdgeschoss) schenkt mir einmal mehr sein unaufdringliches Mitgefühl. Ich zeige Haltung und mutmaße sachlich, dass ich gegen Ringelblumen allergisch bin. „Ringelblumen, Du die blühen jetzt aber nicht!“ Ringelblumenintoleranz, ich bestehe darauf, und alten Gouda, bitte. Käse ist mir Trost genug. „Immer noch wegen dem ollen Holländer?“ Ach ja, der Holländer, gleich geht´s mir besser. Danke, Bruno. „Mönsch, nu heul doch nicht, das Leben ist nun mal so.“ KÄSE, Bruno! „Du musst jetzt nach vorne gucken“, da liegt ein Ziegenmilch-Camenbert, und? „Ich brauch ´ne Aushilfe, wär das nicht was für Dich?“ Käse verkaufen und sagen, dass es Käse ist? Ich bin doch Werber, Bruno, ich fürchte, das kann ich nicht. „Bei mir haste nix auszustehen…“, Arbeitsplatz Käseglocke, ich erbitte Bedenkzeit, „weißte, ich kann Dich gut leiden…“, ich sehe mich Schulter an Schulter mit Käse-Bruno auf der anderen Seite des Ziegen-Camenberts stehen, „…und ich denk, wenn mir das so geht, dann geht das den Kunden genauso.“ Ding-Dong, die Ladenglocke. „Ah, hier bist Du, mein Engel kauft Käse!“ HK gibt mir einen Kuss, er kann mich sogar sehr gut leiden. Als wäre nichts geschehen. „Darf´s sonst noch was sein?“ Käse-Bruno rudert formvollendet zurück. „Du hast mir eine Karriere im Käse-Vertrieb versaut“, sage ich später zu HK am Abendbrottisch. „Tut mir leid, aber dafür hab ich einen Job für Dich!“ Ah, meine Highend-Kreativität wird gebraucht. "Ich dachte, dann kommste mal raus.“

Also springe ich morgen bei der Aufnahme eines Funkspot für HKs unseligen Quark-Kunden ein. Einen Moment lang denke ich, mit Käse wäre ich vielleicht einen Schritt weiter gewesen.

 


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