Little Jenny goes to China

07.12.2014 um 21:00 Uhr

Indien trifft Weihnachten

Hallo ihr Lieben, 

da ich dank der anstehenden Prüfungen und den zu schreibenden Berichten leider immer weniger Zeit für diesen geliebten Blog habe, kann ich euch leider nur noch einmal die Woche mit Neuigkeiten aus dem Land des Lächelns versorgen. 

Dieses Wochenende haben die Schweden und ich beschlossen einmal in eine ganz andere Kultur einzutauchen. Daher ging es am Freitag in ein neueröffnetes Indisches Restaurant in Jinan. Vorzufinden in einer kleinen Einkaufsmeile war das Etablissement recht modern eingerichtet und trotzdem überkam einen gleich das Gefühl in einen Bollywoodfilm einzutauchen. Alles war in warmen orangen und currygelben Tönen gehalten und die chinesischen Kellner trugen  indische Gewänder. Ein Blick in die Karte genügte um ein günstiges Menü bestehend aus Curryreis, Hähnchen und einem kleinen Salat für unschlagbare 6 Euro auszusuchen.  Ein Bissen von dem Hähnchen und dem Reis war außerdem ausreichend vom indischen Essen zu werden und daher wurde der Abend zu einem kulinarischen Highlight in Jinan. 

Das Weihnachten immer näher rückt bemerkt man hier in den noch recht traditionellen Jinan nur selten, doch unsere amerikanischen Austauschlehrer lassen es uns nicht vergessen. Daher wurden wir am Samstag von Ruleo, dem Gastgeber der letzten internationalen Party, zu einer vorgezogenen Weihnachtsparty eingeladen. Wie es sich für eine echte weihnachtliche Feier gehört waren natürlich auch Wichtelgeschenke erwünscht und daher machten wir uns noch kurzfristig vor der Party zum Geschenkeshoppen auf. Nachdem ein kitschiges Mitbringsel gefunden war starteten wir zum bekannten Ziel und waren keinesfalls überrascht dort dieselben Leute wie beim letzten Mal vorzufinden. Diese Mal waren wir schlauer und ließen uns nicht zu einem neuen Clubversuch überreden und daher endete  dieser Abend, wie der letzte auch, früh und gemütlich in unseren Apartments. 

So das war es erstmal von mir. 

Viele Grüße und lächeln nicht vergessen.. :)

 

Vokabel des Tages: shèngdànjié (圣诞节) - Weihnachten

 

 

 

 

 

23.11.2014 um 20:00 Uhr

Von Clubs, internationalen Partys & Umfragen

Hallo ihr Lieben, 

und vier weitere Tage sind um und langsam bekomme ich das Gefühl, dass die Zeit hier nicht ausreicht um alles zu sehen was ich mir vorgenommen habe.  Auf der anderen Seite freue ich mich darauf meine Familie und Freunde bald wieder in den Arm zu nehmen. 

Doch bis dahin vertreibe ich mir die Zeit hier mit Sightseeing, Shopping und ab und zu auch einer Party. Diesen Samstag waren die Schweden und ich zu einer Hausparty bei einem uns unbekannten amerikanischen Austauschlehrer eingeladen. Die erste Besonderheit war der Partybeginn, denn dieser kam uns mit fünf Uhr doch relativ früh vor. In guter westlicher Manier kamen wird jedoch erst um neun Uhr dort an und verpassten damit das Buffet. Ansonsten war das Apartment des Gastgebers unglaublich beeindruckend und mit seinen zwei Etagen auch sehr geräumig. Die ca. fünfzig Gäste waren meist westliche Ausländer oder chinesische Frauen, was dem Ganzen eine Note von der Pin Bar gab. Doch bei näherem Hinsehen konnte man ein paar interessante und nette Bekanntschaften machen, welche uns für denselben Abend in einen „echten“ Club einluden. Daher fanden wir uns etwa drei Stunden später in einem Club namens „Cinderella“ wieder. Der Name täuschte dabei jedoch über die Tatsache hinweg, dass dort hauptsächlich chinesische Männer anzutreffen waren, welche die westlichen leicht bekleideten Tänzerinnen anstarrten. Daher endete unser Abend relativ früh, denn immerhin dauerte die Taxisuche zurück zur Universität nicht wirklich lang. 

Am Sonntag stand dann meine erste Gruppenarbeit im Land des Lächelns an. Im Kurs „Customer Service“ sollten vier Chinesinnen und ich nämlich einen Bericht über die Kundenbetreuung in Jinan anfertigen und dazu machten sich immerhin zwei der besagten Gruppenmitglieder und ich uns auf den Weg in die örtliche Shoppingmall. Im bereits beschriebenen Parc 66 machten wir daher verschiedene Testläufe um die Qualität der verschiedenen Marken zu bewerten. Dabei waren meine Begleiter eher wenig hilfreich, da sie mehr an der dort präsentierten Mode interessiert waren und weniger an der Erfüllung unserer Aufgabe. Zusätzlich erschwerte die Tatsache, dass die beiden keine Ahnung hatten was eigentlich unser Ziel war, das ganze Prozedere.

Nach lange wirkenden zwei Stunden war der langweilige Part des Tages dann beendet und wir gingen zum eigentlichen Shopping über, was bei mir das Einkaufen der nötigen Lebensmittel für die Woche bedeutete.  Die beiden Mädels dagegen gaben gefühlt ihr gesamtes Monatsbudget für neue Klamotten aus, was hier in China für junge Frauen tatsächlich das Wichtigste zu sein scheint. Ganz werde ich diese Kultus glaube ich nie verstehen, aber dafür nennt man es das geheimnisvolle Land der Mitte. 

So das war es erstmal von mir. 

Viele Grüße und lächeln nicht vergessen.. :)

 

Vokabel des Tages: wènjuàn diàochá (问卷调查) - Umfrage

19.11.2014 um 18:00 Uhr

Von Prüfungen und Wettbewerben

Hallo ihr Lieben, 

nach meinem tollen Wochenende in Hongkong scheinen mir diese ersten drei Tage der Woche zwar nicht äußerst aufregend, aber es gibt doch ein paar Dinge euch interessieren könnten. 

Das erste Beispiel ist die Neueröffnung des Campuscafés. Einige von euch werden sich wahrscheinlich fragen warum denn „Neueröffnung“, denn  ich habe bisher kaum von unserem westlichen Zufluchtsort geschrieben. Doch dieses kleine Café auf unserem Universitätsgelände mit dem schlecht Kaffee und dem überteuertem chinesischen Essen, ist einer der wenigen gemütlichen Orte an denen man sich während einer Freistunde mit anderen treffen kann um zu quatschen oder einfach nur die Zeit zu vertreiben.  Nun auf Grund von Mietpreisdifferenzen wurde diese Oase vorübergehend geschlossen und nun diesen Montag unter neuer Leitung von Studenten wiedereröffnet. Zum Glück wurden das Mobiliar und auch die große Weltkarte nicht entfernt (zwei Dinge die dem Ort seinen ungewöhnlichen Charme verleihen), aber leider ist auch der Kaffee oder das Essen nicht besser geworden. 

Eine weitere Neuigkeit ist der Start meiner Examen. Das erste davon habe ich heute im Fach Internationales Finanzwesen geschrieben und man mag gar nicht glauben wie viele Definitionen in einer einzigen Klausur abgefragt werden können. Nimmt man es genau bestand der größte Teil der Prüfung aus dem niederschreiben von Definitionen, Lücken in Definitionen ergänzen oder dem Überprüfen ob eine Definition korrekt war. Alleine die letzte Aufgabe, ein Aufsatz über die Asienfinanzkrise und deren Ursachen, gab dem Examen ein wenig Abwechslungsreichtum. 

Nun bleibt mir nur noch vom heutigen Buchstabierwettbewerb zu berichten. Denn die Erstsemester des Hauptfaches Englisch hatten heute die Möglichkeit an einem traditionellen amerikanischen Buchstabierwettbewerb teilzunehmen. Überraschenderweise waren die Teilnehmer alle überragend gut, sodass selbst die amerikanischen Austauschlehrer begeistert von deren Fähigkeiten waren. 

So das war es erstmal von mir. 

Viele Grüße und lächeln nicht vergessen.. :)


 

Vokabel des Tages: cèyàn (测验) - Prüfung

 

 

 

 

 

16.11.2014 um 22:00 Uhr

Hongkong – das asiatische London

Hallo ihr Lieben, 

und erneut muss ich mich bei euch für den fehlenden Blog am Mittwoch entschuldigen, doch hier starte ich langsam in die Prüfungsphase und muss daher mehr als vorher lernen.  

Doch dieses Wochenende war von Lernen nichts zu sehen, da ich der Großstadt Hongkong einen Besuch abgestattet hatte.  Da der erste Teil meines Visa nächste Woche abläuft musste ich aus dem schönen Land des Lächelns ausreisen und wohin kann man besser gehen, als ins aufregende Hongkong. 

Nach einer langen Busreise zum örtlichen Flughafen in Jinan flog ich dann am Donnerstagmorgen nach Shenzhen, einer chinesischen Stadt direkt angrenzend zu Hongkong. Via U-Bahn ging es dann zum Grenzpunkt nach Hongkong und nach ca. 30 Minuten Wartezeit dort war ich auch schon im asiatischen London. 

Der erste Halt dort war meine Unterkunft im Stadtzentrum, wobei Unterkunft etwas zu viel versprochen ist. Mein Zimmer bestand aus einem ausklappbaren Bett an der Wand und einer Dusche mit WC – alles im selben Raum.  Davon ließ ich mir meinen Aufenthalt nicht verderben und begab mich daher am Abend noch auf Erkundungstour über den atemberaubenden nächtlichen Victoria Harbour mit einer enttäuschenden Lichtshow und einer interessanten „Avenue of Stars“, auf welcher sich neben, für mich unbekannter Stars, auch Filmgrößen wie Bruce Lee und Jackie Chan verewigt haben. 

Mein persönliches Highlight kam schon am Tag zwei, denn es ging ins örtliche Disneyland. Dort konnte man Kinderhelden in Lebensgröße treffen, gutes westliches Essen genießen und natürlich viele Attraktionen ausprobieren. Meine Lieblingsfahrgeschäfte dabei waren die Grottenbahn, inklusive Fahrtrichtungswechsel, die Fahrt im dunklem „Space Mountain“ und die langsame Bootsfahrt durch die „kleine Welt“.  Das Beste waren jedoch die beiden Musicals, welche einen mit bekannten Disneysongs zurück in die Kindheit versetzten. Neben Klassikern wie die „Schöne und das Biest“ und „Arielle“, konnte man auch die bekannten Stücke aus dem „König der Löwen“ bewundern. Den wunderschönen Tag schloss ein großes Feuerwerk vor dem Disneymärchenschloss ab.


 

Am dritten Reisetag begann dann das große Sightseeing los. Neben der traditionellen „Star Ferry“  nach Hongkong-Island, waren auch das Exhibition-Center und eine Fahrt mit der „Peak Tram“ der klassischen Straßenbahn zur Aussichtsplattform an. Nach diesem unglaublichen Ausblick über die gesamte Stadt mit seinen Hochhäusern und den Buchten ging es dann zurück zum Festland um dort das Souvenirshopping zu starten. Ziele dafür waren der „Ladies Market“ und der Tempelmarkt, welche mit gefälschten Handtaschen, Parfümen und Uhren die Touristen anlocken. Doch neben diesen „Markendingen“ konnte man dort auch allerlei traditionelle Geschenke für die Liebsten daheim erwerben.

 

  

 

Nach einem letzten Blick auf den wunderschönen Victoria Harbour ging es am nächsten Morgen dann zurück zum Flughafen Shenzhen um dort meinen deutlich verspäteten Flieger nach Jinan zu erwischen.

 

So das war es erstmal von mir.

 

Viele Grüße und lächeln nicht vergessen.. :)


 

Vokabel des Tages: shà () - Hochhaus

09.11.2014 um 18:30 Uhr

Chinesischer Trödelmarkt & „Business“ II

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich diese Woche das chinesische Kino ausprobiert habe, wollte ich zusätzlich noch einen traditionellen Flohmarkt erkunden.  In Jinan heißt dieser „Kulturmarkt“ und eines steht definitiv fest: die Kultur dort ist äußerst anders und nicht immer positiv. 

Doch zuerst zum Fabrikbesuch am Samstag. Richtig gehört, Anton und ich haben uns diesen Samstag auf einen weiteren Klassenausflug zu einer chinesischen Produktion gewagt. Diesmal ging es zu einem Kühlregalhersteller. Nach gut zwei Stunden Fahrt kamen wir überraschenderweise auf einem recht modernen Betriebsgelände an. Begrüßt wurden wir mit einer kurzen Produktvorstellung bevor es dann durch zwei der vier Werkshallen in die Herstellung ging. Zwar sah die Größe der Hallen von außen beeindrucken aus, innen wirkten sie jedoch eher leer. Nur eine Hälfte der Gebäude war jeweils benutz und die „Maschinen“ die wir dort sahen waren eher aus den 50er. Denn wie wir schnell feststellen mussten wurden die Kühlregale dort nicht am Fließband, sondern in Handarbeit hergestellt.  Nach dieser Besichtigung wurde es dann wieder westlicher in der Betriebskantine, in welcher wir zum Essen eingeladen wurden. Neben Hamburgern mit Pommes konnte man dort noch zwischen einer merkwürdig aussehenden Pizza und einen sehr öligen Salat wählen. 

Den Abschluss machte ein zweistündiger Vortrag über die Vorzüge der chinesischen Produktion und die Wettbewerbsvorteile der Firma gegenüber ihrer deutschen Konkurrenz. 

Nun zurück zu unserem Ausflug zum „Kulturmarkt“ in Jinan. Am Sonntagmorgen machten die Schweden und ich uns auf den Weg zum Trödelmarkt um dort ein paar außergewöhnliche Souvenirs zu ergattern. Wie immer in China wurden wir dort schon von einer Menschenmenge erwartet und daher wurde der Weg durch die kleinen Häusergassen erschwert.  Allerdings konnte man dort jede Menge Kultur erleben. Von Steinen, über Kaligraphiezugehör und alten Münzen konnte man dort alles finden was das chinesische Sammlerherz begehrt. Daher war der Markt eine interessante Erfahrung, bis wir zum Tierbereich kamen, denn leider sammeln Chinesen jegliche Art von Lebewesen. Daher konnte man dort neben Fischen, Kaninchen, Insekten und Vögeln auch Eichhörnchen und Welpen in viel zu kleinen Käfigen vorfinden. Zusätzlich zeigten die Marktbesucher nur wenig Respekt gegenüber den Tieren, weshalb öfter an den Käfigen gerüttelt wurde um die dort beherbergten Bewohner aufzuwecken.         

     
 
  

Diese Erfahrung zeigt mir, dass China, trotz ihres enormen Bedürfnissens nach westlichem Veralten und Prestige, noch viel in Sachen Tier- und Menschenrechte zu lernen hat. 

Ein Besuch im naheliegenden muslimischen Restaurant hob die Stimmung nach diesem unerwarteten Ereignis wieder etwas, da dort die besten Eiernudeln in ganz Jinan serviert wurden. Zusammen mit jeder Menge Tomaten und Rührei wurden diese speziellen Nudeln uns präsentiert und schmeckten einfach nur köstlich.

 

So das war es erstmal von mir.

 

Viele Grüße und lächeln nicht vergessen.. :)


 

Vokabel des Tages: shìchǎng (市场) - Markt