Lauras Veilchen

07.08.2007 um 08:32 Uhr

Der Einsame

von: Laurali   Kategorie: Spaß


Der Einsame

Wer einsam ist, der hat es gut,
Weil keiner da, der ihm was tut.
Ihn stört in seinem Lustrevier
Kein Tier, kein Mensch und kein Klavier,
Und niemand gibt ihm weise Lehren,
Die gut gemeint und bös zu hören.
Der Welt entronnen, geht er still
In Filzpantoffeln, wann er will.
Sogar im Schlafrock wandelt er
Bequem den ganzen Tag umher.
Er kennt kein weibliches Verbot,
Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.
Geschützt vor fremden Späherblicken,
Kann er sich selbst die Hose flicken.
Liebt er Musik, so darf er flöten,
Um angenehm die Zeit zu töten,
Und laut und kräftig darf er prusten,
Und ohne Rücksicht darf er husten,
Und allgemach vergisst man seiner.
Nur allerhöchstens fragt mal einer:
Was, lebt er noch? Ei, Schwerenot,
Ich dachte längst, er wäre tot.
Kurz, abgesehen vom Steuerzahlen,
Lässt sich das Glück nicht schöner malen.
Worauf denn auch der Satz beruht:
Wer einsam ist, der hat es gut.

Wilhelm Busch (1832-1908)

 
 

 
 

 
 
Selige Einsamkeit!
Wo Seen und Wälder,
Wolken und Felder,
wo Mond und Sterne,
alle Nähe und Ferne
ihr Schweigen brechen
für dich
und ohne zu sprechen
das Tiefste sagen -
da wird dir wahrlich
Glück zugetragen.

Dr. Carl Peter Fröhling


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