Mit oder ohne Ex - wie übersteht man eine Trennung?

27.10.2009 um 21:16 Uhr

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von: carlia

Alkohol ist doch der beste Freund! Ich frag mich, wie ich so lange darauf verzichten konnte...

Das ist wohl ein Rückfall...

Nachdem ich jeden Abend immer mehr getrunken habe und mich immer schlechter fühlte, habe ich mir überlegt, dass ich es mal "ohne" versuchen sollte. Resultat: Nach einer Woche keine gleichbleibend miese Stimmung mehr, dafür noch viel ausgeprägteres Morgentief. Ich bin kaum einen "Morgen" vor 14 Uhr aus dem Bett gekommen. Trotz größter Mühe und frühen Verabredungen. Peinlich! Dafür abends bessere Stimmung. Weiterhin Schlaflosigkeit, aber auf fröhliche Art und Weise.

Jetzt war ich eine Woche trocken, und heute findet ein Rückfall statt. Woran liegt das? Keine Ahnung. Ich habe heute die Bestätigung der Klinik bekommen, dass ich am 3.11. anreisen darf. Und ich habe höllische Angst davor. Das ist in einer Woche. Zwei Wochen lang keinen Kontakt nach außen. Und die ganze Zeit keine Zigaretten, keine Bücher, keinen Alkohol, nichts Süßes, keinen Computer, Kaffee nur zum Frühstück. Geregelter Tagesablauf. Gesprächstherapie, tiefenpsychologische Geschichten, Selbsthilfegruppen, Sport. Ich habe Angst!

 

18.10.2009 um 00:54 Uhr

Freizeitstress

von: carlia

Mein liebster Kollege hat mir eine Nachricht hinterlassen. Er ist mehr als ein Kollege, er ist ein Freund, dem ich hundert prozentig vertraue. Und er war die letzten Wochen beruflich unterwegs, deshalb hat er nicht gemerkt, dass ich nicht im Büro war. Er hat versucht mich anzurufen, ich bin einfach nicht dran gegangen. Daraufhin ist er Freitagabend zu mir gefahren, die Freundin meines Bruders hat ihm die Tür aufgemacht (wir wohnen alle im gleichen Haus), aber ich war nicht da. Er hat mir an meinem Auto die Nachricht hinterlassen, dass ich vermisst werde, dass er bei mir war, aber ich nicht, und, dass ich mich melden soll oder ans Telefon gehen. Hab ich gemacht, als er heute Abend angerufen hat. Er sagte ungefähr dreimal, dass er so froh sei, dass ich noch lebe. Scheißsituation, aber ich musste einfach dran gehen, weil ich ihn so gerne habe. Er möchte, dass wir uns morgen treffen, er will hören, was los ist. Und ich werde ihn nicht belügen können. Er hat erzählt, dass mein längster Kollege mich versucht hätte anzurufen und Emails geschrieben hätte, dass ich aber nicht geantwortet hätte. Aber das ist nicht wahr. Dieser längste Kollege hat am Donnerstag zweimal versucht, mich anzurufen. Nachdem er nach mir gefragt hatte. Sonst nichts. Und da ich davon ausgehen, dass meine Kollegen denken müsse, dass ich entweder schwer psychotisch oder krebskrank sein muss, ist das schon armselig. Ich bin wirklich froh, dass sie mich bisher in Ruhe gelassen habe, denn psychische Probleme gibt man ja am Arbeitsplatz nicht gerne zu. Andererseits ist es schon traurig. Ich hätte bestimmt mal angerufen, um zu fragen, was los ist. Aber so ist das in meinem Team. Ich habe vergeblich versucht einzuführen, dass man sich gegenseitig zum Geburtstag gratuliert oder ab und an mal einen trinken geht. Leider erfolglos. Die privaten Treffen waren nett, aber selten und immer nur auf meinem Mist gewachsen. Egal! Eigentlich ist es jetzt sehr gut so, ich will keine Fragen. Aber morgen werde ich den liebsten Kollegen treffen, und ich werde ihm die Wahrheit sagen. Und ich vertraue darauf, dass er die Klappe hält. Das tue ich wirklich. Und wenn ich ihn nicht so gern hätte, wäre ich auch einfach nicht ans Telefon gegangen. Aber ich habe trotzdem eine höllische Angst vor seiner Reaktion. Ich habe Angst, dass er mich nicht ernst nimmt, meine Probleme für Faulheit hält, den Respekt vor mir verliert. Aber eigentlich glaube ich, dass er das nicht tut, dass er mich versteht, sogar, dass er für mich lügt, und sei es nur, dass er mich nicht erreicht habe. Aber ich bin nicht sicher und habe diese scheiß-Angst. Abgesehen von meinen verkorksten Gefühlen ist es eine Zumutung für ihn, dass er meinetwegen lügen soll. Aber er ist ein witziger, eloquenter Typ. Das wird für ihn kein Problem darstellen. Immerhin, drei Gründe, die mich morgen aus dem Haus treiben. Probeessen für den 90. meiner Oma, eine Freundin kommt zum Spazieren gehen (sie will auch nach meinem Pferdchen sehen, wenn ich weg bin, sooo lieb) und abends der liebste Kollege. Ich finde das stressig. Freizeitstress, könnte man glatt sagen, aber für mich ist es Anstrengung pur und ich komme mir so deppert vor und habe Schuldgefühle.... 

17.10.2009 um 01:28 Uhr

Warum

von: carlia

Klingt blöd, aber ich will nicht mehr. Ich hab nen Haufen Freunde, sehe ganz hübsch aus (auch, wenn ich meine Augen zu klein finde) und bin ja ach so intelligent (wenn man auf mein Umfeld hören mag, aber das bringt mich auch nicht weiter). Es kotzt mich so an! Wieso kann ich nicht einfach in einer Höhle leben und mir Sorgen um die Nahrungsaufnahme machen? Was gibt es hier, was in der großartigen Zivilisation unser bemerkenswert weit entwickeltes Hirn befriedigt. Ich habe alles, wirklich alles. Eine tolle Wohnung in einer tollen Gegend, in 2 Minuten bin ich in der Stadt und im Wald, mit dem Auto in fünf Minuten auf der Autobahn oder auf dem Lande. Mein Auto ist auch nett (ne A-Klasse), und ich könnte mir jederzeit nen Porsche oder nen Geländewagen oder so ein Mercedes Cabrio mit 300 PS von meinem Daddy schnappen, aber daran habe ich kein Interesse. Ich verdiene gut für wenig Arbeit. Ich hab liebe Verwandte, den tollsten Hund der Welt, und ich verstehe alles (echt, man kann mich 24 Stunden anrufen, und ich bin da). Ich bin nie allein, wenn ich es nicht will. Warum will ich immer allein sein, warum fällt es mir so schwer, den Kontakt zu diesen tollen Freunden zu halten (die sich wirklich sehr um mich bemühen), warum will ich nicht mehr mit meinem geliebten Hund spazieren Gehen? Warum ist alles so anstrengend? Warum? Warum finde ich nichts in mir selbst? Warum bin ich so abhängig von dem Gefühl, geliebt zu werden? Warum setzte ich die Männer so unter Druck, kontrolliere sie? Warum verlassen sie mich dann (die Antwort ist leicht)? Und warum verliert das Leben dann seinen Sinn?

17.10.2009 um 00:28 Uhr

Prost

von: carlia

Heute habe ich es geschafft, vor dem Mittag aufzustehen. Ich war um 11 bei meinem Hausarzt, um ein Ruhe-EKG zu machen, das brauche ich für die Klinik. Etwas peinlich, der Dr. kennt mich seit 25 Jahren und duzt mich. Er wusste offenbar auch nicht so richtig, was er sagen soll. Hat nach den Medikamenten gefragt und von seinem neuen Pferd erzählt (sein Sohn und ich sind früher das selbe Pony geritten). Das EKG war ok. Mein Ruhepuls liegt bei 47, aber das ist normal, nicht, weil ich besonders sportlich wäre, sondern es liegt in der Familie. Mein Puls geht nachts auf unter 40 Schläge pro Minute runter. Deshalb habe ich auch Hemmungen, die abendlich Antidepressivadosis zu erhöhen. Der Psychodoktor hat gesagt, ich solle ruhig zwei Tabletten nehmen, aber in der Packungsbeilage steht, das bei verlangsamter Pulsfrequenz besondere Vorsicht geboten sei. Und so sehr ich mein Leben hasse, die Klinikchance will ich mir schon noch geben. Ich habe heute den Fragebogen für die Klinik ausgefüllt. Haben Sie Selbstmordgedanken? Ja, habe ich. Keine konkreten, aber ich denke oft, dass ich gerne tot wäre. Kann ich das schreiben? Akute Suizidität ist ein Ausschlusskriterium für die Aufnahme. Ich will mich nicht umbringen. Ich wäre gerne tot, würde mir wünschen, dass alles vorbei ist, aber ich will mich nicht umbringen, Dafür bin ich zu feige und zu faul. Abgesehen davon denke ich, dass dann alles vorbei wäre (ich glaube nicht an den Himmel oder so), und dann kann ich ja noch mal sehen, ob es nicht doch irgendwie netter werden kann. Lieber Schmerzen und ein Fünkchen Hoffnung als nichts. Das denke ich jetzt allerdings auch erst nach einigen Bier und ein paar Gläsern Wein. Aber sonst denke ich: Alles Scheiße! Ich sollte sterben, aber vielleicht wird es mit etwas Alkohol besser. Klingt beschissen, aber offenbar ist da noch das Fünkchen einer Hoffnung. Wenn auch momentan nur durch Alkohol möglich, ist da noch diese kleine Hoffnung auf bessere Gefühle. Und mein Verstand sagt die ganze Zeit, dass es besser wird (auch, wenn ich ihm gar nicht glauben kann). Ich gebe zumindest noch nicht komplett auf. Prost!

15.10.2009 um 02:25 Uhr

Oweh

von: carlia

Happy Birthday. Naja, etwas zu spät, aber besser spät als nie, woll?1?

Heute hat der Ex Geburtstag. Er hasst diesen Tag so sehr. In den letzten knapp vier Monaten hat er jeden Tag darüber nachgedacht, wie er endlich irgend etwas in seinem Leben gut finden könnte. Aber das ist nicht gelungen. Er vermisst die schönen Augenblicke mit mir, er würde sich so sehr wünschen, dass alles wieder gut würde. Das sagte er heute Morgen am Telefon, als ich anrief, um zu gratulieren. 

Wir haben uns zuletzt am Sonntag gesehen, waren spazieren. Er war liebevoll, nett und zuvorkommend, wie immer, seit er von meinen Problemen weiß. Er sagte, dass er vorhabe nach der Arbeit an seinem Geburtstag bei seinen Eltern zu essen - die bestünden darauf. Ich habe vorgeschlagen, dass wir uns danach noch sehen. Aber er hat mir mal wieder abgesagt. Per sms, wie immer. Wenn auch auf schonende Art und Weise. Er hat vorgeschlagen, dass wir uns am Donnerstagabend treffen.

Daraufhin habe ich ihn heute morgen angerufen, habe gratuliert und klar gestellt, dass er mich wirklich nicht aus Sorge oder Mitleid treffen muss. Ich habe genug Freunde, das ist das Letzte, was ich brauche. Er hat sich mal wieder unklar ausgedrückt. Er will mich sehen, weil er mich mag. Er hofft, dass alles wieder gut wird. Er sucht nicht nach einer anderen. Er hat in der letzten zeit so oft gedacht, dass er mich einfach schnappen solle, und dass dann für uns gemeinsam alles gut würde. Aber ich solle erstmal mit meiner Krankheit klar kommen. Ich solle wieder gesund und glücklich werden, dann würde man schon sehen. Und an seinem Geburtstag sei er eh so schlecht drauf, dass er lieber nach dem Familienessen mit ein paar Bekannten Fußball gucke und Bier trinke. Denn wenn er mich sehen würde, sei er danach immer so nachdenklich, das sei anstrengend....

Aber er möchte mich noch sehen, bevor ich in die Klinik gehe (ich habe einen vorläufigen Aufnahmetermin am 27.10., er ist ab Samstag bis dann im Skiurlaub). Das ist echt Mist! Ich denke schon wieder viel zu viel über ihn nach. Vier Monate! Er weiß, dass er nur mit den Fingern schnipsen müsste. Mir ist klar, dass er nicht die Ursache meines Problems ist. Er hat nur den Stein ins Rollen gebracht. Klar, er hat Schuldgefühle, vielleicht ist er nur deshalb freundlich zu mir. Aber das will ich wirklich nicht. Es ist nicht seine Schuld. Die Beziehungssache ist nur ein winziger Baustein meiner Probleme. Aber er muss doch wissen, was er will, oder? So langsam könnte sich bei ihm doch zumindest eine Tendenz entwickeln. Aber er lässt mich weiterhin im Dunkeln tappen. Er weiß wohl wirklich gar nicht, was er will... Ich sollte ihn streichen, die Zeit für mich nutzen. Gerade, wenn das mit der Klinik jetzt klappt. Aber irgendwie hoffe ich noch immer. Ich habe in der letzten Nacht sogar wieder von ihm geträumt. Ich schreibe wirr, aber ich denke auch wirr. Irgendwie habe ich gar keine klare Linie mehr.

Ich habe in den letzten Tagen so oft gedacht, dass ich am liebsten nicht mehr wäre. Aber mein süßer Hund ist acht und er klebt förmlich an mir. Ganz zu schweigen von meiner Mama, die mehrmals täglich anruft und hysterisch erzählt, wie leid ich ihr täte. Ich werde mir nichts antun. Ich werde die Chance in der Klinik nutzen. Viel schlimmer kann es ja eh nicht werden. Verdammt! Alles was ich schreibe klingt bestimmt sehr schwachsinnig. Ich habe auch wirklich Angst, dass meine Freunde sich von mir abwenden, weil ich so gestört bin. Gleichzeitig ist mir das auch irgendwie egal, oder ich finde es sogar gut, weil ich dadurch weniger Menschen emotional verpflichtet bin.

Die einzigen Momente, die noch halbwegs erträglich sind, sind die betrunkenen. Ich schlafe bis zum Nachmittag, dann gehe ich mit dem Hund in den Garten, und dann trinke ich, um frei zu sein. Das Aufstehen ist das Schwierigste. Ohne den Hund würde ich wahrscheinlich einfach durchgehend im Bett bleiben. Ich spreche nur noch mit den engsten Freunden und meinen Eltern. Und das auch nur aus Pflichtgefühl. Damit sie sich keine Sorgen machen. Ich wünsche mir, dass alles einfach zu Ende ist. Aber ich will auch durchhalten. In zwei Wochen kann ich in diese Klinik gehen, in der ich nicht trinken, nicht rauchen, nicht lesen, nicht telefonieren,..., gar nichts darf. Mich mit mir beschäftigen muss. Das ist mein Strohhalm, meine Hoffnung. Und es wird zunächst die Hölle werden. Aber vielleicht bringt es mich dann weiter...    

Ich bin verängstigt, verwirrt, panisch und so müde. 

11.10.2009 um 00:20 Uhr

Ich lebe noch

von: carlia

Da bin ich mal wieder. Gerade zurück von der Hochzeitsfeier. Der Jahres- und Hochzeitstag meiner lieben Freundin. Heute Morgen habe ich der standesamtlichen Trauung beigewohnt. Die Standesbeamtin hat eine süße Rede gehalten, alle sahen toll aus und haben sich gefreut. Ich fühlte mich abgeschnitten. Bin nur noch ein Schatten meiner selbst und sah auch so aus. Ich fühlte mich einsam und allein und habe mich geschämt. Ich wollte mit niemandem sprechen. Aber ich habe versucht zu lächeln und mir vor meiner Freundin größte Mühe gegeben. Immerhin bin ich vor zehn aufgestanden. Eine Premiere in dieser Woche. Sie weiß um meinen Zustand und hätte wahrscheinlich sogar Verständnis dafür gehabt, wenn ich nicht gekommen wäre. Aber ich hätte mir das nicht verziehen. Heute hatte ich zum ersten Mal Suizidgedanken. Heute Morgen. Vor der Trauung. Ich glaube nicht, dass das etwas mit der Hochzeit zu tun hat. Ich fühle mich eingehüllt in einen dunklen Nebel, abgeschnitten, hilflos. Das bezieht sich nicht auf meine Trennung, sondern auf alles. Mir ist alles egal. Wenn eine gute Fee vorbeigeflogen käme und mir 10 Wünsche erfüllen wollte, wüßte ich nicht einen einzigen. Doch: Ich möchte glücklich sein. Aber ich weiß nicht, wie das gehen soll. Gib mir den Ex zurück, mach ihn nett und liebevoll, gib mir einen Job, der toll ist. All das würde meine Gefühle nicht ändern. Das Problem ist in mir, es liegt nicht an den äußeren Umständen. Doof ist, dass ich über diese dummen Gedanken von heute Morgen wirklich mit niemandem sprechen kann. Denn so eine Verantwortung kann ich niemandem aufbürden. Ich kann damit keinen meiner Freunde belasten. Genauso wenig meine Familie. Und wenn ich dem Psychologen davon erzähle, habe ich Angst, dass er mich in eine Psychiatrie einweist, in der ich mit Medikamenten vollgestopft und nur noch kränker werde. 

Dabei hat er mich schon eingewiesen. Nicht in eine Psychiatrie, sondern in eine psychosomatische Klinik. Auf meinen eigenen Wunsch. Ich brauche Hilfe. Die Tabletten und die wöchentliche Gesprächstherapie reichen nicht aus. Es wird immer schlimmer. Deshalb möchte ich diese stationäre Therapie machen. Die Klinik, in die ich möchte, hat nur ein bis zwei Wochen Wartezeit, nachdem die Kostenübernahmezusage der Krankenkasse da ist. Und auf die warte ich gerade. Anfang nächster Woche bekomme ich eine Rückmeldung. Ich hoffe sehr, dass es klappt!

Ich bin so froh, dass ich so gute, verständnisvolle Freunde habe, aber ich kann mir nicht vorstellen, wie es mir wieder besser gehen könnte. Klar: Depression. Das ist Teil des Krankheitsbildes. Ich weiß, dass es irgendwann wieder besser wird! Vor acht Jahren habe ich schon einmal Antidepressiva genommen. Seit damals habe ich jedem, der wirklich über einen längeren Zeitraum verzweifelt war, dazu geraten. Sie haben Wunder bewirkt. Nach zwei Wochen voller unangenehmer Nebenwirkungen war ich wie ausgewechselt. Es ging mir gut, ich war motiviert, voller Tatendrang. Und nach kurzer Zeit habe ich sie wieder abgesetzt, und danach meine Motivation behalten. Aber diesmal klappt es nicht. Jetzt nehme ich die Dinger schon seit fünf Wochen, habe die Dosis erhöht, nehme abends einen zusätzlichen Wirkstoff. Und es passiert nichts. Weniger als nichts. Es wird schlimmer. Ich bekomme sogar leichte Panikattacken. Wenn ich unter Menschen bin. Der Abend heute bei dem frisch vermählten Ehepaar war ganz furchtbar für mich. Ich habe viele alte Bekannte wieder getroffen. Ich habe ihnen gesagt, ich hätte etwas beruflichen Stress, sonst sei alles bestens. Ich habe mich lange über Nichtigkeiten unterhalten, in einem lauten, warmen Wohnzimmer voller Partygäste. Es war furchtbar anstrengend, und in meinem Kopf war nur ein Gedanke. Weg hier! Nach dreieinhalb Stunden habe ich dem nachgegeben und bin endlich nach Hause gefahren.

Und jetzt hoffe ich auf die Zusage der Krankenkasse oder irgendein anderes Wunder. 

02.10.2009 um 00:15 Uhr

Tiefschlaf

von: carlia

Da bin ich wieder. Das war keine Schreibblockade, sondern eine komplette Blockade. Auf der ganzen Linie. Ich habe mich in den letzten Tagen fast nur lethargisch in meinem Bettchen zusammen gerollt. Ich war wieder bei meinem Arzt, er hat mir ein  weiteres Antidepressivum verschrieben, jetzt habe ich eins für morgens und eins für abends. Ich überlege, ob ich mich einweisen lassen sollte. Am letzten Wochenende habe ich es bei 20 Grad und Sonnenschein nicht einmal geschafft, das Haus zu verlassen. Und ich komme mir so dumm und schuldig vor, weil ich mich so hängen lasse. Und dennoch komme ich nicht dagegen an. Es ist, als hätte jemand das Licht in meinem Kopf ausgeknipst. Alles ist verschwommen und dunkel. Ich mache mir keine negativen Gedanken, sondern gar keine Gedanken. Irgendwie ist mir alles egal. Obwohl ich wirklich versuche, mich zu zwingen, etwas zu unternehmen, gelingt das nur recht selten und auch nur unter größter Anstrengung. Mit dem Ex habe ich mich in den letzten 10 Tagen dreimal getroffen. Wir waren Essen, Spazieren und im Kino. Er war sichtlich schockiert von meinem Zustand. Er fühlt sich schuldig. Ich habe ihm klar gemacht, dass es nicht seine Schuld ist. Die Trennung war vielleicht der Auslöser, aber die Gründe für meinen Zustand liegen sicher noch tiefer. Er gibt sich Mühe, ist seither zuverlässig gewesen. Und freundlich. Und bemüht. Aber ich interpretiere da nichts Tiefergehendes hinein. Irgendwie ist mir sogar das alles egal im Moment. Ich habe sogar vor den Treffen mit ihm überlegt, ob ich lieber absagen und weiter die Wand anstarren sollte.

Heute war ich zu allem Überfluss so benebelt von den Tabletten, dass ich beim Einparken ein anderes Auto gerammt habe. Beim vorwärts einparken in eine riesige Parklücke. Das Fahren lasse ich jetzt ein paar Tage bleiben, bis ich mich an die benebelnden Abendtabletten gewöhnt habe. Ich bin ein Jammerlappen. Ich hoffe, dass der Tiefpunkt erreicht ist. Vielleicht fangen die Pillen ja jetzt endlich an zu wirken! 

23.09.2009 um 12:13 Uhr

Alles beim alten

von: carlia

Ich bin wieder zurück, und irgendwie hat sich nichts getan. Das Wochenende war toll, aber auch sehr anstrengend.

Der Ex hatte sich nicht gemeldet. Das ganze Wochenende nicht, auf der Rückfahrt habe ich einerseits gehofft, dass er vielleicht eine Email geschrieben hätte, auf der anderen Seite dachte ich, dass es für mich besser sei, wenn er auch das nicht tut. Damit mir mal eindeutig klar wird, dass er wirklich kein Interesse an mir hat. Er hat keine geschrieben.

Am Montag bin ich mit zwei Freundinnen spazieren gegangen, dann war ich Schwimmen und habe meinen Bruder im Krankenhaus besucht. Er schlägt sich tapfer, bekommt haufenweise Kortison und liest diverse Bücher über das Leben mit MS. Abends habe ich mich mit meiner Freundin J. getroffen. Sie hatte ja am Freitag eine Verabredung mit dem Frosch. Und hat bei ihm übernachtet. Er will sehen, was daraus wird, jetzt ist es erstmal aber keine Beziehung. Außerdem stellt er diverse Forderungen an sie. Sie soll sich beruflich verändern und Karriere machen, sonst ist sie nicht die Richtige für ihn. Und sie hat sich gleich nach Fortbildungsprogrammen erkundigt. Oweh! Und am Sonntag hat er sie angerufen, er müsse abends mit ihr reden. Sie ist voller Panik hin gefahren, aber es gab gar nichts zu reden. Nachdem sie den Abend im Bett verbracht haben, fragte er gegen 11, wie ihr weiterer Plan sei, und wann sie fahren wolle. Das wird echt immer besser. Betthäschen und Rausschmiss. Das hat sie nicht davon abgehalten am Dienstag, als wir eigentlich mit ein paar Freundinnen zum Essen verabredet waren, wieder auf die Nummer reinzufallen und uns abzusagen. Man soll doch Frösche nicht küssen, sondern an die Wand klatschen, oder wie war das?

Der Ex schrieb gestern Morgen eine Email. Er habe meine Freundin S. (eine der beiden, mit denen ich immer Spazieren gehe) in der Disko getroffen, und sie habe ihm unmissverständlich klar gemacht, dass er sich nicht mehr bei mir melden solle, wenn er nicht sofort im Hier und Jetzt wieder mit mir zusammen sein wolle. Er wolle das aber von mir hören, er würde das akzeptieren. Daraufhin habe ich erstmal S. und dann den Ex angerufen. Er hat mich angeblich so vermisst, und es ist ihm ganz klar, dass er nicht irgendjemanden sondern mich vermisst. Er würde so oft denken, dass wir es noch einmal versuchen sollten, dann würde er aber wieder Angst haben, dass es doch nicht klappt. Und er hätte sich wirklich melden wollen, aber er hätte sich wegen S. nicht getraut. Ist klar. Er ist seit Donnerstag zurück, und S. hat er erst am Samstag gesehen. Ja, vorher sei er so gestresst gewesen. Es tut ihm auch leid, dass er unser letztes Treffen per sms abgesagt hat. Ich habe ihm gesagt, dass ich so nicht mehr kann, dass ich Antidepressiva nehme und nichts mehr auf die Reihe bekomme. Er war total überrascht. Ich dachte, wir hätten die Abmachung, dass wir uns regelmäßig treffen und sehen, was passiert, aber wenn Du dabei unzuverlässig bist, kann ich das nicht. Das gibt mir jedesmal das Gefühl, dass ich nichts wert bin. Er war daraufhin sauer auf S., weil sie mir seiner Ansicht nach einredet, dass er sich nur bei mir melden würde, weil er sie zufällig getroffen habe. Bei ihm sind ja immer die Anderen schuld. Er hat einfach Sorgen, dass er mit mir keine lebenslange Partnerschaft führen könne und keine Kinder großziehen. Und was ist mit ihm. Er steckt inzwischen seit drei Monaten fest. Jammert, trinkt, bemitleidet sich selbst, aber ändert nichts. Ich sollte wirklich den Kontakt abbrechen, aber immer, wenn wir telefonieren, lullt er mich irgendwie so ein, dass ich denke, dass er Recht hat. Dabei ist er ja objektiv mit allem so. Job, Freunde, Familie, alles ist scheiße, und er verändert nichts. Er jammert und ist immer das Opfer. Trotzdem gehen wir heute Abend essen. Ich weiß nicht, was ich mir davon verspreche. Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht noch drei weitere Monate aushalte. Ich habe Angst vor dem Treffen, gleichzeitig bin ich froh, dass er mich sehen möchte. Der Therapeut hat gesagt (da hatte ich nach dem Telefonat einen Termin), dass man so nicht mit Menschen umgehen könne, dass ich nicht sein Therapeut sei, und auch, wenn ich sein Verhalten irgendwie nachvollziehen könne, sei es eine Hinhaltetaktik. Ich soll mir überlegen, wie lange ich das noch mitmache. Außerdem hat er mich weiter krank geschrieben. Ich hoffe, dass die Tabletten bald richtig wirken. Ich bin immernoch total antriebslos und würde am Liebsten immer im Bett bleiben...

18.09.2009 um 10:16 Uhr

Ich bin dann mal weg

von: carlia

Ich habe bei meiner Freundin übernachtet, auch wenn es schwer fiel, weil ich zwischendurch mit mir gehadert habe, ob ich lieber nach Hause fahren und mich betrinken sollte. Das wäre natürlich bescheuert gewesen. Sie hat sich sehr lieb um mich gekümmert, ich habe eine halbe Schlaftablette genommen und traumlos durchgeschlafen. Heute Morgen war sie schon mit meinem und ihrem Hund spazieren, während ich noch schlief und hat mich dann zum Frühstücken überredet. 

Mein Bruder kommt heute endlich ins Krankenhaus. Die letzte Untersuchung, um eine definitive Diagnose zu stellen, wird durchgeführt und mit der Kortisonbehandlung angefangen. Der aktuelle Schub dauert jetzt schon mehrere Wochen, und es wird wirklich Zeit, dass er Medikamente bekommt, um die Folgen einzudämmen. Ich werde ihn nicht besuchen können, da ich ja über das Wochenende weg bin. Das ärgert mich und macht mir ein schlechtes Gewissen. Aber das Wochenende kann ich nicht absagen. Erstens bin ich der Fahrer für uns drei und zweitens ist es wichtig für mich. Ich habe gerade noch mit ihm telefoniert, unsere Mutter begleitet ihn ins Krankenhaus. Er ist inzwischen etwas zuversichtlicher, weil der Arzt ihm große Hoffnungen gemacht hat, dass er auch mit MS nicht im Rollstuhl landen muss. Er weiß auch, wie es mir geht, und ist nicht böse, dass ich weg fahre.

Der Ex hat sich nicht gemeldet. Im Moment rede ich mir ein, dass er bestimmt erst heute wieder kommt, weil er ja immer alle Daten verwechselt. Aber das ist natürlich Quatsch, wenn er wissen wollte, wie es mir geht, dann könnte er sich ja von Überall melden. Falls er heute oder am Wochenende anruft, werde ich ihm sagen, was mit mir los ist. Nicht, weil ich sein Mitleid will, sondern, damit er die Fakten kennt. Vielleicht ist er dann wenigstens so ehrlich, den Kontakt dauerhaft einzustellen, wenn er nur auf Unterhaltung aus war. Natürlich hoffe ich insgeheim, dass er "aufwacht", wenn ich ihm die Wahrheit sage. Aber ich fürchte, dass er längst wach ist. Wie auch immer es ausgeht, wenn ich endlich Klarheit habe, kann ich bestimmt auch irgendwie damit abschließen.

Ich habe ein bißchen Angst vor dem Wochenende. Ich fürchte, dass ich allein sein will, aber dort festhänge. Dass ich mich allein fühle. Aber das ist Unsinn. Die beiden, mit denen ich fahre, sind sehr lieb und in ähnlichen Situationen. Und hier würde ich mich nur verrückt machen, weil ich weiß, dass er wieder da ist. 

Vielen Dank für die lieben, einfühlsamen Kommentare in den letzten Wochen, es tut gut zu lesen, dass ihr mich verstehen könnt und Anteil an meiner Situation nehmt! 

17.09.2009 um 18:55 Uhr

Was soll ich tun?

von: carlia

Das Schwimmen hat gut getan, auch wenn ich danach eine Schmerztablette nehmen musste - ging nicht mehr ohne. Anschließend bin ich bei meiner Mutter vorbei gefahren, ihr Keller stand unter Wasser, und sie war etwas in Panik, es war aber nur die Dichtung des Haupthahns im Eimer. Bei dem anschließenden Spaziergang haben mir meine beiden Freundinnen ins Gewissen geredet. Ich soll mich auf keinen Fall noch mal mit dem Ex treffen. Er hat sich seit seiner Absage letzten Samstag kein mal gemeldet, da ist es doch eindeutig, dass es ihn nicht interessiert, wie es mir geht. Er weiß allerdings auch nicht, dass es mir schlecht geht. Ich habe ja bei dem letzten Treffen so getan, als sei soweit alles in Ordnung. Er kommt heute zurück, und ich weiß wirklich nicht, wie ich reagieren soll, falls er sich meldet. Ich kann irgendwie gar nicht mehr klar beurteilen, wie die Beziehung überhaupt war. War er wirklich immer unterkühlt und lieblos? Oder hat das alles nur an meinen übersteigerten Ansprüchen gelegen? Ist es wirklich so verwerflich, dass er sich nicht meldet? Ist das eindeutig Desinteresse oder hat er einfach so viel um die Ohren? Ist er wirklich so egoistisch, dass er sich nur mit mir treffen will, damit ich ihm Ratschläge für sein eigenes Seelenleben gebe? Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Wenn ich mich weiterhin unverbindlich mit ihm treffe, gehe ich vor die Hunde. Wenn ich den Kontakt abbreche, dann vermassele ich mir damit jede Chance. Und ich weiß nicht mal, worauf diese Chance wäre? Wie war die Beziehung? Ich kann es nicht klar sehen. Ich bin hin und her gerissen. In einem Moment bin ich überzeugt, dass sie Recht damit haben, dass ich mich nur immer mehr selbst verletze, wenn ich mit ihm spreche. In der nächsten Minute, denke ich, dass ich alles falsch gemacht und ihn vergrault habe, dass ich ihm die Zeit geben muss, die er braucht. Aber wieviel Zeit soll das sein? Inzwischen sind wir fast drei Monate getrennt. Ich muss den Tatsachen ins Auge sehen. Er wollte nicht mit mir zusammen leben, er kann keine Entscheidungen treffen, das wird sich nie ändern. Dann denke ich wieder: Ich habe zu viel Druck gemacht, ihn nicht genug unterstützt, sonst wäre alles anders gewesen. Ich habe einfach panische Angst, die falsche Entscheidung zu treffen.

Über das Wochenende fahre ich mit ein paar Bekannten weg. Zu einer Art Selbstfindungskurs. Vielleicht sehe ich danach klarer. Heute Abend fahre ich zu einer Freundin, wir werden zusammen essen und einen Film sehen. Vielleicht übernachte ich einfach bei ihr. Am Liebsten wäre ich immer noch einfach allein Zuhause in meinem Bett. Aber davon geht es mir nur noch schlechter. Es ist schon seltsam und irgendwie lächerlich, wie viel Kraft und Überwindung es mich kostet, irgendetwas zu unternehmen. Ich komme mir total bescheuert und hilflos vor. Klar ist eigentlich, dass die Beziehungsbaustelle im Moment nicht mein Hauptproblem darstellt. Deshalb sollte ich aufhören, darüber nachzugrübeln. Unbedingt! Ich muss mein Leben wieder auf die Reihe bekommen, alles andere wird sich schon finden... Weise Worte, nur wie umsetzen?

17.09.2009 um 12:09 Uhr

Verwirrt

von: carlia

Ich habe keine Schlaftablette genommen, obwohl ich zunächst nicht einschlafen konnte. Habe dann noch mit meiner Freundin V. telefoniert. Sie hat mit dem Frosch geredet, und er hat diverse Forderungen gestellt, was sie alles an sich ändern müsse, damit es vielleicht irgendwann wieder klappt. Sie ist wütend und würde am liebsten noch ein paar Wochen auf der Insel bleiben, aber sie kommt morgen zurück. Morgen Abend treffen sie sich. Oweh! 

Ich habe schlecht geschlafen, war aber im Halbschlaf immer zu müde, um eine Tablette zu nehmen, als ich auf die Uhr gesehen habe, war es schon halb sechs, also zu spät, um noch was einzuwerfen. Ich habe bis jetzt im Bett gelegen. Habe die halbe Nacht vom Ex geträumt, dass er zurück kommt, dass er mich sehen will, dass er wieder nett zu mir ist. Heute Abend nehme ich wieder eine Tablette. Alles ist besser als sowas! Jetzt ist mir schlecht, und ich habe Bauchkrämpfe, weil ich meine Tage habe. Das Einzige, was an mir immer einwandfrei funktioniert, ist mein Zyklus. Bis auf die Schmerzen. Jetzt weiß ich nicht, ob ich eine Schmerztablette nehmen soll. Zu viel Chemie! Mir kommt es vor, als seien seit gestern etliche Tage vergangen. Ich bin durcheinander und fühle mich furchtbar. Aber die Sonne scheint, und ich muss mich zusammen reißen. Ich gehe jetzt erst mal eine Runde schwimmen, und dann treffe ich mich mit zwei Freundinnen zum Spazieren gehen. Hoffentlich ist es danach wieder besser!

16.09.2009 um 20:30 Uhr

Stolz

von: carlia

So, die Frisur war nichts, der Friseur auch nicht, sie wird sich jetzt kurzfristig eine Alternative suchen müssen. Während sie ihre sich bereits wieder aushängenden Locken provisorisch mit drei Haarnadeln hochsteckten, und sagten, sie müsse sich das jetzt in ordentlich und schön vorstellen, färbten sie ihrer Schwester die Haare versehentlich grau-grünlich (das liegt daran, dass die so kaputt sind - merkt man das als Profi nicht vorher?), und meinten dann, halb acht sei am Hochzeitsmorgen nun wirklich zu früh, da würden sie keine Ausnahme machen. Prima Dienstleister! Und das ganze hat fast drei Stunden gedauert und in Summe knapp 70 Euro gekostet.

Anschließend wollten wir eigentlich noch eine Kleinigkeit essen gehen, aber mir war nicht mehr danach. Mir ist schlecht, ich bin müde, mein Kreislauf ist im Keller. Ich wollte nur noch ins Bett, mir die Decke über den Kopf ziehen. Am Liebsten vorher eine Flasche Wein reinschütten, das betäubt. Aber ich habe mich auf dem Heimweg besonnen und bin brav am Supermarkt vorbei gefahren. Kein Alkohol! Wenn ich nicht schlafen kann, nehme ich eine Tablette. Ich habe mir sogar ein Wurstbrot geschmiert, und werde gleich einfach noch ein bißchen lesen. Die heiratswütige Freundin hat mir ein Buch geliehen: "Das handelt von jemandem mit einer Persönlichkeitsstörung - da findest Du Dich bestimmt wieder!" Vor der Abfahrt haben wir noch diskutiert, ob und wann ich wohl wieder aufwachen würde, wenn ich die ganze Packung Schlaftabletten auf einmal nehmen würde. Böser Humor! Wobei ich zugeben muss, dass ich froh bin, dass es nur eine 10er Packung ist. Eine Großpackung hätte ich nicht so gerne im Haus. Aber insgesamt bin ich heute ganz stolz auf mich. Habe mich bewegt, habe das Haus verlassen, habe gegessen und trinke nicht. Das versuche ich, morgen wieder so hinzubekommen, nur nicht daran denken, dass er morgen wieder kommt, oder gar hoffen, dass er sich meldet!

16.09.2009 um 15:02 Uhr

Halluzinationen

von: carlia

Trotz übelster Nacht bin ich "früh" aufgestanden. Um halb 9. Immerhin, dafür, dass ich die letzten Tage mehr oder minder bis mittags im Bettchen rungedümpelt habe, ist das schon nicht schlecht. Ich war knapp zwei Stunden mit dem Hund draußen und anschließend 45 Minuten schwimmen. Dafür bin ich jetzt so richtig platt. Die Nacht war spannend! Ich habe nach Einwurf der Schlaftablette tatsächlich sofort geschlafen. Bis sechs, dann war ich hellwach - oder kam mir zumindest so vor. Ich habe eine Riesenspinne an meiner Wand entlang laufen sehen, bestimmt 40 cm Durchmesser und rasend schnell. Da dachte ich schon, dass das gerade nicht ganz richtig sein kann. Als dann in meiner Abstellkammer, die ich vom Bett aus sehen kann, noch leuchtende orange Rechtecke herumflogen, wurde mir klar, dass ich zur Tablette kein Bier hätte trinken sollen... Das lasse ich von nun an! Jedenfalls bin ich wieder eingeschlafen. Eben habe ich endlich meine Wohnung gesaugt. Es sah echt schlimm aus. Ein Teppich aus Hundehaaren. Trotz dieses im Vergleich zu den letzten Wochen geradezu phänomenalen Aktionismus', bin ich sehr mies drauf. Wenn ich den Kopf aus meinem Löchlein strecke, sehe ich überall nur unüberwindlich große Berge und Hindernisse. Alles kommt mir so riesig und schwierig vor. Mein Leben wirkte so klar und strukturiert, klar gab es Baustellen, aber ich hatte für jede einen Bauplan und fühlte mich sicher. Jetzt, wo der Ex weg ist, ist nicht nur die Baustelle "Ich hätte gerne irgendwann eine Familie" zusammengebrochen, sondern auch alles Andere. Aber es muss weitergehen! Gleich fahre ich zur Brautfrisurprobe, auch dazu muss ich mich zwingen, aber ich werde es machen. Ob ich mich jetzt hier oder dort doof fühle, ist ja nun auch egal.

15.09.2009 um 13:31 Uhr

Therapie

von: carlia

Komme gerade vom Psychologen. Jetzt immer dienstags. Ich finde es schon seltsam, dass ich so schnell eine Gesprächstherapie bekommen habe. Normalerweise gibt es da doch Wartelisten. Und oft braucht man auch eine Überweisung vom Hausarzt, um überhaupt einen ersten Termin zu kriegen. Irgendwie weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll. Jedenfalls ist er mit mir einer Meinung, dass ich versuche, Problemsituationen aus meiner Kindheit nachzustellen, um diese im Nachhinein zu lösen. Das hatte ich auch schon erkannt. Die Frage ist: Wie kann ich das ändern? Dazu hat er mir bisher nichts sagen können. Klar, wahrscheinlich gibt es da kein Patentrezept. Jedenfalls hat er mir jetzt auch noch Schlaftabletten verschrieben, weil ich nachts immer wieder hochschrecke. Ich bin ja mal gespannt. Ich möchte einfach, dass es mir besser geht. Im Moment ist es mir sogar egal, wie viele Pillen ich dafür brauche. Schwimmen war ich leider nicht, bin auf halbem Weg umgekehrt. Das Wetter ist so mies, da wollte ich lieber einen heißen Kaffee trinken. Aber immerhin habe ich ein paar berufliche Emails beantwortet. Der Therapeut hat mich krank geschrieben. Besser wäre es sicher, arbeiten zu gehen, aber ich pack das gerade nicht. Bin zuversichtlich, dass das mit fortschreitender Tabletteneinnahme besser wird...

14.09.2009 um 23:59 Uhr

Satt

von: carlia

Nüsschen sind was Feines! Es ist unglaublich, wie schlecht einem von so einer kleinen halben Tablette werden kann, aber immerhin habe ich mir um 17 Uhr ein paar Nudeln gekocht. Und jetzt esse ich Nüsse. Ich hatte schon den ganzen Tag Hunger, aber keinen Appetit. Das ist echt doof, eigentlich esse ich so gerne. Ich habe den Fehler gemacht, mir die Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel durchzulesen. Da ist so ziemlich alles dabei, was man nicht haben möchte. Aber bislang bleibt es bei der Übelkeit. Damit kann ich leben! Habe gerade länger mit meiner Freundin, die bald heiratet telefoniert. Sie hat mich ein wenig aufgebaut. Am Mittwoch werden wir gemeinsam zum Friseur gehen, um ihre Brautfrisur zu testen. Uuiui! Die beiden heiraten an ihrem ersten Jahrestag. Er ist wirklich ein ganz Toller. Tja, so kann es auch gehen. Da könnte man doch glatt Hoffnung schöpfen. Morgen habe ich wieder einen Termin bei dem Therapeuten. Danach will ich schwimmen gehen. Hoffentlich bekomme ich das hin!

14.09.2009 um 13:23 Uhr

Tiefpunkt

von: carlia

Ach Ex, wieso bist Du nur so blind? Wie kannst Du denken, dass ich ausgeglichen bin und in mir ruhe, dass ich zufrieden bin? Das hast Du bei unserem Treffen am Donnerstag gesagt. Was war sehr gut an dem Treffen für Dich? Und worüber hast Du viel nachgedacht? Du hast mir so lange in die Augen gesehen. Du weißt doch, dass für mich das einzige Ziel dieser Treffen ist, Dir wieder näher zu kommen. Angeblich ist das auch Dein Ziel. Ich verstehe Dich nicht. Ich bin nicht glücklich oder ausgeglichen. Es geht mir mies. Ich vermisse Dich. Ich habe Dir vertraut und gedacht, dass wir zusammen gehören, dass uns nichts so schnell auseinander bringen kann. Ich war in den letzten Monaten verständnislos. Ich habe nicht verstanden, dass Du an Deiner Jobsituation nichts änderst, obwohl Du immer nur so schrecklich wütend warst. Ich habe nicht verstanden, dass Du nicht mit mir zusammen leben wolltest, obwohl wir uns jeden Tag gesehen haben, und Du mich immer so vermisst hast, wenn das mal nicht der Fall war. Ich habe nicht verstanden, dass Du keinen Sport mehr gemacht hast und nichts unternehmen wolltest. Und Deine festgefahrene, depressive Stimmung hat mich wütend gemacht. Du hast all Deinen Frust bei mir abgeladen. Schon immer. Ein Jahr lang habe ich versucht, Dich aufzubauen, habe Dir alles abgenommen, Dich umsorgt, Dir unglaublich viel Aufmerksamkeit und Verständnis entgegen gebracht. Ich hätte alles für Dich getan. Aber es kam nie etwas zurück. Und es ging Dir nicht besser. Deine Laune blieb schlecht. Irgendwann habe ich es aufgegeben, gedacht: Jetzt muss sich doch mal langsam etwas ändern. Und angefangen, Druck zu machen. Ich musste Dir doch immer in den Hintern treten, damit sich irgendwas bewegt. Und Du warst immer froh darüber, dass ich Dich angetrieben habe. Aber in den letzten Monaten hat das teilweise überhand genommen. Ich war frustriert in unserer Beziehung und habe Dir das deutlich gezeigt. Du hast immer gesagt, dass Deine schlechte Stimmung nur am Job liegt. Ich habe nicht gemerkt, dass wir alles vor die Wand fahren. Du hast mich nicht merken lassen, dass Du Dich von mir entfernst. Und jetzt geht es mir beschissen. Ich kann nicht mehr. Es wird einfach nicht besser, ich hänge so in der Luft.

Heute war ich beim Arzt. Wie durch ein Wunder habe ich spontan heute Vormittag einen Termin bei einem Psychologen bekommen. Er hat mir Tabletten verschrieben. Jetzt ist es also so weit: Ich nehme Psychopharmaka. Nur, um erstmal wieder klar zu kommen, um morgens aus dem Bett zu kommen, um das Haus wieder zu verlassen. Leider wirken die Dinger nicht sofort. Er beantragt auch eine Gesprächstherapie. Ich komme mir so bescheuert vor. Eigentlich ist doch alles in Ordnung, ich bin gesund, habe einen Job, eine Familie und Freunde. Aber mein Leben ist über mir zusammen gebrochen. Ich krebse hier herum und schäme mich dafür. Meine Freundin J. hat mich nach Sylt eingeladen. Aber ich werde nicht fahren. Es ist für mich schon ein Angang, mit dem Hund in den Wald zu gehen. Es kommt mir alles so groß und unüberwindlich vor. Dabei habe ich doch gar nichts. Außer Liebeskummer. Anderen Menschen geht es viel schlechter. Sogar in meiner nächsten Umgebung. Meinem armen Bruder zum Beispiel. Unglück ist relativ und subjektiv, sagt man. Ich muss aus diesem Loch kommen. Ich weiß nur nicht wie...

14.09.2009 um 00:45 Uhr

Jammerlappen

von: carlia

Er hat sich nicht gemeldet. Natürlich nicht, er musste ja packen. Eigentlich bin ich ganz froh, dass er jetzt ein paar Tage weg ist, dann muss ich nicht immer auf ein Treffen hoffen. Und enttäuscht sein. Bei jeder sms, jedem Anruf hoffe ich, und das noch nach zwei Monaten. Eine zeitlang dachte ich, es ginge weiter, aber ich bin stehen geblieben. Es geht überhaupt gar nicht, in keine Richtung. Ich bekomme gar nichts mehr hin, wenn der Hund nicht wäre, würde ich meine Wohnung gar nicht mehr verlassen. Morgen gehe ich zum Arzt, ich brauche Hilfe. Ich möchte mich ja gar nicht so hängen lassen, ich weiß, dass das falsch ist und mir alles Andere als gut tut. Aber ich bekomme es nicht hin.

Eben habe ich mit meiner Freundin J. gesprochen. Sie ist auf Sylt. Der Frosch hat sich heute bei ihr gemeldet. Aber er war sehr distanziert, sie haben nur kurz und oberflächlich geredet. Das bringt sie auch nicht weiter. Von aussen ist es so leicht, zu sehen, dass diese Strategie nicht funktioniert. Es hatte einen Grund, dass es nicht geklappt hat. Es reicht nicht, wenn einer an sich arbeitet und hofft und liebt. Warum setze ich das nicht einfach um? Das Leben geht doch auch ohne ihn weiter. Nur wie? Nichts macht Spass, nichts schmeckt, nichts ist lustig, und ich bin so müde. 

13.09.2009 um 02:23 Uhr

Schlaflos

von: carlia

Was für ein Tag. Ich war tatsächlich nüchtern, aber nicht, als ich aufgewacht bin. Da dachte ich nur: Restalkohol hallo! Aber immerhin, ich war mit dem Hund spazieren und dann schwimmen. Das macht mir wirklich Spass, ich dachte immer, dass ich Schwimmen hasse, weil mein Vater mich als Kind immer gezwungen hat, Bahnen in dem kleinen, dunklen Schwimmbad in unserem Keller zu schwimmen. Da hat es von Spinnen gewimmelt, immer musste man erst die ertrunkenen fiesen Kellerspinnen mit so einem Fischfangnetz an einem Stock aus dem Wasser fischen. Daraufhin habe ich mich in den folgenden Jahren in der Schulzeit geweigert, am Schwimmunterricht teilzunehmen. In den Halbjahren hatte ich immer eine fünf in Sport. Aber jetzt macht es irgendwie Spass. Ich bin zwar unglaublich langsam und habe einen sehr kurzen Atem, aber es ist toll, im Wasser zu sein. Ein angenehm beheiztes Freibad, das bei dem herbstlichen Wetter recht leer ist. Danach war der Kater weg, und ich war unglaublich müde. Als ich wieder Zuhause war, kam eine sms vom Ex. Er hat unser Treffen für morgen abgesagt. War ja klar... Er schrieb, dass ich ihm am Mittwoch einen Kater verpasst hätte. Hab ich ihn gezwungen zu trinken? Unser Treffen war am Donnerstag. Aber das ist auch nichts Neues, und ich glaube sogar inzwischen nicht mehr, dass es an mangelndem Interesse liegt, dass er die Wochentage verwechselt. Er ist eben daneben. Immer. Als wir uns kennenlernten, haben wir über so ein Chat-Portal ca. 7 Nachrichten pro Tag hin und her geschrieben. Zwei Monate lang, danach kamen wir uns näher. Wenn ich damals gewusst hätte, dass das bereits das Maximum an Aufmerksamkeit ist, was für mich aus ihm rauszuholen ist, ich hätte es mehr anerkannt! (Er schreibt mit einem Zwei-Finger-Suchsystem.) Aber ich schweife ab! Weiterhin schrieb er jedenfalls, dass er noch alles fertig machen müsse. Für seine Geschäftsreise ab Montag. Klar, packen dauert ja auch schon mal ein bis zwei Tage ohne Pause... Und wir könnten ja mal nen Kaffee trinken oder Joggen gehen, wenn er zurück sei. Ach ja: Unser Gespräch fand er sehr gut (Was auch immer das heißen mag.), er hat viel nachgedacht (Was auch immer dabei herausgekommen sein mag.), und er fand es gut, mal zu hören, was an ihm unerträglich gewesen sei (Diese Gespräche - was hat wer falsch gemacht usw. - führen wir seit zwei Monaten, ich habe definitiv nichts Neues erzählt) Ich soll auf mich aufpassen, liebe Grüße. Und ich war nicht mal richtig enttäuscht, irgendwie hatte ich ja mit einer Absage gerechnet.... Habe ihm viel Erfolg für die Reise gewünscht, er solle sich einfach melden. Er schrieb zurück (und das ziemlich schnell für sein Zwei-Finger-Suchsystem), dass er sich meldet, wenn er zurück ist, falls mir das recht sei. Am 17. Verdammt! Ich gucke gerade in den Kalender und stelle fest, dass das ja der Donnerstag ist. Ich bin an dem Wochenende von Freitag bis Sonntag verreist und dachte, er käme erst wieder, wenn ich schon weg sei. Ok, wie ich ihn kenne, wird er am 17. eh zu gestresst sein, um sich zu melden, und ab dem 18. bin ich weg. Einerseits möchte ich ihn unbedingt sehen, auf der anderen Seite merke ich, dass mir das überhaupt nicht gut tut. Mir geht es die ganze Woche schon ziemlich besch... und es ist schon ein Erfolgserlebnis, wenn ich mal zwei Minuten nicht an ihn denke.

Den Rest des Tages habe ich auf einem Nachbarschaftsfest in der Strasse meiner Mutter verbracht. Sie wohnt jetzt seit neun Jahren - seit der Scheidung meiner Eltern - dort in einem kleinen Reihenhaus. Ich bin mit meinem Bruder, der sich schon beim Fußball gucken ein paar Bierchen genehmigt hatte (gar nicht gut bei seiner voraussichtlichen Diagnose :-() hin, um ihr ein wenig Beistand zu leisten. Sie ist die Einzige, die dort alleine wohnt, und es waren ein paar Nachbarschaftsstreits zu beenden. Aber bei viel Wein und lauter Schlagerbeschallung ist auch das gelungen, sodass wir ruhigen Gewissens wieder abdampfen konnten. Mein Bruder schläft inzwischen, hoffe ich. Wenn auch alkoholisiert, was sicher nicht gut ist, aber wie soll ich ihn davon abhalten? Und ich bin hellwach. Und durcheinander. Wie immer...

12.09.2009 um 02:12 Uhr

Zuhause

von: carlia

So, jetzt bin ich wieder Zuhause. Und betrunken. War mit meinen Freundinnen unterwegs, wie jeden Freitagabend. Eine meiner liebsten und ältesten Freundinnen war auch endlich wieder dabei. Sie wohnt inzwischen 300 km entfernt und verirrt sich nur noch alle paar Wochen in die alte Heimat. Und gerade wenn so viel zu bequatschen ist - wie sollte es anders sein - kommt man nicht dazu, weil zufällig ein paar entfernte Bekannte am Nachbartisch sitzen. Die netten Herren waren schon leicht angeschickert und haben ein Glas vom Tisch geworfen, woraufhin mein Hund verängstigt auf meinen Schoß sprang. Er wiegt 35 kg und hat sogar Angst vor Fliegen. Die mit diesem Unfall verbundene Aufräumaktion nahmen die Jungs als Anlass, sich zu uns zu setzen, und aus war es mit der Frauenrunde... Naja, bei sexistischen Witzen und der Diskussion über sms der neuen Freundin (Ich mach mir immer Sorgen um Dich, wenn Du so spät nach Hause kommst - wie ist das wohl gemeint), kam ich wenigstens mal auf andere Gedanken.

Hab gerade noch mal bei meinem Bruder vorbei geschaut (er wohnt im selben Haus), und ihn mit Hilfe seines besten Freundes von der Couch ins Bett befördert. Der Freund wird jetzt auf der Couch übernachten und mich morgen anrufen, wenn er geht. Mein Bruder ist nicht der Typ, der mit Gefühlen hausieren geht, aber gestern Nachmittag sind ihm schon ein paar mal Tränen in die Augen gestiegen. Ich weiß auch einfach nichts Schlaues, was ich ihm sage kann. Klar, die Therapiemöglichkeiten bei MS sind vielfältiger als vor 10 Jahren. Nur 5 % der Betroffenen landen im Rollstuhl. Aber wenn man auf eine Lesebrille gehofft hat, ist das doch eine recht schockierende Diagnose. Man könnte bis zur nächsten Untersuchung auf das Fünkchen Hoffnung bauen, dass sie bei der Rückenmarks-(oder so) Untersuchung doch nichts feststellen, aber das wäre naiv. Es spricht leider alles dafür. So eine Scheiße! Ich versuche, ihm das Gefühl zu geben, dass ich für ihn da bin, ihm einfach nur zuzuhören,aber ich habe Angst, dass das nicht reicht. Irgendwie fühle ich mich so furchtbar verantwortlich für ihn.

Immerhin habe ich deshalb den ganzen Abend nicht an den Ex gedacht, aber jetzt komme ich mir ziemlich egoistisch vor, weil ich das denke. Denke ich immer nur an mich? Wie verkorkst kann man sein? Morgen bin ich wieder nüchtern! Jetzt ist mir schlecht... 

11.09.2009 um 20:32 Uhr

:-(

von: carlia

Er hat sich heute nicht bei mir gemeldet. Wieso sollte er auch? Wir sehen uns ja am Sonntag, wobei ich befürchte, dass er absagt. Er verreist am nächsten Tag, und da ist er am Vortag immer sehr gestresst... Ich weiß gar nicht, wie es mir geht, bin irgendwie durcheinander. Nachdem ich ihm gesehen habe, fühlt er sich immer so nah an. Ich kann die Trennung immer noch nicht begreifen. Es geht einfach nicht in meinen Kopf rein. Wir gehören doch zusammen. Aber irgendwie habe ich auch immer darauf gewartet, dass er sich ändert, dass er liebevoller und glücklicher wird. Und mein Verstand weiß, dass das niemals eingetreten wäre. Aber mein Herz hört nicht auf den Kopf. Bis 5 habe ich nur so vor mich hin gedümpelt.

Dann rief mein Bruder an. Er hat wahrscheinlich MS. Nächste Woche werden noch ein paar Untersuchungen gemacht, aber der Arzt hat ihm keine großen Hoffnungen gemacht. Alle Symptome sprechen dafür, und alles andere ist bereits ausgeschlossen. Bin sofort zu ihm, und wir haben lange darüber gesprochen. Gerade ist sein bester Freund gekommen. Ich mache mir große Sorgen, und er tut mir furchtbar leid. Er hatte gerade sein Leben nach einer jahrelangen Achterbahnfahrt so schön im Griff. Da werden die eigenen Sorgen einerseits ganz klein, die Sinnfrage andererseits immer größer...

Was soll das alles? Kann es nicht einfach mal leicht sein und funktionieren?