Licht_im_Flur

22.06.2009 um 21:55 Uhr

Paht sikss

Tim war noch nicht weit gekommen, denn drei Minuten später stand er vor mir. Noch im Arbeitsanzug, also im feinsten Zwirn für diesen Anlass. Immerhin...

Wir lachten uns an und umarmten uns. Ich guckte ihm in die Augen, küsste ihn und sagte Ja. Dann allerdings hatte ich als erstes meine typischen Zweifel.

"Hast du das jetzt nur gemacht, weil du wusstest, was ich will? Weil du dich unter Druck gefühlt hast? Hast du das gemacht, weil du mir einen Gefallen tun wolltest?"

Tim verdrehte die Augen und schaute mich tadelnd an:

"Das hat jetzt ein Ende, Süße, verstanden? Du musst mal begreifen, dass ich ein erwachsener Mann bin, der seine eigenen Entscheidungen trifft, klar?! Und jetzt gibts keine weiteren Diskussionen. Du hast Ja gesagt und dabei bleibts!"

Ich nickte nur grinsend. Tim küsste mich noch einmal und sah auf die Uhr. Ich wusste, dass er nach einem 12-Stunden-Tag noch 200 Kilometer gefahren war, um diesen Schritt zu machen. Und ich wusste, wenn er morgen früh um acht wieder im Büro sein will, und wenn er davor noch fünf Stunden schlafen will, muss er sich jetzt auf den 200 Kilometer langen Heimweg machen. Nichts mit leidenschaftlichem Flur-Sex, nichts mit Candle-Light-Dinner und nicht mal was mit auf dem Sofa kuscheln. Da machte man nix - das war und ist unser Leben.

Immerhin schlüpfte ich stante pede in die Rolle der treusorgenden Ehefrau (als hätte ich nie etwas anderes getan...) und bestimmte:

"Ich mache dir jetzt erst noch einen Kaffee. Ich hab keinen Bock drauf, dass du mir jetzt kurz vor knapp noch wegen Sekundenschlaf an die Leitplanke fährst! DA hab ich dann ja wirklich gar nichts von..." feixte ich. 

Die Ehefrau-resp.-Witwen-Witze gingen mir also schon leicht von der Hand, bemerkte ich mit Erleichterung. Und  noch etwas bemerkte ich: Ich war kein bisschen nervös. Nicht die Bohne. Als hätte ich tief in mir das sichere Wissen, dass es so richtig ist. So und nicht anders.

Noch konnte ich nicht glauben, dass das alles Realität ist. Dass Tim tatsächlich wieder abfahren musste, machte es auch nicht einfacher. Bei der Verabschiedung konnte ich ihn beinahe nicht loslassen, das Ganze kam einer Umklammerung näher als einer Umarmung.

Zwei Tage schwelgte ich in allerhöchster Verzückung... Selbst bei der Arbeit musste ich alle zehn Sekunden auf meine Hand sehen und den Ring bewundern. Jedes, aber auch wirklich jedes Mal trat ganz ungefragt ein breites Grinsen auf mein Gesicht. "Ich bin eine Brahaut" flötete es unentwegt in meinem Kopf. Nach zwei Tagen stiller, ehrlicher und tiefer Freude wurde es jedoch Zeit...

Die Familien mussten ja schließlich irgendwann auch erfahren, was da Großes ansteht. Das war jedoch keine gute Idee, wirklich gar keine gute Idee....

 

 

 

 

 

22.06.2009 um 11:35 Uhr

Paht feif

Während ich auf die halb-gläserne Haustür zuging, überlegte ich die verschiedenen Möglichkeiten. In Ausnahmefällen kann mein Gehirn sowas in Bruchteilen von Sekunden. Und als ich den Schlüssel ins Schloss steckte, hatte ich mich bereits entschieden: Meiner Mama hatte auf dem Weg zu ihrer wöchentlichen Bridgerunde die Blase geziept, und da sie sich so ungern bei fremden Leuten auf die Brille setzt, hatte sie den Ersatzschlüssel genutzt, um im Vorbeigehen bei mir, ihrem eigen Fleisch und Blut zu urinieren.

Jawohl, so musste es gewesen sein. Als ich oben meine Wohnungstür öffnete, stutzte ich allerdings: Da lag was auf der Erde. Erstmal das große Licht anmachen. Ich hockte mich hin und fand eine Rose, einen Zettel und eine kleine schwarze Schachtel.

"Was zum....????" drehten sich wieder die Fragezeichen in meinem Kopf, und so schnell wie mein Gehirn vorhin noch gearbeitet hatte, so sehr versagte es jetzt seinen Dienst.

Also nahm ich zuerst die Schachtel und den Zettel zur Hand, denn was eine Rose ist, das wusste ich trotz meiner Kopflähmung immerhin noch.

In der Schachtel war ein schmaler silberner Ring mit einem einzigen weißen und funkelnd glitzernden Stein darin. Er war wunderschön und ohne dass mein Gehirn mit dem Arbeiten schon nachgekommen wäre, trat ein Lächeln auf mein Gesicht. 

Ich richtete meine Augen (immer noch in der Hocke) auf den Zettel. Er war provisorisch aus einem Collegeblock gerissen und in etwas krakeliger Schrift stand da: 

"Hallo meine Süße. Ich hatte auf der Fahrt so einen langen Monolog vorbereitet und jetzt bist du nicht zuhause! Wie auch immer, dann mache ich es kurz: Ich liebe dich unendlich und du würdest mich zum glücklichsten Mann überhaupt machen, wenn du meine Frau würdest. Dein Tim."

Ich musste laut lachen. DAS war typisch Tim - diese verwegene Mischung aus Emotionsbombe und absolutem Rationalisten. Und dieser Antrag war typisch wir: Einerseits so gar nicht romantisch und auf der anderen Seite eben doch. Auf eine eigene Art. Still und undramatisch. Und ein bisschen lustig. Das kann man doch keinem erzählen, dachte ich noch. Hier gab es keine Fallschirmsprünge, keine Stadiondurchsagen, ja nichtmal einen spontanen Kniefall im Sonnenuntergang. Hier gab es nur einen Zettel mit abgerissenen Kanten und ausgefransten Einheftlöchern. (Daran, dass es keine Kerzen gab, trug ich übrigens selbst die Schuld. Ich hatte ein Dogma, und dies hatte ich ihm im Spaß oft genug gepredigt: "Solltest du jemals auf die Idee kommen, mir einen Antrag zu machen: BLEIB MIR WEG MIT TEELICHTERN!!! Keine Teelichter, hörst du?!" Teelichter und Blütenblätter - niemals hätte ich mich in diesem Klischee wiederfinden wollen...)

Da das Licht im Flur noch angewesen war, rief ich ihn schnell an: 

"Komm zurück" lachte ich nur ins Telefon, als er sich meldete. 

17.06.2009 um 16:34 Uhr

Paht fohr

"Was erwartest du eigentlich von mir?"

Tim saß vor mir und ich denke, er musste im Stillen ein Mantra nach dem anderen aufsagen, um nicht die Beherrschung zu verlieren.

"Ach, ich weiß nicht.... Mann, ich weiß nicht was ich erwarte!" Meine Stimme wurde lauter. "Wieso muss ICH jetzt eigentlich DIR wieder sagen, was ich erwarte und was nun zu tun ist, hä?! Kannst du nicht EIN-MAL selber die Entscheidung treffen?"

Jetzt wurde ich wieder ungerecht. Es ist aber auch schwer zu kommunizieren, dass ich im Grunde genau weiß was ich erwarte, es aber auf keinen Fall aussprechen will... Ich stellte mir vor, wie Tim mich wohl grade sieht... Als tobendes und rot angelaufenes Männchen, das kryptische Luftblasen ausspuckt. So zumindest ließ sich sein Blick deuten.

"Also, WAS kann ich tun?" Ein letzter verzweifelter Versuch.

Er machte es aber auch nicht besser mit seiner Geduld. Wieso ging er nicht einfach, wie ich es erwartet hatte? Wie sollte ich darauf reagieren? Ich entschied mich für die sichere Variante, ich wurde höhnisch:

"Ahaa, was zu tun ist fragt mich der Herr, was zu tun ist!!! Soll ich es dir gleich sagen oder soll ich lieber eine Liste erstellen, hä? Vielleicht hast du den besseren Überblick, wenn ich es dir in Excel zukommen lasse, hä??! Ach ja, und wenn du aufs Klo gehst, sag mir bescheid, DAMIT ICH DIR DEN HINTERN ABPUTZEN KANN!!!!"

Die letzten Worte schrie ich. Wozu sollte ich mich denn zusammenreißen. Es war doch eh vorbei. Ich wusste, dass er früher oder später gehen würde, also dann lieber früher...

"Ich fahre jetzt!"

Na bitte. Tim packte seine Tasche und ging. Diesmal zögerte er nicht und er guckte auch nicht zurück. Er lief aus meiner Wohnung und startete sein Auto, um die 250 Kilometer zwischen meinem und seinem Zuhause zurückzulegen. Ich stand immer noch genau da, wo ich ihn vorhin noch angeschrieen hatte. Ich heulte nicht mehr. Ich war einfach taub. Müde. Zerschlagen. Na bitte. Es geht doch.

Abends rief er an. Aber Reden war am Ende. Wir stritten nicht an diesem Abend, aber wir erreichten auch nichts. Ich hatte das Gefühl, dass sich alles tot gelaufen hatte und dass es allein meine Schuld war. Denn ich hatte eine Erwartung aufgebaut, die sich nicht mehr zurückbauen ließ. Oder doch? Ich überlegte, feilte an einem neuen Lebensmodell herum: Unverheiratet, cool, urban und individuell? Klang doch gar nicht schlecht. Kam Tim in dieser Überlegung vor? Leider ja. Scheinbar gehörte er dazu. Zu mir. Schon lange. Obwohl ich es nicht so weit kommen lassen wollte.

Als wir das zweite Mal an diesem Abend telefonierten, hatte ich mich das erste mal seit langem wieder im Griff. War friedlich und teilweise sogar fröhlich. Warf ihm nichts vor, nicht mal innerlich und konnte wiede so etwas wie Nähe spüren. Das neue Lebensmodell tat bereits seinen Dienst und ich fühlte mich unabhängig und frei. Irgendwie würde es schon weiter gehen. Ich sah wieder klar: Man muss nichts übers Knie brechen, nur weil man ein bestimmtes Alter erreicht hatte. Ich entschuldigte mich bei Tim und erklärte ihm, dass ich eine kleine Quarter- bis Midlife-Crisis durchlitten hatte und er lachte leise.

Zwei Abende später war mein Leben wieder in Ordnung. Ich hatte mich mit Juliana zum Sport verabredet und während wir auf dem Cross-Trainer standen, lachten wir viel und sie staunte, als ich ihr mein neues Lebenskonzept kundtat... Ich glaube sie beneidete mich sogar ein wenig, und das stimmte mich froh. Wir blieben länger an den Geräten als üblich und als ich gegen halb zehn nach Hause kam, fühlte ich mich ausgepowert und gut.

Doch was war das? Wieso.... Wer....? Da brannte Licht in meinem Hausflur...

 

16.06.2009 um 18:44 Uhr

Paht srie

Wir überholten kurz hinter Rostock einen Lkw mit deutscher und polnischer Aufschrift, der die Spedition in orangerot als europäischste in ganz Europa anpries. Na dann...

Ich wusste nicht wie ich es die kommenden sechs Stunden schaffen sollte, meine stummen Tränen zu verbergen. Sie liefen und liefen und liefen. Nein, sie liefen nicht nur, sie pladderten sogar: Auf meine Haarspitzen, auf den Sicherheitsgurt, auf die Ledersitze.... Wenn man genau hinhörte klang es wie Regen. Immerhin wusste ich jetzt, dass es in mir viel mehr Liebe gab als ich vermutet hatte... denn wann hatte ich zuvor so sehr geheult? Ich konnte mich nicht erinnern. Also kein perfides Spiel, das immerhin war ein Trost.

Tim blickte konzentriert auf die Straße, während ich immer wieder verstohlen mit der Hand über mein Gesicht wischte. Hoffentlich bemerkte er nichts. Ich hätte nicht zu sagen gewusst, was los ist. Wie sollte ich ihm das erklären? Meine Aggressivität, meine Bitterkeit und meine Traurigkeit... Alles Sachen, die wenn überhaupt nur sekundär mit ihm zu tun hatten. Der entscheidende Punkt, ab dem alles schief ging, war wohl jener Moment am ersten Abend:
 

Die Ferienwohnung war ok, aber nicht das Gelbe vom Ei. Ich fühlte mich nicht besonders wohl und kauerte mich zu Tim aufs Sofa. Von unten schaute ich ihn an und wir lächelten beide. Er sagte dass er mich liebt. Und ich wagte eine Albernheit: Ich streckte ihm mit einem fragenden Blick und frechem Grinsen meinen rechten Ringfinger unter die Nase. Schon einen Bruchteil einer Sekunde später war das Kind im Brunnen. Er zog die Augenbrauen hoch, sein Lächeln fror ein und er stammelte: "Äääh....."

Er hatte also nichts unternommen, hatte keine Entscheidung getroffen und nichts in die Wege geleitet. Es würde keinen Ring geben. Nicht jetzt, nicht später, nicht heute, nicht morgen, niemals. Ich versuchte die Fassung zu bewahren und lächelte nur matt. Eine Minute später verabschiedete ich mich unter einem Vorwand ins Schlafzimmer, wo ich gedankenverloren an die Decke starrte. Terrakottafarbene Tapeten und enttäuschte Erwartungen, wohin ich auch sah.

Inzwischen standen wir vor Hamburg im Stau. Sechzehn Kilometer. "Mein Problem ist also hausgemacht" resümierte ich im Stillen. Ich hatte mal wieder zuviel erwartet. Zuviel gewollt. Zuviel gehofft. Und Zeichen falsch gedeutet. Doch auch diese Einsicht brachte meinen Tränenstrom nicht zum Versiegen. Es fühlte sich an, als würde nun sintflutartig alles herausgespült, was sich die letzten Jahre angesammelt hatte. Als würde ich mich nun endlich trauen zu weinen. Als hätte ich nun endlich das versteckte Ventil gefunden und dabei den Stöpsel verloren.

"Hey...." riss mich Tim aus meinen Gedanken am Beifahrerfenster und zwang meinen Blick in seine Augen. "Das kann doch so nicht weitergehen...." Ich schloss die Augen und wandte mich ab. Jetzt war es also so weit. Es wollte mal wieder jemand gehen...

 

15.06.2009 um 22:46 Uhr

Paht tuh

Nein, natürlich war nicht er der Wichser. Er hatte nichts falsch gemacht. Außer vielleicht mal wieder ein wenig langsam zu sein. Aber "JETZT nicht" war in meiner ganzen unbarmherzigen Angst gleichbedeutet mit "NIEMALS". Nein, er war kein Wichser und war es nie gewesen...

Der echte Wichser war vor mittlerweile sechs Jahren einfach gegangen. Aber sein Abschiedsgeschenk hatte es in sich... wie mir schmerzlich bewusst wurde. Der Abend in dem schnuckeligen Restaurant ging zu Ende. Ich hatte jegliche Unterhaltung abgewürgt:

Er: "Wollen wir uns morgen am Strand nackig machen?", gefolgt von einem schelmischen Blick. 

Ich: machte mir nicht mal die Mühe zu antworten. Bedachte ihn mit einer vernichtend hoch gezogenen Augenbraue. 

Er: Ein neuer Versuch (seine Geduld ist wirklich unglaublich): "Wir können auch in dieses Museum fahren..."

Ich: "Ey, steck dir doch deinen scheiß Small-Talk in den Arsch!"

Er: Schüttelt kaum merklich den Kopf. Guckt mich prüfend an und isst schweigend sein Hirschgulasch zu Ende. 

 

Meine Güte, was war denn nun passiert? Ich wusste im Grunde genau, dass absolut nichts passiert war, das dieses Verhalten rechtfertigte, aber Fakt war eben auch, dass NICHTS passiert war. Dabei wusste ich nicht einmal sicher, ob ich "Ja" sagen würde. Was machte ich hier? Spielte ich ein perfides Spielchen? Wollte ich nur herausfinden, ob ich ihn so weit bringen konnte? Oder folgte ich zum ersten Mal seit ich ihn kenne, meinen echten Sehnsüchten und offenbarte mich als jemand, der tatsächlich auch Bedürfnisse hat wie ein normaler Mensch, der eben doch kein einsam in den Sonnenuntergang reitender Cowboy ist, der schon längst nicht mehr an die Liebe glaubt? Ich wusste es nicht, und das machte alles noch viel schlimmer...

 

 

 

15.06.2009 um 22:04 Uhr

Paht won

"Guck mal, wie schön es hier ist...." Verträumt guckte Tim aufs Wasser und versuchte eine harmonisch/romantische Stimmung zu verbreiten.

"Ich finds scheiße..."

Genervt schaute ich auf die Ostsee. Ich fand es eben scheiße, auch wenn der weiße Sand wunderschön, das Meer perfekt war, und sich sogar der Strandhafer wog wie es sein soll. Irgendwas fehlte. Was genau, das hätte ich selbst mir gegenüber lieber nicht eingestanden.

Wir leben im 21. Jahrhundert, was soll man denn bitte von einer Frau denken, berufstätig und links-intellektuell noch dazu, die sich nach so einer überholten und institutionellen Sache sehnt. Lächerlich. Genauso fühlte ich mich auch. Und doch...konnte ich weder die Sehnsucht abstellen, noch den Frust. Es ging einfach immer weiter, egal ob wir einen Spaziergang machten, Fischbrötchen am Strand aßen oder kitschige Souvenirs in der Bude kauften. Selbst das eine Mal, das wir Sex hatten, fühlte sich nur wie ein Waffenstillstand an. Oder wie ein Abschied. Ich wusste es nicht genau... aber es fühlte sich scheiße an.

Ich konnte an nichts anderes denken. Als wir essen gehen wollten, fanden wir ein altes Bahnhofsgebäude, das liebevoll zu einem maritim dekorierten Restaurant umgebaut worden war, und kehrten ein. Über die Speisekarte gebeugt, kreisten die Vorwürfe in meinem Kopf weiter: "Es wäre perfekt gewesen. HIER wäre perfekt gewesen. Aber es ist vorbei. Wie soll er das denn jetzt noch auf die Reihe kriegen. Er hat es verkackt. Wir haben es verkackt....Was spielt er denn eigentlich hier für ein Spielchen? Was rennt er denn bitte vor zwei Wochen mit mir in den Kaufhof, um meine Ring-Größe herauszufinden? Was für ein sadistischer Wichser...!" ...und so weiter, um anschließend doch wieder zum springenden Punkt zu kommen...: "Ich sollte mir nichts vormachen. Ich bin einfach keine Frau, die geheiratet wird. Bin ich einfach nicht. Ich glaube er würde vielleicht sogar wollen, aber ich bin einfach falsch. Ganz und gar falsch. Vielleicht ganz interessant für zwischendurch, für maximal ein paar Jährchen, aber keinesfalls etwas, was ein Leben lang ausreicht..."

Tränen standen mir in den Augen, und ich gab mir Mühe, sie nicht zu offensichtlich auf meinen Zander tropfen zu lassen. Alte Wunden. Tiefe Wunden. All die Erfahrungen, die ich gemacht hatte. Vor allem eben diejenige, nicht auszureichen. Falsch zu sein. Zu wenig. Und dreißig. Konnte es eigentlich noch schlimmer kommen?