Leben in zwei Welten

19.10.2009 um 10:57 Uhr

10. Eintrag

Wir trafen uns also an einem Mittag im November und suchten diese Pension auf. Anfangs war es ein komisches Gefühl dort zu sein, zumahl wir der Vermieterin noch über den Weg liefen, sie war grad dabei das Bett zu überziehen. Irgendwann war ich dann mit M. alleine, wir küssten uns zärtlich, zogen uns gegenseitig aus. Endlich konnte ich diesen tollen Körper berühren. M. massierte mich lange Zeit. An diesem Tag schliefen wir das erste Mal miteinander, es war unbeschreiblich schön. Immer wieder küssten und streichelten wir uns, keiner von uns beiden konnte sich vom anderen lösen. Wir wollten einfach nur in unserer Welt bleiben. Am frühen Abend mussten wir uns dann leider voneinander trennen. Das kommende Wochenende dachte ich nur an M. Seine Hände konnte ich immer noch auf meiner Haut spüren.

In der Woche darauf suchten wir noch einmal eine Pension auf, an diesem Tag erzählte M. mir, dass es nun das letzte Mal war, dass wir uns in einer Pension treffen würden. Er hatte seine Sachen gepackt und war im Begriff aus der Wohnung mit seiner Freundin auszuziehen. Das tat er auch einigeTage später, er war bei seiner Schwester untergekommen, die eine kleine Wohnung über ihrer eigenen hatte. Wir trafen uns jetzt 2-3 mal die Woche, und ich verlor mein Herz an ihn.

Zu dieser Zeit hatte ich nur noch den Wunsch mich von meinem Mann zu trennen und mit M. ein neues Leben anzufangen. Ich begab mich auf Wohnunssuche, und erkundigte mich bei den Ämtern was mir bei einer Trennung zustehen würde an Geld. Alles hörte sich gut an, nur die Wohnungssuche war ein Problem. Entweder waren die Wohnungen nicht bezahlbar, oder aber die Vermieter wollten keine alleinstehende Frau mit 2 Kindern.

Im Januar dann, wollte M. mit mir ins Kino, um Keinohrhasen zu sehen. Ein toller Film, aber hätte ich gewußt was am nächsten Tag passieren würde, wäre ich nie ins Kino gegangen.

03.09.2009 um 10:17 Uhr

9. Eintrag

So, nun werde ich mal von M. weiter berichten.

Am nächsten Tag als ich Feierabend hatte, schaute ich auf mein Handy, und tatsächlich, eine SMS von ihm. Er fragte mich ob ich Zeit hätte, er würde mich gerne treffen. Wir machten was ab für Nachmittags. Diesmal wollte er in meine Richtung kommen. Wir hatten uns für 14:30 am Bahnhof verabredet. Er kam pünktlich an, nahm mich sofort in seine Arme, und küsste mich. Wow, was für ein Kuss! Es klingt jetzt sicherlich etwas kitschig, aber mir war schwindelig, mein ganzer Körper fing an zu zittern und mir war als würde ein Orchester spielen. Bis zu diesem Tag hatte ich etwas ähnliches noch nie erlebt. Vom Bahnhof aus gingen wir spazieren am Wasser. Immer wieder hielten wir an um uns zu küssen. Irgendwann erzählte er mir von dem Stress den er mit seiner Freundin hatte. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch ich könnte so Leben, mit dem Wissen das er eine Freundin hat. An diesem Tag haben wir viele Gespräche geführt, unteranderem auch über seine Beziehung zu dieser anderen Frau. Er sagte mir das er schon länger mit dem Gedanken spiele sich von ihr zu trennen, es aber nicht könnte da sie gleich mit Selbsmord drohen würde. Ich glaubte ihm nicht wirklich. Als ich ihn abends wieder zum Zug brachte, fragte er mich wann wir uns wiedersehen könnten? Wir machten was ab. In 2 Tagen sollte ich ihn wiedersehen. Kaum das er weg war, kam wieder eine SMS von ihm. Wortlaut von ihm: He Süße, danke für die schöne Zeit mit Dir! Du tust mir unheimlich gut. Abschied nehmen von Dir ist scheiße! Und die Schmetterlinge fliegen. Kuss M.

In meinem Bauch flog auch etwas, aber größer als Schmetterlinge. Es waren wohl eher Hubschrauber. Ja, ich hatte mich verliebt. Es kam noch zu diesem Treffen 2 Tage später, an dem wir wieder Kaffee tranken, spazieren gingen, uns ununterbrochen küßten und immer wieder in den Arm nahmen. An diesem Tag beschlossen wir dann auch, dass wir mehr wollten, einfach den anderen so richtig fühlen wollten, uns ganz nah sein wollen. So landeten wir in einen Internet Cafe um uns nach Pensionen im Netz umzuschauen. Denn wir konnten ja sonst niergens hin. Schnell wurden wir fündig. Wir fanden eine Pension die in der Nähe war, und ausserdem noch bezahlbar war. Es war an einem Freitag, und wir machten gleich was für Montag ab. Die ganzen Tage freute ich mich auf Montag, konnte nicht mehr schlafen, nichts essen, an nichts anderes mehr denken. Montag morgen wieder eine SMS von ihm: He Süße! Freue mich wahnsinnig auf Dich!

Ja ich freute mich auch, gleichzeitig war mir schlecht, und ich rannte alle paar Minuten auf die Toilette, meine Blase spielte verrückt. Das schrieb ich ihm auch .Er fragte daraufhin, ob er mir ne Flasche Sekt besorgen solle, und ich müßte mir doch keine Gedanken machen, es wäre ja schließlich kein Wettbewerb. Von da an ging es mir besser.

Später dann mehr.........

24.02.2009 um 23:37 Uhr

8. Eintrag

Stimmung: nachdenklich

Über ein Jahr ist es her das ich zum letzten mal hier geschrieben habe. Und über M. bin ich immer noch nicht so ganz hinweg.

Aber zurück zum Anfang, und wie alles begann mit M. Irgendwann war es so das ich wieder die Nähe eines Mannes zulassen wollte, sprich Sex haben ohne Verpflichtungen, eine Affäre sollte her, aber schon eine langfristige.

Und so zog ich los im Internet um Männer kennenzulernen, dafür gibt es ja reichlich Seiten im Netz. Und eine war davon wie für mich geschaffen, also meldete ich mich dort an, und bekam auch reichlich Zuschriften. So einmal die Woche ging ich dort rein um nach meiner Post zu schauen, und dann im September 07 hatte ich eine Mail, in der stand : "Hey, falls du immer noch auf der Suche bist, schicke mir doch mal ein Bild an : ........@yahoo.de.LG. und bis bald.... Ich weiß nicht was mich an diesem Tag geritten hatte, ich schickte diesem jemand ein Bild von mir (so etwas tat ich vorher nie ). Keine 5 Minuten später Post von ihm. Ein WOW! Er wäre total begeistert von mir und möchte mich unbedingt kennenlernen. Als Anhang war ein Bild zugefügt, und dieses zog mir die Schuhe aus, wahnsinn, was für ein Typ, genau das was ich mir vorgestellt hatte, woran ich aber nie geglaubt hätte. So schrieben wir einige Zeit hin und her. Nach stundenlangen Austausch, verabredeten wir uns für den Tag darauf. Der Treffpunkt sollte am Bahnhof sein, und von da aus wollten wir uns ein nettes Cafe suchen. Gesagt getan, 5 Minuten vor der verabredeten Zeit war ich am Treffpunkt um zu sehen was für Leute dort auftauchen, ich konnte nicht glauben das ich mich wirklich mit diesem Typ auf dem Bild treffe. Aber, genauso war es, ich sah ihn schon vom weiten die Treppen hochkommen, er steuerte direkt auf mich zu, nahm mich in den Arm und drückte mich an sich. Meine Beine fingen an zu zittern, ich war überwältigt. So gingen wir dann los ins nächste Cafe`, und verbrachten dort die nächsten 2 Stunden, wir sprachen über Gott und die Welt, und mir kam es vor als würde ich M. schon ewig kennen. Irgendwann entschlossen wir uns, noch ne Runde spazieren zu gehen. Nach kurzer Zeit nahm M. meine Hand, und meinte noch scherzeshalber : "Wir sehen bestimmt aus wie 2 verliebte Teenager". Von da aus ging es weiter zu Mc Donalds, Kaffee trinken. Auch dort verbrachten wir eine lange Zeit. Gegen Abend und 6 Stunden später entschloß ich mich dazu, mich auf den Nachhauseweg zu machen. M. brachte mich zum Zug nahm mich ganz fest in seine Arme, streichelte mir über meinen Bauch, und sagte, er hoffe das wir uns ganz bald wiedersehen. Ja, dass hoffte ich auch!Ich weiß noch wie ich im Zug saß, und mich ärgerte das ich ihn nicht zum Abschied geküsst habe. Das hatte ich gerade ausgedacht, als ich eine SMS von ihm bekam. Das Kuriose daran, in dieser SMS stand :" Ich ärgere mich das ich Dich nicht zum Abschied geküsst habe. Ich habe die Stunden mit Dir sehr genossen, und hoffe ich sehe Dich bald wieder! Kuss M. Ich schmolz dahin, und freute mich auf unser Wiedersehen. Das es sobald sein sollte, damit hatte ich nicht gerechnet. Beim nächsten Mal mehr........

21.01.2008 um 08:02 Uhr

7. Eintrag

Hier geht meine Geschichte also weiter...... Ich sollte also nach 6 Wochen Kur wieder nach Hause. Mein Entschluß stand fest, ich würde gleich am Montag zum Amt gehen um mich zu erkundigen, was mir an Geld so zusteht, und mich dann baldigst von meinem Mann trennen. Aber wie schon erwähnt, es kam anders, und das was jetzt kommt, wird der eine oder andere sich nicht vorstellen können, weil es doch irgendwie an einen Fernsehfilm erinnert. Auf dem Weg nach Hause kam nämlich ein Anruf meiner Schwester, sie müsse mich unbedingt heute noch sehen. Mehr gleich dazu.

Ich weiß es noch wie heute, ich schlich nach Hause, mein Tempo auf der Autobahn lag zwischen 100 und 120 Kmh. Umso näher ich meinem Zuhause kam desto langsamer wurde ich. Nach stundenlanger Fahrt kam ich an, meine Familie sowie meine Eltern warteten schon auf mich. Hier war alles wie in einer anderen Welt, ich hatte mich geändert, meine Sichtweise hatte sich verändert. Ich kam nicht klar. In der Kur war alles so einfach.

Gegen Abend dann kam der Hammer, meine Schwester tauchte mit meiner Nichte(21) auf. Sie fragten ob es möglich wäre das meine Nichte hier bei uns für 1-2 Tage unterkommen könnte, denn sie hatte Mist gebaut. Dieser Mist bestand darin das meine Nichte 3 Drogendealer bei der Polizei gemeldet hatte, und nun mußte sie Angst um ihr Leben haben. Sie sollte in einem Zeugenschutzprogramm aufgenommen werden. Aus diesen 1-2 Tagen wurden 2  1/2 Wochen, weil die Polizei sich plötzlich quer stellte. Denn meine Nichte hatte Kontakt zu ihrem Anwalt aufgenommen, und das hätte sie wohl nicht gedurft!?

Jedenfalls sank mein Mut, meinen Mann zu verlassen immer mehr, und irgendwann war dieses Thema vom Tisch. Es war alles zuviel für mich. Bei jedem Klingeln an der Tür zuckte ich zusammen. Ich hatte Angst um meine Nichte, und natürlich auch um meine Kinder. Der Tag kam als meine Nichte uns verließ, sie hatte sich entschlossen die Stadt zu verlassen, sie wollte nach Braunschweig ziehen zu einer Freundin. Denn von einem Zeugenschutzprogramm war keine Rede mehr, weil sie ja Kontakt zu ihrem Anwalt aufgenommen hatte. Aber auch hieraus wurde nichts.

Naja, jedenfalls blieb ich bei meinem Mann, lernte aber immer mal wieder sehr nette andere Männer kennen. Die Affäre mit T. hatte sich auch inzwischen erledigt. Es wurde mir zu eng und ich kam dahinter das er immer mal wieder andere Frauen hatte. Die Bekanntschaften mit den anderen Männern waren nie von langer Dauer, und bis auf ein paar Küsse und Umarmungen passierte nichts. Bis ich eines Abends ganz zufällig, im Netz einen Mann aus meiner Nähe kennen lernte. Wir schrieben uns stundenlang hin und her, und wir merkten, wir haben eine Wellenlänge. Am nächsten Tag schrieben wir wieder bis in den frühen morgen hinein, und beschlossen uns am nächsten Tag auf einen Kaffee zu treffen. Und auch dieses Kaffee trinken war sehr nett. Er erzählte von seiner Ex, wie sehr sie ihn doch verarscht hätte und so weiter. So wie er es schilderte war er das Opfer, und in mir kam das Helfersyndrom durch. Ich wollte ihm zuhören für ihn da sein wenn es ihm scheiße ging, und ihn aufbauen. Anfangs war es Freundschaft für mich, aber er ließ immer öfter irgendwelche Komplimente mir gegenüber ab, und ich war sehr empfänglich dafür. So kam es das wir irgendwann im Bett landeten. Wir trafen die Abmachung, dass wenn einer von uns jemand kennenlernt mit dem wir was anfangen wollen, die Sache mit uns beendet wäre. Jedenfalls was den Sex betraf, denn befreundet wollten wir auf jeden Fall bleiben. Der Tag kam, an dem er sich veränderte, es kamen keine nettigkeiten mehr, keine Küsse, kein Sex. Ich ahnte, fragte aber nicht, das da jemand aufgetaucht war in seinem Leben. Und so war es auch. Seine Ex war wieder in sein Leben getreten, und ich war Luft. Ich nahm Abstand zu ihm. Zwischendurch rief er mich öfters mal an, um mir zu erzählen das er wieder Streit mit seiner Ex hatte. Wir sahen uns dann wieder öfter, und unternahmen wieder was zusammen. Sex gab es aber keinen mehr, dass wollte ich nicht, da mich das alles zu sehr verletzt hatte. Wir waren einfach nur Freunde, und das war ok so.

Es folgte ein Jahr, indem ich mich von allem zurück zog was irgendwie mit Männern zu tun hatte. Ich kümmerte mich um meine Kinder und meinem Job, Männer waren passe für mich. Bis zum 16 September 2007 blieb es so. Und dann kam M. Aber dazu beim nächsten mal mehr, mir laufen schon wieder die Tränen. Denn ich habe wieder eine Enttäuschung erlebt........

28.11.2007 um 08:39 Uhr

6. Eintrag

Sehr schnell merkten T. und ich, dass wir nicht mehr ohne einander konnten. Wir sahen uns mindestens 2-3 mal die Woche, was sich als soweit schwierig erwies als das wir uns ja nicht bei mir treffen konnten, und bei ihm ging es anfangs auch nicht, da T. mit seiner Mutter und seiner Oma in einem Haus lebte, und beide mich sowie meinen Mann kannten. Also hieß es sich ausserhalb unserer Wohnorte zu treffen, was immer sehr spannend war.

Als das ganze so gute 6 Monate mit uns lief, kam es das meine Freundin P. (die Freundin mit den Kindern) den Vorschlag machte, wir könnten auch zu ihr kommen, denn sie hatte Platz genug. Nicht ganz uneigennützig von ihr, denn sie war nach wie vor viel am Wochenende unterwegs, und wenn sie keinen für die Kinder hatte passten T. und ich auf sie auf. Waren die Kinder untergebracht gingen wir mit P. gemeinsam los und machten Party. Das beste daran war aber, dass T. und ich die Nächte bei meiner Freundin verbringen durften. Wir genossen diese Stunden sehr. Ich lebte mittlerweile nur noch für diese Wochenenden und blühte auf.

Es passte einfach alles, ich konnte stundenlang mit T. reden, wir hatten den selben Humor liebten die gleiche Musik, und mit ihm unterwegs zu sein war einfach nur herrlich, von dem tollen Sex ganz zu schweigen.

Es vergingen wohl so gute 2 Jahre, als ich für 6 Wochen zur Kur  mußte, mir graute davor. Ich sollte 6 Wochen von meinen Kindern und T. getrennt sein. Der Kurort lag gute 400 km von meinem Wohnort entfernt. Da ich meinen Mann in dieser Zeit nicht sehen wollte, war es klar das ich auch meine Kinder nicht sehen würde. Sie fehlten mir sehr. Aber wir machten das beste draus, telefonierten jeden Tag und schrieben uns fleißig Briefe. In dieser Zeit besuchte T. mich 3 mal übers Wochenende und wir genossen einfach diese schöne Zeit der Zweisamkeit.

Während dieser Zeit in der Kur wurde mein Wunsch mich von meinem Mann zu trennen immer größer, da ich auch merkte das er mir so gar nicht fehlte. Aber wie sollte es anders bei mir sein, es kam mal wieder alles ganz anders.......