Vor und Zurück
Nach einem Jahr habe ich es endlich geschafft all meine Sachen zu packen. Die Schränke sind leer, Erinnerungen in Kisten gesperrt und in den staubigen Keller geräumt. Alles ist nun weg und das was ich noch brauche wird mitgenommen. Morgen ist alles weg. Morgen ist wirklich alles, was ich besitze nicht mehr hier, sondern dort. Irgendwie ist es so, als ob ich erst jetzt komplett loslasse und das ist auch gut so. Ich muss noch selbstständiger werden, als ich es eh schon bin. Aber allein bei diesen Gedanken bekomme ich irgendwie Angst. Und diese Angst verstehe ich wieder nicht. Ein ganzes Jahr wohne ich nicht mehr zuhause, man sollte meinen ich steh auf eigenen Beinen. Irgendwie tu ich das ja auch, aber irgendwie auch nicht. Ich wünschte einfach ich wäre nicht mehr auf meine Eltern angewiesen, aber das lässt sich einfach noch nicht ändern. Aber ich will, dass es schnell so sein wird, dass ich ihre Hilfe nicht mehr brauche.
Ach, ich rede so viel wirres Zeugs und bin gerade einfach verwirrt und schaffe es meine Gedanken noch nicht ganz zu ordnen.
Die meiste Angst habe ich aber dann doch wieder nicht vor meiner Zukunft, sondern vor meiner Vergangenheit. Was ist, wenn sie mich wieder einholt. Es fühlt sich einfach momentan so an, als wäre sie bedrohlich nah. Ohne Gründe falle ich hin und wieder in ein Loch. Doch ich will das nicht mehr. Ich will nur noch geradeaus gehen müssen...
