Wolken sind Gedanken
Wolken sind Gedanken,
die am Himmel stehn.
Keine Schrift der Erde schrieb
sie je so schön
Manchmal hingerissen hart und wie im Zorn,
manchmal wie im Traume leise und verlor'n.
Und seit Ewigkeiten
stehen so sie da, eh' ein Menschenauge
noch nach ihnen sah.
Und in Ewigkeiten werden so sie stehn,
auch wenn Menschenaugen
längst sie nicht mehr sehn.
Herrmann Claudius,
denn der Wind kann nicht lesen
heute ein Gedicht für Papagena Tokio!
... denn der Wind kann nicht lesen
KONO HANA WA
KATAKU ORU-NA! TO
IU TATE-FUDA MO
YOMENU KAZE NI WA
ZEHI MO NASHI
Japanisches Gedicht
Wenn auch die Worte geschrieben sind:
"Nicht pflückt die Blüten!
Sind lebend Wesen!"
Die Zeichen vermögen nichts wider den Wind,
denn der Wind kann nicht lesen.
aus dem gleichnamigen Roman von Richard Mason, 1959:
übersandt von Frau Irmgard Schertler unserem Bücherfreak
