Lolas Welt

03.02.2012 um 13:53 Uhr

Lolas Vater

von: LolaFernanda   Stichwörter: Vater, Tochter, ER, Beziehung, Familie

Stimmung: nachdenklich
Musik: Gotye - Somebody that I used to know

Mein Vater und ich hatten früher immer ein verdammt gutes Verhältnis zueinander. Die typische Vater-Tochter-Beziehung. Ich die kleine Prinzessin, er der große Held. Ich hab tanzen gelernt, indem ich mich auf seine Füße gestellt habe, fliegen, indem er mich durch die Wohnung getragen hat, lachen, indem er mich bis zum nahen Erstickungstod gekitzelt hat. Wie gesagt, typisch Vater-Tochter.

Doch das ist alles schon einige Jahre her. Denn als ich 14 Jahre alt war, trennten sich meine Eltern. Ich weiß noch es war September. Meine Familie und ich waren vorher noch alle zusammen im Urlaub gewesen, es war richtig schön. Doch kaum waren wir zu Hasue ging der ganze Quark wieder los. Streitereien hier und Zoff da. 

Un eines Freitagmittags erzählte meine Mutter meinem Bruder und mir, dass sie die Scheidung eingereicht habe, sie nun aber nicht wisse, wo sich mein Vater befindet. Das folgende Wochenende war das schwerste in meinem ganzen Leben. Mein Bruder machte völlig zu und war nur noch aggressiv (was sich bis heute eigtl. kaum verändert hat Traurig) meine Mutter war nur am Heulen und ich das Nesthäckchen versuchte sie alle irgendwie zu trösten und nicht bei den Schimpftiraden meines Opas, gegenüber meines Vaters, auszurasten. Wie gesagt dieses Wochenende war einfach nur schrecklich. 

Als ich am Montag danach aus der Schule kam, mehr oder weniger gut gelaunt, öffnete mir meine Mama die Türe, bevor ich überhaupt geklingelt hatte. "Er ist da. Ich weiß nicht, als ich von der Arbeit gekommen bin war er plötzlich da." DIese Worte werde ich in meinem ganzen Leben nie wieder vergessen. Ich ging also ins Wohnzimmer und da war er. Der HEld meiner Kindheit, mein Vater. Ich war s verstört, dass ich ihn noch nicht einmal richtig begrüßen konnte. Er sah mich einfach nur an. Sein Bart, den er sonst immer hatte war abrasiert und er sah kränklich aus, aber er war da. Ich wollte ihn umarmen, aber ich konnte nicht. Ich hatte Angst, wie meine Mutter reagieren würde, wenn ich ihn umarmen würde. Ob sie Angst gehabt hätte, dass ich mit ihm mitgehen würde. Ich weiß es nicht, aber irgendetwas in mir hinderte mich daran zu ihm zu gehen. Er ging mit großen Schritten auf mich zu doch ich konnte ihn nicht weiter ansehen und rannte deshalb in mein Zimmer.
Auf dem Weg dorthin, sah ich den gepackten Koffer, der vor dem Schlafzimmer meiner Eltern stand.
Ich habe ihn danach nie wieder gesehen, er ist gegangen ohne sich von mir zu verabschieden.

Lange Zeit dachte ich, er würde mich einfach nicht lieben, aber nach einigem Nachdenken ist mir klargeworden, dass ich ihn damals hätte einfach umarmen sollen, und alles wäre anders gekommen, nun hab ich nicht nur keinen Helden mehr, sondern auch keinen Vater.

Also das soll euch nur ein Lehre sein. Egal was zwischen euch, oder euren Eltern oder was auch immer vorgefallen ist. VERABSCHIEDET euch von einander. Wenn ihr das nicht tut, werdet ihr es spätestens 10 Minuten später bereuen und es ist schwierig wieder zueinander zu finden. Ich hab es bis heute nicht geschafft....und werde es wahrscheinlich auch nie schaffen...

Bis bald
eure LolaTraurig

 

02.02.2012 um 15:16 Uhr

Scheiße kalt

Verdammt ist das kalt.Das war vermutlich das erste, was so ziemlich jeder hier in Deutschland als erstes gedacht hat, als er die Nasenspitze aus der Haustüre gesteckt hat.
-10°C. Das ist doch verarsche. Der Weg von der Türe bis zum Auto meiner Mutter hat ungefähr 7 Sekunden gedauert und doch waren meine Hände taub und schrumpelig vor Kälte. Ich fühle mich, wie am Polarkreis. Und das hier in Deutschland.

Der einzige Lichtblik an diesem, wirklich außergewöhnlich schrecklichen, Schultag war der eine Blick, den ich auf IHN werfen konnte.
Seine Augen, die sich in einen reinbohren, als seien sie kleine Meißel, die sich einen Weg durch hartes Gestein brechen müssen. Seine Haare, die jeden Tag aussehen, als sei er gerade aus einer dieser Shampoo-Werbungen entsprungen, in denen die Models nichts anderes machen, als sich durch das perfekt sitzende Haar zu streichen. Seine Lippen, die so sinnlich sind, dass jeder Erotikbuch-Autor, wie von derMuse geküsstlosschreiben könnte, wenn er sie nur ansieht. Seine ganze perfekte Haltung, die einem (mir!) den Atem zu rauben vermag und doch trotzdem das einzige ist, was einen (mich!) am Leben halten kann.

Ja, diese Faszination artet schon in eine Art Besessenheit aus, doch wehren will man (ich!) sich nicht dagegen.

Ein Blick von IHM und alles um mich herum scheint irgendwie farbiger, größer, glänzender - einfach schöner zu werden. Und obwohl ich mich ihm in diesen Momenten so verdammt nah fühle, gibt es keine andere Person, die weiter entfernt ist.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ich die jenige bin, den seine Augen durchmeißeln, die jenige, die durch seine Haare fahren darf, geschweige denn die jenige, die seine Lippen mit etwas anderem als ihrer Fantasie berühren darf, ist fast schon so unwahrscheinlich, dass sie schon wieder wahrscheinlich ist. Aber wie gesagt.... nur fast.
So schmachte ich ihn weiterhin von einiger Entfernung an und versuche bei dem Gedanken an ihn, nicht feucht zu werden.

So das wars erstmal von meiner Seite. Hoffe wir sehen uns wieder...

Bis bald
eure LolaFröhlich