Anleitung zum Entlieben

16.09.2005 um 22:31 Uhr

Zuerst die schlechte

von: Lapared

Jetzt stecke ich in einem ziemlichen Dilemma. Ich werde ihn morgen treffen. Ich habe mich mit ihm verabredet. Mit 119, jawohl mit 119. Aber kann ich das hier schreiben?

Es würde Kommentare geben (jetzt, wo ich schreibe, dass ich damit rechne, sicher nicht - deshalb schreibe ich es ja - aber sonst wären sie vielleicht gekommen:) kluge Kommentare, richtige Kommentare, die mir mehr oder weniger deutlich, mehr oder weniger freundlich raten, das besser nicht zu tun. Ungeduldige oder verärgerte Kommentare vielleicht auch, die mich auffordern, mir für meine Wiederholungen ein anderes Forum zu suchen. Zurückhaltende Kommentare günstigstenfalls, die einfach nur fragen, was ich mir um alles in der Welt davon verspreche. Oder zynische Kommentare, die mir von Herzen viel Spaß wünschen - bei meiner nächsten Depression.

Ehrlich gesagt, diese Kommentare möchte ich eigentlich gar nicht. Die brauche ich auch nicht. Die gibt´s schon. Seit Stunden, seit ich der Verabredung zugestimmt habe, sind sie alle längst in meinem Kopf. Egal wie scharf oder einfühlsam formuliert schweben sie wie Wattebäuschchen durch meine Gedanken und bekommen keinen Kontakt, berühren nicht, rufen keine Empfindungen hervor, können sich zu keiner Schlussfolgerung, keinem Vorsatz, keinem Entschluss verbinden.

Also, was soll ich tun? Es verheimlichen? Lügen, später vielleicht schreiben, ich hätte ihn zufällig gesehen? (Schon wieder? Das glaubt mir doch kein Mensch...) Auch auf die Gefahr zu nerven oder zu langweilen: Ich werde es wieder tun, ich werde wieder mal zur Stelle sein, wenn er pfeift. Und jetzt die gute Nachricht: Niemand ist gezwungen, es zu lesen.

Tut mir leid.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenNyx schreibt am 16.09.2005 um 22:44 Uhr:Manchmal muss man es einfach tun... und es ist Deine Entscheidung so wie es Dein Leben ist... erst wenn Du wirklich genug hast und nicht mehr willst... wirst Du in dieser Sache einen neuen Weg einschlagen... und wehn interessiert schon was Die Leute sagen... *g* Man hat doch nur \"ein\" Leben... Lebe jetzt!
  2. zitierenEllaken schreibt am 16.09.2005 um 22:49 Uhr:Ein Kommentar, den Du wahrscheinlich auch nicht möchtest. Aber trotzdem kriegst: Du selbst hast die ganze Sache mal mit Alkoholismus verglichen... Und Rückfälle kommen vor. Auch solche mit Vorsatz und Ankündigung. Ich weiß zwar nicht, warum gerade jetzt - aber ich spekuliere mal, weil Hope ja bald kommt. Zum Ablenken und wieder Aufpeppeln. Falls es Dich zerlegt, und das wird es wahrscheinlich...
  3. zitieren_Alex_ schreibt am 17.09.2005 um 01:14 Uhr:Oh, das ist schön. Interaktion der Autorin mit den Lesern. Wäre in einem Buch in dieser Form nicht möglich. Die Autorin berücksichtigt frühere Kommentare und schreibt ihr Kapitel entsprechend, die möglichen Leserreaktionen antizipierend.

    \"Niemand ist gezwungen, es zu lesen.\" Hmm. Ich glaube, da überschätzt du deine Leser. Wer ein Buch so weit durchgelesen hat, hört nicht mittendrin auf, bloß weil die Heldin möglicherweise etwas tun wird, was der Leser vielleicht nicht gutheißen würde. Im Gegenteil. Das erzeugt ja erst Spannung. Und die Möglichkeit, mit der Autorin zu kommunizieren – und durch Kommentare womöglich die Entwicklung der Handlung zu beeinflussen – ist jedem Roman in Buchform überlegen.

    Das wäre wohl mal eine Untersuchung wert: Die Wechselwirkung zwischen Userkommentaren und Handlungsfortgang in Internet-Weblogs des frühen 21. Jhs.

    Ich glaube, ich muß meine Einstellung zu web logs nochmal überdenken. *grübel*
  4. zitierenBirgit schreibt am 17.09.2005 um 01:51 Uhr:Sanfter Verführer v. Rosenstolz - Mittwoch is´ er fällig



    Ich glaub daran

    daß wir uns wiedersehen

    eines Tages...

    Ich glaub ganz fest

    daß Du nicht fortgegangen bist

    für ewig

    nein - Du bist verreist

    auf großer Fahrt

    ganz allein.



    Du bist der sanfte Verführer

    das Eis, das nie taut

    komm Dir nie nah

    bin ich leis - bist Du laut

    sanfter Verführer von Vielen geliebt

    Du gibst nie zu

    wenn ein Wunder geschieht



    Ich glaub ganz tief

    daß ich Dir folgen werde

    ohne Willen

    sag nicht, was Du denkst

    ganz egal

    ich folge Dir...



    Was helfen alle guten Vorsätze, vorsichtigen Drohungen oder Erahnungen, wenn es nach nichts so sehr verlangt, als danach sein Lächeln zu sehen, in seinem Blick zu ertrinken, seine Stimme zu hören, seine Hände zu betrachten, seine Umarmung zu spüren? Was hätte die Macht Dich – wildentschlossen – abzuhalten?

    Genieße es, und Gott steh´ Dir bei, wenn Du unsanft landest - Gott, Deine Schwester und wir!

    Und nein, Dir braucht nichts leid zu tun!

    Liebe Grüße



    Birgit

  5. zitierenschnuff schreibt am 17.09.2005 um 02:00 Uhr:Schätzchen, jetzt hör bitte mal auf, dich zu geißeln. Was auch immer passiert, du bist diejenige, um deren Leben es geht. Du bist diejenige, die den Spaß hat und / oder das Ganze auch ausbaden muss. Nicht deine Lesergemeinde. Die liest fröhlich und wenn es sie nervt, können sie ja aufhören.

    Und nur mal so, das einzige, was mir nach der Trennung in den letzten 10 Monaten geholfen hat, war gut zu mir selbst zu sein und mir alles zu verzeihen und mich nicht auch noch dafür zu bestrafen, dass ich unglücklich an einen Mann gebunden bin, der mich nicht liebt (oder nicht genug, oder wie auch immer man das nennt). Überlege dir lieber, was du danach schönes machst, damit du etwas hast, worauf du dich freuen kannst.

    Drück dir fest die Daumen und wünsch dir alles Gute.



    Schnuff
  6. zitierenchero schreibt am 17.09.2005 um 09:05 Uhr:Es ist leider falsch. Jede(r), der mit Begeisterung begonnen hat, hier zu lesen, MUSS weiter lesen. Aber du musst die Kommentare nicht lesen - ist irgendwie ungerecht. Und übrigens: du machst die Sache für deine Leser weitaus spannender, wenn du ihnen 119 erhältst, auch wenn du dich damit herumquälen musst. Er hat, wie Curd und Hope, einen fixen Platz ...

    Versuch dein Date mit allen Sinnen zu genießen, es zählt ja doch nur der Augenblick.
  7. zitierenlucha schreibt am 17.09.2005 um 21:12 Uhr:So ist es eben! Keine klugen Beserwisser-Mama-und-Papa-Sprüche. Hoffe einfach nur, dass es für Dich gut läuft. Wir müssen eben tun, wozu wir bestimmt sind es zu tun.



    Während ich dies schreibe trifft Du 119 wohl gerade, hab auch noch nicht Deinen Eintrag von heute gelesen, bin natürlich in Sorge um Dich.

    Oh Lapared, ich wünsch dir alles Gute!

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