Weblog über Megalithkultur

27.07.2011 um 15:15 Uhr

Die Südgruppe im Everstorfer Forst

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

 

Text aus dem Katalog 4000 jährige Gräber im Everstorfer Forst, von Prof. Schuldt, Zitate in Anführungszeichen
„Unter den Gräbern unserer Gruppe befinden sich vier Typen: Ein Urdolmen, ein erweiterter Dolmen, ein Großdolmen und zwei Ganggräber.  Bis auf das Hünenbett ohne Grabkammer sind also sämtliche bisher bekannt gewordenen Megalithgrabformen unseres Gebietes vertreten. Die Gräber liegen so dicht zusammen, daß sie zweifellos von den Bewohnern einer Siedlung errichtet wurden.“
Die Gräber Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 4 liegen südlich der Bundesstraße 105, die Nr. 3 und die Nr. 5 nördlich der Straße, aber alle fünf liegen nahe beieinander.


27.07.2011 um 15:08 Uhr

Grab Nr. 1 (313)

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

„ … ein rechteckiges Hünenbett von 22 m Länge, das von Norden nach Süden ausgerichtet und mit zahlreichen Blöcken umstellt ist. In der Mitte des 3 m breiten Bettes ist die kleine Kammer eines Urdolmens eingelassen. Sie steht etwas schräg und ist fast ganz in den anstehenden Boden eingegraben.
Auf der mit Rotsandsteinplatten ausgelegten und und ebenfalls unterteilten 2 m langen und 0,8 m breiten Diele wurden die zusammengelegten Gebeine von zwei Bestatteten angetroffen, die anscheinend nicht gleichzeitig beigesetzt wurden, da der Füllboden der Kammer auffallend verschieden war.“

Gräber eins und zwei

Foto Klaus Nitsche, Die Gräber eins und zwei
Weitere Bilder (zurück nur mit Pfeil links oben):
http://www.stonepages.de/db/stone.php?rcrd=42&menu=Everstorf

 

27.07.2011 um 14:55 Uhr

Grab Nr. 2 (312)

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Das ist der sogenannte Teufelsbackofen. Einer von vielen in ganz Deutschland.
„Nur knapp 10 m von dem Hünenbett mit dem Urdolmen entfernt liegt in einem runden Hügel, der in Abständen mit größeren Blöcken umstellt ist, ein erweiterter Dolmen, der von Osten nach Westen orientiert ist. Die 1,8 x 2,5 m große Kammer wurde an den Langseiten aus je zwei Wandsteinen und im Westen aus einem Schlußstein zusammengestellt und mit zwei Decksteinen versehen .Der Eingang befand sich am Ostende.
Die runde Einfassung eines Großsteingrabes beobachteten wir bei unseren Ausgrabungen hier zum ersten Mal, in Schleswig-Holstein und besonders in Dänemark ist sie dagegen recht häufig.Die heute weitgehend freistehende Kammer, die ursprünglich wohl bis an die Decksteine im Hügel stand, wurde bereits vor langer Zeit größtenteils ausgeräumt. Trotzdem kamen noch zahlreiche Beigaben zutage, die aber wohl sämtlich zu Nachbestattungen gehörten, von denen allerdings nur wenige Gebeinteile erhalten blieben.“
Teufelsbackofen
"Teufelsbackofen"
„Nach Abschluß der Untersuchung wurde das Grab restauriert und dabei die Blöcke der Einfassung aufgerichtet und das zusammengefallene östliche Joch der Kammer wieder aufgestellt.“
Weitere Bilder (zurück nur über Pfeil oben links):
 
http://grosssteingraeber.de/seiten/deutschland/mecklenburg-vorpommern/everstorfer-forst/teufelsbackofen.php

27.07.2011 um 14:50 Uhr

Grab Nr. 3 (314)

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

„Am Südhang eines ausgeprägten Wallbergzuges liegt knapp 100 m von der Fernverkehrsstraße 105 .. entfernt ein seit langem bekanntes Großsteingrab (Ganggrab). Es wurde bereits 1927 von Prof. R. Beltz teilweise ausgegraben und 1936 restauriert. Eine Nachuntersuchung wurde erforderlich, da kein Grabungsplan existierte und der Zugang in die Grabkammer nicht bekannt war.“

zugang grabkammer
Zugang zur Grabkammer, Foto Klaus Nitsche

 

„Von Süden führt ein 2,5 m langer, 0,6 m breiter und 0,8 m hoher Gang in die Kammer, von dem die Decksteine fehlten. Die Kammer ist 8,2 m lang und aus sechs Jochen zusammengestellt, von denen aber nur noch das östliche und westliche intakt sind, da von den übrigen die Decksteine fehlen.Das Ostende ist mit einem, das Westende mit zwei Schlußsteinen zugesetzt.“
Inzwischen ist der Wald um das Grab herum dicht und hoch geworden

große kammer
„Große Kammer in kleinem Bett“

In diesem Grab wurden zahlreiche Funde gemacht.

becher
„Becher der Einzelgrabkultur“, Foto Klaus Nitsche

Weitere Fotos (zurück nur über Pfeil oben links):http://tw.strahlen.org/praehistorie/mvp/everstorfsuedganggrab.html


 

27.07.2011 um 14:41 Uhr

Grab Nr. 4 (311)

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Das größte Grab Mecklenburgs, der „Riesenberg“. Da drängt sich schon der Vergleich mit den Gräbern der Bretagne und Südenglands auf. Und die Frage: warum? „Tempel der Ahnen“ nennt der Fotograf Johannes Groht die Megalithbauten in Norddeutschland. So auch der Titel seines Buches aus dem Jahre 2005.
Dieses Grab nimmt einen großen Teil im Katalog „4000 jährige Gräber im Everstorfer Forst“ ein, sowohl was den Text als auch was die Bilder betrifft.
„Dicht an der Fernverkehrsstraße 105  … liegt im flachen Gelände in einem gemischten Waldbestand ein 2 m hohes, 40 m langes und 10 m breites Hünenbett, das nicht zu unrecht als das eindrucksvollste und größte unseres Landes bezeichnet wird. Es ist mit 50 mächtigen Blöcken umstellt, die zum großen Teil übermannshoch sind, und im Ostende steht eine ursprünglich mit fünf Decksteinen versehene Grabkammer.“

grab4

 

„In dem von Osten nach Westen ausgerichteten und etwa 2,0 m hoch aufgeschütteten Bett steht am Ostende in gleicher Richtung eine 7,2 m lange Kammer, die aus fünf Jochen zusammengestellt ist, von denen vier noch intakt sind und lediglich von einem der Deckstein fehlt. Sie ist am Ostende 1,7 m und am Westende 2,4 m breit und zwischen 1,4 und 1,6 m hoch. Die mit kleinen Rollsteinen gepflasterte Diele der Kammer ist durch Rotsandsteinplatten in fünf Quartiere unterteilt. … Die Kammer konnte von Süden her durch einen Gang betreten werden, der durch Lücken zwischen den zweiten und dritten Blöcken der Einfassung und der Wandsteine hineinführte.“

grab 4 


Mehr Bilder zu diesem Grab (zurück nur über Pfeil oben links):
http://grosssteingraeber.de/seiten/deutschland/mecklenburg-vorpommern/everstorfer-forst/ganggrab-im-langbett.php




27.07.2011 um 14:34 Uhr

Grab Nr. 4 (311)die Ausgrabungen

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

„Das Megalithgrab ist seit langem bekannt, und seine Ausgrabung erfolgte bereits 1908, ohne daß Funde bekannt wurden. Der Verfasser entschloß sich trotzdem zu einer eingehenden Untersuchung und Restaurierung der ganzen Anlage.
Dazu wurde der ganze Ostteil des Hünenbettes bis zur Oberkante der Wandsteine der Grabkammer abgetragen. Hierbei kamen an der Südseite der Kammer auch die Decksteine eines Ganges zutage.

grab 4


Blick in den Gang von der Kammer aus, Foto Klaus Nitsche

Auch auf der Diele des 3 m langen Ganges befanden sich nur einzelne Fundstücke; dagegen wurden zahlreiche Gefäßreste, darunter Teile von Trichterbechern, Kümpfen, doppelkonischen Gefäßen, hohen Töpfen einer großen Fruchtschale außerhalb des Bettes vor dem Gang angetroffen.Diese Fundes lassen sich den ersten Jahrhunderten der zweiten Hälfte des 3. Jahrt. v. u. Z. zuweisen.

27.07.2011 um 14:12 Uhr

Grab Nr. 5 (315)

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine


Ein stark zerstörter Großdolmen
„In völlig zerstörtem Zustande wurde ein Megalithgrab gegenüber dem großen Hünenbett (Nr. 4) angetroffen. .. Bei der Untersuchung erlebten wir insofern eine Überraschung, als noch drei
Wandsteine der Kammer flachliegend angetroffen wurden. Die mit kleinen Rollsteinen gepflasterte Diele war bis auf eine größere Störung im Mittelteil erhalten, so daß die einstige Größe der Kammer mit 4,0 x 1,6 m genau ermittelt werden konnte.
Am Abschluß der Untersuchungen wurden die umgefallenen Wandsteine aufgerichtet, so daß die Form der Kammer wieder kenntlich ist.“
Link zu Fotos leider nicht möglich, zurück nur über Pfeil oben links http://www.strahlen.org/praehistorie/mvp/everstorfsueddolmen.html

Zerstörter GroßdolmenFoto Klaus Nitsche

Die Steine stehen heute etwas anders, wie auf der Website strahlen.org (siehe oben)
zu sehen

25.07.2011 um 16:42 Uhr

4000 jährige Gräber im Everstorfer Forst

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Ich habe den Ausstellungskatalog „4000 jährige Gräber im Everstorfer Forst“, 1968, herausgegeben vom damaligen Museum für Ur- und Frühgeschichte, Schwerin vorliegen. Ich finde es hochinteressant zu vergleichen, wie die Gräber während der Ausgrabungen 1966/1967 aussahen und wie sie heute aussehen. Das heißt, heute ist nicht ganz richtig, ich war in den Jahren 2000 und 2003 dort und habe die Bilder gemacht, die ich hier verwende. Die Fotos aus dem Katalog stammen von Klaus Nitsche, der schon 1979 verstorben ist. Ich verbinde das mit dem Aufruf, sich bei mir zu melden, falls die (evtl. die Tochter) oder der Urheberrechtsbesitzer bekannt ist.
Hauptausgräber war Prof. Dr. Ewald Schuldt, der seit 1945 Leiter der Vorgeschichtlichen Abteilung des mecklenburgischen Landesmuseums und seit 1953 Leiter des Museums für Ur- und Frühgeschichte war. Das Museum ist inzwischen Teil des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin.
Den Gräbern, über die ich schreiben will, habe ich die Nummern gegeben, die sie im Katalog haben. Zusätzlich gebe ich in Klammern die Nummern an, die Prof. Sprockhoff ihnen in seinem Atlas der Megalithgräber Mecklenburgs gegeben hat. Diese Nummern findet man auch auf den „Steinseiten“, zu denen ich verlinke. Die Zitate aus dem Katalog sind in Anführungszeichen gesetzt.
Zu finden sind die Gräber der Südgruppe südlich der Bundesstraße 105 von Wismar nach Grevesmühlen – oder umgekehrt. Ein großer Parkplatz ist eingerichtet.

 

20.06.2010 um 16:06 Uhr

Grab Nr. 8

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Grab Nr. 8 (304), ein Hünenbett von 24 m Länge wurde von Schuldt nicht ausgegraben. Alle Blöcke der Einfassung waren umgefallen. Einigen stehen heute wieder aufrecht, wie auf Fotos zu sehen.

Grab Nr. 8

Weitere Bilder, auch aus dem Jahr 2005 (zurück nur über Pfeil oben links!!)
http://tw.strahlen.org/praehistorie/mvp/everstorfnordhuenenbett1.html

20.06.2010 um 16:05 Uhr

Grab Nr. 7

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Ganz nah beim Hünenbett – Nr. 5 – liegt das Grab Nr. 7 (305), ein Urdolmen. Es hat einen besonders großen Deckstein, der mir aber anscheinend nicht aufgefallen ist, ich habe kein Foto davon.
“Der Urdolmen steht von Norden nach Süden ausgerichtet bis zur Oberkante der Wandsteine im Hügel. Die Kammer ist 2,2 m lang, über der Diele 0,8 m breit und 1,0 m hoch. Die beiden Langseiten sind aus je einem Wandstein zusammengestellt, die beide so stark nach innen geneigt sind, daß sie an den Oberkanten nur 0,4 m auseinanderstehen. Ein großer Schlussstein befindet sich am Südende, während eine dicke Steinplatte den Abschluß im Norden bildet. Die Kammer enthielt keine Funde.

Grab Nr. 7
Foto K. Nitsche

Am Schluß der Untersuchung wurde der umgekippte Deckstein wieder auf die Kammer gelegt. Dabei blieb ebenso wie bei dem Urdolmen unter Bodenniveau am Nordende etwa 1/3 der Kammeröffnung frei, die sicher ursprünglich mit einem kleinen Verschlußstein abgedeckt war.“
Hier gibt es ein paar Bilder aus dem Jahr 2005(zurück nur über Pfeil links oben !!!!!)
http://tw.strahlen.org/praehistorie/mvp/everstorfnorddolmen1.html

20.06.2010 um 16:03 Uhr

Grab Nr. 6

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Grab Nr. 6 (307) wurde von Schuldt nicht ausgegraben. Es ist 44 m lang und enthält eine kleine Kammer. Auch ich habe kein Foto zu bieten, aber hier ist ein Link zu Bildern zu diesem Grab (zurück mnur über Pfeil links oben !!!!)
http://tw.strahlen.org/praehistorie/mvp/everstorfnordhuenenbett3.html

 

20.06.2010 um 16:02 Uhr

Grab Nr. 5

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Wenn man von der Straße über einen ausgetretenen Pfad in den Friedhof, wie Schuldt schreibt, eintritt, sieht man zunächst linker Hand das Grab Nr. 5 (306), ein Hünenbett mit Urdolmen. Das Hünenbett ist beeindruckend lang, nach Schuldt 30 Meter und 3 Meter breit. Es war zuzeiten der Ausgrabung gut erhalten, die Steine der Einfassung standen zum Teil noch aufrecht. Es wurde wie das Hünenbett Nr. 2 nach der Ausgrabung restauriert.
 

Hünenbett Nr. 5

 

“Bei der Untersuchung zeigte sich, daß hier ein Urdolmen in Längsrichtung im Bett stand, von dem aber nur noch der Wandstein der nördlichen Langseite übrig geblieben war. Nach sorgfältiger Eintiefung ließ sich die einstige Größe der Kammer mit 2,4 x 0,8 m noch gut ermitteln. Die Tiefe kann mit 0,9 m angenommen werden. Eine Kammerdiele wurde nicht mehr angetroffen. Bemerkenswert war eine etwa 0,3 x 0,4 m große Schüttung aus schmutzigem geglühtem Flintgrus in der Kammermitte. Es wurden weder Gebeine noch Beigaben ermittelt.“

 

 

Ausgrabung Hünenbett
Foto K. Nitsche

 

19.06.2010 um 16:41 Uhr

Grab Nr. 4

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Zwischen den Hünenbetten Nr. 2 und Nr. 5 liegt ein „Urdomen unter Bodenniveau“, das Grab Nr. 4 (ohne Nummer von Sprockhoff). Schuldt fand dort nur einen großen Block in einem ganz flachen Gelände.
“Bei der Untersuchung zeigte sich dann aber doch, daß der Block der Deckstein einer ganz in den anstehenden Boden eingelassenen und von Norden nach Süden ausgerichteten kleinen Grabkammer war, die 2,4 m lang, 0,8 m breit und 0,8 m hoch ist.

Unterboden-Dolmen

Foto Klaus Nitsche

Über dem anstehenden lehmig-sandigen Boden befand sich eine etwa 0,2 m starke dunkelbraune, verbackene sandige Schicht, in der einige Scherben angetroffen wurden, die von Primärbestattungen aus einem älteren Abschnitt des Mittelneolithikums (Anfang der zweiten Hälfte des 3. Jahrt. V.u.Z.) stammen.“

Wie man sieht, liegen die Steine dieses Urdolmens heute anders als bei der Ausgrabung.

 

Urdolmen heute

 

19.06.2010 um 16:36 Uhr

Grab Nr. 3

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Vom Grab Nr. 3 (308) sieht man den nördlichen Schluss-Stein. Es wurde bei den Ausgrabungen 1966/67 nicht untersucht. Funde sind laut Prof. Schuldt nicht bekannt, obwohl 1927 dort gegraben wurde.

14.06.2010 um 17:54 Uhr

Grab Nr. 2

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Grab Nummer 2 (309) ist da schon beeindruckender, ein Hünenbett mit Gangdolmen. Das Hünenbett ist 43 m lang und 3,5 m breit, einige der Randsteine sind ziemlich groß. Von der Kammer sind nur noch der Deckstein und der Oberrand der drei Tragsteine zu sehen.

 

Nr. 2

So sah es bei den Ausgrabungen 1966/67 aus:

 

Ausgrabung
  Foto Klaus Nitsche

 

“Nur wenige Blöcke standen noch in der ursprünglichen Stellung, die meisten waren umgefallen und wurden bei der Ausgrabung wieder aufgerichtet.
In der westlichen Hälfte des Bettes wurde unter der heutigen Oberfläche und querstehend eine kleine Kammer mit einem von Nordosten hereinführenden kurzen Gang angetroffen.“

 

Ausgrabung Gang
Foto Klaus Nitsche


„Die Kammer ist an den Langseiten aus je einem mächtigen Block zusammengestellt, während am Südende eine große Platte den Abschluß bildet…. Die Diele besteht aus größeren Rotsandsteinplatten. Den kurzen Gang hatte man von außen mit mehreren Rotsandsteinplatten zugestellt … sie hatten ihren Halt an einem sorgfältig gesetztenTürrahmen am Kammereingang.“

Und so sieht es in einem Hünenbett aus, nur etwas für Fakire unter den „Hünen“ Fröhlich
Packung Hünenbett
  Foto Klaus Nitsche

 

13.06.2010 um 17:16 Uhr

Grab Nr. 1

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Grab Nummer 1 (310) ist ein Erweiterter Dolmen im Rundhügel. Der Hügel ist noch gut zu erkennen, die Rand- und Decksteine sind leider zerschlagen, man braucht etwas Fantasie, aber  es sieht auch als Ruine malerisch aus.

Nr. 1


“Das am weitesten westlich gelegene Grab der Nordgruppe wurde bereits vor längerer Zeit zerstört. Der in einem mit zerschlagenen Steinen übersäten runden Hügel stehenden Grabkammer fehlen die beiden Decksteine, von denen einer, in zwei Teile zerlegt, danebenliegt. Am 22. Juni 1929 untersuchten die Professoren R. Beltz und M. Ebert die Anlage, ohne Funde zu bergen.“
Nr. 1 Ausgrabung
Foto Klaus Nitsche

Prof. Schuldt und seine Mitarbeiter fanden dann doch noch Scherben von zwei kleinen Gefäßen, die er in den Anfang der zweiten Hälfte des 3. Jahrtausends datierte.

Funde
Foto Klaus Nitsche

Hier sind einige weitere Bilder des Grabes zu sehen (zurück nur über Pfeil oben links !!!!)

http://tw.strahlen.org/praehistorie/mvp/everstorfnorddolmen4.html

12.06.2010 um 17:29 Uhr

Everstorf-Nord

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Mit Glück habe ich antiquarisch einen Ausstellungskatalog „4000 jährige Gräber im Everstorfer Forst“, 1968 herausgegeben vom damaligen Museum für Ur- und Frühgeschichte, Schwerin ergattert. Ich finde es hochinteressant zu vergleichen, wie die Gräber während der Ausgrabungen 1966/1967 aussahen und wie sie heute aussehen. Das heißt, heute ist nicht ganz richtig, ich war in den Jahren 2001 und 2003 dort und habe die Bilder gemacht, die hier jetzt auftauchen. Die Fotos aus dem Katalog stammen von Klaus Nitsche, der schon 1979 verstorben ist. Ich werde sie verwenden und verbinde das mit dem Aufruf, sich bei mir zu melden, falls die (evtl. dieTochter) oder der Urheberrechtsbesitzer bekannt ist.

Cover des Katalogs

Hauptausgräber war Prof. Dr. Ewald Schuldt, der seit 1945 Leiter der Vorgeschichtlichen Abteilung des mecklenburgischen Landesmuseums und seit 1953 Leiter des Museums für Ur- und Frühgeschichte war. Das Museum ist inzwischen Teil des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin.

 

Den Gräbern, über die ich schreiben will, habe ich die Nummern gegeben, die sie im Katalog haben, Nr. 1 bis Nr. 10 bei der Nordgruppe. Die Südgruppe mit ihren fünf Gräbern folgt später. Zusätzlich gebe ich in Klammern die Nummern an, die Prof. Sprockhoff ihnen in seinem Atlas der Megalithgräber Mecklenburgs gegeben hat. Diese Nummern findet man auch auf den „Steinseiten“, zu denen ich verlinken werde. Die Zitate aus dem Katalog sind in Anführungszeichen gesetzt.
Zu finden sind die Gräber der Nordgruppe nördlich der Bundesstraße 105 von Wismar nach Grevesmühlen – oder umgekehrt.  

15.09.2007 um 16:47 Uhr

Das Fürstengrab von Leubingen

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Nahe beim Ort Leubingen (ein Stadtteil von Sömmerda in Thüringen) oder vielmehr kurz vor dem Nachbarort Stödten liegt ein gewaltiges Hügelgrab. Es ist heute noch acht Meter hoch, hat einen Durchmesser von 34 Metern und man kann es von weither sehen. Wer Google Earth auf seinem Computer hat, kann es bei dem Ort Stödten finden.

 

Hügelgrab


Tief im Hügel lag das Grab eines namenlosen Fürsten in einer sogenannten Totenhütte. Eine Nachbildung ist im Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens in Weimar zu sehen. (anklicken Kleiner Museumsrundgang). Neben dem Skelett eines Mannes und eines Kindes wurden bronzene Waffen und goldener Schmuck gefunden. Sie geben einen Hinweis auf die Zeit, aus der das Grab des Fürsten stammt - etwa das Jahr 2000 - vor Chr.. Er wurde also vor 4000 Jahren begraben.

 

Fürstengrab


Eine Siedlung oder eine Burg gibt es in der Nähe nicht zu besichtigen. Vielleicht hat man noch nicht danach gesucht. Aber es müssen wohl schon mehr Menschen als heute dort gewohnt haben. Für einen Dorfbürgermeister baut man nicht solch ein Grab.

 

Fürstengrab
Die Kuppe des Hügels diente in der Zeit von 800 bis 1100 nach Chr. als Friedhof für eine slawische Siedlung. 70 Gräber wurden auf diesem einen Grab gefunden.
Ich hatte schon viel von diesem Grab gelesen, auch die Nachbildung im Museum Weimar gesehen und war nun froh, von meinem Urlaubsort einen kurzen Ausflug nach Leubingen unternehmen zu können 

 

 

07.09.2007 um 15:40 Uhr

Fundort auf dem Mittelberg

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

Gefunden wurde die Bronzescheibe auf dem Mittelberg oberhalb von Wangen nahe bei Nebra. Vom großen Fenster der Arche aus hat man den geraden Blick auf den Berg. Seit 2007 gibt es dort einen Aussichtsturm, von dem aus man die Bezugspunkte für die Himmelsscheibe sieht: den Brocken und den Kyffhäuser.

Nebra
Mittelberg, Kyffhäuser, Brocken

Grabungen auf dem Mittelberg haben ergeben, dass diese Bergkuppe schon vor aber auch nach der Bronzezeit von Menschen der Umgebung als Kultstätte (?) genutzt wurde.

Fundstelle
Die Fundstelle, Edelstahl in dem sich der Himmel spiegelt
Dass dies tatsächlich der Fundort ist, hat man durch die Untersuchung der Erdanhaftungen an der Scheibe feststellen können . Die Nachbildung der Fundstelle habe ich im Neanderthal -Museum fotografiert, in dem eine großartige Ausstellung zum Thema zu sehen war (Herbst 2007)

Fundsituation
Die Fundsituation, Nachbildung


Natürlich möchte man hinauf auf diesen Berg – fast 4 Kilometer. Aber das Museum hat an alles gedacht, es gibt einen Pendelbus. In meinem Fall vollkommen überfüllt, bei weit mehr als 30 Grad wahrhaftig kein Vergnügen. Nur der Gedanke an die ersparten Zu-Fuß-Kilometer erleichtert die Fahrt. Die restlichen 500 Meter laufe ich dann ganz vergnügt bergauf, die Luft ist frisch und ich bin erwartungs- und hoffnungsvoll – vielleicht hat der Aussichtsturm einen Aufzug. Hat er nicht, also ist die Aussicht gestrichen, ich kann sie mir aber vorstellen.

 

Aussichtsturm
Bergkuppe Mittelberg mit Aussichtsturm

Wie die Fundstelle während der einzelnen Etappen zwischen dem Wiederfinden und dem Jetztzustand aussah, konnte man hier nachsehen. (Konnte, die Seiten sind umgestaltet worden, der Link führt aber weiterhin zum Museum).

 

 

07.09.2007 um 15:06 Uhr

Die Himmelsscheibe von Nebra

von: Kulturfan   Kategorie: Steine, Steine, Steine

In diesem Sommer, am 21. Juni 2007, ist die „Arche Nebra“, nahe beim Fundort der „Himmelsscheibe“ eröffnet worden. Was sind das für rätselhafte Begriffe, fragt mich der Laie, dem ich davon erzähle.
Die Arche Nebra ist ein ganz modern konzipiertes Museum, das über die Himmelsscheibe informiert. Am anschaulichsten im Planetarium. Wegen des großen Andrangs wird gleich mit der Eintrittskarte auch der Termin mitgeteilt, zu dem man das Planetarium besuchen kann. Praktisch, kein Gedrängel, wie zunächst befürchtet.

Die Arche sieht zugegebenermaßen etwas unförmig aus, das hat sie wohl mit der Arche Noah gemeinsam

Museum
"Arche Nebra", Foto Mike Young, Wikipedia


Himmelsscheibe wird der Jahrhundertfund aus Sachsen-Anhalt genannt: eine Bronzeplatte, deren Goldauflagen Sonne, Mond und Sterne zeigen. Sie wurde 1997/98/99 (?) von Raubgräbern gefunden und an einen Liebhaber von Altertümern verkauft. Bis zum Museum Halle zurück war es ein weiter Weg.

Übrigens Sonne, Mond und Sterne, so sieht es nur auf den ersten Blick aus. Es gibt schon eine Reihe von Theorien darüber, was die Konstellation wirklich darstellte zur Zeit der Entstehung. Das war im sechzehnten Jahrhundert, vor Chr. wohlgemerkt, in der Bronzezeit. Höchstwahrscheinlich ist es der Vollmond, der Sichelmond und das Siebengestirn, die Plejaden.

Nun das große Aber: Die Scheibe liegt wohlverwahrt im Tresor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle. Im Museum sieht man Nachbildungen. Wieso Nachbildungen, Mehrzahl? Die Scheibe wurde mehrfach verändert, je nach den Glaubensvorstellungen der Menschen, für die sie wichtig war.
Bei Wikipedia gibt es einen ausführlichen Beitrag zum Thema, auch mit Bildern der einzelnen Phasen. Ein Bild der Scheibe hier einzufügen verkneife ich mir vorsichthalber. Das Urheberrecht ist allem Anschein nach nicht klar, aber sicher ist sicher.