Zweigstellen des Lebensmittelpunkts?!

05.12.2007 um 19:48 Uhr

Die Dixgard’sche Stehlampe...

Stimmung: faul-gut...gut faul?;-)
Musik: öhm...ihr werdet lachen...GAR KEINE! unfassbar, oder?

...oder: Bring along your favourite Möbelstücke!

Nachdem ich nun seit mehreren (in Worten: ‘zwei’, in Ziffern: ‘2’) Wochen diverse Konzertberichte zu schreiben verpennt habe und über eine hohle Androhung eines Ärzte- Konzert- Reviews nie hinausgekommen bin, weil ich viel zu sehr damit beschäftigt war, im musikalischen Paralleluniversum den Die Fantastischen Vier zu huldigen (zu Recht!!! Wie ich finde!), überspringe ich, deren zweiter Vorname doch eigentlich ‚Konsequenz’ ist, nun unbemerkt die letzten beiden Konzerte in textlicher Hinsicht, freue mich fürderhin im Stillen an ihnen und kompensiere mein in dieser Hinsicht ausuferndes Mitteilungsbedürfnis mit einem Text über ein kleines, feines Akkustikgitarrenfest einer nunmehr einsam durch die Lande tingelnden ‚Schwedenbombe’ ( by the way: sagen das eigentlich alle Österreicher, oder wieder nur die Jecken, die ich kenn?;-), die aus ihrem Knabenchor auszog, das E-Gitarren-Zölibat zu vollziehen.

Ein nobles Ansinnen, werden manche denken und es ist nur gerechtfertigt zu sagen, dass die Umsetzung dieses Vorhabens sich (zumindest in Köln) zu weiten Teilen ebenso nobel gestaltete.

Die Vorband, deren Namen mir entfallen ist, von denen ich glaube, dass sie sich The Killians nannten, von denen ich aber mit Gewissheit nur sagen kann, dass sie definitv nicht Pete Doherty oder Michael Jackson waren, war besser, als das meiste, was man auf größeren Konzerten als Vorband präsentiert bekommt. So kann man also außerdem sagen: Schade, dass sie auch kürzer spielten, als die meisten, die schlechter sind als sie;-)

Herr Dixgard als solches ließ sich allerdings bitten. Mehrfach und lautstark. Und nachdem Auftritt zweier seiner Freunde, die für Herrn D. das übliche schnöde ‚Musik-vom-Band’- Intro ersetzen sollten kam erstmal…Musik vom Band. Ohne nun genau zu begreifen, was derartiges Getue für den weiteren Verlauf eines gemütlichen Abends unter Freunden bei fröhlichen, mittelschwedischen Volksweisen bringen soll, und in wie weit es besagten Verlauf positiv zu beeinflussen vermag, war ich doch nach einem kurzen ‚Unsympath-Intermezzo’ gänzlich versöhnt, als Herr D. –wohl zu dem Zeitpunkt, an welchem er sich als genügend gehuldigt und lautstark genug gefordert empfand- mit seiner Gitarre die Bühne betrat und zu spielen anfing.

Anfangs noch etwas ungewohnt, war ich doch sehr schnell überzeugt von der ganzen Angelegenheit, auch, wenn der ein oder andere bemängeln wird, dass sich einige Mando Diao –Stücke nicht mehr wirklich nach Mando Diao oder sich selbst anhörten. Aber gerade das machte die Sache in meinem Augen spannend. Immerhin habe ich (ich glaube zumindest, dass es bei dem Stück war) „Motown Blood“ erst am Refrain erkannt, allerdings, ohne mir zu diesem Zeitpunkt dann vollends sicher zu sein. Grandios waren meiner Meinung nach auch die Versionen von „Long before Rock n Roll“ und „Down in the Past“. „Ochrasy“ brauche ich denke ich an dieser Stelle überhaupt nicht gesondert erwähnen, denn das dieses Stück als Akkustik- Titel prima funktionieren würde, war relativ klar abzusehen. Neu verliebt habe ich mich allerdings dann doch in „All my Senses“: „Puuuuuull the triggeeeeeer, break down in a love affair!“ Liebe Leute, WAS für eine Stimme! Spätestens ab diesem Punkt entglitt mir dann jegliches Verständnis für die –vornehmlich- Damen in den Reihen vor mir, die jeden Handgriff Dixgards mit ihren Digi-Cams dokumentieren zu wollen schienen. Ich meine, abgesehen davon, dass es relativ unmöglich ist, jeden Handgriff einer gitarrespielenden Person im Bilde festzuhalten, mag Herr D. ja optisch ansprechend sein ( um es mal vornehm zu formulieren;-)…aber dennoch vertrete ich auch im digitalen Zeitalter moderner Technik die althergebrachte, konservative These, dass Konzerte in erster Linie auch etwas mit ‚Hören’ zu tun haben. Und ehrlich: ‚in echt’ hinsehen is’ außerdem viel schöner, als ein komplettes Konzert auf dem Display einer Digi- Cam zu verfolgen;-) Wobei bei einer solchen Stimmfarbe dann auch das Hinsehen an sich vollkommen unwichtig wird. Aber wer weiß, vielleicht bin ich auch einfach zu sehr von der Wichtigkeit der Akustik- Gitarre für die Schaffung des Weltfriedens überzeugt. Fest steht allerdings, dass viele, die sich bereits bei der berühmtem MTV Unplugged Serie profilieren durfte, angesichts solcher Stimmgewalt einpacken können. (Campino, zum Beispiel…ups, habe ich tatsächlich nun schon wieder laut gegen den gehetzt?)

Jedenfalls wurde seitens der meisten Mädels dann auch lautstark geschrieen, als er zur Zugabe ohne Hemd wieder auf der Bühne erschien. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass dieser Schritt eiskalt kalkuliert war;-) Schön nur, als jemand aus den ersten Reihen sinngemäß so etwas wie „Zieh dich wieder an!!!“ brüllte. Aber vermutlich war das dieselbe Person, die gleich zu Beginn auch schon „ You’re drunk!!!“ gen Bühne gerufen hatte….*gg*

Um zurück zur Musik zu kommen, muss ich allerdings auch zugestehen, dass bei bestimmten Liedern ein wenig das Hysterische, Unruhige (oder wie auch immer sich das nun wieder am besten beschreiben lässt) der Norén’schen Stimme als Kontrast fehlte. Vielleicht ist es also bei den beiden Schweden- Frontmännern, wie bei so vielen anderen: Allein kann man schon sehr gut sein, aber optimal ist es dann in nur in dieser Konstellation. (Also quasi so, wie Bela B. und Farin U. auch nur zu zweit richtig lustig sind, während sie alleine bestenfalls so dreiviertel lustig sind….wobei Dixgard allein schon besser war, als nur dreiviertel gut;-)

Aber wie gesagt: Man konnte bei bestimmten Stücken schon mal ein paar Beinahe-Tränchen der Rührung in den Augen haben. („ Puuuuuull the triggeeeeeeer“ *sing* z.B. ..oder auch „Flying on the ground is wrong!“ oder…die unsterbliche “Ochrasy” undundund…)

Beeindruckend neben der Musik war allerdings auch die zu Beginn von Björn Dixgard selbst erleuchtete Stehlampe! Während einige, minderjährige, hysterische Groupies nun in diesem Moment in ihren Träumen realisierten, dass „ihr Björn“ vielfältige Begabungen hat, sogar Stehlampen anschalten kann und dies –nach ihrer Interpretation- auch noch außergewöhnlich sensibel, gefühlvoll, zärtlich und romantisch tut, möchte ich zum Abschluss eines tollen Konzertes drei Fragen stellen:

1. Warum bringt der Mann Mobiliar mit zu seinen Konzerten?

2. Was sollte das??

und 3. War diese Lampe von Ikea?

In diesem Sinne: Das nächste Mal hätten wir statt der Stehlampe gerne den persönlichen Lieblingskleiderschrank mitgebracht, lieber Björn;-) Achja, und die anderen vier vielleicht auch noch mal. Die Akustikgitarren dürft ihr dann aber gerne beibehalten und immer wieder mitbringen!

16.11.2007 um 11:59 Uhr

Kurzer Vorgeschmack auf Baldirgendwannmal

Stimmung: Sonnig
Musik: Höre, staune..grade mal KEINE wie ich selbst entsetzt feststelle!

Ich könnte nun hier epische Ergüsse vom Stapel lassen zu irgendwelchen mehr oder minder interessanten Themen..wie zum Beispiel...keine Ahnung.

Tu ich aber nicht, weil ich dazu nun weder Zeit noch Muse habe (Wohoohoo...was für ein Wooooohoort).

Stattdessen habe ich lediglich vor, eine kurze HInführung zur hier in Bälde zu finden seienenden neuen Episode sinn-  und halbwegs (naja...ganzwegs?) hirnloser Rockband-Verehrung zu geben, die kürzlich und bald wieder (naja, auch nicht richtig...denn die Fantas sind nicht zwingend Rock, aber gut;-) stattfindend aktuell mein kleines Universum am Leben hält. (okay, dass war auch wieder übertrieben).

 Wen oder was es seit Mittwoch wieder zu verehren gilt, sei erst kommende Woche klar erwähnt, dennoch möchte ich euch ein kleines Rätselwort auf den Weg ins Wochenende mitgeben, bei dem alle mitmachen dürfen, außer die, die eh wissen, wo ich letzten Mittwoch war (Liebes Hallo an kiddolu hier;-)

Ein Tipp ist auch gleich in der Form der Huldigung enthalten, denn es gibt einfach Menschen, denen huldigt man am besten und effizientesten und am angebrachtesten und überhaupt in (reichlich sinnleerer) Reimform, wie zum Beispiel genau JETZT:

 

    Es ist meine Meinung aus  dem zweiten 'PS', die ich nun revidier

    Denn sie waren mal wieder grandios, hier in Tr..der ältesten Stadt

    Deutschlands;-)

 

Und während Ihr vermutlich eure Synapsen umgehend heißlaufen lasst, das ganze Wochenende an nichts anderes denken können werdet und schlaflose Nächte verbringt, (mmh, nee...is klar...;-) mache ich mich auf den Weg raus aus dieser Stadt in die nächste. 

Ein gesegnetes Wochenende! 

 Lucy W.

P.s.: An alle, die sich etwas mehr Niveau wünschen würden..oder auch einfach nur Sinn: Keine Angst. Hier hätte auch prima ein Bericht für mehr Toleranz und gegen...Bahnstreiks stehen können. Leider hat dieser jedoch kurzfristig abgesagt aufgrund gesundheitlicher Probleme;-) 

 

12.11.2007 um 22:41 Uhr

Gourmethaie, Lebkuchen und der interkulturelle Dialog im Ozean

Stimmung: Fernweh mit gut
Musik: Beatles: Lucy in the sky with diamonds

 Lange, lange war ich abwesend. Fort, um mich selbst zu finden. Rannte durch einsame Wälder, wo ich mit Tieren kommunizierte, mich armen Reh-Waisen annahm, bei sieben Zipfelmützenträgern hinter den sieben Bergen wohnte, in einem unheimlichen Ort, wo eine alte Jungfer stetig rote Äpfel verkaufen wollte, während übergewichtige Kinder eine Lebkuchenreihenhaussiedlung aufaßen und ich mich meiner Verwunderung hingab, warum mein Word das Wort „Lebkuchenreihenhaussiedlung“ nicht markiert. Nicht, dass ich nicht ohnehin bereits die sofortige Aufnahme in den Duden beantragt hätte…apropos…was ist eigentlich aus dem wunderbaren Adjektiv „unrockbar“ geworden? Word jedenfalls scheint von diesem Begriff weit weniger zu halten, als von der Lebkuchenreihenhaussiedlung, denn „unrockbar“ wird augenscheinlich als falsch erkannt. Und zwar mit recht, denn das, was sich hinter diesem feinen Wörtchen verbirgt, ist tatsächlich falsch…als Einstellung zu wichtigen Nebensächlichkeiten wie Partys, Musik und dem Leben als Gesamtkunstwerk jedenfalls. Aber ich schweife ab, immerhin sollte dieser Beitrag eigentlich der neueren und neuesten Meeresbiologie gewidmet sein…Fassen wir also noch einmal kurz zusammen: Ich war jedenfalls weg. Also, zumindest für euch, für mich war ich selbstverständlich da. Also hier..ach, ist das alles wieder kompliziert heute. Ich lasse die Frage des „Da-hier-dort“ offen im Raum stehen und beauftrage einen dieser manisch-depressiven Philosophen, die sonst immer arbeitslos in den Kaffees in Berlin herumsitzen. Ihr wisst schon, die an den Nachbartischen der arbeitslosen Journalisten. Meeresbiologie heute also. Das Problem ist, dass ich eigentlich nicht die leiseste Ahnung von Meeresbiologie habe. Aber wenn interessiert das schon in Anbetracht der Tatsache, das ich Germanistikstudentin bin und trotzdem über ein Word-Programm verfüge, welches an dem Wort „Lebkuchenreihenhaussiedlung“ nichts merkwürdig findet. Während es mir gleichzeitig „unrockbar“ markiert, obwohl ich 75% der von mir pro Tag im wachen Zustand verbrachten Zeit durchaus bereit wäre, weite Teile der für dieses Wort wortschöpferisch tätigen Band spontan zu ehelichen.Jedenfalls vollbrachte ich, nachdem mich die Zipfelmützen einigermaßen angenervt hatten, meine blöde blonde Cousine immer noch selig schlief, weil sie sich in der Handarbeitsstunde vor etlichen Zeiten etwas verletzt hatte, die Lebkuchenreihenhaussiedlung von den dicken Kinder auch erfolgreich abgerissen worden war und ich der ätzenden Apfeltante (by the way: Kennt jemand dieses Apfelmannlied von Blumfeld?? Mein Word markiert das weder das Word Apfeltante noch das Wort Apfelmann, und unabhängig davon, sind die beiden sicher verwandt, genau, wie Blumfeld ja auch die Großcousins von Tomte sind.) die irgendwann auch noch Kämme verkaufen wollte, ordentlich eine reingehauen hatte, die für Selbstfindungsmenschen obligatorische Weltumseglung auf der geklauten Yogamatte meiner besten Freundin Madonna, die derzeit mit der Reparatur ihres mit Leuchtdioden besetzten Ghettoblasters (kennt Word nicht..Word scheint also nicht nur nicht besonders rockbar, sonder auch noch unhiphopdancebar….  Übrigens streicht Word gerade das Wort „reingehauen“ an, hat aber an dem Begriff „Selbstfindungsmenschen“ nicht auszusetzen…) beschäftigt ist und soeben ihren neuen Bestseller „Kabbala und Liebe“ veröffentlicht hat….Wo war ich? Achja, segeln…an. Wie dem auch sei, ich dümpelte also fürderhin eine gewisse Zeit auf besagter Yogamatte munter vor mich hin, sinnierte über das Leben, den Sonnenaufgang, den weiblichen Zyklus, angesagte Indiebands wie Pur und andere wichtige Dinge. Dabei bekam ich immer wieder auch die Gelegenheit, dem ballettartigen Getänzel von Robbenbabys, Surfern, Buckelwalen und weißen Haien (hat hier Hauke Haien aus Storms Schimmelreiter was mit zu tun??) zu beobachten.Die Erkenntnisse, die ich hieraus gewann, sind von nicht zu verachtender Brisanz und Aktualität, bestimmen sie doch bei manch einem über Leben und Tod. Während anhaltender Beobachtung besagten Wasserballetts kam es gelegentlich auch zu gewalttätigen Übergriffen. Unschöne Szenen, in denen Robbenbabys brutal auf Buckelwale eindroschen und Surfer hilflosen, 40-armigen Tintenfischen an den Tentakeln rissen, welche wiederum zumindest in jedem zweiten Tentakel einen Hai hielten, der gerade dabei war, herzhaft in den Allerwertesten des vor ihnen schwimmenden Buckelwals zu beißen, welcher soeben mit der linken Flosse den Surfer K.O. geschlagen hatte. Es war also wie ein sich fortwährend im Kreis drehender Wiener Walzer, der die aufgebrachten, tosenden Wellen und deren schwarze Schaumkronen sich unter den empor spritzenden Blutfontänen rosa-rot färbten.Hier, als sich gerade der Hai am Buckelwal verschluckt hatte, diesen, soweit er ihn gekaut hatte, aus den Untiefen seines Rachens hervorwürgte, wie ein Uhu sein obligatorisches Gewölle, und sich entschied, dass der Surfer im Vergleich zum Buckelwal ja eher einer handlichen Portion Fingerfood gleichkäme, keimte die Frage aller Fragen in mir.Der ewige Reigen von Leben und Tod ist wieder mal im Spiel. Schmecken Surfer unterschiedlich? Haben Haie überhaupt Geschmacksnerven? Wenn ja: Schmecken Profi- Surfer besser, als Anfänger? Gibt es Hairestaurants (oha. Mein Word ist also der Ansicht, dass es das Wort „Hairestaurant“ innerhalb der deutschen Sprache gibt…gutgut…) unter Wasser? ‚Zum Goldenen Surfbrett’ ‚Perfekte Welle’ und so weiter?  Das Leben der Gourmethaie als uns unbekanntes Universum viele hundert Meter unterhalb der Wasseroberfläche…Ich weiß es nicht.Aber sollte mein ausgefülltes Leben mir eines Tages zu Erörterung dieser Frage Zeit lassen, so werde ich mich mit Entsetzen von der Literatur abwenden und mein lange unbeachtet zur Seite gelegtes Studium der Meeresbiologie wieder aufnehmen. Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen. 

Diplom Meeresbiologin Lucy W.

P.S.: Um das Ganze nicht komplett der Sinnfreiheit anheim zu geben nun noch zwei halbsachliche Hinweise:

1. Das neue Mando Diao Album ist mal wieder absolut anbetungswürdig -wenn auch beim ersten Hören überraschend bis merkwürdig anmutend- und lässt mich wieder meine ollen Heiratspläne aufwärmen, auch wenn ich immernoch keine sachdienlichen Hinweise erhalten habe, wie man nun diesen schwedischen Kringel über's a kriegt;-)

2. Das sogar noch neuere Ärzte Album....lässt mich nach den ersten

Eindrücken vor allem mit der Erkenntnis zurück, dass es tröstlich ist, dass immerhin Mando Diao ein -wie erwartet- tolles Album gemacht haben. Bleibt die Hoffnung auf den Tourstart übermorgen.Vielleicht..nein..hoffentlich muss ich meine Aussage dann revidieren!

06.06.2007 um 02:54 Uhr

"Egal wer im Universum wohnt"

Stimmung: gut.
Musik: gut

Wunderschönen guten Tag allerseits.

Diesmal keine epischen, sentimentalen Ergüsse von mir. Keine Albernheiten wie sonst. Kein bodenloser Schwachsinn und kein Befindlichkeitsfixiert-Sein .

Nur eine Bitte: Vergesst den vorherigen Text umgehend. Geht Bier trinken. Und Grillen. Denn das ist es doch vermutlich, was ihr in Deutschland im Moment tut. Gesetzt den Fall ihr hängt nicht gerade alle in Heiligendamm ab und starrt Zäune an. Oder schlimmer noch: George WWWWWWWW Bush. Aber das geht ja nicht. Denn der ist ja hinterm dem Zaun, der hinterm Zaun steht, der hinterm Zaun steht, der hinterm Zaun steht, der hinter ...und irgendwo ist bestimmt dann auch noch ne Mauer zwischen. Haben wir ja Übung drin, in Deutschland, im Mauernbauen.

Aber das ist alles gar nicht mein Thema heute. Also, es ist natürlich schon mein Thema und ich kann das als Thema auch nur dringend empfehlen. Aber hier im Moment gerade ist es nicht mein Thema.

Denn mein Thema ist mein Eintrag vom Wochenende.

Vergesst ihn! Unmittelbar!! Er ist sentimental, schlecht, voller Tippfehler vermutlich auch und vor allen Dingen mal wahr und ehrlich...aber vergesst ihn trotzdem, denn er ist zudem überflüssig wie ein Kropf.

Denn diese Band braucht keine Lobhudelei und keine Sentimentalität. Keine Rechtfertigung und keine Erklärungen. Nichts der gleichen. Und sie braucht auch keine Menschen, die eine Hommage oder sonstwas über sie schreiben. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass die beste Hommage an die dÄ die ist, die sie sich selbst schreiben. Alle anderen werden ihnen ohnehin nicht gerecht.

Sie haben recht, wenn sie sagen: " Ganz ehrlich: Mir egal, wer im Universum wohnt!" Kann ihnen egal sein, musikmäßig zumindest.Fröhlich

Darauf eine Sitzlaola!!! Fröhlich

04.06.2007 um 01:05 Uhr

Zweigstellen des Lebensmittelpunkts oder: HommÄge Än die dÄ

Stimmung: Sentimental;-)
Musik: Westernhagen: Ich bin wieder hier.

 Es ist, was es ist. Sagte bekanntermaßen schon die Liebe. Und außerdem natürlich auch noch Erich Fried und Mia., die in ihrem Lied demnach nicht nur die Liebe, sondern gleichzeitig auch Erich Fried zitierten. Nicht ganz unumstritten übrigens, aber das ist nicht das Thema.Im Gegensatz zu Erich Fried finden sich Mia. aber unter anderen dieses Wochenende in der Eifel zu einer großen Rock’n’Roll-Party ein. Und die Liebe wird wohl auch dort sein, neben all den Britpop-Bands, die nicht Oasis heißen. Und in unserer heutigen Zeit auch nicht mehr, wie Oasis und Blur damals, zwingend aus Groß Britannien sind. Immerhin klauen heutzutage die Schweden meist geschickter bei den Beatles. Aber hier geht es ausnahmsweise einmal nicht um borlänger Schwedenbomben (Danke,Österreich!!! Ich liebe dieses Wort!!!!) oder Berliner Miezen, oder gar etwaige andere Bands, die sich diese tage in der sonst so öden Eifel versammeln. So hommage- würdig die meisten davon auch sein mögen- sie sind nicht der Auslöser, der mich einen Tag lang fluchend im australischen Herbst verweilen ließ. 

Das Fluchen habe ich erledigt, im australischen Herbst verweile ich noch immer. Und noch immer mit Freude und aus voller Überzeugung, dass der Weg, der mich in diesen schönen australischen Herbst und Spätsommer führte, einmal mehr der richtige war. Andernfalls wäre ich nun an einem Ort, der mich 360 Tage im Jahr keinen Meter interessiert, ja, dessen Existenz ich zuweilen zu vergessen pflege und der mir unendlich weit weg erscheint, wenn man im TV an Sonntagen unsympathische Menschen mit schnellen, umweltverschmutzenden Seifenkisten unverständlicher Weise mehrere Stunden über den dortigen Asphalt im Kreis fahren sieht. (Yeah, und jetzt hab ich neben den Bono C. Niedecken Fans auch noch die Verehrer Hikka Mäkkinens und Schichael Muhmacher gegen mich…wobei ersterer nicht unbedingt unsympathisch ist…um alles mal noch schlimmer zu machen;-)  Das, was mich fluchend im australischen Herbst zurückließ, war auch nicht allein die gigantische Party mit Freunden, die ich versäume. Ich liebe meine Freunde, aber an Partys mangelt es einem mit diesen Freunden ohnehin eher selten. Viel erstaunlicher fand ich meine Reaktion auf den sonntags- Headliner, der ausnahmsweise mal nicht auf Düsseldorf kommt. (Kann man als Gruppe eigentlich irgendeinen Orden oder Award gewinnen? „Am-häufigsten-bei-Rock-am-Ring-sonntags-Headliner-gewesene-Band-der-letzten-200-Jahre“? Wenn nein: Warum machen die das???;-)Man stelle sich vor, ich sitze hier im australischen Herbst, da, wo ich seit meinem 14 Lebensjahr immer unbedingt hin wollte. Ich habe ein nicht ganz anstrengendes Semester, und ziemlich viele liebe, gestörte Menschen um mich, eine gesundheitlich nicht mehr unbedenkliche WG- Küche sowie ein sexuell recht aktives Pärchen in der Wohnung und draußen den ganzen Tag Sonne trotz Herbst. Zudem habe ich eine grandiose Reise hinter und eine eventuell noch bessere –im vermutlich irgendwann gesundheitlich nicht mehr unbedenklichen Camper- vor mir, als einziger unserer acht Wohnungskollegen keine Erkältung, das erste Mal in meinem Leben im Winter Geburtstag…Kurz: Es ist grandios.

Und dennoch war ich eineinhalb Tage traurig, als ich vom Headliner am Nürburgring gehört habe. Meine Ärzte. In der Eifel. Und ich hier. So was aber auch…Ich mag viele Bands. So viele, dass ich sie nicht nur hier nicht alle aufzähle. Aber was mir in diesen eineinhalb traurigen Tagen auffiel, ist die Tatsache, dass keine andere Band so “immer da“ ist, wie sie. Einige waren eine zeitlang da, viel mehr noch, als die DÄ. Aber Schinken und Ei sind auf die Dauer einfach einseitige Ernährung. Für andere ist man irgendwann einfach zu alt. Oder zu intelligent. (SCHIN-KEN!...uuuuuups;-) Wieder andere sind lange genauso „immer da“ wie die DÄ, lösen sich aber leider im zehnten Jahr ihres Bestehens auf (vgl. Wohlstandskinder, The) um neue, scheinbar nicht minder gute Bands zu gründen (vgl. Ton, ohne Artikel;-) oder machen einfach tolle, zum Teil toll bei den Beatles abgeschrieben Musik für wilde Partys (vgl. u.a. Schweden, als gesamtes skandinavisches Land)Sie alle sind in meinen Augen gut und werden das wohl auch bleiben. Aber trotzdem sind sie nicht so permanent präsent in meinem eigentlich wenig exklusiven Musikuniversum.  

Irgendetwas fehlt immer... 

Lieder, die jedes Kommentars entbehren (dafür aber vor Weisheit..naja...):

„ Ein Pferd ist größer noch als du, und man zertritt es nur mit Mühe. Es gibt auch Pferde, die machen ‚MUH’, doch diese Pferde heißen Kühe!“.

Fragen, die die Menschheit bewegen („Wo ist Buddy Hollys Brille jetzt?“ oder „Wie kannst du bei den Beatsteaks ruhig sitzen bleiben??“), mit messerscharfem Verstand Tatsachen feststellen („Grace Kelly ist tot!“)

Die beiden Songs, die wohl seit den Achtzigern auf jeder Party laufen und sich so anfühlen, als würden sie das noch bis ins nächste Jahrtausend tun.

Lieder, die man im Sommer beim Autofahren mitsingt. „Sommer, Palmen, Sonnenschein. Was kann schöner sein?“ Nichtigkeiten über Schweden, Zitroneneis, und Teenager Liebe, Küsse, die wichtiger nicht sein könnten.

Lieder über Nacht, Monster und Vampire, die manchmal ganz schön lustig (Monsterparty)manchmal aber auch ganz schön sexy sind („ Die  Nacht, sie lässt dich Dinge tun, die du bei Tage nicht mal denkst.“.

Lieder also voller unmoralischer Angebote („Komm mit mir und du wirst sehen, wenn wir durch den Spiegel gehen, wirst du deinen Augen nicht mehr trauen“).

Lieder die anprangern oder über das Für und Wider des Glücksspiels sinnieren („Doch zum Glück gibt es Las Vegas.“ Vs. „Nie wieder Hütchenspiel, nie wieder in die Spielothek!“)

Lieder über Brötchen und Vollmilch, über Cowboys und Indianer, das Für und Wider des Zombiedaseins, Geschlechtskrankheiten, Blumen, Popel, Musik über Musik, gebratene Storchenbeine, Rock- Rendezvous und ein ganzes Album über Haare ( Mein persönlicher textlicher Favorit hier: „Am Ende meines Körpers, von den Füßen ausgesehen, wachsen Haare!“) und und und…..

Aber auch Lieder, die wesentlich mehr bedeuten. Lieder, die politisch korrekt und wichtig sind. Texte wie „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist, es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt!“ als Kontrast zu Texten wie„Du kannst gehen, aber deine Kopfhaut bleibt hier“. 

Lieder, zu denen man sich vor 10 Jahren die Haare bunt färbte, die man, obwohl 10 Jahre älter, heute noch von Zeit zu Zeit nachempfinden kann („Bitte versteht mein Verhalten als Zeichen der Ablehnung“) ,die jüngere Äquivalente haben, welche nicht weniger wahr sind (Ich komm nicht raus, ein Geisterhaus!).

Lieder, die damals hätten wichtiger nicht sein können. Lieder über Liebe, oder vielmehr über das Ende dieser.  „Ich weiß, du wirst mich vermissen, ich vermisse dich schon jetzt.“„Liebe wird zu Schmerz über Nacht, weder du noch ich haben je darüber nachgedacht!“„Es ist vorbei und der Himmel ist schwarz, weil die Sonne hier nie wieder scheint! ..Es ist vorbei und nichts in der Welt wird es je wieder gut machen können“Lieder, die beim ersten und letzten Liebeskummer dabei waren. Und wohl bei allen noch folgenden.

Lieder also, die an all die Menschen erinnern, die man mal kannte, vielleicht sogar liebte.All die Freundschaften, die die Zeit nicht überdauerten. Lieder für die Zeit im Jugendraum, zum Renovieren, Biertrinken, Partyfeiern, Küssen, Kickern. Geschichte schwänzen im Aufenthaltsraum im siffigen Gewölbekeller der Schule, die Mathestunde in der Sonne auf der Terrasse einer Freundin verbringen. Nach Frankreich in Urlaub fahren. „Sommer, Palmen, Sonnenschein“, 12 Stunden Nachtfahrt und gerade drei Wochen den Führerschein. Berlin und eine unendliche Fahrt im Nachtzug. Der Versuch, das Album schon einen Tag vor Erscheinen zu kaufen, der kleine Laden am Ku’damm, der ein Auge zu drückt. Mit 16 zwei Wochen Urlaub in Schweden, den Bungalow mit herrlich bekloppten Menschen teilen, noch heute mit ihnen Kontakt haben und Jahre später schreibt diese Band quasi rückwirkend den Titelsong dazu. Konzerte und Festivals.Lieder, für und über all die Menschen, die mit einem weitergehen.Das Silvester Open Air und der Mitschnitt dieses Konzertes. Regen im Müngersdorfer Stadion, Open Air im Dezember, die beste Freundin neben mir, „Zu Spät“ und blöde Sprüche auf der Bühne. Dinge, die einen durch die menschenleere Nacht am Flughafen Sydney bringen. Weintrinken in der Stammkneipe, das erste Verbot meiner Mutter, die Schinken!-Ei!, wenn schon nicht gut, so doch besser für eine 10-jähirge fand. Sich sicher sein, dass sie die live Übertragung des Rock am Ring- Konzertes anschauen wird. Die erste Kassette, die der große Bruder überspielte und die noch immer im Auto liegt. Verkehrte Welt, wenn dieser Bruder nun kommt, und fragt, ob man ihn auf das nächste Konzert mitnimmt. Die erste eigene Wohnung in einer neuen Stadt. Abende mit Grill im Park. Im Auto mitsingen. Studentenpartys in dubiosen Diskotheken. Um sieben Uhr morgens quer durch die Stadt nach Hause laufen mit Freunden. Beim Umzug helfen und Wohnung streichen. Nicht mehr wissen, wie viele Konzerttickets für diese Band man sich schon zum Geburtstag schenken ließ. Immer und immer wieder über die Umbau- und Pannenpause lachen. Das Unplugged, die Küche der besten Freundin. Tränen lachen. Wein von der Tankstelle und gemeinsam weinen, wenn’s nötig ist. Zweig- und Hauptstellen des Lebens also.Wissen, was bleibt. Natürlich machen die Menschen, mit denen man das alles erlebt, diese Situationen und Geschichten aus. Es sind die Menschen, nicht die Band, die wichtig sind.Aber irgendeine Band schreibt immer für irgendwen einen Soundtrack. Auch, wenn man es  wie ich vielleicht nie beabsichtigt hat.Letzten Endes stimmt für mich also, was diese Band natürlich schon in den Achtzigern wusste. „Mit uns kommt sowieso keiner mit. Denn wir sind die Ärzte und wir sind zu dritt!“So banal kann manchmal die Wahrheit sein.

Wissen, was bleibt.