Maxys_Ausweichblog

25.04.2017 um 20:22 Uhr

Lebenszeichen

von: MaxyII


Ich trage viel Schmerz mit mir rum. Vieles ist geschehen, Verluste, auf die ich nicht näher eingehen will, viel Arbeit, Omas mentaler Abstieg geht voran, Papa pfeifft auf dem letzten Loch, ich kanns kaum mitansehen.

Haben für Oma jetzt Pflegegrad 4. Die Begutachtung wurde Anfang Januar(!) beantragt. Gekommen sind sie Anfang April (!) Wahrscheinlich haben die gedacht, dass sie, wenn sie sich viel Zeit lassen, ohnehin nicht mehr da ist und die sich den Weg und die Arbeit sparen können.... Falsch gedacht, sie lebt, mehr schelcht als recht aber sie lebt.

Laut dem zweiten Gutachten das angefertigt wurde, haben wir mit dem Pflegeaufwand höchstens 5 Stunden die Woche zu tun.... Die Woche (!) Das allein ist der Vormittag  und die Mittagszeit eines Tages (!)
Nun beim mittlerweile dritten Gutachten hat man unseren Pflegeaufwand auf ca.20 Sunden die Woche angesetzt. Ist immernoch weit von der Realität entfernt, aber zumindest haben wir nun knapp den Pfleggrad 4 bekommen! Jetzt kann der Pflegedienst zumindest auch am Wochenende abends kommen um sie zu waschen.

Sie weiß nun nicht mehr wer ich bin. Vor ein paar Tagen war es ihr unmöglich zu verstehen, dass ich die Tochter ihres Sohnens bin, das wärelaut ihrer Aussage "unmöglich"...
Sie hat Opas Tod vergessen. Ich wünschte ich könnte das auch. Sie wartet auf ihn, jeden Tag. Fragt nach ihm, sagt er wäre noch auf Arbeit würde aber bald kommen. Meint er wäre eben erst hier gewesen. Ich beneide sie um dieses Gefühl. Ich fühle nur noch Leere. Er ist schon so lange weg

Letzte Woche hab ich geträumt, ich würde mit ihm telefonieren. Ich wusste im Traum, dass er tot ist, aber warum auch immer, konnte ich ein Telefonat mit ihm führen, dass ich früher mal mit ihm geführt habe. Ich hab mich so gefreut seine Stimme zu hören, selbst als ich aufgewacht bin, freute ich mich, ihn wieder sprechen zu hören. Das hab ich so lange nicht. Fast 21 Monate nicht mehr.

Für Oma empfinde ich nichts mehr. Selbst das Mitleid ist auf der Strecke geblieben. Es stört mich nicht, dass sie nicht weiß wer ich bin. Soll sie denken was sie will. Es verletzt mich nicht. Wenn es Opa gewesen wäre, der mich langsam vergessen hätte, hätte es mir das Herz gebrochen. Damit wäre ich nicht zurecht gekommen. Aber bei ihr, stört es mich nicht. Ich helfe sie zu pflege, weil ich mich dazu verpflichtet fühle. Für Papa. Für Opa. Nicht für sie.

Das klingt hart, ich weiß. Aber warum sollte ich lügen?

Ich bin innerlich sehr kaputt. Und gerade zu dieser Zeit ist nur noch Schmerz in mir. Wann vergeht die Trauer? Wann vergeht der Schmerz des Verlustes? Ich versuche es in Schach zu halten, aber irgendwann bahnt es sich seinen Weg und ich halts kaum aus. Ist wie ein brennen im Bauch, in der Brust, in den Augen, im Mund. Wie ein Schrei der nicht raus kann.

Ich bin froh, dass Opa nicht sieht was aus mir geworden ist, denn es würde ihn traurig machen. Er würde sich sorgen. Das würde ich nicht ertragen.

Hätte mir vor zwei Jahren jemand gesagt, dass ich heute in diesem Punkt wäre, hätte ich ihn ausgelacht.

Hoffe euch anderen geht es gut...?!

03.02.2017 um 12:26 Uhr

Das Ende

von: MaxyII

Nun ist es da. Ich hatte gehofft es würde nicht so weit kommen. Habe aber gespürt dass es so kommen würde. Wenn sich nur einer bemüht und der andere nur lügt, dann klappt es nicht.
Ich werds schon schaffen, muss ich ja.
Ich hab Opas Tod überlebt, da schaffe ich so eine Trennung doch wohl auch...
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, dass hat Opa damals zu mir gesagt, als es zwischen ihm und mit schon mal beschissen aussah. Opa hatte recht.
Ich werds schaffen. Erhobenen Hauptes werde ich da durch gehen.

Aber jetzt gerade, in diesem Augenblick will ich nichts lieber als mich verkriechen. Nur einen kurzen Augenblick. Nur ein bisschen weinen. Ich wünschte mich würde jemand festhalten.

Nun Sachen packen und zwei STunden mit Bus und Bahn nach hause fahren, zu Papa. Vielleicht hält er mich fest.
Sorgt euch nicht. ICh hab Opas Tod überlebt, da werd ich diese Trennung auch schaffen.

01.02.2017 um 19:01 Uhr

Und manchmal...

von: MaxyII

... hat sie kurze lichte Momente...
So wie gestern. Ich war bei ihr und sie wusste wer ich bin. Sie hat über Opa geredet. Wie sehr er ihr fehlt und das sie bald zu ihm will. Sie sah mich an und sagte : "Ich will sterben."
Sie bedauert, dass sie uns zur Last fällt. Sie bedauert, dass sie ein solchen Schicksal getroffen hat. Sie bedauert noch da zu sein. Sie wollte immer als erste gehen, vor Opa.
Ich wiederholte was Opa immer zu uns gesagt hatte, wenn wir über den Tod sprachen "Einem jeden schlägt irgendwann seine Stunde und so lange muss man das Beste aus dem Leben machen..." Sie nickte traurig und sagte: "Opa wollte noch nicht gehen. Er wollte noch bleiben, schon wegen dir..."
Ein Satz der mich ins Herz getroffen hat, wie damals kurz nach seinem Tod. Opa hatte zu ihr gesagt :"Vergesst Maxy nicht".
Nun sind es auf den Tag genau 18 Monate, 12 Stunden und 31 Minuten, dass er gegangen ist...
Und das Leben geht weiter. Und man muss was draus machen bis einem eines Tages die eine Stunde schlägt...
Und so lange hoffe ich, dass ich mich irre. Dass es doch ein Leben nach dem Tod gibt und er auf mich wartet und mich lächelnd begrüßt...

28.01.2017 um 21:13 Uhr

18...

von: MaxyII

Ich bin überfordert. Mit allem. Meinem Bauchgefühl vertrauen? Ich weiß nicht mehr ob ich ihm trauen kann. Nichts ist mehr wie es war. Nichts. Ich finde mich in diesem neuen Leben nicht zurecht. Ich finde mich selbst nicht. Ich finde nicht den Weg um glücklich zu sein. Warum ist alles so anders? So farblos? So trostlos? Ohne Rhythmus? Ohne Glanz?

Wie weiter machen? Warum weiter machen? Wofür? Das ist es was fehlt, der Grund, der Weg, das Ziel.

Das Ziel sollte sein, ein glückliches Leben zu führen. Aber wie sieht das für mich aus? Wenn ich das wüsste. Alles was ich in den letzten 18 Monaten gemacht habe, hat mich nicht glücklich gemacht. Es gab Momente in denen ich mich wirklich gut fühlte. Wo ich lächeln konnte und es auch so empfunden habe. Und doch bin ich wider an diesem dunklen Ort.

Ich ertrags nicht mehr. Am liebsten will ich aufgeben. Kämpfen liegt mir nicht mehr. Ich dachte es würde mal anders werden. Es gibt Momente da zerreißt es mich vor Sehnsucht. Ich wünschte ich wäre jemand der an Wiedergeburt glauben würde. Die eine Seele die ohne wenn und aber zu meiner gehört hat, ist nicht mehr fassbar. Nie wieder. Ist fort. Endgültig.

Ich fühl mich allein. Noch immer. Wird sich das je ändern? 

Heute vor genau 18 Monaten konnte ich ihm das letzte Mal in seine Augen sehen. Strahlend blau. Immer voller Hoffnung und Wärme. Beides hat er mit sich genommen als er ging.

Wie bekommt man das zurück?  

13.01.2017 um 20:59 Uhr

Unser Alltag

von: MaxyII

Pflegegrad 3 das entspricht der alten Pflegestufe 1. Was stimmt mit diesem Pflegesystem eigentlich nicht? Meine Oma kann nichts mehr allein. Gestern Morgen hat sie die Pflege unter dem Tisch schlafend gefunden... Heute war ich ihre Mutter. Gestern ihre Nichte, Vorgestern war meine Mutter zugleich meine Oma.

Letzte Woche ist sie zweimal leicht gestürzt, weil sie vergisst, dass ihr die Kraft zum laufen fehlt. Sie quält sich irgendwie hoch und geht los indem sie sich überall festhält wo es geht, bis es irgendwann nicht mehr geht und sie fällt. Sie hat vergessen das Opa tot ist. Sie erinnert sich an Geburtstage, die vor vielen Jahren statt fanden, weiß aber nicht welcher Tag ist. Sie fragt ob die Tiere schon versorgt sind. Sie fragt nach ihrer Oma, ob deren Bett schon gemacht. Wo sie ist, warum sie oben rumläuft. Sie fragt nach ihrer Mama.

Sie macht Mittagspause und weiß nach dem aufwachen nichts mehr. Weder wie spät es ist, noch wo sie ist oder wie alt sie ist. Sie fängt nachmittags um drei an sich auszuziehen, weil sie entweder meint es wäre Bettzeit, oder es wäre morgens und sie müsse die Sachen wechseln. Vorgestern habe ich fast zwei Stunden gebraucht um ihr begreiflich zu machen, dass sie einen Pullover und eine Hose trägt und kein Nachthemd. Ich hab ihr einen großen Spiegel gebracht, ihr gezeigt was sie trägt, sie hat es nicht begriffen.

Laut MDK beträgt der Zeitaufwand für die Pflege meiner Oma in der Woche für uns 5 (!!!!!!!!!) Stunden! Allein das Frühstück zubereiten und sie zum essen zu bringen dauert täglich 1,5 Stunde. Beim Mittagessen ist es noch schlimmer, denn Demenzkranke essen zu gerne süss aber nicht deftig. Es ist ein Geduldsspiel. Nach dem Mittag muss sie austreten. Da sie nicht mehr laufen kann, benutzt sie inzwischen zum Glück den Toilettenstuhl. Auch ein Geduldsspiel und zugleich kräfteraubend, besonders das vom Sofa aufstehen, auf den Stuhl setzen, sie sauber machen und zurück auf die Couch bekommen.

Dann macht sie Mittagspause, eine manchmal 2 Stunden Pause. Dann wird's hart, weil sie eben nichts mehr weiß nach dem aufwachen.

Abends kommt die Pflege zum waschen, das ist jetzt neu. Mit Pflegegrad 3 darf die Caritas 3mal täglich kommen, morgens zum waschen, Mittags um kurz nach dem rechten zu sehen und abends zum waschen.

Dann sitzt man bei Oma noch gute drei Stunden bis sie um 20Uhr schlafen geht. Man macht ihr Abendbrot überredet sie noch ein Stück Stulle zu essen, weil ja die Medikamente nicht auf leeren Magen genommen werden dürfen. Anders bekommt man sie nicht zum essen. Sie döst ab und an ein, man weckt sie zum Zähne putzen, erneut ein Geduldsspiel. Sie nimmt sie raus, putzt die verbliebenen im Mund, putzt ihr Gebiss und wenn man kurz nicht hinsieht, weil man nebenbei aufräumt und alles für den nächsten Tag vorbereitet, damit der Tag irgendwann mal ein Ende hat, steckt sie sich ihr Gebiss wieder in den Mund, weil es ja nicht abends sondern morgens ist...

Irgendwann liegt sie dann doch im Bett, ist zugedeckt und das Licht ist aus.

Man geht. Ist müde, kann aber nicht schlafen, denn wer weiß wie der nächste Morgen wird, der nächste Tag. Wie wird man sie vorfinden morgens. Ihre Lieblingspflegerin hat mir gestern anvertraut, dass sie jedes Mal mit pochende Herzen zu Oma kommt, weil sie nie weiß wo und in welchem Zustand sie Oma vorfindet. So geht's mir auch.

Ja, das alles lässt sich sicher in 5 Stunden in der Woche erledigen. Und da zählt noch nicht mal der Haushalt an sich mit, die Wäsche die täglich zu waschen ist, weil sie inzwischen zur Bettnässerin geworden ist und das trotz Windel, denn die zieht sie sich nachts aus. Wie? Keine Ahnung. Jeden Tag Bett beziehen, jeden Tag neue Nachtwäsche... Jeden Tag Pullover wechseln, denn das Essen fällt ihr schwer und trotz Sabberlatz landet alles irgendwie auf dem Pulli...

Wir sind müde. Papa am meisten. Es ist seine Mutter. Alles was Körperhygiene bei ihr angeht, meidet er, bleibt an mir oder seinem Bruder hängen. Ich verstehe es.

Ich habe Dinge gesehen, die man von seiner Oma nicht sehen möchte. Man will sie in Erinnerung behalten, wie sie war, wenn es dann mal zu Ende sein wird. Als starke Frau. Aber das Leben ist eben kein Wunschkonzert...

28.12.2016 um 21:14 Uhr

87

von: MaxyII

Vor nun mehr 87 Jahren hat dein Leben begonnen. Vor 16 Monaten ist es geendet. Wir saßen heute allein am Kaffeetisch. Nur dein Bild sah, wie wir zusammen gekommen sind um deinen Geburtstag zu feiern. 

Oma hat nicht gemerkt was für ein Tag war. Sie hat es einfach vergessen. Niemand von uns hat es ihr gesagt, denn wir wollten nicht, dass sie traurig ist. Sie hat einfach genossen, dass wir bei ihr waren.

Papa und ich waren an deinem Grab. Wir brachten dir Blumen und eine Kerze. Kerzenschein hast du sehr gemocht in der dunklen Jahreszeit.

Opa! Du fehlst! Jeden Tag. Und zu dieser Zeit besonders. Vor zwei Jahren warst du das letzte Mal dabei, als wir deinen Ehrentag feierten. Alle waren da. Die ganze Familie. An dem Tag ist das Bild entstanden, dass neben meinem Bett steht und dass ich zu dir in deine letzte Ruhestätte gelegt habe. Du und ich. Wir beide. Ein Herz und eine Seele. Und nun ist das Herz ohne Seele...

Siehst du uns zu, von wo immer du auch bist? Wenn ich das nur wüsste! Glaube ich daran? Nein. Leider nicht. Du bist fort. Du schweigst. Selbst in meinen Träumen sprichst du nicht. Deine Stimme fehlt mir so.  



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24.12.2016 um 01:57 Uhr

Frohes Fest

von: MaxyII

Meine lieben Mitblogger,

ich möchte euch allen ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest wünschen.

Auch möchte ich den Anlass nutzen und euch danken, für euer "offenes Ohr" für meine Probleme. Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meinen wirren Gedanken zu folgen und mir mit eurem Rat beizustehen. Es tut immer gut zu lesen, was ihr zu meiner Situation denkt.
Blogigo ist für mich in all den Jahren, in denen ich nun schon blogge, eine kleine Zuflucht geworden. Es tut gut zu wissen, dass es diesen "Ort" hier gibt und dass ich hier auf Menschen stoße, die voller Mitgefühl stecken. Ich danke euch, ihr Lieben!

Gruß,
Maxy


Frohes Fest und einen guten Rutsch in ein hoffentlich gutes Jahr 2017.

25.11.2016 um 08:23 Uhr

Die Dunkelheit wartet schon

von: MaxyII

Die Welt wird wieder aufhören sich zu drehen. Das Leben wird wieder still stehen. Die Trauer  wird nicht vor mir halt machen.
Oma stirbt. Man kann ihr dabei zu sehen, wie es ihr immer schlechter geht. Sie isst kaum noch, sie trinkt zu wenig und nur wenn sie dazu aufgefordert wird. Sie ist antriebslos. Sie kann nichts mehr allein. Ihre Pflege dauert nun von morgens um halb neun bis abends um acht, manchmal neun Uhr. Und wir sind größenteils allein damit
Unter der Woche kommt morgens der Pflegedienst. Sieht nach ihr. Wenn sie aufstehen will, wird sie gewaschen und angezogen.
Wenn sie nicht aufstehen will, waschen wir sie und ziehen sie an, wenn sie soweit ist. Mittags kommt die Pflege erneut um ihr eine Tasse Tee zu geben. Für mehr fehlt die passende Pflegestufe. Die ist beantragt, aber es wird dauern bis die Faulenzer von der Behörde sich mal auf den Weg machen, um sie zu begutachten. Und was werden sie uns dann sagen? Sie kann ja noch alleine atmen, ist also gar nicht schlimm????! Falls sie es überhaupt bis zur Begutachtung schafft. Ich fürchte, sie schafft es nicht. Ich fürchte sie geht noch dieses Jahr.

Ich hab Angst davor. Ich hab Angst davor, dass ich da bin, wenn sie stirbt. Ich hab Angst, dass ich es nicht bin. Ich hab Angst, dass sie sich quält vor ihrem Tod. Ich hab Angst, sie tot zu finden. Ich hab Angst nicht genug getan zu haben. Ich hab Angst vor der Trauerzeit. Ich hab Angst, dass alles wieder dunkel wird.

Unser Verhältins war immer schwierig, aber sie ist meine Oma. Ohne sie wäre ich nicht hier. Und sie ist die Verbindung zu Opa. Solange sie noch da ist, ist er es auch irgendwie.
Ich hab so Angst vor den nächsten Tagen.
Ich hatte mich gefreut auf die Weihnachtszeit. Ich wollte sie genießen, das Haus wieder schmücken und nun ist alles anders. Innerhalb kürzester Zeit ist wieder alles anders. Nun steht der Tod wieder vor der Tür. Und wieder wird alles anders.

06.09.2016 um 09:07 Uhr

...

von: MaxyII

Ich, ich, ich....

Ich muss machen, ich will erleben, ich brauch das für mich, ich will nicht verpassen, ich will nicht bereuen müssen, ich will erzählen können, ich will gemacht haben, ich, ich, ich...

ICH kann das nicht mehr hören...

Scheiß Egoismus!

02.09.2016 um 00:22 Uhr

Manchmal

von: MaxyII

Manchmal muss man wohl Entscheidungen treffen, die einem im ersten Moment weh tun, die aber unumgänglich sind um eines Tages wieder glücklich sein zu können.

Ich habe mich verrannt. 14 Monaten gekämpft und bin nun am Ende angekommen. Man muss wissen, wenn es keinen Sinn mehr macht. Und es macht keinen mehr, wenn man mehr weint als lacht.

Ich will wieder unbeschwert sein können.

...


01.08.2016 um 07:30 Uhr

Eins

von: MaxyII





Ganz still und leise ohne ein Wort,
ginst Du von Deinen Lieben fort.

Du hast ein gutes Herz besessen,
nun ruht es still, doch unvergessen.

Es ist so schwer, es zu verstehen,
dass wir uns nicht mehr wiedersehen....



Du fehlst....


Bildergebnis für weiße rosen trauer

25.07.2016 um 13:50 Uhr

Ich komme damit nicht klar

von: MaxyII

Bald ist  es genau 1 Jahr her dass ich meinem Opa das letzte mal in seine wachen, liebvollen, blauen Augen sehen durfte. Ist ja nur ein Tag wie jeder andere auch, aber mir setzt er sehr zu... Ich gehe alles immer wieder durch. Jede Minute dieses Tages....
Mir gings schlecht. Ich saß den halben Tag bei ihm, redete mit ihm über meine Sorgen und er hörte zu und versuchte mir Kraft zu geben. Kraft die er für sich gebraucht hätte. Ich hätte den Mund halten müssen! Einmal im Leben, hätte ich einfach still sein sollen! Aber ich habs nicht gemacht. War so mit mir beschäftigt, dass ich ihn darüber vergessen habe. Sein Herz macht ihm immer mehr zu schaffen. Er war heiser, sein Blutdruck völlig falsch, der obere Wert zu niedrig, der untere zu hoch... Wir baten ihn, dass wir ihn zum Arzt bringen dürfen, aber er lehnte ab. Er gehe zu keine Ärzte mehr...
Ich nahm es hin, obwohl ich wusste, ich hätte hartneckiger sein müsen.. Ich hatte mit mir zu tun... verdrängte, was ich nicht hätte verdrängen dürfen!
Ich ging an diesem Tag ohne noch mal zu ihm zu gehen und mich richtig zu verabschieden. Ich stand nur an der Tür und sagte "Ich mache jetzt los..." Ich ging nicht mehr zu ihm rein. Ich stand da, sah ihn an und er nickte und zwinkerte mir zu. "Ich verstehe" wollte er mir damit zeigen. "Ich weiß, warum du nicht bleiben kannst, ich weiß warum du nun gehen musst, aber ich bin hier und du kannst immer zu mir kommen, dass weißt du." Das wollte er mir damit sagen.
Drei Tage später war er tot.
Immer wieder gehe ich es durch. Keine 2 Minuten hätte es mich gekostet. Schuhe ausziehen, ins Wohnzimmer gehen, seine Hand nehmen, ein letztes Mal ein "Die Linke kommt vom Herzen" unser Code für "Ich hab dich lieb". Stattdesssen blieb ich an der Tür stehen, sagte "Ich mache jetzt los" zog die Tür hinter mir zu und war weg.
Ein einziges Mal hab ich mich nicht richtig von ihm verabschiedet. Ein mal, nur einmal und dann war es der Abschied für immer.
Ich komm damit nicht klar. Ich kann mir das nicht verzeihen. Ich komm damit nicht klar. Es tut so weh, dass ich die Chance habe verstreichen lassen.

09.07.2016 um 11:24 Uhr

Null

von: MaxyII

NULL

In diese Pflegestufe stuft man meine fast 88jährige, demenzkranke Oma ein.

Was sie noch allein kann: sich das Gesicht und den vorderen Oberkörper waschen, zur Toilette gehen, sich eine Stulle schmieren, wenn alle Zutaten auf dem Tisch stehen, allein morgens aufstehen, obwohl sie das so manches mal auch nicht mehr alleine schafft...

Was sie nicht mehr alleine kann: richtig laufen, einkaufen, ihren Haushalt machen, den Tisch decken, genug trinken, sich Dinge merken, ihre Verwandten erkennen und richtig einordnen, selbst bei uns wird das zunehmend schwierig, wissen welches Jahr, welcher Monat oder welcher Tag gerade ist, alleine rausgehen, Medikamente nehmen... und so einiges mehr...

Aber, sie kann eben noch zu viel allein... würde sie nur noch im Bett liegen, müsste man sie füttern und sie zur Toilette bringen, wäre sie ein fast 88 jähriges Kleinkind, dann hätte sie Pflegestufe 1 bekommen und wir mehr Unterstützung. So müssen wir selbst die tägliche Pflegekraft, die ihr morgens den Rücken wäscht und ihr beim anziehen hilft, zum größten Teil selbst bezahlen... Mein Papa muss von morgens bis abends für sie da sein... Wegfahren ist für ihn unmöglich, denn es könnte jeder Zeit was passieren... mit allem wird man allein gelassen... Wie sollen wir das schaffen? Mein Onkel, mein Papa und ich, wir sind mir den Nerven runter. Es wird so schwer mit ihr... Oft weiß sie nicht mehr, dass ich ihre Enkeltochter bin. Sie hält mich für ihre Nichte oder für die Frau meines Onkels. Meinen Papa oder auch meinen Onkel hält sie so manches Mal für Opa. Wieso wird man damit allein gelassen? Warum hilft einem da keiner? Ich verstehe es nicht...

02.07.2016 um 09:11 Uhr

Resümee

von: MaxyII

In den schwierigen Zeiten soll sich ja zeigen, wer wahre Freunde sind und wer nicht....
Mein Fazit nach einem katastrophalen Jahr: ich habe keine Freunde mehr. Wahrscheinlich hatte ich nie welche. Alle haben sich zurückgezogen von mir. Gab es Probleme bei ihnen, war ich gut genug. Sogar nachts hab ich ihnen zugehört, bin zu ihnen gefahren, hab geholfen wo ich nur konnte. Auch als es mir schlecht ging. Und nun ist neimand mehr da.
Ich sollte wohl kritischer sein, beim aussuchen meiner Freunde.

27.06.2016 um 08:35 Uhr

Fragen

von: MaxyII

Ich bin eine Z*eitbombe. Die Lebensberatung hilft mir, aber nicht schnell genug. Ich mach alles kaputt. Ich hab mich nicht unter Kontrolle. Ich hab meinen Mund nicht unter Kontrolle. Ich hab diese Wut in mir nicht unter Kontrolle. Ich schlage verbal um mich und weiß währenddessen, dass es falsch ist. Ich weiß, dass ich still sein sollte, einmal um den Block laufen und mich beruhigen. Aber ich tus nicht.
Wer ist diese Frau, die mir da morgens aus dem Spiegel entgegen blickt?
So war ich nie. So will ich nicht sein. Ich hasse diese Frau. Ich bin so wütend auf diese Frau. Sie macht alles kaputt. Ich mache alles kaputt.
Was ist nur aus mir geworden?!
Wie kriege ich das in den Griff?

Wie entspannt ihr euch? Was hilft euch runter zu kommen? Was macht ihr, wenn ihr kurz vor dem durchdrehen steht? Wenn der Druck zu groß wird? Ich bin langsam ratlos.

22.06.2016 um 18:50 Uhr

Ohne Titel

von: MaxyII

Wenn der Herr des Hauses Fußball gucken ist, macht es sich die Dame des Hauses mit ein wenig  S*ushi, einem kleinen Salat und dazu ein Gläschen Himbeer-Maracuja Fruchtweincocktail, zu hause gemütlich und schaut alte Folgen von S*ex and the City. Es lebe die EM :)

In diesem Sinne, einen schönen Abend euch lieben Mitbloggern.

20.06.2016 um 09:40 Uhr

Ich hab dich vermisst, soweit wie 80 Meter....

von: MaxyII

Der kleine Mann ist so süss :)

Am Wochenende hatte Schatz' Mutter Geburtstag. Wir sind natürlich übers Wochenende hin gefahren, haben aber zum Glück bei Schatz Bruder, dessen Frau und dem Kleinen im neuen Haus geschlafen. Eine sehr entspannende Zeit. Wir haben viel mit dem Kleinen gespielt, er wollte uns gar nicht mehr gehen lassen : "Ihr dürfte jetzt immer bei uns wohnen." Er war wohl sehr überzeugt von unserer kurzzeitigen WG :)

Am schönsten für mich war der Samstag. Schatz und ich waren, nach einer mehrstündigen vormittäglichen in Beschlagnahme durch den Kleinen ;) , in die Stadt gefahren um einige Besorgungen zu machen. Wir waren kaum 5 Stunden weg und der Kleine war völlig aus dem Häuschen als wir wieder kamen :)

"Tante Maxy, Tante Maxy, warum warst du so lange weg?! Ich hab dich vermisst, soweit wie 80 Meter!!" Und schon hatte er mich an die Hand genommen und mich mit nach oben in sein Zimmer geschleppt um zu spielen.

Es macht so viel Spaß mit ihm :) Er ist wie ein Lebenselixier, wie eine unerschöpfliche Energiequelle, obwohl man nach dem spielen fix und alle ist :D Wo haben Kinder die ganze Energie dafür her? Auch die Eltern des Kleinen waren froh, dass wir da waren. Seine Mama meinte zu mir, "immer wenn ihr hier seid, ist er so beschäftigt, dass er uns vergisst" und die Beiden dann in Ruhe noch die restlichen Dinge erledigen können, die nach einem Umzug in ein Haus eben anstehen....Sonst ist es wohl so, dass er zwar eine Weile spielt, mit anderen Leuten, aber nach 15 Minuten nach Mama und Papa sucht und guckt ob die noch da sind. Ein schönes Kompliment für uns :)

Ich wünschte, es gebe die Möglichkeit öfter mit ihm zusammen zu sein...

17.06.2016 um 09:39 Uhr

Seine Schwester

von: MaxyII

Ich war zwei Tage bei meiner Familie. Oma hatte einen Termin und ich begeleitete sie, wie immer.  Ich traf gestern dann zufällig Opas Schwester. Sie ist zwei Jahre älter, nun 88 Jahre alt und quasi fit wie ein Turnschuh. Oder eben so fit wie ein Turnschuh ihres Alters eben sein kann. Macht ihren Haushalt allein, fährt mit dem Fahrrad ins Nachbardorf zum einkaufen. nimmt den Bus in die Stadt zum Arzt. Erstaunlich. Wenn ich sie mit meiner Oma vergleiche sind das Welten, die die beiden trennen. Hat eben nicht jeder so viel Glück noch so fit zu sein, in einem so hohen Alter.
Nur noch erstaunlicher ist ihre Ähnlichkeit mit ihrem kleinen Bruder, meinem Opa. Sie ist ihm wie aus dem Gesicht geschnitten. Sehe ich in ihre Augen, sehe ich in Opas Augen. Die gleiche Mimik. Ich schwanke immer zwischen Freude und Trauer, wenn ich sie sehe. Rede ich mit ihr, freue ich mich in seine Augen zu sehen. Ist das Gespräch beendet, bin ich geschockt von der Ähnlichkeit und könnte weinen. Auch früher ist es mir schon aufgefallen, dass sie sich mit zunehmenden Alter immer ähnlicher sehen. Fast wie Zwillinge. Opas älteste Schwester, die in März diesen Jahres stolze 90 Jahre alt geworden ist, hat ebenfalls seine Augen, sieht aber ansonsten völlig anders aus.
Wie sehr ich es vermisse in seine Augen zu sehen. Wie sehr mir seine Stimme fehlt, sein Lachen. Das Trommeln seiner Finger auf der Armlehne des Sofas, wenn er nachdenklich war. Seine weisen Sprüche, die immer passend waren zur Situation. Irgendwann hatte ich mal gesagt, ich müsse immer Stift und Papier dabei haben um sie aufzuschreiben, damit ich sie nie vergesse. Ich habs nie gemacht und erinnere mich nur noch an wenige...  Ich hab so viel aufgeschoben, was ich noch machen wollte mit ihm und nun ist es zu spät...
Verpasste Chancen sind wohl das schlimmste...

15.06.2016 um 09:49 Uhr

Zehn

von: MaxyII

Jeden Tag denke ich dran, was wir vor einem Jahr gemacht haben. Wie du für mich da warst. Wie ich bei dir sein konnte. Wie wir es einfach genossen haben, zusammen zu sein. Du schautes liebend gern deine Krimis und ich saß nur zu gerne neben dir und genoss deine bloße Gegenwart. Ich ahnte damals schon einige Zeit, dass ich nicht mehr viel Zeit mit dir haben würde und ich wollte jede Sekunde genießen.
Du fehlst!
Wie sehr ist nicht in Worte zu fassen.
Deine Weisheit, deine Überlegtheit, deine Ratschläge, deine Ruhe, deine Wärme, deine Liebe all das und noch so viel mehr haben eine riesige Lücke in meinem Leben hinterlassen. Du fehlst! Mit jedem Tag mehr.


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14.06.2016 um 11:03 Uhr

Wasch mich aber mach mich nicht nass...

von: MaxyII

Ich mag sowas nicht. Ich mag es nicht, wenn Dinge nur halb erledigt werden. Wenn man die Vorteile einer Sache genießt aber die Verantwortung die es mit sich bringt nicht übernehmen möchte.
Ich bin verwirrt. Ich würds gern mit jemanden besprechen, aber ich fürchte mich etwas vor den Reaktionen der Leute die wissen was in den letzten 12 Monaten in meinem, in unserem Leben passiert ist, denn es ist idiotisch was wir tun. Es passt nicht in die Situation. Es wiederspricht allem was passiert ist, worüber wir in den letzten Wochen noch gesprochen haben. Es passt einfach nicht. Ich hab ein mulmiges Gefühl dabei. Kein schlechtes, aber auch kein gutes. Es ist einfach .... Richtig oder falsch?
Kann man immer alles als richtig oder falsch deklarieren?
Da muss es doch was dazwischen geben.
Ich hoffe das sich was geändert hat, aber hat sich wirklich was geändert? Und wenn wird es dann von dauer sein? Wird es endlich zielführend sein?
Ich bin so skeptisch geworden. Zu recht?  Ja, denn Meinungen wurden zu oft von heute auf morgen geändert in den letzten Monaten. Mein Vertrauen muss erst wieder aufgebaut werden...
Wie verbleibe ich nun damit? Mit diesem Ding? Ich hab keine Ahnung... Aber gut dass es raus ist...