Stimmung: Ganz relaxt
Musik: Dancing with tears in my eyes von Ultravox
Hallo
Ihr lieben, wie war denn Euer Tag? Meiner war hart :-) Aber wer hat heute keine
harten Tage? Ich denke: Hart dürfen die Tage ruhig sein- nur nicht schlecht!
Nach
langem überlegen habe ich mich entschlossen, meine Wochenendgeschichte doch ins
Blogg zu stellen! Allerdings etwas entschärft. M.Culpa :-) Hier gehts gleich los...
Schattenlichter
Schlaflos
und ruhelos, drehe ich meine Runden, im Haus brummen die Ventilatoren.
Eigentlich schalte ich die Dinger irgendwann ab, doch heute wäre mir die Stille
einfach zu laut! Der Abend steckt mir in den Knochen, bin noch viel zu wach, um
auch nur an Schlaf zu denken, auch wenn sich im Kopf schon eine gewissen
Schwere bemerkbar macht.
Mein Blick, trifft Jacky, der erschöpft von der
Hitze und einer Stunde „Balliwerfen“ (mit dem Hundesitter :-)) den Schlaf des
Gerechten schläft- oder sollte ich sagen, sägt? Er schnarcht, dass sich die
Balken biegen. Gerade habe ich versucht ihn zu einer Runde durch das schlafende
Dorf zu überreden, ohne Erfolg. Mit zusammengekniffenen Augen hat er mir klar
zu verstehen gegeben, dass mein Schlaflosigkeit, ausschließlich mein Problem
sei. So viel zum „besten Freund“ des Menschen.
Ich gehe ins Schlafzimmer, nachdenklich mustere ich
den zierlichen Körper, der sich deutlich unter dem Laken abzeichnet! Ohne
Schminke, kann man sehr gut erkennen, dass die junge Dame, die dort (als Folge
von zu viel Alkohol) selig schlummert, nicht älter als 19-20 Jahre jung ist.
Fast kindlich wirken ihre entspannten Züge. Viel zu jung um mit Männern
mitzugehen, die fast Ihre Väter sein könnten. Um jetzt eventuell aufkommenden
Entrüstungsstürmen vorzubeugen: Nein ich habe die kleine Prinzessin nicht
angerührt!
Obwohl sie äußerst bezaubernd ist! (Hallo
Nachtfalter). Nein nein, der Mops war so ganz unüblich ein echter Gentleman,
auch wenn der Umstand, dass die Dame, fast nackt in meinem Bett lag, nicht
unbedingt für mich spricht .-) Im Gästezimmer am Ende des Flurs höre ich Didi
schnarchen. Ich hielt es für eine gute Idee ihn auch gleich mit aus dem Verkehr
zu ziehen ;-)
Aber ich will mal von vorne erzählen:
Am
Samstag musste ich von Berufswegen ein OA Konzert besuchen. Ich war, wie immer
bei solchen Anlässen, in Begleitung einer relativ großen Gruppe, der
verschiedensten Menschen. Unter Anderem war mein Kumpel Didi, der außer dass er
mein bester Freund ist und gerne Partys feiert nix mit der Branche am Hut hat,
dabei.
Irgendwann,
es spielte gerade eine höchst untalentierte Truppe junger Musiker, wurde ich
der Gespräche, die sich wie immer nur um Musik, das Bizz, Frauen und Autos
drehte überdrüssig. Ich beschloss mich ein wenig unter das Publikum zu mischen.
Ich entschuldigte mich, bei meinen Bekannten und schlenderte ziellos über den
Festivalplatz. Die etwas 800-900 Musikfans, waren ein höchst interessanter
Haufen und so beschäftigte ich mich statt mit der Musik, mit den Menschen um
mich herum. Ich mach das sehr gerne und versinke dann sehr oft in diesen
Betrachtungen.
Ohne,
dass ich es gewollt hatte stand ich plötzlich vor einem Pizzastand. Einer
dieser Stände, die unter einer Zeltplane errichtet wurden. Ich weiß nicht warum
aber ich beschloss mir eine Pizza zu genehmigen. Zu spät, entdeckte, ich die
Angehörigen einer konkurrierenden Firma, die dort mit lautem „Hallo“ zwei
Bleche voll Pizza geordert hatten. Da man sich, in der Branche kennt und
manchmal auch respektiert, wurde ich gleich mit ebenso lautem „Hallo“
begrüßt. Der Boss der Konkurrenz hieß
Manni, er war ein unsympathischer, schmieriger Typ, der für seine knallharte
Art und seine vorliebe für Junge Mädchen bekannt war. In seinem Gefolge hatte
er auch den A&R Manager seines Haufens (ich nenne ihn mal Freddi), ein
ziemlich gerissener und erfolgreicher Kerl, der nur mit den Leuten redete, die
ihm nützlich sein konnten.
Manni legte mir seine Hand auf die Schulter, und
stellte mich seinem „Gefolge“ vor. Die Leute waren mir bis auf eine Sängerin,
die ich aus „gemeinsamen Zeiten“ kannte, weitgehend unbekannt. Mein Blick, traf
dann allerdings auf ein sehr junges Gesicht in der Gruppe. „Das ist Nady (Name
von mir geändert)“, stellte Manni die Kleine vor und grinste mich dabei wissend
an. „Nady ist neu bei uns. Sie braucht Praxis für Ihr Studium! Sein Grinsen
verriet, was er über Nady dachte. Sie sah wirklich atemberaubend hübsch aus.
Langes, schwarzes Haar, dunkle Augen, die wie dunkle Seen schimmerten,
strahlend weiße Zähne, eine süßen Nase und ein Lächeln, dass verrückt machen
konnte.
Später erfuhr ich, dass Nady aus Spanien stammte aber schon als kleines
Kind nach Deutschland gekommen war.
Im
Laufe des Abends versuchten Manni und Freddi mit wachsenden Erfolg Nady
abzufüllen. Ich kannte dieses Spiel nur zu gut. Es ist einfach zu leicht und
die immer selbe Geschichte; das Bizz und die Glitzerwelt blenden die Mädels so
sehr, dass sie dazu gehören wollen. Und dafür gehen sie in der Regel sehr weit!
Zu weit!
Zum
großen Ärger ihres Bosses suchte Nady immer wieder, das Gespräch mit mir. Meine
Nähe schien ihr angenehmer zu sein, als die von Manni und Freddi. Außerdem
hatte ich den Vorteil auf meiner Seite, dass ich auch noch Musiker war, und
meine Band doch erheblich cooler war (auch wenn das letzte Album vor drei
Jahren erschienen ist), als „Pat und Patachon“ Ihre Bosse.
Ich
hatte an diesem Abend große Lust diesen beiden schleimigen Arschgeigen, die
Tour zu versauen. Und so widmete ich meine ganze Aufmerksamkeit dieser
reizenden Lady :-) Zum Glück tauchten nach einiger Zeit Didi und meine
Begleiter auf, die nach mir gesucht hatten. Die beiden Gruppen vermischten sich
und Freddi und Manni wurden immer wieder in die üblichen Gespräche verwickelt.
:-) So, schoben sie Nady zwar immer wieder fiese Drinks zu, kamen jedoch nicht
wirklich zum „baggern“ :-).
Als
das Konzert schließlich zu Ende ging und sich der Platz langsam leerte, wies
mich mein Kumpel Didi, laut lallend darauf hin, dass er um Stress mit seiner
besseren Hälfte zu vermeiden, die Nacht in meinem Gästezimmer verbringen würde.
Und da er gerade dabei war, lud er Nady ein uns noch zu begleiten. Zu meiner
Verwunderung, hakte sie sich gleich bei uns unter und forderte uns mit
skeptischen Blick, auf ihren Boss, auf sofort zu starten. Ich war überrascht,
dass sie trotz des hohen Alkoholpegels noch in der Lage war, zu erkennen, was
ihr an diesem Abend noch geblüht hätte.
Also
legte ich galant meinen Arm um ihre schmale Hüfte und verabschiedete mich
höflich, von „Dick und Doof“. Ihre
dämlichen und bösen Blicke, waren das Sahnehäubchen auf meinen Tag! Ich möchte
nicht wissen, wie viele rostige Messer, die Beiden in Gedanken auf meinen
Rücken abschossen.
Im
Wagen, kugelte sich die kleine Prinzessin neben mir auf der Rückbank zusammen.
Sie sah dabei so unschuldig und verletzlich aus, das es einen das Herz
erweichen konnt! Didi, der mir gegenüber saß grinste mitleidig und sah
nachdenklich auf das schlafende Mädchen. „Diese Schweine“ sagte er mit nun
nicht mehr ganz so schwerer Zunge.
Recht
hatte er!
Nachtrag:
Ich habe dann auf dem Sofa übernachtet. Am nächsten Morgen wurde ich mit einem
feuchten Kuss geweckt- von meinem Hund! :-)
Nady
macht nun ein Praktikum in einer Produktions-Firma, die eng mit uns
zusammenarbeitet. Das habe ich noch am Sonntag eingefädelt.
Und
ja, auch ich hätte schwach werden können... Bin ich aber nicht! Und das genau
unterscheidet die Männer von den Schweinehunden! Wehe es wiederspricht einer
:-)
Über
diese Geschichte hinaus ist an dem WE noch etwas sehr einschneidendes passiert,
über das ich hier aber nicht plaudern will.
Also
Ihr lieben, schlaft schön.
PS:
Nein ich werde die Geschichte von Matt F. hier nicht weiter ins Netz stellen.
Glaubt mir, schon Kapitel 1 ist so schrecklich, dass Ihr es nicht wirklich
lesen wollt:-)