Liebe für Anfänger

26.05.2012 um 20:14 Uhr

Kein Sex ist auch eine Lösung

Stimmung: frei
Musik: Frei und schwerelos (Wicked)

Endlich habe ich eine Entscheidung getroffen! Und bisher fühlt sie sich auch sehr richtig an.

Gestern Abend hatte ich noch spontanen Männerbesuch... Timo kam auf eigenen und insgeheim auch auf meinen Wunsch vorbei und wir legten uns ziemlich schnell schlafen, da wir beide total müde waren. Er hielt mich einfach nur im Arm und küsste hin und wieder meinen Nacken. Irgendwann schlief er ein. Und mich überkam Panik. Beklemmung. Das unbändige Verlangen, mich aus seinen Armen zu befreien und davon zu laufen. Zum ersten Mal wusste ich ganz klar, was ich wollte. Bzw was ich nicht wollte. Ich wand mich also aus seiner Umklammerung und rutschte in die andere Ecke des Bettes. Gott sei Dank fing er mich nicht wieder ein.

Gedanken an die erste Nacht neben Fiete stürmten auf mich ein und ich begann zu weinen vor Schmerz. Es hatte sich damals so richtig angefühlt, in seinen Armen zu liegen. Und plötzlich hatte ich noch eine Erleuchtung: Es ist nicht unbedingt Fiete, den ich so sehr vermisse. Es ist die Frau, die ich in den Monaten mit ihm war. Die überglückliche, mutige, tatkräftige und vorallem zu solch tiefen Gefühlen fähige Frau, die er aus mir gemacht hat.

Am Morgen stellte ich mich erst mal eine Weile schlafend, ließ mich dann aber irgendwann doch auf mehr ein, bis ich irgendwann die Notbremse zog, was für Timo offenbar ziemlich überraschend kam. Ich konnte ihn nicht mal anschauen. Von unten betrachtet, schien er mir alt und nicht sonderlich attraktiv. Ich begehrte ihn nicht. Nicht mal das. Von mehr ganz zu schweigen. Ich begehrte das, was er mir gab, konnte ihm dabei aber auf keinen Fall in die Augen sehen. Und so war ich ganz froh, meine Kontaktlinsen noch nicht eingesetzt zu haben und die Augen mit der Ausrede "ich bin noch total müde" einfach schließen zu können. Als er irgendwann einen letzten Schritt weiter gehen wollte, wies ich ihn sanft zurück, schaute auf die Uhr, zog mich an und ließ mir im Bad viiiiiel Zeit. Plötzlich überkam mich die Erkenntnis, die ich bereits einen Abend zuvor gehabt hatte: Ich muss hier raus, bevor alles noch schlimmer wird. Für ihn. Und für mich. Es war ein unglaublich befreiendes Gefühl, endlich eine Entscheidung getroffen zu haben. Aber wie sollte ich es ihm sagen?

Wenig später standen wir an der Bushaltestelle zusammen und er sprach bereits vom nächsten Treffen. Eigentlich wollte ich (feige Nuss!) ihn später anrufen, aber kurzentschlossen, fragte ich, ob wir kurz spazieren gehen könnten und redete dann Tacheles. Es tat mir sehr leid, da er sich schon auf einer gewissen Ebene, wenn auch nicht beziehungstechnisch, mehr erhofft hatte. Ich versuchte ihm zu erklären, was ich selber nicht ganz in Worte fassen konnte. Dass ich mich nicht binden wollte, auch nicht für eine Affäre. Dass ich mich unfrei fühlte und gleichzeitig nichts mehr wollte, als meinen Ex wiederzubekommen. Dass ich bei einem anderen vielleicht doch offen für eine Affäre gewesen wäre, darüber schwieg ich lieber, sowie über den grausigen Anblick den er aus der Vogelperspektive bot. Ich fühlte mich einfach körperlich nicht zu ihm hingezogen. Schon gar nicht bei Tageslicht. Hätte ich eine rosarote Brille getragen, wäre das völlig egal gewesen, aber dem war eben nicht so.

"Du hast im Grunde alles richtig gemacht!", versuchte ich ihn zu trösten (hatte er auch, er hatte sich bemüht, geworben, offensichtliches Interesse gezeigt, sich viel und lieb gemeldet und mir alles gegeben, was ich wollte)

"Das hilft mir auch nicht weiter!", sagte er geknickt.

Und da machte es Klick bei mir. Vor zwei Monaten hatte ich beinahe exakt dasselbe Gespräch schon einmal geführt- mit vertauschten Rollen.

"Ich weiß", sagte ich daher ehrlich, "Ich weiß genau, was du meinst..."

Auf den Fiete- Hoffnungs- Erhaltungs- Satz "Vielleicht vermisse und bereue ich es irgendwann", der mir bereits auf der Zunge lag, verzichtete ich daher vorsichtshalber. 

 

25.05.2012 um 22:00 Uhr

Lilo zieht die Fäden

Stimmung: neutral

Der Abend gestern verlief dann noch sehr nett. Es tat gut, gehalten, begehrt und bewundert zu werden. Aber es tat nicht gut, nicht halten, begehren und bewundern zu können, weil das Herz bei jemand ganz anderem ist...

Der Typ, nennen wir ihn Timo, ist offensichtlich überwältigt von mir und je mehr ich mich winde und entziehe (was aus purer Unsicherheit und keineswegs aus taktischen Gründen passiert), desto attraktiver werde ich für ihn. Klar, schmeichelt mir das, machen wir uns nix vor. Klar, genieße ich diese Position und ziehe die Fäden, wie es mir gefällt. Aber andererseits nimmt es dem Ganzen auch die Spannung, den Reiz, den Kick.

Von allem anderen mal ganz abgesehen, denn Gefühle sind da kein bisschen im Spiel. Ich fühle mich total egoistisch und wahrscheinlich bin ich das auch, denn ich nehme mit offenen Händen ohne zu geben. Aber vielleicht kann man mir zugute halten, dass ich meine Position mehr als deutlich klar gemacht und immer mit offenen Karten gespielt habe. Dennoch muss ich Timo immer wieder bremsen, damit er sich in nichts verrennt. Und das tue ich mit dem altbekannten Don Juan Schlussmachsatz: Ich bin nicht gut für dich, du brauchst jemand anderen.

Herzlichen Glückwunsch, Lilo, so langsam verstehst du die Männerwelt! 

25.05.2012 um 00:01 Uhr

Lilo baut noch mehr Mist

Stimmung: reuevoll
Musik: Wait a minute

Ich bin so blöd! Ich bin sooooo blöd!

Ich habe etwas verschwiegen: Um meinen Schmerz zu betäuben habe ich mich wie bereits erwähnt mal wieder im Internet auf die Suche begeben. Dabei hatte ich vor zwei Wochen ein Date mit einem netten, höflichen, intelligenten und offensichtlich seeeeehr interessiertem Mann. Ich weiß nicht, was ich gemacht habe, aber offensichtlich habe ich alles richtig gemacht... Er war dermaßen begeistert von mir- wahrscheinlich hat ihn meine abwartende Zurückhaltung angespornt- dass er mich unbedingt wiedersehen wollte und oft und ausgiebig mit mir telefonierte (ER mag es mit mir zu telefonieren...!). Am Telefon klang er gut und es machte mir Spaß, mit ihm zu telefonieren. Aber ob ich ihn wiedersehen wollte, konnte ich einfach nicht sagen. Das teilte ich ihm auch ganz offen mit und auch, dass ich emotional noch sehr an meinem Exfreund hing. Beides machte ihm wenig aus- er wollte mich trotzdem unbedingt wiedersehen (er ist allerdings auch nicht auf der Suche nach was Festem, was mir sehr entgegen kommt). Irgendwann kochte er mich weich. Und wie? Ganz einfach: Er fragte, ob er noch vorbeikommen sollte, ich sagte nein, dachte aber insgeheim darüber nach. Dann sagte er, dass sei auch wenig sinnvoll, wir sollten das lieber verschieben und- zack!- schon wollte ich, dass er kommt. So was von primitiv...

Naja, was soll ich sagen? Er kam mitten in der Nacht in meine Wohnung und ich wusste, dass es ein Leichtes werden würde, ihn dazubehalten, wenn mir danach wäre. Und irgendwie war mir danach- ihm sowieso. Ich ging viel weiter, als ich es je von mir gedacht hätte und es fühlte sich ok an. Aber sofort kamen die Gedanken an Fiete hoch. Es tat so weh, so unfassbar weh.

Aber was lernt Lilo daraus? Richtig! Nichts!

Zwar weiß ich nun, was ich ohnehin wusste, nur nochmal verstärkt, nämlich, dass ich Fiete mehr liebe als alles auf der Welt. Aber dennoch, habe ich auch danach den Kontakt zu Mister Höflich aufrecht erhalten und mehrfach mit ihm telefoniert. Dabei sagte ich ihm allerdings schonungslos die Wahrheit: Dass ich nicht wisse, ob das so weitergehen könne, dass ich an Fiete denken musste, dass ich völlig überfordert sei.

Keine Ahnung, ob das seinen Kampfgeist noch mehr geschürt hat jedenfalls, tat es ihm keinen Abbruch.

Das Fazit ist... Ach scheiße, ich weiß nicht, was mich da geritten hat, aber ich habe ihn eben gefragt, ob er spazieren gehen möchte und gleich kommt er vorbei... Mitten in der Nacht. 40 km gefahren. Aber ich will wirklich nur spazieren gehen- ehrlich... Ich hoffe, es bleibt dabei... 

22.05.2012 um 23:36 Uhr

Wiedersehen macht Angst

von: Liloli   Stichwörter: Liebe, Trennung, Liebeskummer, Ex, zurückgewinnen

Stimmung: ängstlich
Musik: Jar of hearts

Die Zeit bei meinen Eltern hat alles nur noch schlimmer gemacht. Eigentlich hätte ich aus dem letzten Mal lernen müssen. Zu den quälenden Gedanken an Fiete, die hier seltsamerweise noch viel häufiger auftreten als an meinem Studienort, kam bereits am Samstag ein dicker Zoff mit meiner Mutter, der sich bis heute hinzog. Somit igelte ich mich die letzten Tage mehr oder weniger komplett ein, telefonierte viel mit meiner besten Freundin, schaffte ein bisschen was fürs Examen und kämpfte dagegen an, völlig den Boden unter den Füßen zu verlieren. Das gelang mal mehr mal weniger gut. Die Nächte waren besonders schlimm. Ausnahmslos jede Nacht träumte ich von Fiete und seiner WG. Wir skypten, sprachen, ich machte mich für das Treffen zurecht. Morgens wachte ich schweißgebadet und mit wild pochendem Herzen auf. 

Man könnte fast sagen, ich hätte einen Rückfall. Könnte man, aber das würde ja bedeuten, dass ich bereits über alles hinweggewesen wäre und das war ich zu keinem Zeitpunkt. Und nie weniger als jetzt. Allein über Fiete zu reden oder wie jetzt zu schreiben, ruft soviele Erinnerungen hoch, dass mir die Tränen kommen. Dennoch fühlt es sich okay an, denn wenigstens zeigt es mir, dass ich noch etwas spüre und nicht innerlich komplett erstarrt bin. 

Vor ein paar Tagen las ich eine alte Mail von Fiete und ein winziger Satz sprang mir ins Gesicht: "Freu mich, dich bald wiederzusehen!"

Ich brach in Tränen aus. Dieser eine Satz hatte es geschafft, sämtliche Dämme zum Einsturz zu bringen. Und das lag vorallem daran, dass es eben dieser Satz war, der mir vor vielen Monaten ein glückliches Lächeln aufs Gesicht gezaubert hatte- mehr noch: Ich war geschwebt. Ich hatte Fiete relativ frisch kennen gelernt, unser erster Kuss lag wenige Wochen zurück, er hatte mich gerade bei meinen Eltern besucht und wir wollten uns zwei Wochen später in Italien treffen. Er hatte den Urlaub schon lange geplant und ich hatte mich spontan entschieden eine Freundin dorthin zu begleiten. Fiete mailte mir von seiner Tour aus und zu diesem Zeitpunkt hatte ich zwar schon das Gefühl, dass er sich auch in mich verliebt hatte, war aber noch total unsicher und freute mich daher wie eine Schneekönigin über den simplen Satz: "Freue mich, dich bald wiederzusehen!"

Und heute? Freue ich mich, Fiete bald wiederzusehen? Freut er sich? Und wann ist das- bald?

Lange werde ich es nicht mehr aufschieben können, aber ich habe nicht nur eine wahnsinnige Angst vor diesem Treffen, sondern vorallem vor dem Tag danach- wenn mein letzter Strohalm davongesegelt ist. 

Oh, ich wünsche mir so sehr, dass alles ganz anders kommt! Dass alles verjährt ist und die alten Gefühle bei uns beiden wieder hochkochen. Ich würde alles geben, um in seinen Armen aufzuwachen. Alles! 

18.05.2012 um 21:10 Uhr

Fiete fehlt so sehr

von: Liloli   Stichwörter: Liebe, Liebeskummer, Herzschmerz, Trennung

Stimmung: tieftraurig
Musik: I miss you baby

Ich bin für eine Weile zu meinen Eltern gefahren, um mich auf mein Examen vorzubereiten- klappt super...

Jetzt ist es fast genau zwei Monate her, dass Fiete den endgültigen Schlussstrich gezogen hat und es tut immer noch so unfassbar weh. Im Moment vermisse ich ihn mehr denn je, kann aber nicht genau sagen, woran das liegt. Ständig tauchen Erinnerungen auf, Momente aus der schönsten Zeit meines Lebens. Ich halte es einfach nicht mehr aus. Ich kann ihn nicht loslasen, denn noch immer bin ich sicher, dass wir für einander bestimmt sind und dass alles seinen Sinn hat und diese Trennung nötig ist, damit wir dauerhaft wieder zueinander finden. Und auch, wenn ich alles tue um mich abzulenken, so weiß ich doch, dass es für mich nie wieder einen anderen geben kann und geben wird als ihn. Ich liebe ihn.

Ich liebe ihn.