Anleitung zum Entlieben

07.05.2006 um 13:43 Uhr

Warten

von: Lapared

Ich bin kein Held des Wartens. Nichts tun ist das, was mir am schwersten fällt. Ich weiß, ich sollte die Füße still halten und an Oma denken, die immer sagte „Kind, der wird schon wieder ankommen.“ Vielleicht, Omili, bestimmt. Aber meinst Du nicht, es ist besser, wenn ich ihm einen Wagen schicke?

Er hat gesagt, ich soll warten. Er hat mich darum gebeten. Er hat sein „Ich verlasse Dich“ zurückgenommen und „Ich weiß es nicht“ gesagt. „Ich weiß es nicht, ich bin krank, ich bin durcheinander“. Och je. Ein „Ich verlasse Dich“ kann man nicht zurücknehmen. Das bleibt. Das bleibt, auch wenn man wieder zusammen ist. Wäre. Es gesellt sich schamhaft geneigten Hauptes zu den anderen „Ich verlasse Dichs“ die unterm Sofa hausen und sagt: „Tach, ich bin das Neue!“ – „Hast Du sie fertig gemacht?“ fragen die anderen, zum Teil noch jünger und gut bei Kräften, zum Teil schon alte, zahnlose Veteranen. „Nee, noch nicht, meine Zeit kommt noch!“ brüstet es sich. – „Schwächling“, lästern die anderen. "Ihr werdet schon sehen“, denkt das zurückgenommene "Ich verlasse Dich" und kugelt sich in die Ecke. Wo waren wir? Warten…

Ich bemühe mich, das auszuhalten. Zweifel sind erlaubt, wer wüsste das besser als ich, der 6,9-Monatszweifler (ja, das Phänomen des paradoxen Synchrongesangs von „Ich verlasse Dich“ und „Ich will Dich“ ist auch noch nicht erforscht - man weiß nicht, wo man zuerst anfangen soll.) Also warten…

Kennt der mich nicht? Ich bin es doch, Laparetti Controletti! Ohnmacht halte ich nicht aus, dafür bin ich einfach nicht gebaut, so gut müsste er mich kennen! Wenn ich ihn schon zu nichts bewegen kann, bewege ich mich wenigstens selbst. Ich nehme Anlauf, ich hole aus… und trete ihn zurück in seine traute eheliche Umlaufbahn. Hach, wie gut so ein bisschen Bewegung tut.

Leider weiß ich, dass sie nur in dem Moment gut tut, nur in dem Moment, ich dem ich irgendwas, irgendwas tue. Danach wäre alles noch schlimmer.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenchaos schreibt am 07.05.2006 um 14:44 Uhr:Es ist egal, was er jetzt sagt. Entscheidend ist, dass er sich ganz schön mies verhalten hat und dich nicht verdient.

    Ich glaube schon, dass seine Gefühle für dich nicht völlig gelogen waren, aber das macht die Sache letztendlich auch nicht besser. Er hat gelogen, dein Vertrauen missbraucht, auf deinen Gefühlen herumgetrampelt..... Genügend Gründe ihn auf den Mond zu schießen - und schick ja keine Raumfähre um ihn abzuholen!!!



    Ich find es toll, dass du den Job bei der Agentur doch angenommen hast. Ein bisschen Ablenkung ist genau das richtige jetzt.



    Curdchen, du musst jetzt ganz stark sein und für Lchem da sein. Du schaffst das mit deinem unverwechselbaren Charme!!!



  2. zitierensanftmut schreibt am 08.05.2006 um 16:13 Uhr:ja das macht er irgendwann :-)!*° oder eben nicht*°

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