Willi und der Witz
Willi war heute sehr gut gelaunt. Er hatte eine Idee gehabt. Eine Idee, die er toll fand. Und so fand er auch SICH toll und überhaupt, die ganze Welt fand er heute toll, die Welt, das Wetter, den Papiertacker und auch mich, Laparedchen. „Gehen wir essen, Laparedchen?“ – „Aber nur eine Kleinigkeit“, ich bin durch mit dem Thema, „teilen wir uns ein Schwein?“ Und gerade dachte ich, dass es eigentlich sehr einfach sein würde, von ihm geliebt zu werden, ich müsste ihm nur ständig das Gefühl geben, dass er toll wäre, und das mache ich doch mit Links, im Vorbeigehen, das ist meine Spezialität... als er einen Witz erzählt.
„Zwei Freunde treffen sich auf der Straße. Mein Gott, sagt der eine, warum trägst du eine Orange auf dem Hals, wo ist dein Kopf, ich hätte dich fast nicht erkannt?“ Ich lache, vorsichtshalber, bei diesen modernen Witzen weiß man ja nie. „Ja, das kam so, sagt der andere, ich hab neulich eine Fee getroffen und die sagte, ich hätte drei Wünsche frei.“ Ah, der Drei-Wünsche-Witz. „Als erstes habe ich mir viel, viel Geld gewünscht, erzählt der Mann, und wusch, Geld soweit das Auge reicht.“ Und als zweites? „ Und als zweites habe ich mir eine supergeile Villa gewünscht, und wusch, eine supergeile Villa.“ So was. „Ja, und dann, fragt sein Kumpel!“ Ja, und dann, frage durch gespanntes Mienenspiel auch ich. „Ja, und dann habe ich mir eine Orange als Kopf gewünscht!“
Willi krümmt sich vor Lachen, ein typischer Werberwitz, ich finde ihn natürlich auch sehr komisch. „Du lachst ja gar nicht!?“ - „Ich lache innerlich.“ – „Kannst ruhig sagen, wenn Du ihn nicht witzig findest.“ – „Doch, sehr witzig“, ich lache herzlich. Zu spät. „Das ist ein Witz, der stark polarisiert, manche Menschen finden ihn total witzig, und andere gar nicht. Meine Mutter fand ihn auch nicht komisch.“ Eben noch Gehen-wir-essen-Laparedchen, schon in einem Topf mit seiner Mutter. „Ich finde ihn witzig, ehrlich.“ – „Weißt Du, das Witzige daran ist, dass er so mit den Erwartungen bricht.“ – „Ja, das ist wirklich superwitzig.“ – „Jeder denkt, jetzt kommt wer weiß was, irgendeine total schräge Geschichte, eine Frau mit Orangenhaut geht vorbei und er sagt: Oh Gott, wenn ich so was im Gesicht hätte oder so... das fänden viele sicher komisch“, viele, damit meint er seine Mutter und mich, „aber der Typ hat sich die Orange als Kopf schlicht und einfach gewünscht! Ist das nicht komisch?“ – „Ja, total!“ – „Aber weiß Du, man kann natürlich auch sagen, ein Witz ist nicht alleine dadurch witzig, dass er sich den Erwartungen an ihn als Witz verweigert und unerwartet nicht witzig ist, so kann man natürlich argumentieren, es ist schon ein sehr schräger, besonderer Humor irgendwie...“ Ich schalte ab, ich hör einfach nicht mehr zu. Hatte ich wirklich gedacht, es wäre einfach von so einem Willi geliebt zu werden? Es wäre Schwerstarbeit.
„Zwei Freunde treffen sich auf der Straße. Mein Gott, sagt der eine, warum trägst du eine Orange auf dem Hals, wo ist dein Kopf, ich hätte dich fast nicht erkannt?“ Ich lache, vorsichtshalber, bei diesen modernen Witzen weiß man ja nie. „Ja, das kam so, sagt der andere, ich hab neulich eine Fee getroffen und die sagte, ich hätte drei Wünsche frei.“ Ah, der Drei-Wünsche-Witz. „Als erstes habe ich mir viel, viel Geld gewünscht, erzählt der Mann, und wusch, Geld soweit das Auge reicht.“ Und als zweites? „ Und als zweites habe ich mir eine supergeile Villa gewünscht, und wusch, eine supergeile Villa.“ So was. „Ja, und dann, fragt sein Kumpel!“ Ja, und dann, frage durch gespanntes Mienenspiel auch ich. „Ja, und dann habe ich mir eine Orange als Kopf gewünscht!“
Willi krümmt sich vor Lachen, ein typischer Werberwitz, ich finde ihn natürlich auch sehr komisch. „Du lachst ja gar nicht!?“ - „Ich lache innerlich.“ – „Kannst ruhig sagen, wenn Du ihn nicht witzig findest.“ – „Doch, sehr witzig“, ich lache herzlich. Zu spät. „Das ist ein Witz, der stark polarisiert, manche Menschen finden ihn total witzig, und andere gar nicht. Meine Mutter fand ihn auch nicht komisch.“ Eben noch Gehen-wir-essen-Laparedchen, schon in einem Topf mit seiner Mutter. „Ich finde ihn witzig, ehrlich.“ – „Weißt Du, das Witzige daran ist, dass er so mit den Erwartungen bricht.“ – „Ja, das ist wirklich superwitzig.“ – „Jeder denkt, jetzt kommt wer weiß was, irgendeine total schräge Geschichte, eine Frau mit Orangenhaut geht vorbei und er sagt: Oh Gott, wenn ich so was im Gesicht hätte oder so... das fänden viele sicher komisch“, viele, damit meint er seine Mutter und mich, „aber der Typ hat sich die Orange als Kopf schlicht und einfach gewünscht! Ist das nicht komisch?“ – „Ja, total!“ – „Aber weiß Du, man kann natürlich auch sagen, ein Witz ist nicht alleine dadurch witzig, dass er sich den Erwartungen an ihn als Witz verweigert und unerwartet nicht witzig ist, so kann man natürlich argumentieren, es ist schon ein sehr schräger, besonderer Humor irgendwie...“ Ich schalte ab, ich hör einfach nicht mehr zu. Hatte ich wirklich gedacht, es wäre einfach von so einem Willi geliebt zu werden? Es wäre Schwerstarbeit.

und wenn ich davon ausgehe, daß auch andere...
schreib endlich ein buch, damit du diesen gräßlichen knochenjob loswirst und mit der sache ein paar gescheite mäuse machen kannst, die wiederum dir ermöglichen, die nötigen op´s zu machen, welche am ende doch noch dein lebensglück und einen mann mit geld nach sich ziehen.
die seite hier (ich kauf dein buch auch) kannst du deinem kleinen freund vorbehalten, dessen fotos wir alle so schmerzlich vermissen.
und wenn all das dir zu aufwendig ist, such dir wenigstens einen kostenpflichtigen anbieter, der den klick mit ´nem euro zu buche schlagen läßt.
erst dann erweist sich wahre liebe ...
Schlau ist sie - die Libido - ,lernfähig und zähe. Nachdem der erste Sturmangriff gescheitert ist, werden die Sexualziele jetzt ins Ideelle verlegt. Nicht die reale, wilde Bumsorgie steht jetzt im Vordergrund („keine Lust mehr auf Dich“), sondern der virtuelle Gedanke, dass es doch gar nicht so schwer sein müsste, vom Willi GELIEBT zu werden. Man müsse ja nur dies und das tun und dann ... ist doch ein Klacks ... Da ist sie wieder, die Libido - still sublimiert und unverbesserlich bleibt sie dran am Willi.
Aber auf den modernen Willi ist Verlass. Mit traumwandlerischer Sicherheit tritt er in die richtigen Fettnäpfe. Eine begehrende Frau zu verscheuchen, ist eine große Kunst - aber nicht für den Willi (und seine Mutter?). Intuitive Intelligenz eben. Das kann man nicht studieren: Man hat es oder man hat es nicht.
Doch was wird nun aus der abermals schwer angeschlagenen Libido? Wird sie sich wieder aufrappeln und die Herausforderung annehmen? Oder wird Lpunkt endlich ein Machtwort sprechen? Oder ist demnächst der Job beendet, so dass sich das Problem „elegant“ erledigt?
Wer will das alles lesen ?
ich finde den witz ja so im affekt auch ganz nett, wobei er vermutlich erst durch die gedanklichen kommentare zur höchstform aufläuft, aber... witze nach dem erzählen auch noch zu analysieren... das geht gar nicht.
abgesehen davon kann ich mich der oberen lobhudelei absolut anschliessen, bist auch bei mir einer meiner lieblings-dailies geworden.