Ich weiß einen Stern
Einst liebte der Wind
ein Wolkenkind.
weiß, duftig und zart,
nach Wolkenart,
zog es über den Himmel geschwind.
Komm mit mir
auf die große Reise!
Ich zeig dir
die Welt auf meine Weise!"
lockte der Wind
das Wolkenkind.
„Ich zeige dir
Wälder,
Wiesen und Felder,
grüne Steppen mit
wilden Pferden,
Rinderherden,
Wolkenkratzer und
einsame Wüsten,
hohe Berge und steile
Küsten.
Ich zeige dir Schiffe,
Korallenriffe,
und bringe dich, ganz ohne Geld,
rund um die Welt."
Da seufzte das Wölkchen tief
Und rief:
„Ich kann nicht mit
dir geh'n,
auf Wiederseh'n!
Schön war es dir zu
begegnen,
aber jetzt muss ich
leider regnen!"
Sigrid Heuck
* * *
Ich weiß einen Stern gar wundersam,
darauf man lachen und weinen kann.
Mit Städten, voll von tausend Dingen.
Mit Wäldern, darin die Vögel singen.
Ich weiß einen Stern,
darauf Blumen blühn,
darauf herrliche
Schiffe durch Meere ziehn.
Er trägt uns, er
nährt uns, wir haben ihn gern:
Erde, so heißt unser lieber Stern.
Joseph Guggenmos
