Quacksalber und Scharlatane
Mein Name ist Nobody
Wir schreiben das Jahr 2011 und ich möchte hier über mein zurückliegendes Leben erzählen.
Über ein " Leben " um den aussichtslosen Kampf für Gerechtigkeit !
Warum ich das mache ?
Weil ich möchte dass die Bürger aufwachen.
Damit sie endlich sehen dass nicht ( wie im Sprichwort.... )
alles Gold ist was glänzt !
Um den Menschen zu zeigen in welch guten Händen
( denen sie vertrauen ) sie wirklich sind.
Diesen arroganten, selbsternannten " Göttern in Weiß ".
Denen es sehr oft " nicht " daran liegt Leben zu retten, sondern Leben zu zerstören.
Möchte den Menschen klar machen in was für einem Staat sie wirklich leben.
Vorab !
Mir ist ganz klar bewusst, dass sehr viele Menschen ihren ganz persönlichen Leidensweg gingen. Jeder hat so seine " Wehwechen ". Jeder hat bestimmt auch Kummer und Leid hinter sich. Der eine mehr, der andere weniger.
Ich möchte mit meinem Blog auch nicht mein Jammern zum Ausdruck bringen und Mitleid verlangen. Ich weiß auch dass ich nicht alles verallgemeinern kann was mir passiert ist. Es gibt bestimmt gute Ärzte die sich für jemanden einsetzen, die alles geben.
Nur und das habe ich halt so erlebt, sind diese sehr rar gesät. Ich möchte nicht alles ins negative ziehen. Aber das negative überwiegt nun mal in meinem Leben.
Alles was ich hier schreibe bezieht sich auf die Wahrheit, ist nichts davon an den Haaren herbeigezogen. Wenn man es auch manchmal vermuten könnte.
Und gerade weil es die Wahrheit ist hätte ich auch keinerlei Angst, sämtliche Personen oder Ämter Namentlich zu erwähnen.
Aber bei diesen Gesetzen weiß man ja nie was kommt
( wundert nichts mehr ) deshalb
verzichte ich lieber darauf.
Bin gerade dabei täglich hier meinen Frust niederzuschreiben. Ist noch lange nicht fertig, weil es ganz einfach zu viel ist.
Wer möchte kann es ja mitverfolgen wie die Seite wächst. Der Leidensweg ist leider viel zu groß und ich muss lange überlegen um alles was ich erlebt habe in der richtigen Reihenfolge wieder zusammen zu bringen.
Wenn ich nicht über die Jahre hinweg ständig Notizen gemacht hätte wüsste ich vieles nicht mehr. Leide seit ca. 20 Jahren sehr unter meinem Gedächtnis.
Dazu aber später mehr.
Bitte habt dafür etwas Geduld und Verständnis.
Mich würde es sehr interessieren wer ähnliches erlebt hat.
***********
Vorwort
Mein Name ist "Nobody"
Ich bin zwischenzeitlich 58 Jahre alt, noch verheiratet, habe 2 Kinder und stehe mit meiner Familie seit vielen Jahren vor dem absoluten NICHTS.
Mein richtiger Name spielt keinerlei Rolle.....tut nichts zur Sache .
Nirgends...weder hier, noch an irgend einer anderen Stelle.
Bevor ihr richtig zu lesen beginnt, möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich keinesfalls wehleidig, ein Jammerlappen oder gar ein Weichei bin.
Wenn es auch manchmal beim lesen den Anschein hat.
Ich war kerngesund und immer wissbegierig. Ärztliche Fehldiagnosen und Falschbehandlungen haben mich so kaputt gemacht wie ich heute bin.
Ich kann diesen Quacksalbern, Scharlatanen, Geldmachern und Halunken niemals verzeihen....niemals !
1953
Ein neuer Erdenbürger ( Mensch ) wurde geboren.
Bin mit vier Geschwistern ( drei Brüdern und einer Schwester ) in einem größeren Dorf in Baden Württemberg aufgewachsen und habe eine ganz normale Kindheit erlebt.
Im Alter von 9 Jahren entschloss ich mich, den Großteil meiner Freizeit in ein paar Hobbys zu investieren.
Dies war einerseits das Musizieren im örtlichen Musikverein sowie einer sportlichen Betätigung, als Sportschütze im Ortsansässigen Schützenverein.
Den Schützenverein hatte ich mir ausgesucht weil damals mein Vater das Vorstandschaftoberhaupt des Vereins inne hatte.
Durch hervorragende Schießleistungen war ich in den weiteren Jahren als erfolgreicher Sportschütze auf Landesebene sehr erfolgreich.
Jahrelanges mühevolles Training ( unter anderem auch jahrelanger Kaderschütze vom badischen Sportschützenverband ) brachten mir viele bundesweite Meisterschaftstitel ein.
Ich war immer Körperlich Fit und durchtrainiert.
Auch meine musikalischen Leistungen waren nach jahrelanger Übung bemerkenswert.
Auf kleineren Veranstaltungen an denen unser Dirigent abwesend war musste ich des öfteren seine Arbeit übernehmen. Das klappte auch alles vorzüglich. Das Musizieren bereitete mir in all den Jahren immer sehr viel Freude.
Während meiner Schulzeit hatte ich wie jeder normale Schüler auch ein Lieblingsfach.
Bei mir war es das Malen, später dann " Bildhaftes Gestalten ".
Sicher dadurch bedingt und vorbelastet, weil mein Vater Malermeister war und nebenher auch noch den Titel als Kunstmaler besaß.
Ok, Malen war für mich alles.
Naja, fast alles.
Im Alter von 10 Jahren hat mir mein Vater eine Angelrute geschenkt ( die noch heute als Andenken bei mir im Keller steht ).
Angeln sollte als weiteres Hobby später noch dazu kommen.
1968
Die Schulzeit war vorbei und laut den Aussagen der Lehrer, begann nun für mich " der Ernst des Lebens ".
Obwohl ich mein zeichnerisches Talent hätte nutzen sollen entschied ich mich für eine Lehre als " Gas Wasserinstallateur " bei meinem damaligen Dirigenten des Musikvereins.
Der wollte mich unbedingt haben und machte mir den beruflichen Werdegang schmackhaft.
Nach 3 1/2 Jahren Lehrzeit stand ich nun auf festen Füßen.
Bereit um weitere berufliche Maßnahmen anzugehen.
Und so verbrachte ich sehr viele Abende in angebotenen Kursen der Berufsschule um mir sämtliche Schweißverfahren in der Kunststoffbranche anzueignen.
Die folgenden Jahre verbrachte ich dann als Kunststoffschlosser. Es war eine anstrengende aber auch für mich sehr schöne Arbeitszeit.
Ich verzeihe auch einem meiner damaligen Arbeitskollegen der mir " vollkommen Kopflos " ein Rohr auf die Hand warf.
Daraufhin wurde mir der Zeigefinger in der Mitte aufgespalten und das vordere Glied vom Mittelfinger der rechten Hand abgetrennt.
OK...der Zeigefinger verheilte wieder mit der Zeit, und das Glied am Mittelfinger wurde wieder angenäht.
Nur wie.... !
Krumm und schief.
Steif blieb es natürlich auch...da ging nix mehr.
Es war stets eine Behinderung mit der Hand zu arbeiten. Durch das runterhängen des vorderen Gliedes blieb ich immer an irgend etwas hängen. Dann riss oberhalb die Haut auf und es blutete.
Schmerzhaft war es auch. So konnte man es keinesfalls lassen. Nach ein paar Jahren ließ ich den Finger neu richten. Auftrennen und versetzen. Das ging aber leider wortwörtlich wieder "schief ".
Heute habe ich die gleichen Probleme wieder.
Das vordere Glied hängt runter, ist schief und der Nagel wächst in der Mitte geteilt.
Dadurch reiß ich mir den Nagel ständig mal wieder ganz ab.
Traurige Geschichte.
Damit muss ich wohl ewig leben.
Behinderung ... Fehlanzeige...... !!!
Obwohl ich es bis jetzt überall erwähnt habe trägt diese Verletzung anscheinend keiner wesentlichen Behinderung bei.
Wir schreiben das Jahr 1977.
Mir war sehr wohl bekannt, dass mein Vater immer über große Schmerzen an seinem Arm klagte.
Obwohl er ständig damit seinen HA besuchte wurden seine Schmerzen nicht erträglicher.
Es hieß immer....
Sie sind doch Maler, das kommt vom Pinsel schwingen !
" Salbe drauf und gut is " !
Mir denkt es nicht dass mein Vater mal zu Hause war. Nach dem Arztbesuch gings immer wieder zurück in die Firma.
Dann, ein Anruf auf der Baustelle.
Komm bitte nach Hause....Papa ist gestorben.
In der Nacht um 00:30 Uhr blieb sein Herz stehen.
Keine Chance, ein Blutgerinsel wäre die Venen hochgewandert.
Ich wusste schon damals dass er an einer Lungenembolie gestorben ist.
Seine unerträglichen Schmerzen rührten von einer tiefen Venenthrombose am Arm.
Man hätte das durch eine rechtzeitige und richtigen Diagnose merken müssen.
Ich hatte eine dermaßen große Wut im Bauch gegen den Arzt und seiner Aussage....
" Salbe drauf und gut is " !
Mein Vater wurde gerademal 54 jahre alt.
Gegen den Arzt was unternehmen....Ärztliches Versagen keine Chance.....vergiss es !
Die nächste Sache kam 1983 dazu.
Inzwischen hatte ich aus voller Leidenschaft das Angeln für mich endeckt. Jedes Wochenende war ich auf dem Weg ans Wasser. Später dann auch mit den Kindern.
Ich war gerade dabei ( wiederum in abendlichen Kursen ) meinen beruflichen Werdegang zu erweitern.
Dieses mal sollte das Medium Stahl dran kommen.
Sämtliche Schweißkurse im Stahlbereich belegt.
Ob im A, E, MIG, MAG oder gar WIG - Schweißverfahren, alles wollte ich erlernen.
Lernbegierig war ich schon immer.
Auch in der Schule schon.
Mit 12 Jahren besuchte ich damals einen für heute undenkbaren " Schreibmachinenkurs ".
Bleiben wir vorerst beim Schweißen.
Nach dem beenden der Bildungsabende verbrachte ich noch ein paar Jahre auf Montage im Stahlbau.
Danach und damit die auch für mich letzte Arbeitsstelle habe ich fast 20 Jahre lang als WIG Schweißer verbracht.
( WIG - Schweißverfahren gilt als höchst entwickeltes Schweißverfahren überhaupt ).
Nun also...1983, kam der nächste Schocker.
Meine Schwester hatte vor kurzem ihr zweites Kind entbunden und weil sie schlecht Luft bekam eine längere Zeit lang Cortison bekommen.
Das wollte man nun in einer Klinik abbauen.
Und zwar wie sich hinterher herausstellte von heute auf morgen.
Mitten in der Nacht erstickte sie dann in ihrem Bett. Andere Patienten in ihrem Zimmer leuteten und schrien um Hilfe, aber anscheinend war kein zuständiger Arzt in dieser Nacht anwesend.
Danach reisten mehrere Patienten von dieser Klinik ab.
Dagegen etwas zu unternehmen....sinnlos !
Für mich stand es wiederum fest...Ärztliches Versagen !
So etwas durfte in einer Klinik einfach nicht passieren.
Meine Schwester wurde 28 Jahre alt, hinterließ einen trauernden Mann und zwei kleine Kinder, davon eines noch als Säugling.
Ich verstand die Welt nicht mehr.
Für was studieren diese Quacksalber und Geschäftemacher überhaupt ?
Was ist denen ein Menschenleben wert ?
Und ich glaubte immer dass sich die Ärzte an ihren Ehrenkodex halten würden...
" Alles zu tun, um Leben zu erhalten " !
Wissen diese Scharlatane eigentlich was sie alles zerstören ?
Einer meiner Brüder ( hoch begabt ) klagte viele Jahre über Ohrensausen ( pfeifen im Ohr ).
Sein Beruf ( Berufsschule / Abschluss lauter 1 ) musste er aufgeben weil die Ärzte anscheinend machtlos waren.
Keiner konnte die Ursache für sein Leiden feststellen. Zum Schluß überwies in einer in eine geschlossene Anstalt ( Irrenhaus ).
Wir holten ihn dort wieder raus weil es unserer Meinung nach der falsche Ort für ihn war.
Kurz darauf verstarb er zu Hause auf dem Sofa.
Er wurde innerlich verrückt.
Niemend von den Quascksalbern hatte eine annähernd richtige Diagnose gestellt.
Dabei wäre die richtige Diagnose so einfach und auch Heilbar gewesen.
Denn es handelte sich lediglich um Tinnitus !!
Warum lassen diese Unmenschen jemanden wegen solch einer Fehldiagnose / Behandlung elendlich verrecken ?
Mein Bruder war, als er starb gerademal 35 Jahre alt.
Klagen wegen Ärztlichem Versagen.... zwecklos !
Das alles hinterlässt Spuren....ja sogar ganze Krater.
Bei mir jedenfalls.
Bei meinem älteren Bruder glaube ich heute auch.
Damals wusste oder dachte ich nicht daran, aber irgendwie hatte der sich den Trost wohl im Gebrauch von Alkohohl gesucht.
Er wurde sozusagen mit den Jahren zum Alkoholiker.
Heute nehme ich an dass dies die Anlässe zu seiner Sucht waren.
Der eine kommt halt gut drüber weg der andre weniger.
Fragen kann ich ihn nicht mehr danach...er ist auch vor kurzem gegangen. Der Alkohol hat ihn besiegt.
Leberzirrhose !
Dieses eine Mal anscheinend keine Fehldiagnose und auch keinerlei Ärztliches Versagen....und dennoch in zweiter Linie gewissermaßen doch, weil die eigentliche Ursache seiner Gewohnheit von den vergangenen Erlebnissen her rührte.
So wurde er gerademal 2 Jahre älter als mein Vater, nämlich 56.
Er hinterließ eine Frau und einen 18 jähr. Sohn.
Soviel zu meiner in wenigen Worten zusammengefasster Vorgeschichte.
Man hätte von dem Material auch einen ganzen Roman schreiben können aber dann wäre es mit dem was jetzt noch folgt zu einem dicken Buchband geworden.
**********
Quacksalber und Scharlatane
Mein Leben.....ein einziger Leidensweg !
oder......
Wieviel Schmerz und Leid kann, darf oder muss ein Mensch ertragen können ?
1989 ... der Teufelskreis begann !
Als Schweißer mit gutem Verdienst, super Frau und einem Sohn drei Jahre alt. Ich,...natürlich Kerngesund und voller Schaffenskraft....was stand da an ?
Logisch....Hausbau !
Tagsüber als Schweißer ( harter Job ) und gleich nach Feierabend weiter auf die Baustelle.
Alles bis dahin ganz normal, wie es abertausende vor mir auch schon so erledigt haben.
Die Liege rein in den Rohbau und paar Stunden geschlafen bis der Wecker klingelte und weiter gings zur nächsten Schicht im Schweißbetrieb.
Bis eines Tages........
Ich hatte keine Ahnung was mit mir geschehen war.
Beim Treppensteigen verspürte ich auf einmal an meinen Fußsohlen ein Gefühl wie ein paar Nadelstiche. Im gleichen Moment ein stärkerer Stich im linken Knie. Hatte keinerlei Kraft mehr unterhalb des linken Knies ( wie wenn nichts mehr da wäre ) und stolperte.
Hopla...dachte ich, was war das ?
Am nächsten Tag ging dann gar nichts mehr.
Konnte weder Treppen steigen, noch Auto fahren. Nichts mehr.
Zum HA und mein Leid geklagt.
Er konnte überhaupt nichts feststellen warum ich so Probleme hatte.
Es waren ja nicht nur die Beine ( Knie ), sondern auch andere Körperpartien die schmerzten.
Es war ein Gefühl wie wenn lauter Messerstiche im Sekundentakt den Körper durchbohrten.
Unerträgliche Schmerzen.
Vollkommen kraftlos, Müdigkeit und Lustlosigkeit machten sich breit. Ich konnte das alles gar nicht begreifen, so kannte ich meinen Körper gar nicht.
Was war mit mir passiert?
Fast täglich war ich bei meinem HA der mich mit Spritzen, vielerlei Tabletten und Salben wieder annähernd fit bekam.
Irgendwie musste es ja weitergehen. Der Rohbau wächst nicht von alleine.
**********
Obwohl ich täglich weiterhin unerträgliche Schmerzen hatte ging ich trotzdem meiner Arbeit als Schweißer nach so gut es nur ging. Immer wieder mit Unterbrechungen durch ärztliche Besuche.
Die Knie bereiteten mir die größten Probleme ( hauptsächlich das linke Knie war betroffen ).
Wahnsinnige stechende Schmerzen und so kraftlos dass es mir sehr oft unterhalb des Knies das Bein wegzog. Ich klappte einfach zusammen oder stolperte.
Dabei zog ich mir oftmals häßliche Wunden ( Löcher ) an den Schienbeinen zu.
Auch habe ich mir dadurch beide große Zehen ramponiert. Bei beiden ging mir der Nagel raus und seitdem wächst mir der Nagel ins Fleisch. Das sind brutale Schmerzen die ich leider heute noch regelmäßig ertragen muss.
So konnte es einfach nicht weitergehen.
Nach langer herumdoktorei entschied sich dann mein HA endlich für eine Überweisung zu einem Orthopädischen Spezialisten.
Der meinte dann dazu, dass man eine Arthroskopie ( Gelenkspiegelung / Knie ) durchführen sollte.
Es würde ambulant erfolgen und ich könne danach sofort wieder nach Hause gehen.
Zwei kleine Schnitte und ich würde davon gar nichts mitbekommen.
Hörte sich ja gut an, klar, dass ich sofort meine Zustimmung dafür gab.
Paar Stunden später durfte mich meine Frau auch wieder abholen.
Ich hatte keine Ahnung was der Dr. an dem Knie vorgenommen hatte, als ich auf zwei Krücken die Praxis verließ.
Ich weiß nur noch, dass ich, als ich zu Hause wieder ankam und die Eingangstreppe rauf wollte, mein Knie wiederum zusammenklappte und ich die Stufen hochfiel....... trotz abstützen durch die beiden Krücken.
Es war zum Haare raufen.
Nach ein paar Tagen Ruhe ( Beine hoch lagern ) das leichte Gehen mit den Krücken.
Was ich sofort spürte war, dass sich keinerlei Besserung einstellte. Auch waren die stechenden Schmerzen immer noch vorhanden.
Zwar nicht mehr täglich aber Schubweise. Mal schlimm, mal schlimmer und manchmal zum heulen.
Sobald ich mich ein wenig an die fast immer anwesenden Schmerzen gewöhnt hatte trat ich zwischendurch immer wieder meinen Dienst als Schweißer an. Ich konnte die immer anwesenden Schmerzen nicht genau lokalisieren. Sie waren in allen Gelenken spürbar. Hauptsächlich betroffen, die größeren Gelenke. Die milderen Schmerzen verteilten sich in den kleineren Gelenken.
Lange Krankenscheine konnte man sich nicht erlauben. Mit Hausbau, Kind und hohen laufenden Schulden schon gar nicht.
Es wurde und wurde nicht besser.
Die Gelenkspiegelung brachte also so gut wie nichts. Wie ich in der Zeit danach feststellte war das auch nicht die Ursache meiner starken Schmerzen.
Nach langem hin und her kam ich dann in eine Spezialklinik
( in Bad Cannstatt ).
Zur Konservativen Behandlung.
Drei Wochen, über die Weihnachtsfeiertage und weit weg von zu Hause wurde ich nun täglich gefoltert ohne jegliche Besserungen. Sämtliche Anwendungen brachten keinerlei Erfolge.
Mit dem Knie war deren Ansicht nach alles in Ordnung. Die Ursache müsste eigentlich woanders liegen.
Aber wo ?
Zurück von der Klinik und der Alltag ging weiter wie vorher.
Man musste sich unwillkürlich an die ständigen Schmerzen gewöhnen. Jammern brachte ja nichts. Die regelmäßigen HA Besuche brachten auch keinerlei Neuerungen. Mein HA behandelte mich auf Rheuma, Gicht und was ihm sonst noch alles dazu einfiel...ohne wirkliche Besserung.
Bis...nach fast 2 Jahren Behandlung er mir ein Wort sagte von dem ich vorher noch nie gehört hatte.
Borreliose !
Er erzählte mir von einer neuen " Krankheit " die man Borrliose nennen würde.
Das könnte es nämlich auch sein wo meine Schmerzen herkommen würden.
Man müsste aber dafür extra Blut nehmen und es in einem Labor speziell darauf untersuchen lassen.
OK, logisch dass ich da sofort eine Ampulle von der roten Flüssigkeit stiftete.
Nach ein paar Tagen war dann auch das Ergebnis der Blutuntersuchung da.
Es lautete wie folgt:
Borelliose im III Stadium / Endstadium ( enorm hoher Titer ) und schon sehr weit fortgeschritten.
Mann was war ich froh über diese Auskunft.
Ich glaub mich daran erinnern zu können dass ich dabei einen wahren Freudentanz vollführte.
Auch mein HA war froh dass wir endlich die Ursache für meine Schmerzen gefunden hätten.
Ich kann mich noch genau an seine folgenden Worte erinnern wie er mir sagte, dass wir jetzt endlich die richtige Diagnose hätten und ab nun auch diese Ursache zielgerecht behandeln könnten. Die Schmerzen hätten nun bald ein Ende.
Ich mache dem guten Mann heute keine Vorwürfe.
Bis dato war Borreliose auch keine alltägliche Geschichte in den Praxen.
Heute jedoch, nach dem aktuellen Stand des " Wissens " über diese " Krankheit " kommen mir die Tränen, wenn ich daran zurück denke was mein HA und die folgende Ärzteschaft weiterhin dagegen unternommen hatte.
Also, die richtige Diagnose hatten wir und mein HA verabreichte mir daraufhin
" 1 Päckchen Antibiotika " !
Und danach noch eines und noch eines und noch eines und noc..... !
1991 Unser zweiter Sohn wurde geboren und meine Frau hatte die Zeit der
Lohneinbuße vor sich.
1992 Eine Besserung bemerkte ich während der ganzen Antibiotika Tabletteneinnahmphase nicht und jetzt endlich, nach fast 3 Jahren herumdoktorei seit Schmerzbeginn war mein HA auch mit seiner Weißheit am Ende.
Was ich lediglich bemerkte war, dass ich von der ganzen Tabletteneinnahme meinen Magen - Darm - Trakt vollkommen durcheinander brachte.
Zwischenzeitlich wurde mir von meinem Arbeitgeber gekündigt und mein Schweißplatz von einem gesunden Arbeiter übernommen.
Ich stand das erste Mal im Arbeitsamt.
Und auf Grund meiner " Krankheit " auch vorerst unvermittelbar.
Von dem beziehen des Arbeitslosengeldes konnten wir nun wegen der Hausbaufinanzierung keinerlei großen Sprünge mehr unternehmen.
Eine harte Zeit brach für die ganze Familie an.
Noch in diesem Jahr ( 1992 ) hörte ich davon dass ein neuer Arzt ( Allgemeinmedizin ) bei uns im Ort eine Praxis eröffnet hätte.
Von ihm hörte man nur gutes und da mein HA eh mit seiner Weißheit am Ende war wechselte ich automatisch zu dem neuen Arzt. Dieser kümmerte sich auch sogleich um mein Anliegen.
Ich war total von ihm begeistert...ein neues Kapitel in meinem bisherigen Leidensweg " sollte " beginnen !
Die Betonung liegt auf SOLLTE !!!
**********
Und was für ein Kapitel........
Ohjeh sagte der neue HA zu mir.
Was haben sie mit dir gemacht ?
Antibiotika in Tablettenform bei dem Stadium....wohl ne Lachnummer ( wenns net so traurig gewesen wäre ).
Er überwies mich sofort ins nächste Krankenhaus.
Und dort dachte ich zum ersten Mal, dass ich gut aufgehoben wäre.
Ich bekam dann jeden Tag meine AB Infussion.
Aber auch das falsche Essen !
Mein Bettnachbar hatte einen ähnlichen Namen und da kommt es nicht selten vor dass dies verwechselt wird ( so die spätere Aussage des Chefarztes ).
Das mit dem Essen ginge ja noch...wir tauschten es ganz einfach....meistens hatten wir eh das gleiche bestellt und so bemerkten wir es die ganzen 2 Wochen überhaupt nicht.
Es gab schlimmeres !
Auf unseren Tablettenspendern stand zwar unser Name drauf....nur der Inhalt ( Pillen ) war wiederum vertauscht.
Dies bemerkten wir ganz zufällig kurz vor meiner Entlassung, weil ich die ganze Zeit unter starkem Durchfall litt und ich den Chefarzt darauf ansprach.
Dabei stellte ich fest, dass ich die ganze Zeit während meines KH Aufenthaltes die Tabletten meines Bettnachbars erhalten hatte und er die meinigen.
Jeden Tag AB Infussionen und keinerlei Mittel für meinen Magen.
Dadurch auch der erklärende starke Durchfall.
Und noch eine sehr negative Erfahrung durfte ich in diesem KH erleben.
Am zweiten Tag meines stationären Aufenthalts sollte ich mich einer Liquorpunktion
unterziehen ( Nervenwasser holen ).
Das würde überhaupt nicht weh tun.
Obwohl die Laborwerte eigentlich für sich sprachen müsste man dies auf alle Fälle unternehmen.
Natürlich ließ ich das über mich ergehen....sollte ich es ja auch kaum spüren.
Ich hatte gerade Besuch von meiner Frau und meiner Schwiegermutter, als die Stationsärztin das Zimmer betrat und meine Verwandschaft bat den Raum kurz zu verlassen da sie die Prozedur mit mir durchführen wolle.
Es wäre nur ein kleiner Pieks mit der Nadel ins Rückenmark und wäre gleich vorbei.
OK.....
Sie befahl mir, mich auf die Bettkante zu setzen den Kopf vornüber zu beugen und die Luft anzuhalten.
Dann stach sie mir mit einer " sehr " langen Nadel zwischen die unteren Wirbel der Wirbelsäule.
Von wegen kleiner Pieks, dachte ich.
Als sie dann spürbar auch noch anfing mit der Nadel in der Gegend rumzurühren kamen mir bereits vor Schmerzen die ersten Tränen.
Sie rührte und rührte und mir trieb es den Schweiß aus allen Poren.
Ich hielt die ganze Zeit die Luft an und schrie vor Schmerzen auf.
Dann zog sie die Nadel raus und stach sie an einer anderen Stelle wieder ein. Auch hier rührte und rührte sie ( anscheinend ) vergebens darin rum.
Ich hörte sie fluchen....weil es nicht klappen würde.
Ich war zwischenzeitlich " Klatschnass " und das Wasser tropfte schon auf den Boden.
War die ganze Zeit nur noch am wimmern. Hatte keine Kraft mehr und die Schmerzen waren unerträglich.
Nach einem weiteren Einstich und rumgebohre hielt ich es nicht mehr aus.
Auf dem Boden waren schon richtige Pfützen und ich war mit meiner Geduld am Ende.
Die " Stationsärztin " war auch die ganze Zeit nur am meckern und schimpfen weil sie es anscheinend nicht fertig brachte ihr Ziel zu erreichen.
Ich fuhr herum und brüllte sie an, sie solle endlich aufhören damit.
Sie verließ dann auch sofort den Raum und paar Minuten später kam der Chefarzt selbst zu mir.
Er würde es jetzt selbst bei mir vornehmen.
OK....schlimmer konnte es ja nicht mehr werden dachte ich und setzte mich wiederum auf die Bettkante, den Kopf vornübergebeugt, die Luft angehalten wartete ich auf den Einstich.
Ähhh....hörte ich den Chefarzt sagen, setzen sie sich mal gerade hin und atmen sie ganz normal durch.
So, fertig !
Ich verspürte nicht einmal einen Pieks, gar nichts, verstand die Welt nicht mehr.
Auf meine Frage warum die Stationsärztin eine so grausame Prozedur mit mir durchführte, erklärte er mir folgendes.
Ich wäre der erste Patient für sie gewesen an dem sie diese Liquorpunktion durchführen durfte.
Irgendwann müsse sie ja damit anfangen ihre Erfahrungen zu sammeln.
Ich war sprachlos !
Mein Besuch war danach leider auch weg.
Sie hatten mich die ganze Zeit über schreien hören. Ins Zimmer durften sie danach auch nicht mehr.
Der Chefarzt gab mir dann auch noch ein paar Tips die ich befolgen sollte.
Ich sollte jetzt unbedingt die nächsten 24 Stunden liegen bleiben und auf keinen Fall aufstehen, sonst würde ich solche Kopfschmerzen bekommen wie ich es vorher noch nie erleben durfte.
Das Hirnwasser müsse sich erst in der Hirnschale wieder ausgleichen.
OK....ich Klatschnass, im Bett und unter dem Bett Klatschnass, aber auf jeden Fall liegen bleiben.
Zehn Minuten später kam der Trupp der Putzfrauen in mein Zimmer.
Aufstehen bitte, wir müssen das Bett abziehen.
Ich natürlich darauf beharrt nicht aufzustehen. Ich müsse aber aufstehen weil sie sonst das nasse Bett nicht abziehen könnten. Derweil putzen zwei den Boden.
Bitte stehn sie jetzt auf sonst müssten sie mir nachhelfen.
Sie hätten den Befehl bekommen das Bettzeug zu erneuern.
OK....nach langem hin und her gab ich dann endlich nach und ging auch gleich aufs Klo.
Als ich zurück kam war das Bett hergerichtet und ich legte mich wieder flach.
Was dann folgte ist unbeschreiblich. Der Chefarzt sollte Recht behalten.
Kopfschmerzen setzten ein wie ich sie bis dato nicht erlebt habe.
Diese Schmerzen kann ich leider hier nicht beschreiben...sorry !
Ich hatte eine unheimliche Wut auf die Putzfrauen.
Die Kopfschmerzen hatte ich auch noch wochenlang zu Hause.
Bei meiner Entlassung sprach ich jedoch noch beim Chefarzt das Problem mit der Namensverwechslung an. Und dass ich während meines Aufenthaltes meinem Bettnachbar seine Pillen bekommen hätte. Daraufhin begann ein großes Gelächter unter den im Augenblick noch anwesenden anderen Ärzte beim Chef.
Dies hätte keinerlei Folgen für mich weil es anscheinend eh " nur Zuckerpillchen " gewesen wären die mein Nachbar verschrieben bekam. Er hätte es am Herzen gehabt und die Tabletten wären nur
Placebos gewesen.
Die würden mir eh net schaden.
Und dass mein Nachbar meine Magentabletten geschluckt hätte würde ihm auch nichts ausmachen.
Ich war richtig geschockt !
Damals war PC und mit Kopien schreiben noch nicht Mode und so verfasste ich einen DIN A4 großen Beschwerdebrief mit allem erlebten in dieser Klinik und schickte ihn an die Chefadresse des Klinikums.
Leider habe ich bis heute nie mehr was davon gehört. Mir war bewusst dass sie sich wahrscheinlich köstlich darüber amüsiert haben.
Traurig aber wahr !
Mein Magen Darm Problem schleppe ich Heute noch mit mir herum.
Und das nach nahezu 20 Jahren. Heute leide ich unter einer schweren
" chronischen Darmmykose ".
Was soviel heißt wie....Dauerdurchfall !
Das schlimmste ist, dass ich nach heutigen Wissen:
1.
Das falsche AB bekommen habe.
2.
Zu niedrig dosiert.
3.
Über einen zu kurzen Zeitraum.
Nach 14 Tagen Aufenthalt wurde ich laut Abschlussbericht des Ärzteteams als gesund entlassen.
Meine Schmerzen hatte ich aber weiterhin und den Durchfall mit dazu....Toll !
Und was war ich froh endlich in guten Händen zu sein.
War doch das KH mit lauter netten, freundlichen Nonnen besetzt und hatte meineserachtens einen guten Ruf in Pforzheim. Auch der Name der Klinik klang recht christlich.
Leider wurde ich eines besseren belehrt und es war wiedermal eine weitere prägende Leidensstation in meinem Leben.
**********
1993
Die Zeit nach dem KH Aufenthalt war der reine Wahnsinn.
An meine ständigen Schmerzen an den Knien habe ich mich im Laufe der Jahre gewöhnt, als von Heute auf morgen mein rechter Arm anfing zu schmerzen.
Und zwar hauptsächlich im Schulterbereich.
Es kam sogar soweit, dass ich meinen Arm keinen Millimeter mehr vom Körper wegbekam. Die Schulter versteifte sich immer mehr.
Konnte meinen Arm weder strecken noch heben. Die Schmerzen waren wieder unerträglich.
1994
Nervenschmerzen wie Messerstiche.
Mein HA schickte mich zum bekanntesten Borreliosespezialisten im Lande. Wenn einer helfen kann dann er, meinte er.
Gesagt, getan....8 Tage später stand ich bei dem Spezialisten in der Praxis.
Seine Worte waren wie die Messerstiche die ich schon seit Jahren verspürte.
Total falsch Therapiert !
Zu niedrig dosiert !
Zu kurzer Zeitraum !
In diesem Stadium hätte man anders behandeln müssen.
Jetzt wäre wohl alles zu spät für mich.
Man könne höchstens noch einmal probieren in einer Klinik unterzukommen wo man das richtige AB über den doppelten Zeitraum und in doppelter Dosis anwenden sollte.
Mehr könne er mir nicht weiterhelfen.
Zurück zum HA und eine Einweisung in eine andere Klinik richten lassen.
Habe dann auch sogleich Bescheid bekommen dass ich für die nächsten 4 Wochen in die Kurklinik " Bad Sowieso*** " kommen darf.
Zur stationären Heilbehandlung.
Dort würde man die täglichen Infussionen vornehmen.
Was die täglichen Anwendungen betraf wie:
Strom, Kälte, Wärme, Massagen usw. am Arm kann ich vorweg nehmen.
Sie brachten keinerlei Erfolge.
Ins Hauseigenen Schwimmbad durfte ich wegen meiner Darmmykose nicht.
Gymnastik und Waldläufe wie es die anderen Kurgäste täglich mit Freude erleben durften waren für mich auch tabu.
Die 4 Wochen waren vorbei und mein Arm war genau so wie bei Kurbeginn.
Keinerlei Besserung !
Dem Schreiben der Klinik nach war ich nach dem 4 wöchigen Aufenthalt und dessen täglichen Infussionen aber geheilt und gesund, wenn auch mit Einschränkungen wie z.B.: meinem Arm.
Traurig....und wieder eine Erfahrung reicher !
Mein HA machte mir den Vorschlag, dass ich bei ihm in der Praxis auch noch weiterhin Infussionen bekommen könnte.
Ich müsste die jedoch selbst in der Apotheke besorgen und selbst bezahlen. Das waren damals jedesmal fast 100,- DM und sehr viel Geld für mich.
Ich bekam seinerzeit ja lediglich nur Arbeitslosengeld und das war nicht gerade viel.
Die Kinder wuchsen und meine Frau konnte endlich wieder zur Arbeit.
Leider bekam sie als gelernte Kettengoldschmiedin in Pforzheim auch gleich den asiatischen Markt zu spüren und erlebte den Konkurs sämtlicher ansässigen Goldschmiedebetriebe mit. So stand auch sie vor der Entlassung.
Zu zweit daheim bleiben, mit dem Haus und zwei Kindern dufte aber nicht sein und so nahm sie sogleich eine Umschulung übers Arbeitsamt an.
Qualitätssicherung !
Das braucht heute jede Firma...das hat Zukunft !
Sie büffelte was das Zeug hält und hatte dann auch ihr Zertifikat als Qualitätssicherungsassistentin in der Hand.
Ja, und da hat sie es heute noch.
Denn niemand, egal wo sie sich auch beworben hatte konnte oder wollte sie haben. Sie hat dann sofort die nächste angebotene Stelle als ungelernte Aushilfskraft in irgendeinem für sie Artfremden Betrieb angenommen in dem sie auch heute noch als Hilfsarbeiterin tätig ist.
Paar Jahre später ein weiterer Schock !
Meine Frau konnte nicht mehr.
Brutale Schmerzen plagten sie im Nackenbereich.
Diagnose: Bandscheibenvorfall !
Eine schon erheblich angeschlagene Welt schien für uns vollends unterzugehen.
Wie sollte es weitergehen ?
Was haben wir doch für zwei herrliche Kinder !
Sie konnten mit gleichaltrigen niemals mithalten.
Murrten aber niemals auf.
Gemeinsame Ausflüge mit der Klasse konnten wir nie bezahlen.
Sie bekamen niemals Taschengeld und kannten das Wort Urlaub nur von andern.
Auch Kleider und Schuhe kamen wie auch bei uns aus der Altkleidersammlung.
Sie waren bemerkenswert.
Meine Frau lag nun selbst im KH. Danach Reha und sehr viele KGs.
Und sofort probierte sie es wieder mit arbeiten.
Trotz starker Schmerzen plagte sie sich über die ganzen Jahre hinweg nur um das Haus zu halten, die Kinder zu versorgen und mich mitzuernähren.
Mich, der nur noch auf der Terasse rumlummerte.
Vollkommen antriebslos rumhockte und nur noch schaute wie er den nächsten Tag rumbrachte.
Ohne irgendwie einen kleinen Anteil fürs gemeinsame Wohl der Familie beizusteuern.
Ich kam mir vor wie ein Schmarotzer.
Mit den Jahren hat dies auch Spuren bei meinen Kindern hinterlassen. Sie beachteten mich nicht mehr.
Für sie war ich der Niemand.
Ein Mitesser der von dem Geld meiner Frau mitlebt.
Nicht einmal im Haushalt konnte ich auf Grund meiner Schmerzen und meiner Behinderungen einen kleinen Teil beitragen. Arbeiten wie Betten machen oder Geschirr spülen waren der reinste Horror für mich.
Es war für mich zum heulen.
Eine verdammt beschämende Zeit.
Die Zeit in der ich auch des öfteren nicht mehr wollte.
Eine Zeit in der ich schon auf der Autobahnbrücke stand und springen wollte oder mir eine geeignete Stelle am Bahndamm aussuchte.
Und jedesmal hatte ich dazu keinen Mut.
Und so bin ich auch heute noch eine Last die meine Frau und die Kinder täglich ertragen müssen.
Eines Tages meinte dann mein HA dass mir die Infussionen nichts mehr bringen würden. Wir machen sonst den Darmtrakt und vieles andere noch ganz kaputt. Es hat keinen Wert mehr.
Die sehr hohen Titer / Entzündungswerte der Borreliose zeigten keinerlei Veränderung. Ich müsse damit leben.....müsse mich damit abfinden.
Du kannst Rente beantragen....es wird nicht mehr.
Auch finanziell konnte ich / wir es nicht mehr. Die ständigen Zuzahlungen für Medikamente und KG Rezepte usw. konnten wir ganz einfach nicht mehr aufbringen.
1998
Ich stellte einen Rentenantrag.
Der wurde automatisch abgelehnt.
Mein HA schlägt die Hände überm Kopf zusammen.
Stelle erneut einen Rentenantrag.
Wieder abgelehnt.
Widerspruch gemacht.....auch abgelehnt.
Mein HA empfahl mich auf Grund meiner starken Schmerzen in ein "Schmerzzentrum in Pforzheim".
Habe dann sogleich wegen einem Termin angefragt.
Zwei Tage später kam dann mit der Post ein kleines Heftchen von dieser Schmerzpraxis.
Man müsste das vorher ausfüllen / ankreuzen und wieder zurücksenden.
OK...meine Kreuzchen reingemacht, unter anderem auch ein Kreuzchen bei der Frage ....Wurde schon einmal ein Rentenantrag gestellt ?
Und bei der Frage.... Wurde der Rentenantrag abgelehnt ?
Ich kreuze wahrheitsgemäß an und schickte das Heftchen ausgefüllt zurück. Eine Woche später kam die Antwort dass ich keinen Termin im Schmerzzentrum bekommen würde weil ich ihrer Meinung nach nur auf meine Rente aus sei.
Hammer !
Wieder Rentenantrag gestellt und wieder abgelehnt.
Dann endlich einen Anwalt genommen und Widerspruch eingereicht.
Eine Gerichtsverhandlung wurde anberaumt
War bis heute die erste und einzigste Gerichtsverhandlung der ich beiwohnen durfte.
Bei der Verhandlung führte meinem Anschein nach nicht die Richter, sondern der Kollege von der Rentenversicherung das Wort.
Bei mir wurde alles abgelehnt, weil ich anscheinend noch 6 Std. Vollzeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten könnte.
Es drehte sich dann die meiste Zeit nicht um meine Krankheiten sondern um den Begriff eines Facharbeiters. Und das war ich anscheinend nicht.
Trotz Lehre eines Gas Wasserinstallateurs und sämtlichen Schweißprüfungen konnte man sich laut deren Aussagen die Qualifikation eines Schweißers nach einer gewissen Einarbeitungszeit aneignen.
Borreliose galt ( und auch heute noch ) nicht als eigenständige Krankheit.
Es wurden / werden nur die Folgeerscheinungen davon bewertet.
Trotz meiner sehr vielen Einschränkungen könnte ich immer noch als Pförtner auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eingesetzt werden. Und zwar Vollschichtig ....bis zu 6 Stunden. Der übliche Spruch halt !
Dies haben die Richter dann auch so beschlossen.
Unter ihnen auch eine Hausfrau als Schöffin die das Wort Borreliose bis dato noch nie gehört hatte.
Ich durfte dann auch einen einzigen Satz dazu sagen. Der lautete folgendermaßen.
" Ich wünsche niemand diese Schmerzen die ich seit Jahren ertragen musste, niemand...nicht einmal Ihnen hier im Raum " !
**********
"Herr, vergib ihnen nicht....denn sie wissen was sie tun" ?
Zwischendurch musste ich dann mal zu einem Chirurgen wegen meinem linken Daumen.
Hatte solche Schmerzen damit....es ging einfach nicht mehr.
Ständig fiel mir etwas aus der Hand.
Ob Kaffeetasse. Teelöffel, Teller usw.
Konnte es nicht mehr halten.
Vor Jahren hatte ich damit einen Arbeitsunfall der auch aufgenommen und der Daumen vom Betriebsarzt untersucht wurde.
Ist lediglich verstaucht...meinte dieser.
Kann sehr schmerzhaft sein....aber wird wieder !
Nach kurzer Zeit wieder weitergearbeitet und Schmerzen ausgehalten. Irgendwann war es reine Gewohnheit die Schmerzen auszuhalten....wie mit allem....kannte ich ja genügend.
Nun wollte ich doch mal richtig danach schauen lassen was da wirklich kaputt ist.
Es wurde geröntgt.
Auf die paar Röntgenbilder kam es mir wirklich nicht mehr an. Wieviele Aufnahmen wurden in den letzten Jahren schon bei mir gemacht. Ich weiß es nicht mehr, denn überall wo ich hinkam mit meinen Borrelioseschmerzen wurden die Gelenke geröntgt. Es musste den Orthopäden richtiggehend Spaß machen zu röntgen.
Obwohl man weiß dass man diese Nervenkrankheit auf keinem Röntgenbild sehen konnte....nein....es wurde weiterhin immer und überall geröntgt.
Zurück zum Daumen.
Also...geröntgt und nichts gravierendes gefunden. Alte Verletzung und nicht ausgeheilt.
Wieder paar Jahre später immer noch der Daumen. Es war zum verrückt werden, da musste doch etwas sein. Es knallte und knirschte bei jeder Bewegung des Gelenks.
Ich hielt es nicht mehr aus vor Schmerzen.
Und siehe da......es hatte einer einen Gedankenblitz !
OK....wir könnten ja mal eine Schichtaufnahme davon machen. Vielleicht sieht man da mehr.
Und so war es dann auch.
Viele kleine Knochensplitter saßen zwischen dem Gelenk.
Toll...jetzt brauch ich nur noch einen Chirurgen. Und das war gar nicht so einfach.
Der erste sagte dann auch gleich dass es ihm zu kompliziert wäre das zu operieren.
Der zweite sagte das gleiche Sprüchlein auf.
Und der dritte schickte mich dann, weil er es auch nicht machen wollte in die BG Klinik nach Ludwigshafen.
Ich Termin geholt und dorthin gefahren. Schon vor dem Eingang sind mir die vielen Menschen aufgefallen die mit ambutierten Beinen und Armen herumliefen.
Dachte mir aber nichts dabei.
Als der zuständige Arzt dann meine Bilder ansah und sich dazu noch meine Vorgeschichte mit der Borreliose anhörte, sprach er zu mir.
" Man könne den Daumen nur ambutieren, dann hätte ich meine Ruhe "
Ich glaubte ihm, ( nachdem was ich vor dem Eingang sah ) aufs Wort.
Leider aber....fuhr er weiter....können wir nicht operieren solange der Entzündungswert von der Borreliose noch so hoch sei !
Jop....und der ist heute 2011 noch immer genau so hoch, wird sich auch nicht ändern und mein schmerzhafter Daumen ist somit wieder ein Teil mehr mit dem ich leben muss.
An meinem rechten Daumen dürfte das gleiche Problem sein. Auch nach einem Arbeitsunfall. Hier befindet sich auch ein sogenanntes Überbein. Klemmt und schmerzt auch bei jeder Beugung.
Es wurde ganz einfach nicht richtig diagnostiziert und dementsprechend behandelt ( wie am rechten Daumen auch ).
Wie immer " Pfusch " !
**********
Zwischendurch mal wieder einen Rentenantrag gestellt.
Natürlich wiedermal eine Absage bekommen.
Widerspruch eingereicht...logisch, auch diesen abgeschmettert. Könnte ja noch als Pförtner bis 6 Std. usw....das übliche.
Aufs Arbeitsamt wie schon des öfteren damit und immer die gleiche Auskunft erhalten.
Wir haben von den Rentenversicherungsanstalten schon ca. 700 solcher Menschen bekommen die alle noch 6 Std. als Pförtner arbeiten können aber nicht eine einzige Stelle in der wir solch einenen Menschen unterbringen könnten.
Außerdem wäre ich mit all meinen Einschränkungen sicherlich der letzte den sie vermitteln könnten.
Wieviel mal war ich beim Arbeitsamt in der Stelle für behinderte Menschen. Und wieviel mal wurde mir dort gesagt dass sie mit mir nichts anfangen könnten. Ich wäre hier verkehrt, solle mich an meine Rentenversicherung wenden da diese für mich zuständig wäre.
Es ist zum Haare raufen.
Einmal habe ich bei der Rentenversicherung angerufen und das so gesagt wie es mir beim Arbeitsamt gesagt wurde..
Der Angestellte hinter dem Telefonhörer sagte wortwörtlich zu mir.
" Wir wissen wie krank sie sind. Aber wenn wir ihnen die Rente durchgehen lassen würden und ein Aktenzeichen drin stehen würde, dann kämen tausende gerannt und würden sich auf dieses Aktenzeichen beziehen.....und das können wir nicht bezahlen....das verstehn sie doch " !!!
Soweit vorerst !
Vom Sozialgericht wurde ich dann zu einem Gutachter geschickt.
Es war eine ältere Dame.
Die hat mich lediglich großflächig untersucht.
Musste einen Idiotentest machen ( Kindergarten ) und zum Schluß stand in ihrem Gutachten dass alles nur Einbildung wäre. Simulant !
Psychisch auf meine Krankheit fixiert !
Habe später herausgefunden dass sich genau diese Dame selbst in psychiatischer Behandlung befand.
Was für Gutachter sucht sich so ein Gericht aus.....wahnsinn !
Dann kam ich zu einem Gutachter nach Heidelberg.
War so ein Psychofritze.......da ich ja anscheinend betroffen war, die richtige Stelle für mich.
Da drinnen kam ich mir vor wie in einer Irrenanstalt.
Seh und Hörtests wie beim Bund.
Alles abgeklopft....alles OK !
Alles abgehorcht....alles OK !
Alles abgetestet.....alles OK !
Zu einer anderen Untersuchung in einen Kellerraum 2 Stockwerke tiefer, weil angeblich oben alle Räume besetzt wären. Reine Taktik um zu sehen wie gut ich noch Treppensteigen kann. Und wieder die 2 Stockwerke hoch.
Hopla..." Gott sei Dank " Raum ist wieder frei. Von einem 25 jährigen angehenden Arzt befragt wie oft ich noch mit meiner Frau usw.
Hände geschüttelt ( wie stark doch mein Händedruck noch ist ). und auf Wiedersehen.....
Gutachten fertig....alles gesund....Top Fit !
Da ich schon viele Jahre beim V*K Mitglied war wollte ich den nun auch einmal bemühen, da ich nur gutes von ihm vernahm was Rentenanträge betraf.
Guten Tag...mein Leid geklagt und unter der Tür Tränen geweint weil ich nicht mehr weiter wusste.
Dazu...drei Sätze als Antwort bekommen.
1. Satz
Sie haben also ein Haus ?
2. Satz
Dann gehn sie erstmal nach Hause und verkaufen sie das Haus.
3. Satz
Und dann können sie wiederkommen.
Und tschüß...V*K ...das wars vorerst von diesem Club mit den bekannten drei Buchstaben !
Wiederum einen Rentenantrag auf raten meines HA eingereicht....abgelehnt...logisch ( zwischenzeitlich kannten sie mich wohl genauestens und jedesmal wenn ein Antrag kam wurde der auch wieder abgelehnt...ganz automatisch ...ohne Überprüfung ).
Und wenn überprüft....frag ich mich von wem ?
Der med. Dienst von der Rentenversicherungsanstalt ist dermaßen inkompetent,
wie deren zuständige Sachbearbeiter auch !
Inzwischen bekam ich nur noch Arbeitslosenhilfe. Und das war hart. Nicht nur für mich.
Für meine Familie begann eine leidvolle Zeit.
Meine Frau arbeitete was sie konnte. Ihr Bandscheibenvorfall machte zwar sehr große Probleme, doch sie kämpfte sich durch. Und nicht nur das....sie machte Überstunden wo es nur ging. Irgendwie mussten wir überleben.
Ich hatte sehr viele Arzttermine und war deshalb auf ein Auto angewiesen. Hatte / habe einen alten VW Diesel Bus mit getönten Scheiben. Die getönten Scheiben habe ich extra erwähnt um damit etwas auszudrücken das sicher jeden Leser hier erschüttern lässt.
In dem Bus steht immer ein mit ein wenig Wasser gefüllter Eimer.
Normalerweise könnte ich durch meine Darmmykose nicht das Haus verlassen. Geht natürlich nicht wenn ich einen Arzttermin habe. Deshalb der Eimer im Bus mit den getönten Scheiben.
Solange ich musste wenn der Bus noch in der absoluten Nähe stand kein Problem.
Aber das ist / war ja meistens nicht immer so. Dann saß ich schon des öfteren in manch Leute ihrem Vorgarten.
Oder in einer vor dem Haus stehenden Schuttmulde. Irgendeiner Hecke oder sogar
( falls mal irgendwo mitten in der Stadt eine Haustür offen war ) im Treppenhaus oder in dessen Keller oder in einem Fahrstuhl. Alles schon des öfteren vorgekommen.
Sie denken jetzt unglaublich !
Was soll ich machen ?
Ich muss Arztbesuche, Gutachterbesuche, Ämterbesuche usw unternehmen.
Bin ja Kerngesund und Arbeitsfähig !
Wieviele Unterhosen habe ich " verschissen " weil es nicht mehr reichte ?
Wieviel mal ist mir die Brühe die Beine runtergelaufen ?
Wieviele Unterhosen habe ich weggeworfen und bin ohne nach Hause gekommen ?
In jeder Hose, in jeder Jacke die ich anhabe ist Klopapier drinnen.
Sobald ich verspüre dass ich aufs Klo muss, darf keine Toilette mehr als 5 Meter entfernt sein, sonst gehts Buchstäblich in die Hose. Ich kann es nicht halten.
Habe auch deswegen seit mind. 15 Jahren nur dunkle Sachen an, meistens Jogginghosen ohne Gürtel.
Damit ich sie schnell genug runter bringe.
Ihr könnt mir glauben....das was ich hier schreibe ist mir peinlich genug.
Es ist nicht leicht, mich so in der Form auszudrücken.
Aber es ist nun mal die Realität.
Dann war wieder einmal Zeit für den Besuch eines vom Sozialgericht bestellten Gutachters.
Zu der Zeit hatte ich auch noch sehr starke Schmerzen an beiden Waden. Sie waren aufgedunsten und schienen jeden Moment zu platzen.
Jetzt kommt etwas unglaubliches.
Der untersuchende Arzt stach mir inmitten der linken Wade ohne Vorwarnung eine Nadel ein.
Die Nadel sah von der Größe und Stärke her eher aus wie ein Schaschlikspieß.
Dann verabschiedete er sich ins Nebenzimmer. Wohl um zu beobachten wie ich darauf reagiere.
Ich lag sage und schreibe 15 min. auf der Liege und musste die wahnsinnigen Schmerzen aushalten. Mir trieb es Tränen in die Augen und ich hielt es nicht mehr aus. Ich brüllte vor Schmerzen aber keiner kam. Dann zog ich mir den Spieß aus dem Bein und warf ihn auf den Boden.
Erst dann kam der Arzt zurück und lächelte mich an.
Ich weiß bis heute noch nicht was dieser Arzt damit bezwecken wollte.
Weiß nur, dass er mich mit seinem Gutachten auf die Psychoschiene gestellt hat.
Woher nur nimmt sich das Sozialgericht solche Gutachter ?
Was sollen solche Quacksalber entscheiden ?
Wissen die dass sie durch ihre Inkompetenz ganze Familien zerstören, Menschen in die Verzweiflung treiben ?
**********
Die Zeit strich ins Land.
Nichts änderte sich an meinem Gesundheitszustand.
Im Gegenteil, es kamen immer mehr Gebrechen dazu mit denen ich mich herumplagen musste.
Einmal überwies mich mein HA zu einer Rheumatologin.
Es könnte ja noch mehr sein als die Borreliose.
Sie untersuchte mich wirklich auf Herz und Nieren. Ich war begeistert von dem was sie mir alles erzählte.
Vom Blutbild her schloss sie Rheuma von vorne herein aus.
Es kann nur mit der Borreliose zusammen hängen.
Zu der Zeit hatte ich wieder die größten Schmerzen an den Schultern und Ellenbogen.
Meine ganzen großen Nervenansätze an den Großgelenken wären ihrer Ansicht nach alle kaputt und die Schmerzen würden auf die vielen kleinen Nervenbahnen ausströmen.
Es war schon interessant ihr zuzuhören.
Was dann hinterher in ihrem Bericht stand stockte mir den Atem.
Ihrer Meinung nach wäre ich auf die Borreliose fixiert.
Rheuma würde sie ausschließen.
Soviel ihr bekannt sei würden sich die Schmerzen bei einer Borreliose nur auf die unteren Extremitäten beziehen. Ich würde aber über Schmerzen im Schulterbereich und den Ellenbogen klagen usw.
So die Aussage einer " Ärztin " die von Borreliose und deren Schmerzen keinerlei Ahnung hatte aber durch ihren Bericht immer mehr kaputt machte.
Ein paar Jahre zuvor war ich mal wieder in der A**us Klinik in Pforzheim. Wegen meinen Knien.
Ich hatte sehr große Schmerzen ....die ganzen Jahre hinweg.
Sofort sagte mir der Arzt dass es sich bei den Knien um Arthrose handeln würde.
OK....das hatte ich befürchtet. Konnte fast kein Auto mehr fahren, das Treppensteigen fiel mir schwer. Lange Strecken gehen oder Radfahren konnte ich auch nicht.
Dass die stechenden Schmerzen in den Gelenken auch Ursache der Borreliose sein können verneinte er. Er war ja Orhopäde und kein Neurologe und kenne sich damit auch gar nicht aus.
Er empfahl mir KG für meine rechte Schulter die ich keinen Millimeter bewegen konnte.
Natürlich wurde auch hier wiederum alles gründlich geröntgt.
Von den ganzen Orthopädenbesuchen hatte ich zwischenzeitlich wohl zig Röntgenbilder von allen Gelenken meines Körpers.
Und egal wo ich hinkam....( immer meine Bilder dabei ) jeder wollte seine eigenen Bilder machen.
Nun der Besuch bei dieser A**us Klinik war schon ne Weile her.
Im Laufe der Zeit hatte ich festgestellt dass sich die Schmerzen immer konzentriert auf ein großes Gelenk beziehen. Die kleineren Schmerzen verteilen sich auf die übrigen Gelenke.
Die konzentrierten Schmerzen waren wie Messerstiche, die kleineren Schmerzen wie Nadelstiche.
Meistens Schubweise. Man hatte auch mal paar Tage Ruhe.
Das kam zwar selten vor aber es tat gut.
Der Schub danach war dann umso schlimmer.
Ich fand heraus dass die konzentrierten, starkschmerzenten Punkte im Körper wanderten.
Ein Beispiel:
Eines morgens erwachte ich und hatte an der rechten Schulter keinerlei Schmerzen mehr.
Obwohl ich damit bei mehreren KGs war und keinerlei Erfolge erzielen konnte war von heut auf morgen der Schmerz weg.
Die Blockade hatte sich wie ein Wunder aufgelöst. Ich konnte meinen rechten Arm wieder frei und schmerzlos bewegen.
Ein Glücksgefühl machte sich in mir breit das sich keiner vorstellen kann.
Nach ziemlich genau einem Jahr Blockade den Arm wieder schmerzfrei bewegen zu können grenzte schon an ein Wunder.
Auch am nächsten Tag....ich war wie neugeboren.
Doch am übernächsten Tag holte mich die Wirklichkeit wieder ein.
Es wäre zu schön um wahr zu sein gewesen.
Die Schmerzen saßen in der linken Schulter.
Wie konnte das sein ?
Der linke Arm versteifte sich nun zunehmends und bald ging es mir wieder so wie vorher...nur halt mit der andren Schulter.
Das mit dem wandern verfolgte ich dann Jahrelang.
Erst das linke Knie, dann linke Schulter.
Dann linker Ellenbogen und die Handgelenke.
Danach rechtes Knie und dann rechter Ellenbogen.
Alles immer paar Wochen oder Monate.
Und immer von heut auf morgen Schmerzen weg und an einem andern Gelenk wieder drinnen.
Wahnsinn !
Dann wie schon geschrieben die rechte Schulter. Das war allerdings extrem lange.
Ca. 1 Jahr!
Danach dann die linke Schulter.
Hier sollte der Schmerz ca. ein halbes Jahr verweilen.
Wusste ich aber noch nicht als ich wiedermal in der A**us Klinik in Pforzheim saß.
Also....Problem....linke Schulter !
Gleiche wie ein Jahr vorher....alles röntgen. Keinerlei Befund. Alles OK....nix gebrochen !
( LOGISCH ) !
Der Arzt ging aus dem Raum wo er mich untersuchte und kam mit einem Kollegen kurze Zeit später zurück.
Es wäre also alles OK mit meiner Schulter, man könne keinerlei gravierende Schäden feststellen.
Und ob ich eigentlich wüsste warum ich überhaupt hier wäre !
Ähhh....ich war richtig perplex !
Na, wegen meiner linken Schulter erwiderte ich.
Daraufhin schauten sie sich an und brachen in lautes Gelächter aus. Sie amüsierten sich regelrecht über mich.
Wo bin ich hingeraten ?
Bin ich hier in einem Irrenhaus?
Was wollen die von mir ?
Nach kurzer Zeit dann der untersuchend Arzt zu mir.
Wissen sie eigentlich wo sie Schmerzen haben !
Ich...ja klar....in meiner linken Schulter.
Wiederum blickten sie sich an und lächelten.
OK...meinte er dann weiter..... in einem etwas schärferen, ernsteren Ton.
Beim letzten Mal wäre ich hier bei ihm gewesen mit unerträglichen Schmerzen an der rechten Schulter.
Ob ich eigentlich nicht zwischen rechts und links unterscheiden könne.
Ich solle mir es besser einprägen welche Seite schmerzen würde.
Als ich den beiden das mit den wechselten Schmerzen erklären wollte brachen sie wiederum in Gelächter aus und verließen Kopfschüttelnt den Raum.
Der folgende Bericht war dementsprechend.
Soviel zu den wechselten Schmerzen.
Wo mache ich weiter ?
Gehn wir mal wieder ins Arbeitsamt.
Wurde einbestellt weil es ab sofort keine Arbeitslosenhilfe mehr geben würde.
Ich könne ja einen Antrag stellen auf Harz 4 !
OK...ich keinerlei Einkommen, meine Frau als Aushilfskraft und zwei Schulpflichtige Kinder.
Leider habe ich die Rechnung ( wie es doch so schön heißt ) ohne den Wirt gemacht.
Mit meiner Frau alles nötige zusammen getragen. Bei ihrem Arbeitgeber, auf der Bank usw....einfach alles was man dafür brauchte und zurück zum Arbeitsamt.
Nach Auflistung und Berechnug kam heraus dass wir einen Anspruch auf monatlich 25,- € für Heizkostenzuschuss bekommen würden.
In Worten....Fünfundzwanzig Euro !
Wie dieser enorm hohe Betrag zustande kam hat folgenden Grund.
Durch die vielen Überstunden die meine Frau sich leistete, weil es sonst nicht reichte..... verdiente sie zuviel.
Man darf praktisch nicht arbeiten wenn man in die Vorzüge von Harz 4 kommen möchte.
Was für eine Politik !!!!!
Wie es denn jetzt mit mir weitergehen würde, da ich ja auch ab sofort keinen Ansprechpartner mehr im Arbeitsamt haben würde wurde mir gesagt dass ich abwarten solle. Man würde sich bei mir melden.
OK.....hab dann auch ca. 1 Jahr gewartet aber kam nie etwas.
Nicht einmal die anerkannten 25,- €.
Nie etwas davon gesehen.
Nun kam der Augenblick meines großen Sohnes.
Er hatte endlich ausgelernt und uns mit seinem ersten Gesellenlohn eine schöne Überraschung bereiten wollen.
Da wir vorher nie ( aus finanziellen Gründen ) annähernd einen Urlaub machen konnten hat er uns einen gemeinsamen Campingurlaub für 14 Tage geschenkt.
Wir vier, alle gemeinsam auf einem Campingplatz.
Für uns Luxus pur!
Wir brauchten nicht viel, waren es gewohnt mit wenig auszukommen und verbrachten ein paar wunderschöne Tage.
Habe mir für diese Zeit auch keinerlei ärztliche Anwendungen und Termine geben lassen.
Als wir dann ein wenig erholter und glücklicher zu Hause ankamen war die Überraschung im Briefkasten um so größer.
Es lagen drei Schreiben vom Arbeitsamt drinnen.
Öffnen des ersten Schreibens !
Ich möchte doch bitte am ***** um *** vorbeikommen um die weiteren Maßnahmen zu besprechen.
Bei Nichterscheinen würden mir 10 % meiner beziehenden Leistungen abgezogen.
Hä...bitte....wie....von was denn abgezogen ?
Bekomme doch gar nichts.
Öffnen des zweiten Schreibens !
Ich möchte doch bitte am ***** um *** vorbeikommen zwecks Besprechung der weiteren Maßnahmen.
Bei Nichterscheinen würden mir 30% meiner beziehenden Leistungen abgezogen.
Diese Termine waren alle 2 Tage später nach Erhalt des Schreibens anberaumt.
Öffnen des dritten und letzten Schreibens !
Ich möchte doch bitte am ***** um *** vorbeikommen zwecks Besprechung der weiteren Maßnahmen.
Bei Nichterscheinen würden mir meine beziehenden Leistungen ganz gestrichen.
Da schaut man schon Dumm aus der Wäsche wenn man so etwas liest.
Da hört man ein ganzes Jahr nix von dem Amt, bekommt auch keinerlei Bezüge wie die zustehenden 25,- € und dann liegen innerhalb 14 Tage drei Schreiben im Briefkasten. Ausgerechnet in den 14 Tagen wo man einmal nicht anwesend ist. Klasse !
Obwohl ich keinerlei Leistungen bezog von dem sie mir etwas abziehen bezw. ganz streichen könnten rief ich gleich Montags im Arbeitsamt an und verlangte den Sachbearbeiter dieser Schreiben.
Ich versuchte klarzustellen dass ich 14 Tage nicht anwesend gewesen wäre und ich erst jetzt alle drei Schreiben gelesen hätte.
Daraufhin meinte der arogante Herr am anderen Ende der Leitung nur, dass alles seine Richtigkeit hätte und er mich jetzt vom Arbeitsamt komplett abgemeldet hätte. Das Arbeitsamt würde meine Rentenbeiträge jetzt nicht mehr bezahlen. Ich solle sehen wie ich das zusammenbekommen würde. Schließlich wäre ich ja ein Fall für die Rentenversicherungsanstalt und legte auf.
Sofort habe ich nochmals probiert anzurufen aber bekam nur eine freundliche Dame an den Hörer.
Sie entschuldigte sich für den harten Ton des Sachbearbeiters und erklärte mir dass er das mit jedem so machen würde und er würde nicht mehr mit sich reden lassen.
Ich bat sie nochmals mir den Herrn zu geben aber der wollte nicht mit mir sprechen. Ich solle mich damit abfinden....das Arbeitsamt würde mich nicht mehr führen.
Paar Wochen später kamen dann die neuesten Zahlen von der Bundesagentur für Arbeit im TV.
Toll...dachte ich....mehrere ****** Arbeitslose weniger als im Vormonat.
Super !
Jetzt reichts !
Ins Arbeitsamt und schnurstracks in das Zimmer von meinem langjährigen Sachbearbeiter und Ansprechpartner.
Er erkannte auch ohne viele Worte von mir sofort die Problematik.
Ich wäre nicht der erste der kommen würde.
Er könne da gar nichts machen.
Es wäre alles innerhalb des Amtes umstrukturiert worden. Alles wäre jetzt anders. Auch er hätte unter der Umstrukturierung leiden müssen.
Zu dem Fall dieses Sachbearbeiters meinte er.....
Es wurden mehrere frühere Telekom Mitarbeiter eingesetzt um Tel. und Schriftlich alle Langzeit Arbeitslosen Termine anzuberaumen um aufzuräumen.
Ausser mir hätte es noch viele andere getroffen.
Nun war ich damals weder Arbeitssuchend gemeldet oder hatte irgendwelche Bezüge erhalten.
Ich war Krank geschrieben und fürs Arbeitsamt anscheinend nicht vermittelbar. Das war dem Arbeitsamt auch genügend bekannt.
Aber die gehen über Leichen.
Für die ist man auch nur eine Nummer die aufgerufen wird und kein Menschliches Wesen das Hilfe braucht.
Wiedermal eine Art Politik die zum Himmel schreit !
**********
All die Jahre muss ich mich auch noch mit den ständigen Begleiterscheinungen der Borreliose herumkämpfen.
Am schlimmsten davon ist wohl das Gedächtnis. Ich leide sehr darunter.
Meine Frau muss mir alles aufschreiben. Alles vegesse ich.
Manchmal fallen mir nicht einmal die Namen meiner Kinder ein.
Auch die Namen meiner besten Freunde die ich schon von Kindestagen her kenne.
Es ist ein grausamer Zustand.
Die Messerstichatacken sind auch immer da. Manchmal sehr stark, manchmal weniger stark, aber sie sind da.
Auch die Herzrythmus und Sehstörungen werden nicht mehr besser.
Die Antriebslosigkeit sowie die Müdigkeit ....es ist zum verzweifeln. Überall schlafe ich ein. In allen Lagen. Habe mich schon mehrmals dabei ertappt wie ich sogar im stehen eingeschlafen bin.
Mit den Jahren gewöhnt man sich an alles.
Auch an starke Schmerzen.
So ist es halt wenn etwas immer hier ist....reine Gewohnheit.
Jammern habe ich mir schon lange abgewöhnt....bringt ja eh nix.
Was ich noch lernen musste war der Umgang mit dem PC.
Und das in meinem fortgeschrittenen Alter.
Aber, man kommt heutzutage halt nicht drum herum.
Das www brachte mir natürlich auch ungeahnte Möglichkeiten. Ich erfuhr von Gleichgesinnten die ähnliche gesundheitliche Probleme hatten und dass für Borreliose nicht einmal eine Meldepflicht besteht ( auch heute noch nicht ).
Aber es brachte für mich auch negative Seiten mit.
Zum Beispiel: " das sich übers Internet zu informieren eher schädlich ist als nützlich ".
Das sehen diese " Götter in Weiß " nicht besonders gerne.
Oftmals wurde ich abgestempelt als " Internet Hypochonder ".
Ein Name den die Weißkittel den Menschen gegeben haben die sich im Netz über ihre Gebrechen unterhalten.
Ich versuchte dann bei jedem folgenden Arztbesuch das böse Wort " Borreliose " zu verheimlichen, die laut Aussagen der Ärzte " Modekrankheit " nicht zu erwähnen.
Sonst war man gleich unten durch.
Traurig, aber wahr !
Meine Beine wurden immer schlimmer.
Nicht nur das aufgedunstete, sondern auch farblich sah man Veränderungen.
Unten am Fuß wurde es im Innenknöchelbereich immer schwärzer.
Wie lauter kleine schwarze Äderchen.....Besenreißer !
Die ganzen Jahre über erwähnte ich immer wieder meine Beschwerden mit den Beinen beim HA.
Die Farbe wäre unbedenklich aber gegen das angebliche Wasser in den Beinen müsste man etwas tun. Und so verschrieb er mir Wassertabletten. jeden Tag eine halbe morgends einnehmen...das müsste reichen.
Habe ich auch 2 Jahre lang gemacht, aber ohne jegliche Besserung. Ich hatte ständig das Gefühl als explodierte jeden Moment ein Bein.
Links stärker als rechts.
Mein HA meinte dann dass ich die Dosis erhöhen sollte. Statt einer halben von nun an eine ganze Tablette. Machte ich natürlich auch seitdem.
Aber ohne Erfolg. Wieder ist ein Jahr vergangen und mein linkes Bein schmerzte immer mehr. Auch war jetzt der Innenknöchelbereich schon richtig schwarz. Das machte mir große Sorgen und beim nächsten HA besuch sprach ich den Dok. mal wieder darauf an.
Naja...meinte er....es sei immer noch unbedenklich aber man sollte doch etwas dagegen tun. Er schrieb mir ein Rezept für den Apotheker aus.
Thrombosestrümpfe II Klasse !
Soll sie mir ausmessen lassen und dann mal ständig tragen. Es könne gut sein dass es sich bei meinen Beinen um eine oberflächige Thrombose handeln würde.
Wenn mir mein HA das sagte dann musste ich es ihm glauben, vertraute ihm schließlich blind.
Als ich dann die Maßgenauen Strümpfe in der Apotheke abholen konnte, der nächste Schocker.
Da komme ich doch niemals mit meinen Beinen rein...dachte ich.
Der Apotheker meinte nur...es muss so sein, sonst bringt es nichts.
Man brauch den Gegendruck.
OK...leicht gesagt, aber mit meinen beiden ledierten Daumen unmöglich. Konnte damit ja weder eine Flasche noch sonstige verschweißten Plastikverpackungen öffnen. Und dann damit solche engen Strümpfe überziehen....unmöglich.
Mit aller Gewalt und Hilfe meiner Frau klappte es dann aber doch.
Nach einer gewissen Zeit jedoch reichte auch das nicht mehr aus um die Schmerzen erträglicher zu machen.
Die Beine waren zwar nicht mehr so dick die Schmerzen jedoch ständig da.
Ich wieder zurück zum HA und mein Leid geklagt.
Er mich an seinen Nebenzimmerkollegen weiter verwiesen um ein paar Messungen vorzunehmen.
Alles OK...Durchgang ist super.....passt alles !
Kompressionsstrümpfe tragen, mehr kann man nicht machen.
Mir fiel die Nadel bezw. der Schaschlikspieß von dem damaligen Gutachter ( der mir den Spieß ins Bein steckte ) wieder ein und dass ich diese Beschwerden nun schon seit so vielen Jahren hatte.
Dafür musste es doch eine Ursache und Erklärung geben....da konnte doch etwas nicht stimmen.
Mein HA entschloss sich dann doch noch...nach meinen ständigen Klagen...für eine Überweisung zum Spezialisten. Durchmessen und Abklärung der Ursache.
OK...angerufen und einen Termin in 4 Monaten bekommen.
Als es dann soweit war kam lediglich die Sprechstundengehilfin und machte ein paar Überprüfungen an beiden Beinen.
Jop...meinte sie...auf der einen Seite stimmt was nicht da müsste man dann mal beim nächsten Male danach schauen.
OK...solle mir vorne einen neuen Termin geben lassen.
Habe ich auch bekommen....4 Monate später.
Schon als ich das erste Mal die Praxis betrat fiel mir auf dass überall, sei es auf der Anmeldetheke oder im Wartezimmer...im Untersuchungsraum...eigentlich überall stabelweise Flayers und Prospekte rumlagen.
Auch die Wände waren voll mit Poster über die ungerechte Bezahlung der Ärzte ...über Einladungen zu Demos gegen das Gesundheitssystem.
Schon beim Empfang bekam man ein Schriftstück das man unterschreiben sollte.
Ich bekam das alles mit bei jedem Patienten der die Praxis betrat. Die meisten Damen waren fast nur mit Aufklärung der Patienten über diese Art Ungerechtigkeit beschäftigt dass mir sofort klar wurde warum Termine so lange dauerten.
Die hatten gar keine Zeit für andere Dinge.
Die nächsten 4 Monate waren endlich rum und ich kam zu meinem zweiten Termin. Dieses mal war auch der Arzt bei mir zugange.
Der schaute sich meine Beine an und meinte auch dass hier nix gravierendes zu bemängeln wäre, man aber noch einen Test machen solle.
Und dies machte er dann auch Höchstpersönlich.
Während der ganzen Zeit erzählte er mir von seinem Leid.
Dem geringen Budget.
Und dass es so nicht weitergehen könnte.
Man muss etwas dagegen unternehmen. Das Gesundheitssystem sei marode und die Zustände unter aller Sau.
Wenn das so weitergehen würde dann schließe er seine Praxis und mache alles nur noch auf Privatpatienten.
Von meinem Bein war fast nie die Rede solange ich bei ihm im Zimmer war.
Nur über die Gesundheitspolitik.....das war genau sein Milieu.
Bitte lassen sie sich vorne einen neuen Termin geben.....wir sehn uns dann nochmal.
Als ich dann vorne an der Theke stand und die Dame mir einen geeigneten Termin raussuchen wollte ( ca. 4 Monate später ) sagte ich zu ihr dass sie es sein lassen solle. Mir reicht mein erlebtes hier in dieser Praxis.
Mit großen Augen sah sie mich dann ganz verdutzt und unverständlich an.
Ich sagte auch nicht " Auf Wiedersehen " !
Ich bleib jetzt mal bei meinem schmerzenden linken Bein.
Das hier niederzuschreiben drückt mir Tränen aus den Augen.
Es ist normalerweise unbeschreiblich was jetzt folgt !
Der Schmerz wurde immer unerträglicher. Ich konnte den Fuß fast gar nicht mehr bewegen.
Und trotzdem ging ich morgens und abends täglich mit dem Hund Gassi. Zwar nur ca. 200 Meter ( weiter schaffte ich es nicht ) aber Hauptsache ich ging.
Das war alles...mehr ging nicht.
Den Rest des Tages saß ich zu Hause im Wohnzimmer oder bei schönem Wetter auf der Terasse.
Kurz bevor ich dann vor Schmerzen durchdrehte wieder den Weg zum HA.
Er soll mir bitte eine Einweisung nach La***********bach fertig machen. Es war mein Wunsch dass dort ( in einer so bekannten Klinik ) ich bestens aufgehoben wäre.
Das Klinikum in L***********bach lag nur ca. 12 Km von meinem Zuhause entfernt.
Er gab sein OK...und am nächsten Morgen fuhr mich ( versehen mit zwei Krücken ) meine Frau nach L***********bach. Köfferchen war gepackt zum stationären Aufenthalt.
Ich war froh endlich an dem Ort zu sein an dem mir geholfen werden könne.
Dachte ich damals zumindest !
Was ich jedoch in diesem Hause alles erlebt habe grenzt an Unverschämtheit sondersgleichen.
Aufnahme war geregelt und ich saß in meinem Dreibettzimmer und wartete bis der zuständige Arzt bei mir vorbei kam.
Zur allgemeinen Befragung des Problems.
Er kam dann auch gleich und begann mit der Befragung.
Und ob es noch irgend etwas anderes in der Vorgeschichte gab was er wissen müsste meinte er noch.
Ich erwähnte absichtlich nicht das Wort Borreliose. Aber er merkte mir irgendwas an.
Sollte ich noch etwas wissen......haben sie sonst noch irgendwelche Probleme ?
Hmmm...dachte ich...er könnte ja etwas schriftlich davon erfahren haben.
Dann rutschte mir das " Böse Wort " tatsächlich raus.
Konnte oder durfte es doch nicht verschweigen. Vielleicht war es auch besser es zu erwähnen.
Ja...sagte ich....weiß aber nicht ob es wichtig ist....ich hätte eine chronische Borreliose im III Stadium.
Er lächelte, stand auf, schüttelte den Kopf und verließ ohne jegliches Wort zu verlieren das Zimmer.
Von dem Augenblick an war ich dort unten durch.
Ich Idiot, dachte ich...warum hast du es auch erwähnt.
Aber auf der anderen Seite könnte es ja auch wichtig sein es zu erwähnen.
Hier war es auf jeden Fall nicht angebracht....Shitt !!!
Ich lag in L***********bach ganze vier Tage stationär.
In diesen vier Tagen wurde an den Beinen nichts gemacht, wie vorher auch schon ein paarmal durchgemessen....sonst nix.
Morgens Frühstück, mittags Mittagessen und abends Abendbrot. Dazwischen nix.
Ausser einmal zu einem geschickt zum Ultraschall meines Bauches.
Keine Ahnung warum....aber wenns unbedingt sein muss warum net, Fehler ists keiner.
Und einen Termin Bauchspiegelung machen wir auch schon aus.
Warum...keine Ahnung...aber ok !
Ach was war das für ein Arzt der den Ultraschall / Bauch durchführte. Ich dachte ich komm vom Regen in die Traufe.
Der hat in dem Zimmer rumgeschrien...Befehle gegeben wie beim Bund.
Ich kam mir vor wie der letzte Dreck !
AUSZIEHEN !!!
HINLEGEN !!!
MACHEN SIE DIE BEINE GERADE !!!
EINATMEN !!!
AUSATMEN !!!
STELLEN SIE SICH NICHT SO AN !!!
Es war der reinste Horror was der da drinnen abzog.
Als ich zurückkam fragte ich eine Schwester nach dem Dok. der bei mir Ultraschall gemacht hatte.
Ob das normal wäre....so wurde ich noch nirgends zuvor behandelt.
Das wäre ganz normal bei ihm sagte sie....das ist unser Italiener der ist immer so. Den hört man manchmal bis hierher brüllen. Wär nicht jedermanns Sache aber ...so ist er halt !
Hmmm....OK !
Zurück in meinem Zimmer legte ich mich auf mein Bett. ich sollte so gut und oft wie möglich die Beine hochlagern.
Zwischendurch ( man kann ja nicht nur liegen ) ging ich vor dem Zimmer ( im Flur ) auf und ab. Bisschen die Füße vertreten....immer so im Wechsel. Das tat mir meines Erachtens gut.
Und jedesmal wenn ich vor meinem Zimmer war und die Stationsärztin ( Oberärztin ) vorbei kam pflaumte sie mich an ...ich soll auf mein Bett liegen und die Füße hochlagern.
Ich erwiderte dann meistens dass ich dies ja mache aber doch nicht nur liegen könnte.
An den Beinen wurde überhaupt nix gemacht....keine Ahnung warum !
Ich hatte auch die ganz normal üblichen weißen Kompressionsstrümpfe die jeder Patient im Hause anhatte bekommen.
Das wundert mich heute noch.
Also...zurück vom Ultraschall Bauch lag ich auf meinem Bett als die Tür aufging und diese arogante Oberärztin reinkam.
Sie hatte den Bericht des Italieners dabei und wollte mir sein Ergebnis mitteilen.
Ich setzte mich auf die Bettkante und sie setzte sich auf das Bett mir gegenüber.
Sie meinte dann nur, dass mit meinem Bauch alles ok sei, als im gleichen Augenblick die Tür aufging und ein Zivi mit einem Rollstuhl das Zimmer betrat.
Die Oberärztin sofort....
Was haben sie denn vor ?
Der Zivi antwortete ihr dass er mich abholen wolle zur Bauchspiegelung.
Die Oberärztin schaute mich verdutzt an und fragte mich...
Sie kommen doch gerade vom Ultraschall Bauch !
Und da wäre alles ok....wollen sie wirklich dass man jetzt auch noch die Bauchspiegelung machen sollte ?
Sie finde dass dies nicht nötig wäre.
Ähhh....ich erwiderte sogleich dass ich die Termine ja nicht gemacht hätte, aber wenn sie meint dass es nicht nötig wäre...mir egal.
Dann sagte sie dem Zivi dass er wieder fortgehen könne....Bauchspiegelung würde nicht gemacht werden.
OK....!
Und sie verließ das Zimmer.
Die Tage vergingen und Freitags war dann fast kein Patient mehr auf der Station.
Ich wunderte mich darüber und fragte eine Schwester wo denn die Leute alle wären.
Na...die meisten gehn am Wochenende nach Hause und kommen dann abends wieder her.
Warum das denn ?
Na weil am Wochenende meistens nichts gemacht werde.
OK...dachte ich !
Ich lieg ja hier auch nur rum...dann könnte mich ja morgen meine Frau auch holen und mich für ein paar Stunden mit nach Hause nehmen...sind ja nur paar Km.
Das sagte ich so im Spaß und die Schwester antwortete auch mit einem lächeln.
Es war Samstag morgen, ich lag auf meinem Bett und schaute TV. Ich war allein im Zimmer...alle zu Hause und dachte überhaupt nicht mehr an das Gespräch mit der Schwester vom Vortag als die Tür aufging und eine Schwester herein kam.
Ich sollte mal vorkommen zu der Oberärztin.
Naja...Schlappen an und Spaziergang unternommen.
Ich habe gehört dass sie nach Hause wollen !!!
Hehe...lachte ich....jaja...das war so im Spaß...weil alle weg sind.
Sie können auch nach Hause gehen !
Ach was...nee wirklich jetzt oder...?
Ja...sie können ihren Koffer packen und gleich gehen bei ihnen wird eh nichts mehr gemacht.
Ähhh.... ist das jetzt ihr Ernst....ich kann nach Hause.
Ja klar....kommen sie in 10 Min. nochmal hier vorbei, ich mach ihnen den Bericht für ihren HA fertig.
Richtig verwundert stand ich da....konnte es kaum glauben.
Ich ging zurück auf mein Zimmer und rief meiner Frau an dass sie mich abholen könnte. Packte mein Köfferchen, holte meinen Bericht ab und humpelte mit meinen Krücken in Richtung Ausgang.
Was war das ?
Die Überraschung kam dann später im Bericht an den HA.
Jetzt festhalten !
Dem Bericht nach wollte ich auf eigene Verantwortung die Klinik verlassen !
Eine terminierte Bauchspiegelung lehnte ich auf eigenen Wunsch als sinnlos ab !
Dadurch dass ich die Klinik verließ konnten keinerlei geplante Anwendungen mehr an mir durchgeführt werden !
Meine Beine wären Ok...
Thrombosestrümpfe tragen und Beine hochlagern.
Hammer !!!
Und so etwas erlebt man in einer so renomierten Klinik wie der in L***********bach....Wahnsinns Erfahrung !!!
Das übelste kommt aber noch !
**********
Die Aussage beim V*K dass ich zuerst nach Hause sollte und das Haus verkaufen ging mir nicht mehr aus dem Kopf.
Und so schrieb ich eines Tages eine Mail an den Boss vom V*K ( Bawü ) und lies meiner Empörung freien Lauf.
Tags darauf erhielt ich einen Anruf von ihm dass das sicher nicht die feine Art gewesen sei und er auf jeden Fall dem Herrn Bescheid sagen würde dass es so nicht ginge.
Ich solle dann einen neuen Termin bei ihm ausmachen.
OK...aber der Reihe nach.
Erst musste ich wieder einen Rentanantrag stellen.
Und, ja genau....wieder erfahrungsgemäß automatisch abgelehnt.
Dann den Schritt zum V*K und Widerspruch eingereicht.
Der Herr war auf einmal ganz freundlich und setzte sogleich ein Schreiben auf dass, sich der V*K somit in die Verhandlungen einschalten würde.
OK...endlich geschafft.
Dann nach ein paar Wochen kam die Ablehnung des Widerspruchbescheids.
Zu der Zeit war ich gesundheitlich so sehr angeschlagen dass ich das Haus nicht verlassen konnte.
Aber für was hat man heutzutage auch einen PC mit dem ich mich mittlerweile sehr gut angefreundet hatte.
Die Ablehnung des Bescheids müsste ja der V*K bekommen haben. Aber keinerlei Nachricht kam von denen wie es jetzt weitergehen sollte.
Nach 14 Tagen rief ich dann mal dort an um zu fragen wie denn der aktuelle Stand sei
Nach etlichen Anrufversuchen kam ich dann endlich mal an die Vorzimmerdame des Herrn.
Er habe momentan leider keine Zeit und wäre tel. auch nicht erreichbar und ob sie ihm etwas ausrichten könne.
Ich erwähnte, dass die Widerspruchszeit gegen den Widerspruchsbescheid 4 Wochen beträge und dass ich gerne gewusst hätte wie es denn jetzt weiterginge.
Sie versprach mir ihm Bescheid zu geben.
Eine Woche später immer noch keine Antwort vom V*K.
Ich hab dann eine E-Mail geschrieben mit der Bitte wie es weiter geht.
Wieder keinerlei Antwort.
Nochmals eine E-Mail und wieder keine Antwort.
OK...jetzt waren die 4 Wochen eh rum und bestimmt hatte der V*K ja etwas unternommen.
Scheißele...Fra Eisele !!!
Nix war passiert.
Stattdessen bekam ich vom V*K eine Rechnung über 11,- € zugesandt.
Für die Auslagen:
Aufsetzen eines Briefes zwecks Widerspruchbescheids.
Als es mir wieder einigermaßen besser ging war mein erster Ausflug aus dem Hause in die Richtung V*K Geschäftsstelle und ließ meinem Frust freien Lauf.
Ja...sie wüssten Bescheid.
Aber....
Sie hätten gerade in der Zeit große Probleme mit dem Internet gehabt und es wäre drunter und drüber gegangen.
An welche E-Mailadresse ich denn die Nachrichten geschickt hätte?
Bei ihnen wären keine angekommen.
Vielleicht hätte ich sie auch an die beiden anderen Adressen geschickt die aber nicht zu ihrer Stelle gehörten.
Mann....was für ein Sauladen !
Es verging wiederum einiges an Zeit und es war schon ziemlich Ende eines Jahres, vielleicht gerade noch rechtzeitig um beim V*K zu kündigen. Leider zu spät....ging nicht mehr.
Ich das Delämmer wiederum dem V*K Landesboss mitgeteilt.
Der holte sich sodann anscheinend Auskünfte ein und rief mich empört zurück.
Ich hätte anscheinend vom V*K ein Schreiben erhalten mit der Frage an mich wie sie weiter verfahren sollten. Dieses Schreiben blieb aber angeblich von mir unbeantwortet.
So kann man es auch machen...Hauptsache saubere Weste.
Ich habe niemals ein Schreiben vom V*K erhalten.
Habe täglich darauf gewartet aber leider....
Saubande !
Wiederum bekam ich vom Sozialgericht die Einladung zweier Gutachter einzuholen.
Diesmal in Mannheim.
Selbst so eine weite Strecke fahren konnte ich gesundheitlich nicht und so musste meine Frau für diesen Tag wieder einmal einen ihrer Urlaubstage nehmen.
Der erste " Arzt " war schon wieder zum wievielten Male ein Orthpäde...ich fass es nicht.
Und wiederum wollte er meine mitgebrachten Röntgenbilder nicht sehen.
Er wolle seine eigenen machen.
Das verneinte ich jedoch diesesmal energisch.
Daraufhin wurde er sehr böse.
Ich könne gleich einpacken und das Gutachten würde dann dementsprechend ausfallen.
Ich erzählte ihm dass ich in den vergangenen Jahren schon hunderte Male wegen dieser Sache geröntgt wurde und man auf den Aufnahmen nichts erkennen würde.
Leider ohne Erfolg....er wich nicht davon ab eigene Aufnahmen zu machen.
Fragte mich nach meinem Röntgenpass...hatte ich aber bis dato nie einen besessen. Ging gleich in die Kabine und wurden 16 Aufnahmen von den betroffenen Gelenken angefertigt.
Hatte meine Frau dabei die die ganze Zeit nur den Kopf schüttelte.
Was für eine Schweinerei ( Geldmacherei ) in manch Praxis abgezogen wird....das geht auf keine Kuhhaut !
Nach den eigentlichen Ursachen meiner Beschwerden wurde meiner Ansicht nach gar nicht geschaut. Dass beim röntgen nichts gefunden wurde war mir vorher schon klar, das hatte ich ja schon öfters hinter mir.
Am meisten ärgerte mich die Sache mit dem röntgen. Ich musste sogar unterschreiben dass er mich erneut röntgen darf. Praktisch meine Zustimmung geben.
Und alles ging so langsam und behäbig ab in dieser Praxis. Dabei hatte ich danach ja noch den zweiten Termin bei dem anderen Gutachter ( auch in Mannheim ).
Ich merkte erst im nachhinein dass dies alles so geplant war.
Wiederum einmal mehr Verarschung pur.
Er musste mich solange aufhalten damit es mit der Zeit knapp werden würde um pünktlich beim andern zu sein. Wieder so eine Masche die dazugehörte.
Wir mussten uns sputen um die andere Praxis pünktlich zu erreichen.
Beim zweiten Gutachter mussten sie wahrscheinlich schon mit der Stoppuhr dagestanden haben um die Zeit zu stoppen wie lange wir von dem einen bis zum andern brauchten.
Stand dann später alles in den Gutachten. Natürlich anders ausgedrückt. Von wegen Probleme bei weiten Strecken mit dem laufen usw.
Dass mich meine Frau bis vor die Haustür fuhr und danach einen Parkplatz gesucht hatte stand natürlich nicht drinnen.
Aber in einem Gutachten liest sich das wunderbar.
Und wieder ( logisch ) war der zweite Gutachter so ein Psycho.
Am Schluss waren beide Gutachten fast identisch bis auf mein Gewicht und meine Größe.
Beim einen wog ich 88 Kg und war 1,78m groß und beim andern 83 Kg schwer und 1,73m groß ( weiß net mehr ganz genau die Zahlen aber so ungefähr stands drinnen ).
Keinerlei Laborwerte zwecks erhöhtem Enzündungstiter der Borellien....NICHTS dergleichen. Dafür aber wiederum, dass ich auf meine Borreliose fixiert wäre und an meinen ganzen Gelenken keine derzeitige akuten Entzündungserscheinungen vorlagen. Vollschichtig mind. 6 Stunden Arbeitsfähig auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wäre ( mit allerdings zig Einschränkungen ).
Was bitte treibt solche " Ärzte " dazu, den Versicherungen und Gerichten so in den Arsch zu kriechen?
Ich brauchte nicht viel zum Leben.
Aber ich benötigte meinen VW Bus der mich zu den Terminen der Ärzte und Ämter brachte.
Ich brauchte Sprit dafür. Die Versicherung und KFZ Steuer auch.
Kleidung und Schuhwerk holte ich mir von Altkleidersammlungen, aber Essen und Trinken brauchte ich auch zum überleben.
All dies musste meine Frau mit ihrem kargen Verdienst aufbringen. Ich wurde allmählich zur Last.
Sie sagte es mir zwar nie aber ich habs ihr angemerkt.
Ich war ihnen ein Klotz am Bein. Alle mussten auf alles verzichten nur um mich " Schmarotzer " durchzubringen.
Wieviele Tränen habe ich ( von ihnen unbemerkt ) deswegen verloren.
Ich war geistig und körperlich am Ende.
Hing immer nur noch rum. Betten herrichten, Geschirr spülen, Staubsaugen usw. alles Dinge die ich im Haushalt hätte verrichten können solange die andern zur Arbeit waren konnte ich nicht ausführen.
Ich war so geschwächt und körperlich eingeschränkt....es war zum heulen.
Meine Frau kam abends müde von der Arbeit und zu Hause sah es noch genauso aus wie sie es verlassen hatte.
Täglich musste sie trotz ihres Bandscheibenvorfalles Beruf und Haushalt verrichten.
Das konnte nicht mehr lange gut gehen.
Und dann nach über 30 Jahren Gemeinsamkeit schien sie sich von mir zu distanzieren. Ich merkte es von Tag zu Tag mehr.
Selbst die Kinder verdrehten schon die Augen wenn sie mich sahen.
Aussagen der Kinder wie:
( Der Mitesser sitzt nur den ganzen Tag in der Gegend rum, kann ja auch mal was machen ) !
oder...
( Wenn soviele Ärzte sagen dass er nix hat ...wem soll man dann glauben ) !
....trugen unglaublich zu meiner Stimmung bei....verständlich !
Niemand kann erahnen was da in einem geschieht, wie man sich dabei fühlt.
Was habe ich ungewollt meine Familie erleiden lassen ?
Ich machte mir viele, viele Vorwürfe deswegen.
Mit der Zeit entfernten sich meine Frau und ich immer weiter.
Wir sprachen kaum noch miteinander. Wir gingen uns unweigerlich aus dem Weg, wo wir nur konnten. Ich war immer so Stolz auf sie, hätte sie so gerne in die Arme genommen, gedrückt oder gestreichelt. Merkte jedoch dass sie jedesmal eine Berührung vermeidete.
Dann traute ich mich nicht mehr neben ihr zu schlafen und blieb im Wohnzimmer auf dem Sofa.
Ich wusste genau, dass wenn ich neben ihr liegen würde ich in die Versuchung kommen würde sie zu berühren und das wollte sie ja nicht.
Weh tun konnte ich ihr nicht und berühren tat ihr weh.
Was sollte ich machen ?
Ein Besuch beim Psychologen der mir Antidepressiva verabreichte brachte mich auch nicht weiter.
Dann war wieder einmal die Zeit gekommen um einen erneuten Rentenantrag zu stellen.
Ich weiß dass sich dies BLÖDE anhören muss, aber wenn man einmal namentlich bei dieser Versicherungsanstalt bekannt ist dann geht man automatisch diesen verzweifelten Weg....man befindet sich mittendrin im " Teufelskreis ".
Der Slogan der Versicherung schien zu heißen:
MÜRBE MACHEN !
HINAUSZÖGERN !
ABLEHNEN !
ABWARTEN !
Mürbe machen...Mürbe machen.... Mürbe mac....
Immer und Immer wieder !
Irgendwann hört er auf, gibt nach, kann nicht mehr oder verstirbt.
Dann haben wir wieder einen mehr los.
Brauch eine Pause zum überlegen wie und wann ich weiterschreibe.
Momentan bin ich nicht in der Verfassung dazu....sorry
Eines vorab....es kommt noch viel, viel schlimmer !
Normal....unbeschreiblich !!!
Ärzte, Richter, Rechtsanwälte....alles sind Intellektuelle die sich teilweise auch von gemeinsamen Studienzeiten her kennen.
Also, alles Kumpels untereinander.
Und die tun sich normalerweise auch nicht untereinander weh.
Ob es sich um Recht oder Unrecht handelt.....egal, Hauptsache IHRE Weste wird nicht beschmutzt.