Herbst , ich bin das lässt sich nicht bestreiten
Ich bin, das lässt sich nicht bestreiten,
Die herbste aller Jahrszeiten:
Raue Winde, scharf wie Säbel,
Welke Wälder, graue Nebel.
Die Vögel klagen leise, leise
Und gehen auf die Winterreise.
Dann lischt die Sommersonne aus.
Holt eure Gummischuhe raus.
Mascha Kaleko
überall
weinrot, flaschengrün, anthrazit
Wolle und Flanell.
Kühl ist die Luft
gespickt mit Wehmut
und einem Hauch Melancholie.
Ein Versprechen von Wohlbehagen
wartet hinter den lichten Glasfassaden
der Warenhäuser
und in der dämmrigen Geborgenheit
der Passagen.
Eine Tasse Tee wäre gut
vor dem Heimweg
durch das unvermutete Herbstgefühl.
Ingrid Möller

