Wenn nicht jetzt, wann dann
Meine Schwester war jahrelang mit einem Mann zusammen, und es lief eigentlich sehr gut, aber irgendwie kamen die beiden nicht so richtig in die Pötte, wie man so sagt. Obwohl sie fast immer zusammen waren und kaum eine Nacht ohne einander verbrachten, taten sie sich schwer, den Schritt zu tun, von dem eigentlich beide – von windigen Woody-Allen/Mia Farrow-Modellen westfälisch unbeeindruckt – dachten, dass er zu einer „richtigen“ Partnerschaft gehört: Zusammenziehen. Vielleicht, weil es auch so ganz gut ging, sie wohnten schließlich nur zwei Straßen auseinander, vielleicht, weil beide immer so schrecklich viel Arbeit hatten und eigentlich keine Zeit fürs Umziehen. Vielleicht. Meine These ist allerdings, dass sie einfach den kurzen, aber einzig möglichen Zeitraum für einen solchen Schritt verpasst hatten.
Für Menschen einer gewissen Behäbigkeit (oder wie der Psychologe sagt: „Lageorientierung“ - im Gegensatz zu „Handlungsorientierung“), zu denen neben mir wohl eben auch meine genetisch ähnlich ausgerüstete Schwester gehört, bedarf es dramatischer emotionaler Ausnahmesituationen, um sie aus der Bequemlichkeit ihrer Gewohnheiten zu reißen. Eigentlich vermag nur ein so starkes Gefühl wie akute Verliebtheit die unendlichen Energien aufzurufen, die es uns kostet, unsere Kaffeebecher in Umzugskartons zu verstauen. Und wenn wir diese Phase verstreichen lassen ohne sie zu nutzen, wird es nix mehr. Dann kriegen wir den Arsch nie mehr hoch. So ist das nämlich.
Und insofern sehe ich es auch durchaus nicht nur mit fassungslosem Kopfschütteln, dass ich gestern auf Dicks Frage, ob ich mir vorstellen könne, in Amsterdam zu leben, rundheraus mit „Ja“ geantwortet habe. Einerseits ist es natürlich der allergrößte Irrsinn, so etwas nach so kurzer Zeit einfach zu sagen, völlig bekloppt! Anderseits... Menschen wie wir - meine Schwester, ich und vielleicht ja auch noch ein paar andere - haben für derart fundamentale, Mark und Bein erschütternde Unbequemlichkeiten eben nur ein sehr begrenztes, im Grunde winziges Zeitfenster zur Verfügung. Und da gilt: Wenn nicht jetzt, wann dann?!
Außerdem. Letztlich habe ich ja nur gesagt, dass ich es mir vorstellen könnte. Und meine Vorstellungskraft... meine Vorstellungskraft ist geradezu legendär.
Für Menschen einer gewissen Behäbigkeit (oder wie der Psychologe sagt: „Lageorientierung“ - im Gegensatz zu „Handlungsorientierung“), zu denen neben mir wohl eben auch meine genetisch ähnlich ausgerüstete Schwester gehört, bedarf es dramatischer emotionaler Ausnahmesituationen, um sie aus der Bequemlichkeit ihrer Gewohnheiten zu reißen. Eigentlich vermag nur ein so starkes Gefühl wie akute Verliebtheit die unendlichen Energien aufzurufen, die es uns kostet, unsere Kaffeebecher in Umzugskartons zu verstauen. Und wenn wir diese Phase verstreichen lassen ohne sie zu nutzen, wird es nix mehr. Dann kriegen wir den Arsch nie mehr hoch. So ist das nämlich.
Und insofern sehe ich es auch durchaus nicht nur mit fassungslosem Kopfschütteln, dass ich gestern auf Dicks Frage, ob ich mir vorstellen könne, in Amsterdam zu leben, rundheraus mit „Ja“ geantwortet habe. Einerseits ist es natürlich der allergrößte Irrsinn, so etwas nach so kurzer Zeit einfach zu sagen, völlig bekloppt! Anderseits... Menschen wie wir - meine Schwester, ich und vielleicht ja auch noch ein paar andere - haben für derart fundamentale, Mark und Bein erschütternde Unbequemlichkeiten eben nur ein sehr begrenztes, im Grunde winziges Zeitfenster zur Verfügung. Und da gilt: Wenn nicht jetzt, wann dann?!
Außerdem. Letztlich habe ich ja nur gesagt, dass ich es mir vorstellen könnte. Und meine Vorstellungskraft... meine Vorstellungskraft ist geradezu legendär.

Aber irgendwann muss man all seinen Mut nehmen und es einfach riskieren. Was kann man denn verlieren???........nicht viel, aber unheimlich viel gewinnen. Aus deinen Beschreibungen zu deiner Schwester kann ich nur vermuten, dass Sie jetzt den Sprung zur rechten Zeit gewagt hat. Gratulation!