Anleitung zum Entlieben

29.03.2006 um 23:00 Uhr

Weihnachtsstimmung

von: Lapared

Ein bisschen ist es so wie kurz vor den Weihnachtsferien. Wenn die Maschinen zum Ende des Jahres von irgendeiner Macht, die größer ist als man selbst, schon langsam runtergefahren werden, obwohl man eigentlich noch mal richtig Gas geben müsste, eigentlich, aber irgendwie geht es nicht, es geht einfach nicht mehr, und mit Willen ist da nichts zu machen. Olli hat übrigens einen Namen für die Macht. Er nennt sie Faulheit.

„Mann, sind wir Luschen.“ Nach einer längeren Periode des Schweigens, in der unsere Gehirne mitten im Endkampf stehend eingeschlafen sind und unsere letzten Funken Ehrgeiz selbstversunken in der Nase bohren, nimmt Olli gähnend wie ein müder, alter Löwe den Dialog wieder auf. Ich nicke zum Zeichen, dass ich ihn höre, und ein paar Minuten schwebt diese erschütternde Feststellung folgenlos im Raum. „Also, wo waren wir gerade...?“ antworte ich irgendwann und schalte nach diesem Akt tobender Dynamik sofort wieder zurück in den kognitiven Leerlauf. „Wir haben überlegt, was man da machen könnte...“ antwortet Olli kaum, dass eine Stunde vergangen ist. „Ja, was kann man da machen... was kann man da machen?“ Von draußen klingen die Stimmen der Kinder, sie versuchen sich in Witzigkeiten, während sie in der Teeküche für einen Espresso anstehen. Um sechs wird die Maschine ausgestellt, wer jetzt keinen mehr kriegt, muss ohne Wachhalter durch die Nacht, und die wird wieder mal lang, aber die Kinder finden das toll irgendwie. Scherzend ziehen sie zurück ins Atelier vor ihre großen teuren Grafikrechner. Es wird still. Leise summen unsere kleinen noch teureren Freelancer-Laptops. „Mann, sind wir Luschen!“

DAS nennt man übrigens „rocken“.

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