discovering villa kunterbunt

26.03.2007 um 19:06 Uhr

I am Psycho

Stimmung: sonnig
Musik: I Am Kloot - No Direction Home

Wie ärgerlich. Unglaublich ärgerlich.

Beinahe fertig ein grandioser Eintrag, der der Menschheit nun für immer vorenthalten bleiben wird, weil Klein Madita versehentlich auf den falschen Knopf drückte und das, was ihr Kopf soeben ersponnen hatte, gleich wieder ins digitale Jenseits beförderte. Zumindest aber werde ich mich bemühen, den Inhalt des verloren gegangenen Geschwafels ungefähr zu rekonstruieren.

Meine Konkurrenz hat sich erübrigt, da anscheinend die betreffende Lehrkraft, die das Fräulein so zu unterstützen gedacht hatte, zwar engagiert, aber wenig organisiert dabei agiert hatte und sich somit einer der üblichen Konkurrenten an die Schreibarbeit machen durfte. Was zwar nicht bedeutete, dass ich nun etwas zu schreiben hatte, aber immerhin nicht das Fräulein, und so gerne ich sie auch habe, ich ertrage keine Konkurrenz auf dem gleichen Level. Werde ich von studierten, gebildeteren und vor allem älteren Menschen übertroffen oder belehrt, so kann ich das noch einigermaßen hinnehmen, da ich gegen diese noch nicht konkurrieren kann, noch nicht muss (obwohl ich durchaus vorhabe, das zu ändern). Mich gegenüber gleichgestellter Schulkameraden herabgewürdigt zu fühlen geht mir jedoch wesentlich mehr an die Leber.

Verglichen mit meinem mickrigen Selbstbewusstsein habe ich allerdings relativ hoch gesteckte Ziele, von denen mich auch der Berufsberater, der heute unsere Stufe zu beraten versucht hatte, nicht abbringen konnte, schon gar nicht, indem er mir unter die Nase rieb, welch großartige praktische Vorerfahrungen man in diesem Berufsfeld benötigte! Gut, es hatte zwar einen kleinen Anstoß von einem geliebten Menschen, der selbst für die meisten Dinge meinen kleinen Anstoß benötigt, gebraucht, um meinen inneren Schweinehund (oder besser: das Brot in mir) zu überlisten und mich an die praktische Journalistenarbeit zu wagen - trotz der Befürchtung, fehlzuschlagen.

Das Gefühl, gescheitert zu sein, ist wohl fast noch schlimmer, als vom Partner betrogen worden zu sein, weil man sich beim Scheitern selbst betrügt, und wenn man sich selbst schon nicht mehr vertrauen kann, wem dann? Ich habe sicher nicht in allen Bereichen meines Lebens diesen verdammten Ehrgeiz, der mich dazu bringt, mich selbst nicht mehr leiden zu können und der die Panik verursacht, die mich überfällt, wenn ich einen Berg voll Arbeit vor mir sehe und nicht vermag, diesen zu koordinieren. Lediglich wenn mir etwas wirklich wichtig ist, wenn ich etwas GERNE tue, breitet er sich allzu schnell in meinen Eingeweiden aus und vermag mir selbst das höchste Glück der Erde zu versauern aus Anst, dass ich es nicht gut/schnell/exakt/vollständig/oft/schön genug gestalten könnte.

Glücklicherweise gibt es in mir auch noch etwas anderes, das mich dazu bringt, diese Dinge trotzdem zu tun, und das dieses nagende Gefühl, diese Angst vorm Versagen zum Schweigen bringt. Das muss noch nicht einmal der Enderfolg sein, auch wenn der natürlich erheblich dazu beiträgt. Manchmal ist es einfach auch das Glücksgefühl, das man beim Machen, beim Denken und beim Schreiben also, emfpindet, und der Ausblick auf das Große, das man selbst noch vollbringen möchte und wovon man sich auch von diesem zickigen, panischen Ehrgeiz nicht abbringen lassen möchte.

Was mir noch eher im Weg stehen könnte, wäre meine Ungeschicktheit, meine Vergesslichkeit und meine Unorganisiertheit. Für letzteres habe ich einen wundervollen Menschen an der Seite, der sich meiner Organisationsprobleme annimmt, mir einen Tagesplan vorlegen kann, wenn ich mal wieder selbst überhaupt keinen Plan mehr habe und der Klarheit in meinen manchmal vor Panik oder Verwirrtheit vollgestopften Kopf bringt. Noch nie habe ich einen Menschen getroffen, der so ruhig und abgeklärt an Dinge herangehen kann, die mich schon längst zum Verzweifeln gebracht hätten, er ist meine Stütze und mein Koordinator zugleich, ohne den ich allzuoft in ein schwarzes Loch völliger Planlosigkeit gefallen wäre. In Punkte Ungeschicktheit steht er mir allerdings in nichts nach, und es ist fast ein Sport, sich mit ihm zu messen, wer die schlimmere Sauerei und das gröbere Durcheinander veranstalten kann, wobei ich, den Inhalt meines Kaffeebechers über meine Hose verteilend, heute wohl den Preis für oberste Schussligkeit für mich einheimsen darf. Allerdings gibt es ja auch nicht umsonst diesen Spruch vom zerstreuten Professor. Ohne eingebildet wirken zu wollen, zur Proffesur reicht es bei mir bei weitem noch nicht - aber muss Unordentlichkeit und Verpeiltheit  denn gleich mangelnde Fähigkeiten oder gar Dummheit ausdrücken? Körperliche Koordination und geistige Planlosigkeit sind schließlich kein Zeichen für fehlende Intelligenz oder Kreativität, auch wenn ich das Gefühl habe, von manchen Wesen in meiner Umgebung manchmal gerade deshalb irgenwie geringschätzig angeguckt zu werden.

Ist es nicht eher... charmant, eine gewisse Verpeiltheit auszustrahlen? Gut, es kann schon nerven, wenn man zum zehnten Mal sein Deutschbuch vergisst, keine Stift oder Kleingeld dabei hat oder dem Banknachbarn den Sprudel über den Block sabbelt. Aber leider gehört auch das zu meiner (weit gefächerten?) Persönlichkeit, die man einfach ertragen und vielleicht sogar mögen muss, um mit mir auszukommen. Ich finde nicht, dass ich daran arbeiten muss, denn es ist okay, so wie es ist.

Wow.. dieses Selbstbewusstsein sollte ich mal in anderen Bereichen meines Lebens aufweisen.

21.03.2007 um 00:29 Uhr

"Die Welt machte mich zu einer Hure, jetzt mache ich sie zum Bordell" (Dürrenmatt)

Stimmung: noch keine Müdigkeit vorschützen
Musik: nichts

Habe meine Heimkehr vom Theater mit einem Wurstbrot gefeiert, nachdem ich mich auf diesem unbequemen Stuhl schon seit Vorstellungsbeginn unter Bauchschmerzen aufgrund von mangelndem Abendbrot habe krümmen müssen. Und das alles für ein Laientheaterstück! Na gut, immerhin, viele dieser Laien sind gute Freunde und meinereiner sollte diesen seine Anwesenheit nicht vorenthalten.

Blödsinn, natürlich gehe ich gerne zu jeglichen Aufführungen der Theater-Gruppe meiner Schule, nicht nur um meine persönlichen Bühnenstars zu bewundern, sonder auch des Stückes wegen und in meiner journalistischen Pflicht. Diese auszuführen hatte ich heute nicht das Vergnügen. Mir wurde der Auftrag, für die Lokalzeitung zu berichtern, vor der Nase weggeschnappt, unverschämt und hinterrücks zugleich, und das nicht etwa von einem meiner üblichen Konkurrenten, die mit mir stets darum buhlen, sich möglichst früh zur Berichterstattung über weltbewegende Ereignisse meine Schule betreffend anzumelden. Hierbei handelt es sich um einen pensionierten sowie einen aktiven Lehrkörper unserer Schule, erfahren und studiert im Geiste und deshalb eigentlich keine Konkurrenz, sondern mir irgendwo schon vorraus (auch wenn mein leicht angreifbares Selbst damit manchmal nur schlecht leben kann, aber dazu komme ich wohl noch ausführlicher). Diesmal allerdings nennt sich der Auftragsdieb eine meiner besseren Freundinnen, die im Normalfall eigentlich nicht für diese Zeitung, bei der ich mich zur freien Mitarbeiterin gemausert habe, schreibt, aber deren Fähigkeiten im Bereich des Jonglierens mit deutscher Sprache dem Regisseur der Theater-AG und gleichzeitig renommiertem Deutschlehrer scheinbar derart die Sinne vernebeln, dass er sie unbedingt dafür im Boot haben musste. Was mich besonders stört, ist dass dieser Mann, dessen Fähigkeiten in den geisteswissenschaftlichen Künsten über die Grenzen unserer kleinen Popelstadt hinaus geschätzt und beachtet werden, mich andauernd vergisst. Natürlich, wenn ein Artikel in der Schülerzeitung oder im Lokalteil der Tageszeitung ihm unter die Augen kommt, lobt er ihn und mich jedesmal, muss aber genauso jedesmal nach meinem Namen fragen. Gut, anderen würde das Lob reichen, aber nicht mir, nicht, wenn er den Schreibstil und die Fähigkeiten der Fräulein A. so unheimlich zu schätzen weiß.

Ich kann nicht mit Konkurrenz umgehen.

Weder was mein Liebesleben angeht noch irgendwelche Hobbys, aber am allerwenigsten in der Welt der Buchstaben, Worte und Schachtelsätze. So stolz es mich machen kann, gelobt und beachtet zu werden, so tief kann es mich zu Boden reißen, trete einmal das Gegenteil ein oder, noch schlimmer, übe einmal jemand, zu dem ich aufsehe (oder auch nicht, eigentlich ist es gleich) Kritik an mir, noch dazu berechtigte. Grande Catastrophe, der Super-GAU, muss mich beherrschen, nicht in Tränen auszubrechen, mache mir den ganzen Tag Selbstvorwürfe und glaube immer überzeugter, des Lebens nicht wert zu sein und ramme mir des Nachts ein Küchenmesser in den Bauch (ein imaginäres... selbstverständlich). Und dann auch noch jemand wie Fräulein A. ... In keinem Fall zu verwechseln mit Miss A. Ein meilenweiter Unterschied, zähle ich doch erstere eindeutiger zu meinen Freunden und gebe so einiges auf ihre meist recht qualifizierte, wenn auch oftmals von einem konservativen, elitären Anspruch darauf, möglichst gebildet zu wirken geleitete, Meinung. Und sie hat mir tatsächlich, da sie mich kennt, sogar angeboten, ich solle doch diesen Schreibkram übernehmen. Doch dazu bin ich zu stolz, mal wieder, und verkünde großmütig, ein Schriftstück für die Schülerzeitung zu fertigen genüge meinem Ego voll und ganz.

Gelogen, natürlich. Aber wie sagt meine Namensschwester so gerne: "Wie kannst du überhaupt verlangen, dass ein kleines Kind, das eine Mama hat, die ein Engel ist, und einen Papa, der Negerkönig ist, und das sein ganzes Leben lang auf dem Meer gesegelt ist, immer die Wahrheit sagen soll?" (aus Pippi in der Villa Kunterbunt) Schon gar nicht, wenn es um sowas geht wie den verletzten Stolz und die gekränkte Ehre. Und überhaupt, in Kenia sagt sowieso den ganzen Tag lang nie einer die Wahrheit.  Jedenfalls entschied ich mich, zu schlucken, dass der Herr Dr. wohl jemand anderen unter seine Fittiche genommen hat und dass ich nicht mehr die einzige bin, die ab und zu mal für ihre Artikel in der Lokalzeitung gelobt wird. Dabei will sie noch nicht einmal Journalistin werden, sondern Lehrerin. Lehrerin! Wozu dann Artikel schreiben?

Ich weiß, ich bin ungerecht, wenn mir die Butter vom Brot genommen wid. Dann fange ich an zu denken, dass ich niemals an die Fähigkeiten meiner Mitmenschen, in persona Fräulein A. heranreichen werde, dass immer gerade die bevorzugt werden, die nicht mit dem Namen Madita Langstrumpf durchs weltweite Netz wandern und ich überhaupt die unfähigste, untalentierstete und un-unste Person auf diesem Planeten bin. Bin ich doch auch. Oder?

(Man beachte den mitleidheischenden Blick, der über diese Zeilen in die Runde gesendet wird. Bedauert mich, dann muss ich es nicht mehr selbst. "Menschlichkeit! Die Menschlichkeit muss sich setzen?" [Dürrenmatt])

19.03.2007 um 18:13 Uhr

Wir werden immer älter und die Welt wird digital...

Stimmung: Heidewitzka, Herr Kapitän!
Musik: Maximo Park - A certain trigger

Dagegen bin ich in Wahrheit, um einmal an die am gestrigen Tag verfassten Ergüsse anzuknüpfen, eine Gymnasiastin aus dem Südwesten Deutschlands, wohnhaft in einem Dorf in der Nähe einer Stadt, die zumindest im Vergleich zu den Orten, an denen ich mir in naher Zukunft meinen Wohnort vostellen könnte, selbst nicht mehr als ein Dorf ist, wenngleich sie sich Menschen, die sie von innen zu bewundern noch nicht das Glück hatten, als DIE Edelsteinmetropole Deutschlands bezeichnet. (Damit habe ich wohl auch hier meine manchmal etwas störende Affinität zu unendlichen Schachtelsätzen unter Beweis gestellt. Prost.) In dieser unheimlich edelsteinigen Stadt hat im Übrigen auch ein unheimlich berühmter Glatzkopf vor Jahren in die Windel gepupert, der sich zu einem großen Action- und Hollywoodstar mausern sollte und heutzutage solche Filme wie "Stirb langsam, jetzt erstrecht und mit viel Getöse und Tamtam Teil 25" fabriziert und mir persönlich eigentlich recht sypmatisch ist. Nur damit niemand auf falsche Gedanken kommt, ein Deutscher ist er nicht. Bei uns gibt es aber dank zweier Kasernen unseres großen Bruders USA genügend männliches Material, um kleine Bruces produzieren zu können. Wahrscheinlich sind die auch schon damals mit diesen bestechenden grauen Jogginganzügen und ihren Leuchtfähnchen durch die morgendlich angefrosteten Straßen gejoggt, als sich eine Dame den Vater des Bruces aus dem Gänsemarsch pickte und ihn zur Produktion eines Hollywoodschauspielers beiseite nahm. Oftmals frage ich mich, ob diese Karawanen von Amis denn nicht ab und zu auch mit den deutschen Karawanen zusammenstoßen, denn deutsche Ausbildungsstätten für schießwillige Hiphop-Disco-Gänger gibt es bei uns ebenfalls ein paar.

Aber eigentlich wollte ich mich ein wenig über mein Schule auslassen. Sie fasst so circa 700 Schüler, wobei ich zu denjenigen gehöre, die ab dem heutigen Tag den meisten Platz dabei wegnehmen. Einen Kamelofanten aus Stufe 12 kann man leider nicht mehr so leicht unter ein Lehrerpult oder in einen Wandschrank quetschen wie die Fünftklässler, ökonomisch betrachtet eigentlich pure Platzverschwendung also. Wenigstens sind aber von heute an die 13er nicht mehr im Boot, was den Vorteil hat, dass wir 12er rein theoretisch den Aufenthaltsraum für uns behaupten könnten, doch diese Problemstellung zu beleuchten werde ich wohl ein anderes Mal in Angriff nehmen. Darüber hinaus sind wir jetzt aber die größten Kamelofanten dieser Schule und haben damit endlich eine Daseinsberechtigung (wobei ich mir nicht so sicher war, ob die jedes Mitglied unserer Stufe in Anspruch nehmen sollte). Uns gehört die Schule, quasi, wenn das auch außer uns niemand weiß. Trotzdem war ich heute noch so gnädig, den Abgängern, zu denen auch viele meiner besseren Bekannten zählen, die letzte Ehre zu erweisen und ihrem Abistreich visuell wie aukustisch beizuwohnen. Obwohl das eigentlich auch ein recht lustiges und im Endeffekt auch anrührendes Ereignis war, schienen sich die meisten meines Alters jedoch zu fein, die Anstrengungen der älteren Stufe, ein bisschen für Stimmung zu sorgen, wenigstens duch Anwesenheit zu würdigen.

Nein, aber die üblichen Kandidaten rühmten sich damit, zu cool für derlei spaßige Ereignisse zu sein und stattdessen im weitberühmten Einkaufszentrum am Fuße unserer Schule oder in einer Eisdiele Essbares konsumiert zu haben. Wird eine gewisse Person denn niemals müde, der halben Welt aufzudrängen, welche verschiedenen geilen Geschmacksrichtungen sich in ihrem Lieblinseis zusammenfinden? Miss Ego nutzt selbst diese Lapalie, um sie zehntausendmal durch den Repeat-Fleischwolf zu drehen, bis irgendwann eine zermantschte Masse dabei herauskommt, die jeglicher Form, jeglichem Geschmack und somit auch jeglicher Würde entbehrt. Die montäglichen Erdkundestunden werden ebenfalls zur Plattform selbstdarstellerischer Auftritte. Aber die die umgebenden Opfer dieser Attacken scheinen es auch nicht für nötig zu befinden, sich zu wehren.

S. : "Sag mal, stimmt es, dass man das riecht, wenn jemand Sex hatte?" 

Miss Ego (mit Kennermiene): "Klar, da riecht man nach Zeug, nach Schweiß, nach Speichel, nach Klöten, nach..."

Langstrumpf (eben noch mit der Statistik über die geschätzten Auswirkungen des Klimawandels bis 2050 beschäftigt): "Herr Lehrer, ich wünsche mir sofort Frontalunterricht!"

Wie wäre es denn damit: Von mir aus machen, aber nicht tagtäglich darüber reden? Das heißt, nicht in so einer Form! Ich weiß nicht, aber irgenwie stößt mich diese Art von Breittretung eines solch intimen Themas immer ein wenig ab. Leider ist das eine der Spezialitäten der Miss Ego. Man verstehe mich nicht falsch, Miss Ego ist keine durchweg unsympatische Person. Allerdings hat sie Tendenzen zur unglaublichen, übertriebenen Nervigkeit. Wenn sie sich ausnahmsweise einigermaßen im Griff hat, kann es spaßig sein, Zeit mit ihr zu verbringen. Umgeben von Menschen, die sie beeindrucken möchte oder die sie zu bewundern scheinen, ist dies allerdings selten länger als zehn Minuten machbar. Mission impossible, ihr Grenzen aufzuweisen, doch gerade deshalb sehe ich es als meine Mission, es ihr begreiflich zu machen, wenn sie übertreibt, wo es sonst ja keiner tut. Scheinbar ist das eine Macke von mir, denn ich ziehe Problempersonen wohl magisch an. Dabei bin ich selbst die größte Problemperson. Glücklicherweise habe ich auch ein paar Personen um mich, deren Probleme sich in gegenseitiger Zusammenarbeit lösen lassen, statt dass man mit einseitiger Bemühung an die Dinge herangehen muss. Doch zu diesen Personen werde ich wohl noch früh genug kommen.

18.03.2007 um 23:09 Uhr

Die Ersten werden die Letzten sein!

Stimmung: normalverwirrt
Musik: Dresden Dolls - Good Day

Ja! Es ist bewiesen!

Mein hochtrabendes Selbst ist also durchaus in der Lage, sich von den Wolken hinab auf die Erde zu bewegen und auch mal das zu tun, worüber es nachdenkt. Wenn es sich auch nur darum dreht, sich dazu durchzuringen, es einer Person, auf die ich sicherlich baldigst noch zurückkommen werde, nachzutun und sich in Form kleiner elektronischer Botschaften im weltweiten Netz zu verewigen. Und warum das Ganze? Nun, weil man sich schließlich als schreibwütiger kleiner Teufel durchaus wünscht, seine geistigen Ergüsse auch einmal von Mitmenschen gelesen zu wissen. Nachdem bisher bis auf eine einzige Person, die ich eben schon erwähnte und somit nun auf sie zurückkomme, meine schriftstellerischen Tätigkeiten zu schätzen, das heißt zu lesen wusste, wäre es also auch für mich langsam an der Zeit, mich ein wenig auszuweiten. Nun gut, da sind ja auch meine Rollenspiele, auf die ich sicher irgendwann auch zurückkommen werde - aber die wahrhaftige schriftstellerische Freiheit findet sich zumeist doch ohne vorgegebenen thematischen Rahmen am ehesten. 

Ein Deutschlehrer unserer Schule, Herr I., vertrat seinen Schülern gegenüber, zu denen ich glücklicherweise nicht zähle, die These, Frauen seien doch nur in der Lage, autobiographisch zu schreiben. Sicher doch. Wie sollte es auch anders sein, stammt diese These doch von einem äußerst belesenen männlichen Wesen. Aber für mich persönlich ist das nicht ganz so einfach. Daher habe ich mir zunächst auch schwer getan, dieses Tagebuch als mein eigen zu eröffnen, da ich sowieso nicht so wirklich weiß, was ich damit anfangen werde. Vielleicht wird die großartige Ideenflut eines Tages über mich einfluten und mir gegebenenfalls etwas ins Ohr spülen, das sich verwerten lässt auf dieser Plattform im weltweiten Netz... Ich warte stets auf den Tag, dass sich eine kleine Person auf meiner Schulter niederlässt, mir ihren Namen zuflüstert und ihre Geschichte erzählt, damit ich sie aufschreibe und der Nachwelt hinterlassen kann. Dann sähe ich mich nicht mehr genötigt, mir selbst etwas auszudenken. Obwohl das eigentlich doch das Schönste an der Schreiberei ist, jedoch auch das Anstrengendste. Jedenfalls müsste ich nicht mehr über mich schreiben, was ich just in diesem Moment noch zu umgehen versuche. Schlussendlich jedoch bin ich dieser Person und ihrer Geschichte noch nicht über den Weg gelaufen, weshalb ich noch ein relativ uninspiriertes Dasein zu fristen und mich zunächst einmal, zumindest was dieses Blog angeht, mit mir selbst werde beschäftigen müssen (selbstverständlich werde ich jedoch weiterhin nach dieser Person Ausschau halten).

Darf ich vorstellen, ich bin, um es mit meinem zurzeit liebsten deutschen Autor Walther Moers auszudrücken, "die Idee, den Kopf abzulegen". Ach was, das wäre ich gern. Mein Kopf sitzt immer noch dort, wo er biologisch gesehen hingehört und verbreitet von dort aus Chaos im übrigen Körper, der sich dagegen unglücklicherweise (noch) nicht zu wehren vermag. Ich bin Madita Langstrumpf. Natürlich ist das nicht mein richtiger Name, und wem man als Kind ein bisschen vorgelesen hat, der wird sich an die Personen, die mich zu diesem Namen anregten und die selbst nur Anregungen aus dem Kopf einer anderen, großartigen Person sind, sicherlich erinnern. Ungefähr so bin ich auch.

Ach was, das wäre ich gern.