Licht_im_Flur

04.05.2011 um 11:18 Uhr

Paht twentie

Ich möchte mich nicht selber loben, aber diese Location ist wirklich grandios... Ich wusste immer, dass ich genau hier feiern möchte, wenn ich mal heirate, aber in der goldenen September-Sonne kriegt das Ganze doch nochmal einen anderen ... Glanz.

Wir befinden uns auf einem alten Fachwerkhof, mittendrin in grünen Wiesen (und nur ein paar hundert Meter weg von der stark befahrenen Bundesstraße, aber hey - wir sind im 2. Jahrtausend, da machste nix...) Die Scheune, in der wir die nächsten Stunden hoffentlich ordentlich ausgelassen verbringen ist riesig und superschön: dunkle Holzbalken an der Decke, niedrige Fensterchen an den Seiten, schickes Holzparkett und weiße Blumengebinde überall. Meine Dekorateurin hat sich auf den Tischen selbst übertroffen: auf den silbernen Untertellern befindet sich exqusites weißes Porzellan, neben den dreiarmigen Kerzenleuchtern stehen cremefarbene Gerberas in reichhaltiger Fülle, weiße Luftballons schweben über den Stühlen - diese Mischung aus urgemütlich und elegant haut mich um. Ich renne die ganze Zeit durch den Saal und rufe "Ist das schön!! Nein, ist das schön..."

Nachdem ich auch diese Freudenorgie hinter mich gebracht habe gibt es endlich den ersehnten Kuchen. Ein lockeres Rumsteh-Tasse und Teller in der Hand-Ding. Und schon wieder haben sich Tims Jungs was ausgedacht: Passend zum lockeren Stehcafé bauen sie sich in einer kleinen Ecke auf und geben zu Dritt lässig-coole Lounge-Mucke zum Besten. Die nächsten zwei Stunden gehen rum wie im Flug. Ein bisschen Konversation hier, ein bisschen Lästern und Gackern mit der besten Freundin dort, Geschenke gibts auch noch (und was für schöne...!!) und ruck zuck ist Zeit fürs Abendessen. So Freunde, und wer es bis hier geschafft hat, der wird jetzt leider mit noch mehr Dekadenz bombardiert: Was thront da, würdevoll und feucht glänzend über dem vom Spitzenhotel des Ortes angelieferten Buffet? Rrrrichtig... Eine Eis-Skulptur. Wir hatten eine Eis-Skulptur... eine E-I-S-S-K-U-L-P-T-U-R!!!!

Ich habe das selbst nicht gewusst, dass so etwas in unserem Provinznest möglich ist und bin baff! Hat sich der Hotelierssohn heute nacht noch hingesetzt und die Venus von Milo geschnitzt? Gibt es da so riesengroße Formen zum Gießen? Und wer klopft dann das Eis da fehlerfrei raus? Dieses Rätsel habe ich leider bis heute nicht lösen können, aber mal wieder bestätigt sich meine inzwischen zur Weisheit festgeklopfte Erfahrung, dass man viel mehr Freude erfährt und viel schönere Überraschungen erlebt, wenn man die Sache im Vorfeld nicht zu sehr durchplant. Mit Grausen denke ich da an die 13000 (in Worten dreizehntausend) Euro teure Hochzeit, auf der ich mich unlängst wiederfand. Die Braut hatte über ein Jahr geplant und nichts dem Zufall überlassen. Das Fazit war, dass alle recht angespannt auf ihren Stühlen saßen und Programmpunkt für Programmpunkt über sich ergehen ließen. Stimmung wollte bis zum Schluss nicht so recht aufkommen...

Nun aber zur Speisenfolge: Ich möchte nicht langweilen, aber die Highlights müssen genannt werden (es sind doch sicher auch Gourmets unter den Lesern, oder?) Bitte sehr: Schweinefiletköpfe mit Spinat-Frischkäse-Füllung, vor Ort flambiertes argentinisches Rinderhüftsteak (ein bisschen Feuer für die Show - so arbeiteten doch Siegfried und Roy auch, oder?) und eine mediterrane Fischpfanne bilden die Essenz; Steinpilzsuppe oder dreifaltiger Dessertteller mit Pistazienmousse, einem schokoladigen Obstspieß und einem Stück Apfeltarte den Rahmen. Hach, herrlich! Ich kann das Essen genießen, freue mich immer noch so vor mich hin und schaffe es sogar, die Suppe zu löffeln, ohne mich zu bepladdern. 

So kann es weitergehen...

 

 

 

23.02.2011 um 10:00 Uhr

Paht neintiehn

Ich verliere mich sicher in Klischees, aber so golden kann die Sonne nur im September scheinen. Ich freue mich im Stillen über das Hochzeitsgeschenk von Petrus und klettere ins Auto (Anders kann man das wirklich nicht nennen, es war weder grazil noch prinzessinnenhaft, es war eben mehr ... eine Art hieven). Wir hätten zwar auch zu Fuß zur Kirche laufen können, aber Braut geht nicht, Braut fährt vor! Und zwar in einem schnöden und ziemlich unscheinbaren Kia, aber wer achtet schon auf solche Details? 

 

Als wir vor die Kirche fahren, sehe ich Tim da stehen. In seinem grauen Anzug mit Weste, die Hände in den Taschen und ein Blümchen im Knopfloch, und ich sehe an seiner Körperhaltung, dass er nervös ist. Dieses Bild ist so rührend, dass es sich wahrscheinlich auf ewig in meine Netzhaut gebrannt hat. "Toll", denke ich etwas schadenfroh, "er ist echt nervös!" Das war nämlich so nicht zu erwarten gewesen. Tim war die absolute Ruhe selbst. Bis zum Hochzeitsmorgen gab es keinen Anlass daran zu zweifeln, dass diese unendliche Gelassenheit auch nur einen klitzekleinen Riss bekommen könnte. Aber nun steht er da, ist unbestreitbar angespannt, und als ich aus dem Auto klettere (jaja, schon wieder!), kommt er schnell auf mich zu. 

Er strahlt und sagt "Hammer!" Ein Freund der langen Schachtelsätze war er noch nie - erwähnte ich das bereits? Zusammen gehen wir die Treppen hoch und warten bis der Orgelmann den Hochzeitsmarsch anstimmt. Dann geht alles wie von selbst. Wir gehen los. (Fürs Schreiten waren wir uns dann doch zu cool) "Ab geht die Luzie", denke ich noch, mache die Augen zu und tue den ersten Schritt in die Kirche hinein.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich alles so schön finden würde. Noch während wir durch die Gänge gehen, sehe ich lauter liebe Gesichter. Alle waren nur wegen uns da, das rührte mich nun auch schon wieder so. "Oh mann, jetzt reiß dich mal zusammen, sonst heulst du doch noch" ermahnte ich mich. Doch was so ein eisernes norddeutsches Gewächs ist, das hat sich im Griff, und so blieben die Augen trocken.

Der Gottesdienst war übrigens echt schön. Doch, wirklich. Unser Pfarrer hat alles lebensnah, locker und persönlich gestaltet. Er berichtete der anwesenden interessierten Gemeinde zum Beispiel, dass ich immer alles ausdiskutieren müsse, wenn nötig auch bis in die Nacht hinein. Großes Gelächter bei allen, die mich kennen. Gnarf! Toll, dass der Seelsorger so gut aufgepasst hat, als es in dem Vorgespräch darum ging, den jeweils anderen zu beschreiben. Danke Tim! Was anderes ist dir also nicht eingefallen? Dass ich einer Venus gleich und unheimlich klug bin etwa?? Naja, egal. Es muss ja weitergehen. Wir singen alle "Hits" aus dem Gotteslob und die Jungs aus Tims Band spielen ein wunderschönes Stück von Bach auf Trompeten und Saxofon. Ich bin so glücklich grade, es ist fast unheimlich.

Es kommt aber allerdings noch dieses Heirats-Dings. Also der Teil, wo es ernst wird. Vor dem Ringetausch gibt es so eine Bibelsstelle, die beide Heiratswillige vorlesen müssen. Ein paar Sätze über Liebe und Treue und Gott und so. "Kein Problem" dachte ich vorher, große Stücke auf meine Qualitäten als Vortragende haltend. Zum Beispiel konnte mich nie ein Referat an der Uni schrecken, wieso sollte hier nun etwas anders sein, vor all den lieben Verwandten und Freunden?

Tim ist zuerst an der Reihe. Er spricht seinen Text langsam und gediegen, mit einer Stimme, in der ein Hauch Ehrfurcht liegt und viel Liebe. Toll, ich bin ganz hin und weg als er mir den Ring anzieht ("überstreift" klingt mir jetzt hier doch zu sehr nach Kondom...)

Dann bin ich dran. Dass tempomäßig offenbar die Pferde mit mir durchgegangen sind, bemerke ich erst, als ich schräg hinter mir meine Schwester und Trauzeugin rot anlaufen sehe. Sie gluckst in sich hinein und kämpft augenscheinlich mit einem Lachkrampf. Auch Mama und Papa haben so komisch hochgezogene Augenbrauen und Lachfalten in den Augenwinkeln. Ich bin ratlos. Subjektiv betrachtet ist alles super gelaufen. Ich hab den Text doch völlig korrekt abgelesen...?! Hinterher berichtet man mir allerdings, dass ich die Sätze im Stakkato runtergerasselt habe. Total emotionslos, und einer Maschinenpistole durchaus würdig. Na gut, dann war eben DAS meine Art der Nervösität. "So lange das die einzige Panne bleibt, kann ich gut damit leben", denke ich trotzig.

Bis zum Ende geht tatsächlich alles gut, und als wir zu Orgelklängen langsam aus der Kirche gehen, fängt Tim neben mir plötzlich an zu grinsen. "Das ist von uns", flüstert er mir aufgeregt zu. Da haben doch seine Jungs tatsächlich mit dem Orgelmann geklüngelt und ihn dazu veranlasst, eine Eigenkomposition der Band zum Auszug aus der Kirche zu spielen. Ich finde das großartig. Wer braucht schon seine bekloppten Eltern, wenn er so tolle Freunde hat?

Zum obligaten Gratulieren geht es dann in das angrenzende verwunschene Kirchengärtchen, und nun zieht wirklich alles wie im Film an mir vorbei. "Was ich JETZT brauche, ist ne Tasse Kaffee und ein fettes Stück Kuchen", flüstere ich Tim irgendwann zu. "So wirds gemacht", flüstert Tim seinen typischen Antwortsatz zurück. Wir lachen uns an und ich weiß genau, dass ich an diesem Tag etwas verdammt richtig gemacht habe.

 

 

 

07.10.2010 um 16:36 Uhr

Paht äitiehn

Gut, es war zwar mein Hochzeitstag, aber meine Meinung hatte auch heute Bestand: Es sollte niemandem zugemutet werden vor 9 Uhr aufstehen zu müssen. Mit Schrecken hatte ich diverse Horror-Geschichten verfolgt von Bräuten, die sich um halb 6 den Schlaf aus den Augen reiben, atemlos zum Friseur, zum Nagelstudio und zur Schneiderin hasten, nur um dann vor dem Altar wegen einer akuten Kreislaufschwäche aus den Latschen zu kippen. Nein nein... nicht mit mir! Vorausschauend hatten wir den Termin auf den späten Nachmittag gelegt. Gute Entscheidung!

Unser Wecker, der noch (sehr traditionell) "piieeep" macht, weckte uns also zu einer menschlichen Zeit. Weder Tim noch ich haben morgens Lust auf große romantische Gesten, also standen wir auf, tranken Kaffee, aßen ein Brötchen und grinsten uns ab uns zu mal verschwörerisch zu: Heute wird also "richtig" geheiratet... (Erwähnte ich, dass meine Verwandtschaft sich zu den absolut vollwertigen Katholiken zählt..?)

Gegen halb 11 muss ich Tim dann aber doch rausschmeißen. Ein bisschen Brauch und Sitte darf es ja ruhig sein, und er kann seinen Anzug auch bei Schwiegerpapa anziehen. Er schnappt sich also seinen Dress, und ich mache mich auf zur Friseurin meines Vertrauens (ich berichtete ja schon...)

Knapp 2 Stunden später: "Näääh, wat schöön!!" Die Omis, die sich ihre spärlichen Dauerwellen auf der fast nackten Kopfhaut neu drappieren lassen, sind offensichtlich zufrieden mit dem Ergebnis. Da will ich kein Spielverderber sein, nicke beipflichtend und drücke Anneliese ihr Cash die Hand, bevor ich lächelnd die guten Wünsche des ganzen Salons entgegen nehme. Jetzt weiter zur Kosmetik. Mann mann, was man so alles auf sich nimmt.... Mit dem Turmbau zu Babel auf dem Kopf durch die Innenstadt - gut, warum nicht... Ich werte die Blicke, die mich treffen, heute einfach mal als wohlwollend.

Kosmetik geht -dank vorheriger Probe- ratzfatz. Allerdings wird es nun noch unangenehmer durch die Stadt zu laufen. Ich habe nicht nur Marge Simpsons Haare, sondern nun auch noch Olivia Jones´ Gesicht. Herrjeh!

Zum Glück folgte jetzt nur noch die leichteste Übung: Meine Mama wartet bereits mit dem Internet-Kleid, in das ich -natürlich elfengleich- nur noch hineinschlüpfen muss. Jau, passt alles noch. Gut, dass ich mir das tägliche Stück Bienenstich die letzten 2 Wochen gespart habe. Es folgt der Blick zur Uhr: Wir haben noch über eine Stunde Zeit. Was machen wir denn jetzt die ganze Zeit?

Mum und ich sitzen also auf meinem Sofa, sie ganz normal, ich auf der äußersten Ecke, und geben hin und wieder Laute von uns: "Hmm...", "Tjaaahh...", "Haaach jaaa...." und so weiter. Dann müssen wir lachen, ganz doll. Was für eine absurde Situation. Da harren wir nun in meiner 2einhalb-Zimmer-Wohnung, die Umgebung hat absolut nichts festliches, und warten auf meine Hochzeit. Den schönsten Tag im Leben.

Ich denke: "Bloß jetzt nicht noch nervös werden. Alles ist ruhig. ich bin cool. Kopf an Darm: Du hast heute Funkstille, klar?!!"  Meine Mama denkt wahrscheinlich an den Augenblick, als sie ihr das kleine schreiende windkraft-Bündel auf den Bauch gelegt haben. Ja, so ist sie... Den Hang zum melancholisch-nostalgischen habe ich sicher von ihr.

Irgendwie geht die Zeit aber doch noch rum. "Wollen wir nicht jetzt einfach mal los?" fragt Mutter, und ich sage "Joah, so langsam, nä?" Als ginge es zum Aldi um die Ecke. "Lustich", denke ich, bevor wir ins Auto steigen. "Es ist alles so leicht...."

 

15.06.2010 um 19:15 Uhr

Paht säwäntiehn

Oben im historischen Hochzeitszimmer gab es nicht nur wunderschöne große Holzschnitzereien und ein altes Deckengemälde zu sehen, es gab auch eine Überraschung:

Herr Bloch fehlte. Herr Bloch sollte unser Standesbeamte sein. Ein dicklicher Mann mit grauen Haaren, die er sich von einer Seite seines eiförmigen Schädels auf die andere kämmte, um die kahle Stelle zu verstecken. Der so sehr nuschelte, dass wir im Vorgespräch nicht mal sein "Guten Tag" richtig verstanden haben. Der daraufhin immer nur noch beleidigt auf die Stellen tippte, wo wir unterschreiben mussten, und ansonsten gar nicht mehr mit uns redete.

Stattdessen stand da eine ebenfalls dickliche, aber herzlich lächelnde blonde Frau, die uns sofort ein Gefühl von Heimeligkeit vermittelte. Wir fragten nicht nach Herrn Bloch, wir waren selig.

Völlig tiefenentspannt brachten wir vom Ja-Sagen übers Unterschreiben und den Ringe-Tausch bis hin zum zugegeben etwas verkrampften Küsschen alle Formalitäten hinter uns. Wobei wir die ganze Zeit so sehr strahlten, dass mir persönlich schon der Kiefer schmerzte.

Hinterher beglückwünschte die nette blonde Frau meine Mama zu ihrem "ach so lieben" Schwiegersohn (hä? die kennt Tim doch gar nicht!), und Mama und ich haben uns hinterher kaputt gelacht, da der Glückwunsch zur netten Tochter irgendwie dann ausblieb. Wahrscheinlich hielt sie mich für einen Drachen, weil Tim jetzt denselben Namen trug wie ich - und nicht umgekehrt. Egal, heute zählte anderes... Und trotz dieses Wissens ging alles so wahnsinnig schnell vorbei.

Als wir nach draußen kamen, warteten ein paar Freunde und Verwandte mit einem Rosenspalier. Süß. Es gab Sekt und O-Saft vor dem gediegenen alten Rathaus. Schön. Danach ging es zur kleinen Feier und Kaffee mit Gulaschsuppe in meine kleine und geliebte Wohnung. Alles war gut.

Alles? Naja, in meinem Hinterkopf rumorte immer noch die Gewissheit um meine rege Darmtätigkeit. Und morgen, schon morgen sollte ich in einem weißen Kleid in eine Kirche marschieren.

Wie sagt Samson in der Sesamstraße immer so treffend? "Uiuiuiuiui....!!"

20.03.2010 um 13:07 Uhr

Paht Sickstiehn

Tja, da standen wir nun. Im Sonnenschein. Vorm alten Rathaus mit seinem massigen Grundsteinen und den Torbögen. Schön wars... Ich war auch ganz schön. Glaube ich. Ich hatte mir in der Woche zuvor einen kurzen Faltenrock in Nadelstreifenoptik gekauft, dazu die passende Weste, eine violette Bluse und natürlich schwarze Stiefel. Bloß nicht zu schicki.

Meine Eltern waren da, meine kleine Schwester, meine Omi und meine Tante. Wer noch fehlte, war Tims Trauzeuge. Der war vor 2 Stunden im Rheinischen losgefahren, aber es war Freitag... Würde er es schaffen? Das war wohl die spannendste Frage an diesem Tag. Nicht "Willst du, windkraft von und zu, diesen hier anwesenden Tim...." Nee, das nich. Es war alles so selbstverständlich.

Ich hatte ja die ganze Zeit auf die Panik gewartet. Auf das Zusammenzucken und das "Oh jemineh. Was MACHST du hier bloß?" Irgendwie fügte sich das alles nämlich scheinbar nicht richtig zusammen. Ich meine: Ich hatte seit jeher an Tim gezweifelt. Hatte ihn in Gedanken nie die Liebe meines Lebens oder den absolut dicksten Fisch im Becken genannt. Und doch stand ich hier und war mit jeder Faser meines Körpers davon überzeugt das Richtige zu tun. Mein Bauch gab mir die ganze Zeit Signale, ...und zwar indem er nichts tat. Er schmerzte nicht, er verursachte keine Übelkeit und auch keine rege Darmtätigkeit. Ich war die Ruhe selbst. Alles war genauso wie es sein sollte.

"Tim?"

"Hmm?"

"Wird Alwin es schaffen?"

"Jap!"

"Wie willst du das wissen?"

"Ich weiß es einfach."

 

Ein paar Minuten später kam Alwin mit seinem Frauenauto auf den Vorplatz gedüst. Wenigstens das war wie im Film: Im Rennen knöpfte er sein Hemd zu und versuchte die Krawatte zu richten. Ich lächelte. 

Tim lächelte auch. Wir sahen uns an, er zwinkerte mir kurz zu und dann stapften wir alle, die relativ unscheinbare kleine Karawane an Heiratswilligen und Familie, die Stufen zum Hochzeitszimmer hoch.