Anleitung zum Entlieben

27.07.2005 um 23:02 Uhr

Wer´s mit sich machen lässt...

von: Lapared

Zeit für ein kleines Zwischenresümee meines Schaffens in der Kreativschmiede. Ich möchte es mal so sagen... Ich enttäusche. Man hält mich für eine Flasche. Für eine ganz dumme Wurst. Aber es hätte schlimmer kommen können. Ich selbst finde mich nämlich gar nicht so doof. Ehrlich gesagt finde ich meine Ideen zum Teil wirklich erfreulich. In der Tat, ich überrasche mich. Dieser Funkspot zum Beispiel:

SFX: Ein Schlüssel dreht sich in der Tür. Pfeifen. Schritte...

Mann 1: "Tach Chef! Warum liegen Sie auf meiner Frau?"
Mann 2: "Tach Müller! Und warum kommen Sie so früh schon nach Hause?"
Mann 1: "Chef, Sie ha´m mir doch vorhin gekündigt!"
Mann 2: "Na gut, Müller! Dann will ich noch mal ein Auge zudrücken."

Off-Sprecher:
"Wer´s mit sich machen lässt, macht mit. Produkt XY"

Das Produkt darf ich jetzt leider nicht verraten. Es handelt sich jedenfalls um eine große deutsche Tageszeitung, die sich gern als Anwalt des kleinen Mannes verstehen möchte. Ist doch super, was? Der Creative Director fand es „irgendwie nicht intelligent genug“, ein einfacher Dialogspot wäre „irgendwie zu normal“, er wünscht sich ein „irgendwie kreativeres Format“, das „irgendwie mit dem Medium spielt“. Das verstehe ich. Dafür bin ich nur irgendwie zu doof.

Jedenfalls ist davon auszugehen, dass meine Buchung nicht verlängert wird. Und dass sie wohl auch die letzte in dieser Agentur sein wird. Und dann wird sich rum sprechen, dass „die X“ (also ich) es nicht mehr bringt. Und X wird unter der Brücke landen. Curd Rock und ich, wir werden Penner. Ausgerechnet zum Winter.

Ich sollte vielleicht doch noch mal versuchen, mit dem Medium zu spielen, irgendwie. Wo wir doch so schnell kalte Füße kriegen.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenEllaken schreibt am 28.07.2005 um 06:56 Uhr:Super Funkspot. Und ich finde sogar, dass er \"irgendwie\" mit dem Medium spielt. Weil sich die ganze Situation \"anderer Mann im Bett mit der Ehefrau\" im Kopf abspielt, als Film wäre das nicht halb so gut.

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