Little Butterfly

18.05.2018 um 17:24 Uhr

Running and running and running and stop.

Musik: Bear Hands - Giants

Wer bin ich gerade?

Was will ich? Und was kann ich noch?

Wie viel mehr geht noch, bis ich endgültig kollabiere?

Mein Kopf pocht, meine Hände zittern.

Bin ich überhaupt noch wirklich da?

Ich flüchte immer mehr. Denn ich brauch so, so, so verdammt dringend eine Pause.

Am Limit. Genau jetzt.

Lass es aufhören, genau jetzt.


30.04.2018 um 10:23 Uhr

Don't grow up, it's a trap.

Musik: Chosen Jacobs - Losers

"Und das, dachte Richie, ist vielleicht das Furchterregendste daran. Dass man nicht mit einem Knall aufhört, Kind zu sein, wie die Trickballons eines Clowns mit einem Werbeslogan für Burma Shave darauf. Das Kind in einem strömte einfach aus, wie die Luft aus einem Reifen. Und eines Tages schaute man in den Spiegel und sah einen Erwachsenen vor sich. Man konnte weiter Bluejeans tragen, man konnte weiter zu Konzerten von Springsteen und Seeger gehen, man konnte sich das Haar färben, aber es war trotzdem das Gesicht eines Erwachsenen im Spiegel. Das alles passierte, während man schlief, wie ein Besuch von der Zahnfee.
Nein, denkt er. Nicht die Zahnfee. Die Altersfee."


Stephen King, Es


06.04.2018 um 12:49 Uhr

My mind's like a deadly desease.

Musik: Beatrice Piacentini - Paint it black

Momentan bin ich nicht ganz ich selbst.
Noch völlig gebeutelt von den letzten Monaten lechze ich nach jedem bisschen Sonnenschein, nach jeder Pause, nach jeder Berührung. Nach allem Guten, was ich bekommen kann.

Es ist etwas besser geworden, doch ich bin immer noch das, was ich bereits vor einigen Monaten war: Am Ende. Erledigt. Und noch lange nicht erholt.

Freie Tage sind nicht wirklich frei, es gibt immer etwas zu tun. Ich komme nicht mehr zu meinen Hobbys und wenn doch, habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich treffe meine Freunde, seltener als sonst und auch das nur mit schlechtem Gewissen.
Ich sitze da und starre die Wand an, den Laptop auf dem Schoß. Ich sollte schreiben und kann nicht und habe auch deswegen ein schlechtes Gewissen.

Ich will nur noch, dass das zuende geht. Ich will wieder ich sein, will mein Leben zurück.
Und bald wird es so weit sein, das weiß ich. Ich glaube, das ist es, was mich momentan überhaupt noch weiter machen lässt. In 97 Tagen ist das alles vorbei. Endlich.

Und ich habe Pläne für die Zeit danach. So einige Pläne, doch der wichtigste Plan ist etwas, was ich nur für mich tun möchte. Wann habe ich das das letzte Mal getan? Ich weiß es nicht mehr. Immer nur für andere da, immer nur an andere gedacht.

Aber diese eine Sache, die will ich so unbedingt. Vielleicht ist es unvernünftig, ich könnte es irgendwann bereuen, sicher. Aber es stünde auch für mich, meine große Liebe zu CoA und meine eigene Jugend. Ich bin in meinen 20ern, gibt es eine bessere Zeit dafür? Ich bin mir so sicher, dass ich das tun will. Ich will es so sehr.


31.03.2018 um 12:36 Uhr

Oh, what are we doing?

Musik: Nelly Furtado, James Morrison - Broken Strings

When I love you, rings so untrue
I can't even convince myself
When I'm speaking
It's the voice of someone else
Oh, it tears me up
I try to hold on but it hurts too much

You can't feel anything
That your heart don't want to feel
I can't tell you something that ain't real
Oh, the truth hurts
A lie's worse..



Nach all den Jahren.. Nach all den Zweifeln.. Nach all den Gedanken..

Nach all der Zeit weiß ich nun hoffentlich endlich, was zu tun ist. Ich kann es nicht länger ertragen, auch wenn es mir das Herz bricht. Aber ich muss es endlich einsehen.

Ich bin nicht glücklich. Ich habe mir selbst etwas vorgelogen damit, schon sehr lange. Tief in mir drin weiß ich schon so lange, was ich tun sollte. Was das Richtige ist, für uns beide. Ich hatte nur Angst, vor dem Schmerz und der Ungewissheit.

Doch irgendwie hat mir diese Beziehung die Augen geöffnet.. Ich denke, es ist wegen E.'s Schicksal. Ich denke, dass ich genauso enden könnte, wenn ich jetzt nicht die Reißleine ziehe.

Es wird Zeit, auch wenn es weh tut.

28.01.2018 um 11:33 Uhr

Hurricane.

Musik: Ms Mr ♥

I become afraid of the darkness in my mind..

Gestern habe ich mal wieder in meinen alten Ordnern herumgekramt. Ich habe Vieles entsorgt in den letzten Monaten, das war dem Umzug geschuldet. Das Ein oder Andere ist aber noch in meinem Besitz geblieben, weil ich mich nicht davon trennen konnte. Noch nicht. Vielleicht kann ich das in einigen Jahren, aber momentan hänge ich an den Sachen.

Alte Unterlagen, Briefe, unzählige Zettel aus der Schule, Tagebücher.
Ich habe darin geblättert, gelesen. Vieles wurde innerlich wieder aufgewühlt und ich musste feststellen, dass ich längst noch nicht alles, was dort begraben liegt, so gut verwunden habe, wie ich dachte.

Im Alltag habe so viel im Kopf, dass ich fast nie an all das denke, was einmal war. Ich hab es.. gut verdrängt, würde ich sagen. Es berührt mich im Alltag nicht mehr.

Doch gestern habe ich deutlich gespürt, dass alte Wunden bei mir wieder aufgerissen wurden.

Ich verstehe ich jetzt so Einiges, was ich früher nicht nachvollziehen konnte, was mich verletzt, beunruhigt und fasziniert zugleich hat. Jetzt sehe ich viel klarer, alles hat plötzlich einen Sinn.

Und doch merke ich, wie sehr mich das immer noch berührt. Ich wünsche mir nichts mehr von alldem zurück, über diesen Punkt bin ich schon lange hinaus. Und das ist gut so.

Die kleinen Stiche aber, Mikroverletzungen und für niemanden sichtbar, sind immer noch spürbar.

Du hast mir so viel gegeben, aber auch so viel genommen. Ich hätte alles für dich getan, aber du hast das nicht gesehen. Wolltest das nicht sehen. Und am Ende hast du mir die Schuld für alles gegeben, ohne deinen eigenen Anteil zu bemerken. Natürlich habe ich nicht alles richtig gemacht, ich bin nicht perfekt.
Aber das bist du auch nicht. Und das sehe ich völlig klar.

12.09.2017 um 20:03 Uhr

Hallo Harry.

von: LittleButterfly   Kategorie: Briefe

Musik: John Williams - Theme from Schindler´s List

Hallo Harry,

ich weiß gar nicht, was ich dir genau sagen möchte.
Ich kann auf jeden Fall sagen, dass du hier fehlst, seit du gegangen bist. Man merkt es allen an, die dich kannten, dass sie dich vermissen und um dich trauern. Das tue ich auch.

Die Nachricht von deinem Tod war so ein Schock für alle und es wird lange dauern, das Ganze zu verarbeiten. Ich kann es auch jetzt, fast drei Wochen danach, immer noch kaum glauben. Weißt du, an manchen Tagen trifft es mich wie ein Schlag. Dann laufe ich gerade noch fröhlich durch die Räume und plötzlich ist da etwas, was mich an dich erinnert. Und dann schießt der elende Gedanke durch meine Kopf, als wäre er ganz neu und nicht schon zigmal gedacht worden:

Harry ist tot.

Es ist und bleibt surreal.

Doch auch, wenn dein Körper nicht mehr da ist, hab ich das Gefühl, dass noch etwas von dir anwesend ist. Du bist nicht vollständig fort, etwas ist noch geblieben. Nicht nur dein Zimmer, das noch genauso aussieht, wie du es dir zurecht gemacht hattest, in deiner ganz speziellen Harry-Ordnung. Nicht nur deine geliebten CDs oder die Plüschtiere und Fotos. Nein, defintiv nicht nur Gegenstände.

Manchmal spüre ich ein Kitzeln im Nacken, obwohl da nichts ist. Kein Tier, kein Haar.
Manchmal blitzt die Sonne vorwitzig durch die Bäume vor der Küche und zaubert uns ein wunderschönes Schattenspiel.

Ich weiß irgendwie, dass du das bist. Du bist noch da ♥

Aber weißt du, Harry, was ich bereue?

Ich weiß nicht mehr, wie wir auseinander gegangen sind. Ich hatte Urlaub und bin einfach fort gegangen, froh, endlich mal raus zu kommen. Bin in den Urlaub gefahren und weiß nicht mehr, ob ich mich verabschiedet habe von dir. Worüber haben wir uns zuletzt unterhalten? Ich weiß es einfach nicht mehr.
Wie kann man das vergessen?
Tja, ich habe wohl einfach nicht damit gerechnet, dass es Lebe-wohl-für-immer ist. Wer hat das schon?

Ich wünschte, ich hätte dir mal gesagt, was für ein guter Mensch du bist. Ausgesprochen hab ich es nie und das bereue ich ebenfalls. Ich hoffe aber, dass ich es dich habe spüren lassen, irgendwie.

Ich würde so gern noch einmal mit dir sprechen. Von deiner Vergangenheit hören. Da war so viel; all die Fotos, die wir uns jetzt anschauen können. Du hattest ein völlig anderes Leben vor uns, das ist klar. Und wir alle schauen und staunen über dich und dein Leben. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Ich würde so gern noch einmal mit dir sprechen, noch einmal "Ja, Mama" von dir hören. Noch einmal ein Trinkgeldbonbon von dir bekommen. Noch einmal dein "Hallo" in diesem ganz bestimmten Tonfall hören, wenn ich zur Tür rein komme..

Oh Harry, du fehlst. Wirklich sehr.

Vergiss uns nicht. Wir vergessen dich auch nicht, versprochen.


11.08.2017 um 21:55 Uhr

Sail.

Musik: Deepend - Waiting for the summer

We were young, we were always on the run
From the streets grew up
Love for the big city and the sea side

Der Urlaub war echt super schön, auch wenn das Wetter nicht immer so perfekt mitgespielt hat. Aber nichtsdestotrotz haben wir uns unsere gute Laune nicht nehmen lassen und alles so sehr ausgekostet wie möglich.

We took a train, right after sunset
Going anywhere and now I'm right back

Ein bisschen schade ist es schon, jetzt wieder zurück zu sein, aber immerhin habe ich noch ein bisschen Urlaub übrig. Das ist wunderbar und ich habe vor, ihn vollkommen zu genießen :) Ich habe bereits viele schön Sachen geplant, werde mir aber auch genügend Auszeiten genehmigen.
Am Wichtigsten ist es mir, meinen neuen Raum zu gestalten und einzurichten. Ich bin so gespannt, wie er letztendlich aussehen wird!

We dreamed about the water
Or sailing by the stream
I'm standing by the corner
Waiting for the summer


02.08.2017 um 18:38 Uhr

Is love alive?

Musik: EarlyRise - Narcissistic Cannibal

All monsters are human.

Momentan suchte ich die Serie "American Horror Story" durch. Klar, jetzt, wo ich etwas Zeit habe, geht so etwas endlich wieder. Ich merke allerdings, dass ich, sobald ich etwas versuche zu entspanne, ein schlechtes Gewissen bekomme. Ich bin es nicht mehr gewohnt, nichts zu tun und mich einfach nur berieseln zu lassen, ich stand monatelang nur unter Strom. Und auch jetzt gibt es ja Sachen zu tun, so ist es nicht. Aber ich kann das einfach nicht mehr, nicht jetzt. Ich brauche eine Pause, sehr sehr dringend.
Und ich muss mir klar machen, dass ich diese wirklich verdient habe.

Lies are like scars on your soul, they destroy you.

Aber zurück zu "American Horror Story". Ich habe diese Serie gemeinsam mit meinem Freund begonnen vor einigen Wochen, er mochte sie leider nicht so sehr. Ich dafür umso mehr, daher schaue ich jetzt einfach erstmal alleine weiter.
Ich hätte nie gedacht, dass diese Serie etwas für mich sein könnte, daher hab ich sie lange links liegen gelassen und lieber weiter meine typischen "Frauen-Serien" geguckt (Desperate Housewives, Pretty Little Liars, Gossip Girl, Sex And The City, um nur Einige davon zu nennen.. :D).
Aber ich muss sagen, dass mich das Ganze total fasziniert und fesselt. Ist sicher nicht für jeden etwas, da es teils sehr schräg und auch äußerst brutal ist. Aber ich muss zugeben, dass ich, was so etwas angeht, nicht sonderlich zart besaitet bin, solange die Gewalt fiktiv bleibt. Daher hab ich wohl auch so viel Spaß an der Serie :)

Hi, I'm Tate. I'm dead. Wanna hook up?

Und ich muss gestehen, dass ich es irgendwie beeindruckend und gleichzeitig beängstigend finde, wie die Macher es in der ersten Staffel "Murder House" geschafft haben, einen Mörder und Vergewaltiger nicht nur äußerst menschlich, sondern dazu für die meisten Zuschauer auch sehr liebenswert darzustellen. Schafft auch nicht jeder.

Humans are like glass. We break and don't get fixed.


16.06.2017 um 18:12 Uhr

Start to confess.

Musik: Shawn Mendez - There's nothing holdin' me back

and maybe I should stop and start confessing..


Momentan merke ich, wie mir alles zu viel wird. Oberflächlich gesehen läuft mein Leben in perfekten Bahnen: ich bin in einer Beziehung, habe tolle Freunde, bekomme nur die besten Noten und leiste sehr gute Arbeit. Nebenbei renoviere ich mit meinen Eltern ein Haus und mache Überstunden ohne Ende, nächsten Monat bin ich mal wieder bei über 100 Stück. Alle haben Respekt vor meinen Leistungen und sagen mir das immer wieder; sie fragen, wie ich das mache. Ich winke meist nur gelassen ab und sage, ach, so viel ist es nicht. Das kann jeder.
Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann ist es zu viel. Wenn ich mal ein paar Stunden Zuhause verbringe, was selten genug vorkommt, dann bin ich nur müde und erledigt. Ich schaffe es nicht einmal mehr, meinem geliebten Hobby oder regelmäßigem Sport nachzukommen, weil alles Andere so viel Zeit einfordert.
Wie letztes Jahr um diese Zeit bin ich am Ende meiner Kräfte und lechze nach meinem dreiwöchigen Sommerurlaub. Hab heute auf der Arbeit noch zu M. gesagt, wie sehr mich das alles auffrisst und dass ich so langsam ausgelaugt bin. Er konnte es bestens verstehen und das, obwohl er erst seit Januar bei uns arbeitet. Die Arbeit ist toll, aber auch sehr kräftezehrend. Du musst mit vollem Herzen dabei sein, sonst kannst du es vergessen. Überstunden sind an der Tagesordnung - ungünstig, wenn man eigentlich lernen müsste oder sonstige Verpflichtungen hat.
Irgendwie werde ich es aber natürlich schaffen - muss ich ja. Noch ein paar Wochen durchhalten, das ist mein momentanes Mantra.

Wo ich gerade von M. sprach.. Was ihn angeht, weiß ich ja auch nicht. Wir schreiben mittlerweile jeden Tag und verstehen uns sehr gut. Ich mag ihn, aber ich weiß auch nicht.
Ich weiß ja, was richtig ist und was nicht, aber letztendlich hat das keine große Bedeutung. Wir arbeiten im selben Betrieb, aber letztendlich hat auch das keine große Bedeutung. In einem Jahr könnte ich dort ohnehin weg sein, wer weiß.
Ich bin hin und her gerissen bei ihm. Da ist irgendetwas, aber ich kann es diesmal nicht benennen. Vielleicht finde ich es nie heraus.



03.04.2017 um 15:05 Uhr

we're legends.

Musik: Welshly Army - Legendary

what we're doing here ain't just scary
it's about to be legendary.



Bald sind wir hier weg. Aus dem Haus raus, in dem ich mein ganzes Leben verbracht habe. Man macht es mir wenigstens leicht, zu gehen. Trotzdem zerreißt es mich innerlich, Stück für Stück.
Die Vorstellung, woanders zu wohnen, ist sehr seltsam. Aber ich muss die positiven Aspekte sehen. Ich werde einen kurzen Weg zur Arbeit und einen relativ kurzen Weg zur Uni haben, was gut ist. Nichtsdestotrotz.. Ich gehe hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge, auch nach allem, was passiert ist.