Leben in Japan

21.05.2012 um 12:50 Uhr

Handball

von: GdM   Kategorie: Leben

Gestern traf ich mich mit einer ehemaligen Schülerin aus einer meiner Schulen. Wir tranken einen Kaffee und erzählten uns, was wir momentan machen. Für sie war das natürlich auch eine gute Gelegenheit, Englisch zu sprechen.

Zu ihrer Schulzeit war sie im Handballclub. Auch jetzt geht sie, wenn sie Zeit hat, noch manchmal zur Schule und übt mit den anderen. Ich dachte eigentlich, daß Handball stets in der Halle gespielt werden würde. Doch sie meinte, daß in Japan normalerweise im Freien trainiert werde. Auch Spiele fänden auf dem Sportplatz statt. Nur Spiele im Winter verlagere man in die Halle.

Ich war überrascht. Handball auf dem Sportplatz - das konnte ich mir bislang gar nicht vorstellen. Vielleicht gehe ich bei Gelegenheit zum Training und schaue mir an, wie das gemacht wird.

19.05.2012 um 16:05 Uhr

neues Portfolio

von: GdM   Kategorie: Model

Heute habe ich mit einem neuen Fotografen und neuer Frisur neue Fotos für mein Portfolio gemacht. Das ganze hat neun Stunden gedauert. An einem anderen Tag suchen wir gemeinsam die besten Bilder aus, die dann auch für ein Fotobuch (für Vorsprechen) ausgedruckt werden. Hier vorab eines, das mir gefällt.

 

01.04.2012 um 18:30 Uhr

Kirschblüte 2012, die 0,5te

von: GdM   Kategorie: Leben

Heute war ich das erste Mal in meinem Leben im Yoyogi-Park, um mir die Kirschblüte anzuschauen. Für Japaner ist dies alljährlich ein großes Ereignis. Man trifft sich mit Freunden in Parks, setzt sich auf Decken auf das Gras, ißt Kleinigkeiten oder gleich ein Bentou (Lunchpaket) und trinkt ordentlich. Dies führt dazu, daß abends scharenweise betrunkene Japaner in den Parks und in Richtung Bahnhöfe anzutreffen sind. Tja, auch Japaner können ausgelassen sein; aber die meisten eben nur, wenn es "sich gehört", wie wir Deutschen wohl sagen würden - sprich: wenn es alle machen und gesellschaftlich akzeptiert/gefordert wird. Also in etwa wie in Deutschland Karneval (zumindest entlang des Rheins).

Weil dieser Winter jedoch kalt und lang war, blüht es recht spät. Wahrscheinlich erst in einer Woche. Heute waren zumeist nur Knospen zu sehen. Da ich aber schon mit einer Dame verabredet war, störten mich die fehlenden Blüten nicht sonderlich...
Hier blüht noch nicht viel...
...trotzdem hatten viele ihren Spaß.

12.03.2012 um 10:40 Uhr

Mein Vater

von: GdM   Kategorie: Beruf

Letzte Woche haben einige meiner Schüler ihre Abschlußarbeiten geschrieben. Darunter war auch Deutsch. Diese Klausur habe ich wieder ganz alleine gestellt. Die letzte Aufgabe bestand darin, in einem freien Text ein Familienmitglied vorzustellen. Da ich im Unterricht entweder ein Familienfoto oder eine Zeichnung benutzt wissen wollte, zeichneten einige auch in der Arbeit ein kleines Portrait. Ein paar besonders schöne Zeichnungen wollte ich hier vorstellen:

Akihito
 
 
Mutsumi
 
 
Rockpapa
 
Takashi
 
 
Toshio
 
 
Yoshikazu
 
Dazu kam eine Zeichnung einer Lieblingsband:
 
 
AC/DC
 
 
 
Und netterweise sogar ein Portrait meiner Wenigkeit:
 
 
 ich

19.02.2012 um 05:45 Uhr

Kurze Szene

von: GdM   Kategorie: Model

Einige fragen mich, was denn meine Model-/Schauspielerkarriere so mache. Leider habe ich zum einen sehr wenige Aufträge; zum anderen noch weniger Bildmaterial. Heute aber mal ein Bild aus dem Film
 "劇場版 仮面ライダーオーズ WONDERFUL 将軍と21のコアメダル"
 (Englischer Titel: Kamen Rider OOO Wonderful: The Shogun and the 21 Core Medals),

in dem ich am Anfang einen deutschen Wissenschaftler spiele. Ich habe auch ein wenig zu sagen. Aber ich war wohl nicht wichtig genug, um in den Abspann zu kommen. Trotzdem lustig; auch wenn mir die Aufnahme eine dicke Erkältung einbrachte.

© Toei

 

 劇場版 仮面ライダーオーズ WONDERFUL 将軍と21のコアメダル (Kamen Rider OOO Wonderful: The Shogun and the 21 Core Medals)  © Toei

18.02.2012 um 09:40 Uhr

Vorstellungen

von: GdM   Kategorie: Leben

15.02.2012 um 23:50 Uhr

2010

von: GdM   Kategorie: Leben

Vor genau zwei Jahren kam ich in Japan an. Ohne Arbeit, Wohnung oder lokale Freunde; aber mit ein wenig Geld, das ich gespart und durch diverse Verkäufe eingenommen hatte, startete mein Versuch, mir ein besseres Leben aufzubauen.

Zunächst konnte ich für drei Tage bei einer Bekannten bleiben, bevor ich ein Zimmer mit elf Quadratmetern in einer Wohngemeinschaft im Nordwesten Tokyos finden konnte. Zwar wollte ich eigentlich nie so leben; doch das Zimmer war günstig. Mit der gleichen Bekannten machte ich mich noch in der gleichen Woche zu einer Arbeitsvermittlung auf, in der ein Freund von ihr arbeitete. Nachdem ich die Profile der anderen Kandidaten gesehen hatte (Austauschstudenten, die mit 22 Jahren trilingual sind), wurde mir sehr schnell bewußt, daß hier für mich nichts zu holen war.

Auf dem Rückweg fiel mir auf, daß ich ganz in der Nähe meiner alten Anwaltskanzlei war. In dieser absolvierte ich im Sommer 2008 meine Wahlstation als Rechtsreferendar. Ich wollte sehen, ob es die Kanzlei noch gibt und wie es meinem damaligen Ausbilder geht. Tatsächlich war dort fast alles noch so, wie ich es in Erinnerung hatte. Nur die Sekretärin war eine andere. Der Professor freute sich, mich zu sehen. Er erzählte mir von seinen aktuellen Fällen, und daß aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage niemand zu ihm in die Kanzlei kommen wolle. Ich war gerade im Begriff zu gehen, als er mich fragte, ob ich jeden Tag kommen könne. Als ich dies bejahte, bat er mich, ab dem übernächsten Tage bei ihm zu arbeiten. Zwar wurde ich offiziell als Praktikant beschäftigt, so daß das Gehalt meine Ausgaben nicht decken konnte; doch wenig Einkommen ist um einiges besser als kein Einkommen.

Durch diese nette Geste konnte ich zumindest länger von meinem mitgebrachten Geld überleben. Weiterhin stellte mir der Professor einen seiner ehemaligen Referendaren vor. Dieser betreibt in Tokyo eine kleine, aber sehr spezialisierte Firma, welche sich mit Marken beschäftigt. Da die Firma gerade umstrukturiert worden war und ich mich zunächst in das japanische Markenrecht einarbeiten sollte, begann ich, an zwei Tagen in der Woche dort zu arbeiten. Es gab dafür auch eine (kleine) Vergütung, die zusammen mit dem Gehalt aus der Kanzlei nach nunmehr zwei Monaten endlich meine Lebenshaltungskosten überstieg. Dies war ein Meilenstein für mich, da der weitere Aufenthalt in Japan nicht mehr von etwas aus Deutschland abhing.
 Ich hatte angefangen, mich einzuarbeiten und wurde des öfteren von meinem Chef in spe gelobt. Er versicherte mir immer wieder, daß er mich spätestens ab Juli in Vollzeit einstellen wolle. Da ich ihm glaubte und mir eine Zukunft in dieser Firma vorstellen konnte, suchte ich nicht weiter nach anderer Arbeit. Doch eines Morgens rief er mich an und teilte mir mit, daß die Firma einen sehr wichtigen Kunden verloren habe. Gerade für diesen Kunden sei ein anderer Vollzeitmitarbeiter eingestellt worden; und man wisse nicht, wie man diesen bezahlen soll. Daher die Bitte, schon ab dem nächsten Tag nicht mehr zu kommen. Da ich mich weiter in das Markenrecht einarbeiten wollte, bot ich ihm an, vorläufig ohne Bezahlung weiterzuarbeiten. Er entgegnete darauf, daß er nicht wolle, daß ich umsonst arbeite, falls es doch nicht zu einer Einstellung kommt. Daher blieb es bei seiner Entscheidung. Ich fragte mich, welcher wirtschaftlich denkende Mensch eine kostenlose Arbeitskraft ablehnen könnte. Ich kam zu dem Schluß, daß mich jemand in diesem Büro nicht mochte, und ich daher nicht eingestellt werden sollte.

Und wieder war das Geldproblem akut. Ich bewarb mich für jede Arbeit, für die ich mich irgendwie qualifiziert fühlte. Kellner, Barkeeper, Pizzabäcker, Barista, Medikamententester, Model, Komparse, Deutschlehrer, Englischlehrer, Mitarbeiter in einer Videothek, Schiffsbroker sowie Devisentrader sind die Dinge, die mir gerade einfallen. Ich wollte unter allen Umständen in Japan bleiben und keinesfalls als Verlierer nach Deutschland fliehen. Die wenigen Angebote, die ich bekam, nahm ich alle an. Doch trotz allem belief sich mein Gesamtvermögen an einem Tag im Spätsommer 2010 auf rund zehn Euro - und ich hatte meine Miete noch nicht bezahlt.
 Ich sprach mit meinem Vermieter über meine Situation. Er sagte mir, daß er warten könne. Dieser Aufschub brachte mir zwar etwas Zeit; doch ohne regelmäßig zu erwartendes Einkommen stellte sich dies lediglich als Galgenfrist dar. Waren meine Tage gezählt ?

Wie jeden Tag sah ich mir die neuen Stellenanzeigen an. Ich entdeckte eine Firma, die einen Deutschlehrer für eine Oberschule suchte. Da ich Jugendliche sehr gerne mag, und ich die einmalige Gelegenheit sah, den echten Alltag einer japanischen Schule zu erleben, bewarb ich mich mit Freude. Zwei oder drei Wochen vergingen ohne jegliche Antwort. Ein wenig sauer rief ich die Firma direkt an. „Es tut mir leid, aber die Bewerbungsgespräche sind bereits vorbei. Wir haben einen anderen Kandidaten eingestellt.“ „Also erst lassen Sie mich lange warten, und dann stellen Sie jemanden ein, ohne mich gesehen zu haben ? Es kann doch nicht so viele Deutschlehrer geben. Ich finde das nicht sehr nett.“ „Tja, aber die Entscheidung ist gefallen.“ Meine Laune war mal wieder im Keller.
 Am nächsten Tag rief mich dieselbe Firma an. Ich sprach mit einer anderen Person. „Sie interessieren sich für eine Stelle als Deutschlehrer, nicht wahr ? Wir würden Sie gerne zu einem Gespräch einladen.“ Noch in der gleichen Woche wurde ich Deutschlehrer.

Kurz darauf gingen die ersten Gagen für Komparsenrollen ein. Mein Kontostand sprach von Zukunft. Seitdem geht es bergauf.


Zwar bin ich noch lange nicht zufrieden oder gar glücklich. Doch mein Leben ist besser als das in Deutschland. Ein paar meiner Wünsche haben sich erfüllt; doch mit jedem erfüllten Wunsch kommen drei neue auf die Wunschliste. Vor allem im Bereich Schauspielerei möchte ich dieses Jahr Fortschritte machen.


Wie ihr seht, hatte ich einige schwierige Zeiten. Und ich weiß, daß das an sich keine Entschuldigung dafür ist, daß ich mich so selten hier oder direkt bei meinen Freunden melde. Doch zum einen möchte ich auch nichts negatives schreiben; damit habe ich euch damals zu genüge vollgeheult. Die wenigen Gelegenheiten, die wir haben, sollten wir der Fröhlichkeit widmen. Außerdem ist es mir auch peinlich, wenn ich von Mißerfolgen berichten muß.
 Doch das soll keineswegs heißen, daß ich euch vergessen hätte. Ihr seid das, was ich aus Deutschland und meinem Leben dort am meisten vermisse. Ohne euch hätte ich es niemals geschafft, hierher zu kommen. Auch wenn ihr nicht hier seid, weiß ich, daß ich mich auf euch verlassen kann, und ihr im Geiste mit mir seid. Eure Unterstützung spüre ich auch hier, auf der anderen Seite der Nordhalbkugel. Daher mag ich vielleicht stark erscheinen, wenn ich mein Leben hier alleine bestreite. Doch wenn ich, wie unlängst geschehen, nach langer Zeit meine Freunde wiedersehe, dann weiß ich, woher meine Stärke kommt. Wenn ich mich bei einem Treffen nach einem Jahr so fühle, als wäre ich nie weggewesen. Wenn ich über das vergangene Jahr wie über die vergangene Woche reden kann. Und wenn ich merke, daß das alte Band noch besteht. Dann wollte ich euch so gerne zeigen, wie dankbar ich bin; allein ich weiß nicht, wie. Daher diese Zeilen, ein schlichtes „Danke“ ... und die Hoffnung, daß ihr versteht.

30.12.2011 um 17:04 Uhr

sinnvolle Verpackung

von: GdM   Kategorie: Leben

Heute habe ich mir einen Eimer gekauft. An der Kasse hat die Kassiererin ungefragt doch tatsächlich den Eimer in eine Plastiktüte gepackt.

 

verpackter Eimer

24.12.2011 um 00:01 Uhr

Weihnachten allein zu Haus

von: GdM   Kategorie: Leben

Dieses Jahr muß ich zum ersten Mal in meinem Leben Weihnachten alleine verbringen. FML . Allen anderen ein frohes Fest !

Frohe Weihnachten

18.12.2011 um 21:50 Uhr

keine Enge

von: GdM   Kategorie: Leben

Die Landfläche in Japan ist einen Tick größer als die Deutschlands. Allerdings besteht diese in Japan zu etwa 60 % aus Bergen und ist deshalb nicht nutzbar. Das ist ein Grund, weshalb hier einiges viel gedrängter ist.

Ganz so schlimm wie in den Großstädten ist es aber nicht überall. Nur rund 60km südwestlich von Tokyo gibt es viel Platz, und sieht es recht ländlich aus.

 

Landschaft

 

Berge