Anleitung zum Entlieben

06.09.2009 um 13:50 Uhr

Wenn man ihn einmal braucht...

von: Lapared

Ich denke, ich setze auf das Überraschungsmoment. Ich bin im Umgang mit Messern nicht geübt, es wird ein Leichtes für den Einbrecher sein, es mir aus der Hand zu schlagen. Aber womit er garantiert nicht rechnen wird: Ich habe noch ein zweites. In meiner Pyjamatasche. Oder noch besser (falls er mich aufgefordert hat, den Pyjama abzulegen, um sicher zu gehen, dass ich nicht bewaffnet bin) mit Panzertape festgeklebt auf dem Rücken. Als kleine Reminiszenz an John McClane. Obwohl... Die Hard hat der Kerl garantiert auch gesehen, Die Hard ist ein Klassiker… dann, dann, dann… zwischen den Pobacken! Dank meiner austrainierten Gesäßmuskulatur halte ich zwischen den angespannten Pobacken mühelos ein Kartoffelmesser eingeklemmt. Sagen wir, ein Nutellamesser, nicht, dass ich wen verletze. Und damit rechnet der Einbrecher nun wirklich nicht. Und wenn er sich dann bückt, um das andere Messer, dass er mir leichterdings aus der Hand geschlagen hat, aufzuheben, lasse ich hinten locker, ziehe das Nutellamesser und und und… ramme es dahin, wo es herkam, nur bei ihm. Und dabei gucke ich wie Bruce Willis und sage kalt: Ruhet in Frieden, ihr Hämorriden! So wird’s gemacht. Genau so.

Solche Szenen male ich mir aus. Den ganzen Tag habe ich Gewaltphantasien. Widerlich. Und nein, ich schreibe nicht bereits am nächsten Roman, mit dem ich endlich, endlich im Krimifach debütieren will (Britt, zieh Dich warm an!). Ich lebe komplett in der Realität. Und spiele in Gedanken schon mal durch, wie ich mich verhalten werde, wenn – was höchstwahrscheinlich ist – demnächst ein Einbrecher mitten der Nacht in meine Wohnung steigt und mich im Pyjama überrascht. Ich habe nämlich ein Baugerüst. Besser gesagt, mein Haus, meine Wohnung ist umgeben von einem Baugerüst. Und Baugerüste erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Einbruchsverbrechens erheblich. Man ist sogar verpflichtet, die Hausratsversicherung zu informieren, wenn eins da steht. Ja, ja, Lpunkt in Gefahr.

Solange die Handwerker tagsüber da sind, fühle ich mich sicher. Aber später, wenn die fleißigen Männer Feierabend haben, und vor allem, wenn es dunkel wird, starre ich mit einem Auge unentwegt zum Fenster, ob sich da nicht plötzlich ein schwarzer Lederhandschuh an die Scheibe legt. Oder ein Augenpaar aus einer Skimaske über die Gerüstplanke lukt. Und meine Ohren lauschen unentwegt in die Nacht, ob das wirklich nur der Wind und der Regen sind da draußen, oder ob sich da vielleicht Tritte nähern. Über die Gerüstleiter, ganz leise, tapp, tapp, tapp… kling! Eindeutig, da ist eine Kalaschnikow gegen das Gerüst geschwungen…

Das alles stehe ich momentan aus. Schrecklich. Und WE ist mit seinen Jungs zum Sommerausklangs-Surfen. Wenn man ihn einmal braucht, einmal...

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenJungfrau schreibt am 06.09.2009 um 17:00 Uhr:Liebe L.,
    warum setzt du nicht Curdchen auf die Fensterbank?
    Dann traut sich garantiert keiner rein...
    Gruß!
  2. zitierenJungfrau schreibt am 06.09.2009 um 17:40 Uhr:Weil er dich so gut verteidigt natürlich.
    Nicht dass Curdchen glaubt, das hinge mit seinem Aussehen zusammen!!!
  3. zitierenHedera schreibt am 07.09.2009 um 11:14 Uhr:ich sehe schon die bilder vom lchen vor mir: verbände, so weit das auge reicht..........lol
  4. zitierenClarice schreibt am 07.09.2009 um 14:12 Uhr:willkommen in meiner welt liebes lchen. ich wohne im parterre mit vielen fenstern und terrassentüren. aber bei mir ist noch nie jemand eingestiegen. lass dir versichern, dass man sich mit der zeit daran gewöhnt und irgendwann kannst du dann auch bei offener balkontür (bei mir terrassentür) auf der couch einpennen ganz ohne gewaltphantasien und so....
  5. zitierenSiri schreibt am 07.09.2009 um 14:16 Uhr:Hab grad einen wunderbaren Satz gelesen..
    Ich hoffe, Du findest den richtigen Therapeuten für Dein Problem. ;-)))
    Armes Lchen, streue doch Erbsen auf das Gerüst vor Deinen Fenstern. Dann rutschen die fiesen Einbrecher darauf aus und stürzen ab. Und morgens sammelst Du nur noch Leichen auf und lieferst sie der Polizei ab. Musst Du die Erbschen nur Morgens wegmachen, bevor die Bauarbeiter kommen. Nicht, dass noch einer von denen... Und Abends streust Du die Erbsen wieder hin. Total einfach oder?
  6. zitierenHedera schreibt am 07.09.2009 um 14:34 Uhr:erinnert mich irgendwie an "Kevin allein zu haus" siri....kann das sein, das du deinen tipp von da hast???
  7. zitierenEddi schreibt am 08.09.2009 um 11:18 Uhr:warum hat die Szene, die ich mir jetzt ausmale mit festen Pobacken zu tun ?
    Hach - Männer !!!
    ;-)
  8. zitierenSiri schreibt am 08.09.2009 um 11:59 Uhr:Hier ist aber mehr Lchen allein zu Haus
  9. zitierenNoXx schreibt am 08.09.2009 um 20:17 Uhr:bin beeindruckt. und froh. jetzt endlich kann ich mich im schlimmsten fall angemessen verteidigen.
    ich glaube ich fange heute abend an zu üben (die sache mit dem dritt-messer)
  10. zitierenAugeseiwachsam schreibt am 09.09.2009 um 13:19 Uhr:Was sollte einen potentiellen Einbrecher motivieren, gerade bei Dir einzubrechen? Ist doch nichts zu holen bei Dir. Du wirst ihn mit Weinkrämpfen und einem Nervenzusammenbruch auf dem Boden liegend vorfinden, er wird nach dem PsychKG eingewiesen und gut ist.... .-))))
  11. zitierengutefee schreibt am 11.09.2009 um 11:06 Uhr:Lchen? ist alles okay bei dir? ein bisschen sorgen mache ich mir ja schon.
  12. zitierenmibelmimbel schreibt am 12.09.2009 um 10:31 Uhr:Genau, wie waren die Ausschreitungen im Schanzenviertel? und das heutige Fest?
    infos aus erster hand?

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