Ich war bei meiner Clique, - alles Leute aus meiner Band und
der Musikbranche zum Wildschweinessen eingeladen (mhm lecker Wildschwein). Da
waren also mein Produzent, meine Bandkollegen, einige Leute aus der Crew und
meine Kumpels Manni und Didi (die ja auch zur Familie gehören) alle bis auf
Didi erschienen mit ihren Frauen, Freundinnen und Gespielinnen. Selbst Manni
hatte Sasha mitgebracht. Ich erschien zunächst allein, weil Lisa noch arbeiten
musste. Da ich aber nicht ganz auf meinen kleinen Sonnenschein verzichten
wollte, hatte ich sie also gebeten, nach der Arbeit noch vorbei zu kommen,
damit ich sie meiner Clique vorstellen konnte. Außerdem war Didi gerade bei mir
ausgezogen und ich hatte die Hoffnung, dass wir endlich mal etwas mehr Zeit miteinander
verbringen könnten!
Das Ganze fand im Haus von meinem Gittaristen Ted (Namen
sind hier alle geändert) statt. Teds Frau war also für das Essen zuständig. Die
Beiden hatten gerade ein komplett neues Esszimmer und Wohnzimmer bekommen (also
neue Möbel, Schränke und Teppiche). So sollte das Essen also eine Art
Einweihungsfeier darstellen. Sah übrigens alles wirklich schick aus! Da der
Termin für das Essen schon lange feststand und ich mich auch nicht davor
drücken konnte schien es mir wirklich eine gute Gelegenheit zu sein, Lisa den
Wölfen zum Fraß vorzuwerfen. Oder sollte ich lieber schreiben den WÖLFINEN?
Wir saßen also gemütlich beim Essen, es gab verschiedene
Weine, und für Didi Bier. Wir plauderten, lobten das Essen, die Möbel den Wein,
die Köchin und was weiß ich nicht noch alles?!.... Nun muss ich betonen, dass
meine Kumpels alle mehr oder weniger lange in festen Händen waren. Und, dass
ich in den Augen der Frauen immer irgendwie das rote Tuch darstellte! Warum
werdet Ihr gleich noch lesen!
Irgendwann, wir tranken gerade genüsslich einen
(widerlichen) trockenen Rotwein, musste es dann kommen wie es kommen
musste....Als Erster war der böse, untreue Didi dran. Die Damen am Tisch,
fingen zunächst ganz harmlos an in Didis Wunden zu bohren. „Wieso er denn
solche Sachen macht? Er müsse doch an sein Kind denken! Und mit der „Neuen“
würde es auch schon bald nur noch Alltag sein! Ob eine Affäre denn so einen
Ärger rechtfertigen würde? Woran es denn gelegen hat? Man könne sich doch
zusammenraufen, sich Mühe geben.....“
Man spätestens jetzt tat mir Didi echt leid. Die Damen
rieben immer mehr Salz in die Wunden, und Didi machte tatsächlich den Fehler
und ließ sich auf dieses perfide Spiel ein. Er erklärte, dass seine Frau ihn
nach der Geburt seines Sohnes für 1 ½ Jahre nicht mehr rangelassen hatte, dass
sie ständig nur das Kind im Kopf hätte und ihn nur noch als Ernährer
behandelte! Dass sie immer fetter wurde und im Bett (wenn überhaupt) nur noch
die Erbeben-Nr. lief. (Ja ja über so etwas reden wir beim Essen!)
Ich versuchte ihn noch davon abzubringen, diesen
Seelenstriptease hinzulegen in dem ich anfing das Thema am Tisch auf unsere
neues Album zu lenken. Die Damen am Tisch würgten diesen Einsatz aber sehr
schnell ab! Also ging die Diskussion am Tisch weiter! „ Männer denken mit dem
Schwanz, können eh nicht treu sein, wollen immer nur das eine.“ Einige der
Männer stiegen in die Diskussion ein und rechtfertigen die Gattung Mann und
standen von Anfang an auf verlorenen Posten. Nur Manni schaffte es die aufgeheizte
Stimmung immer wieder mit (typischen schwulen) Anzüglichkeiten etwas
aufzulockern. Dennoch bald war klar, dass alle (Heteros) im Prinzip nur noch
über ihre eigenen Beziehungen redeten. Das Ganze schön allgemein gehalten, aber
so, dass der jeweilige Partner die Message verstehen konnte. Gleichwohl bekam Didi das meiste von
dem ausgeschüttetem Dreck ab. Er tat mir sehr leid.
Als ich den geballten Schwachsinn nicht mehr ertragen konnte
erhob ich mich um mir aus der Bar einen Whisky zu holen (ich neige dazu meine
bissigen Kommentare, mit Alkohol runter zuspülen). Außerdem fand ich den Wein
zum kotzen. So leicht wollten mich die Giftspritzen aber nicht aus ihrem
„Machtbereich“ entkommen lassen (schließlich ging es darum, die Männer zu
disziplinieren um zu verhindern, dass noch einer seine Frau verließ).
„Was ist mit Dir, Mops?“ Fragte Anita, die Frau meines
Produzenten. „Du hast ja noch gar nichts, dazu gesagt!“
Ich lächelte entschuldigend. „Dann will ich wohl nichts dazu
sagen, Anita! Im Übrigen fangt Ihr an mich zu langweilen.“ Ich ging zur Bar und
hoffte mit meinem „Gepöbel“ Didi etwas zu „entlasten“.
Ich schenkte mir einen doppelten Vierfachen ein und war noch
nicht wieder zurück am Tisch, als sich die Damen auf mich einschossen. „Wann
kommt denn Deine kleine Freundin?“ Fragte Lotte (Frau vom Basser). Noch ehe ich
antworten konnte, ging es in der Runde weiter: „Die ist doch auch nur wieder so
ein Spielzeug vom Mops! Müssen wir uns den Namen dieses mal merken? Der wird auch nie erwachsen! Wann willst Du
denn mal Heiraten, Mops? Nun wo Du schon die Vierzig passiert hast? Du musst
doch auch mal solide werden. Mensch, immer nur die jungen Dinger! Die taugen
doch nur fürs Bett! Und glaubst Du, dass Die alle auf Dich scharf sind? Meinst
Du nicht, dass Die nur versorgt sein wollen, oder sich wichtig machen? Irgendwann dreht Dir eine mal ein Kind an.
Du brauchst doch mal eine Frau in Deinem Alter, eine die Dich versteht und mit
der Du Dich mal richtig unterhalten kannst. Eine kultivierte Frau, nicht diese
Betthäschen.“
OH Mann!!! Da fragt man sich ob es wirklich eine so gute
Idee war die Hexenverbrennung so vorschnell abzuschaffen. Aber zumindest war
nun Didi etwas aus der Schusslinie! Ich trank also ganz ruhig meinen Whisky,
spürte wie mir der Alkohol wollig die Kehle runter lief und nahm mir vor, den
Abend zu schmeißen. Wer Wind säht wird Sturm ernten!! Es ärgerte mich schlicht,
dass Lisa schon Gegenwind bekam bevor sie überhaupt vorgestellt wurde! Und das
Ganze als Bettgeschichte zu bezeichnen, war zu dem Zeitpunkt schlicht etwas
gewagt (grmmml).
„Also,“ sagte ich
leise und hatte sofort die Aufmerksamkeit der Meute! „Erstens ist Lisa nicht
meine kleine Freundin (obwohl ich sie schon als meine Kleine bezeichne),
noch ist sie mein Spielzeug! Ich spiele nämlich nicht mit Menschen...Das
überlasse ich älteren frustrierten Frauen! Die ganz offensichtlich ihren Mangel
an Bindegewebsstraffheit durch sinnentlehrtes Geschwätz kompensieren müssen.“
Ich nahm noch einen Schluck und beobachtete wie die Damen versuchten herauszufinden,
wie tief ich gerade unter die Gürtellinie trat (War ja nicht das erste Mal).
„Des weiteren, Habe ich im Gegensatz zu anderen Männern“ (ich warf einen vielsagenden Blick auf meine
Kumpels) „noch regelmäßigen, ungehemmten, erotischen Sex. Und zwar mit Frauen,
die nicht jeden Tag aufs Neue erobert werden wollen und mich obendrein beim
kleinsten „Ausrutscher“ mit „Sexentzug“ bestrafen oder nach dem Sex schnell
unter die Dusche verschwinden nur um ja nicht zu lange besudelt im Bett zu
liegen! Oder anders ausgedrückt: Keine Weiber die mich schwindelig Quatschen
statt sich aufs Wesentliche zu konzentrieren.“ (Ok das war nicht nett! Aber
nett wollte ich auch nicht sein). Meine Bandkollegen feixten heimlich in sich
hinein. Schließlich verbrachten wir Musiker in manchen Jahren mehr Zeit
miteinander als mit unseren Frauen. Wir wussten faktisch alles über uns. Wer
mit wem und in welcher Stadt welches Mädchen gehabt hat. Jeder meiner Jungs
wusste, dass ich ihre Frauen nicht mochte und fast alle hatten eh noch Freundinnen
nebenher. (Ok ok das ist vielleicht auch nicht gerade so toll! Gibt aber recht
gut Aufschluss über den Stand der Beziehungen! Oder über den Grad der
Verlotterung bei uns Männern! Ich sage ja: Männer sind Schweine!)
„Außerdem hatte ich wie wir ja alle wissen bereits die Frau
fürs Leben gefunden! Ihr ward ja dabei als wir sie Beerdigt haben!“ Dieser
Einwurf war sicherlich sehr unfair von mir, zumal mir meine Clique damals ganz
toll beigestanden hatte (auch die Frauen). Es ging mir trotzdem gegen den Strich,
wie sie versuchten mich als dumm und unreif hinzustellen. Wäre meine Verlobte
damals nicht gestorben, wäre ich wahrscheinlich schon unter der Haube!
Ich erhob mich um mir noch einen doppelten Vierfachen zu
holen, und nahm bei der Gelegenheit gleich die Flasche (Glen Fidich) mit zurück
an den Tisch. Ich war sauer. So oder so halte ich mich nicht für einen
oberflächlichen Menschen. Ich respektiere Menschen immer so wie sie sind. Leben
und leben lassen ist meine liebste Devise. Und ein Windhund bin ich ganz sicher
nicht! Meiner verstorbenen Verlobten war ich über viele Jahre treu! Wirklich
treu!!
Weiterhin wollte ich, dass Lisa bei meinen Leuten,
ernstgenommen wurde und, dass jeder sie respektierte! Das ging nun aber in
meinem Groll unter! Zu meinen guten Eigenschaften gehört, dass ich mich
hemmungslos daneben benehmen kann. Und das hatte ich nun auch vor!
Die Damen hatten die Zeit genutzt und setzten zum
Gegenschlag an. Ich muss betonen, dass wir bei solchen Gelegenheiten immer sehr
höflich und kultiviert bleiben. Es wurde also immer mit sehr feiner Klinge
gekämpft! Ich ließ also Redeschwall um Redeschwall über mich ergehen und feixte
dabei mit meinen Kumpels, zog entsetzte Grimassen und imitierte die jeweils
Sprechende! Was die Damen schon ein wenig in Rage brachte. „Ich sei ja so
unreif und so unvernünftig. Und mir fehle nur die RICHTIGE! ....bla bla bla!“
Ausgerechnet in diese „delikate“ Diskussion platzte nun
meine, bezaubernde Lisa. Ich hatte ihr schon zwei Tage vorher gezeigt wo mein
Gitarrist Ted wohnt, so, dass sie nun plötzlich an der Tür läutete. Ich sagte
zu Ted, der zur Tür gehen wollte: „Bleib sitzen, ich gehe, dass ist bestimmt
Lisa“. Ich ging also zur Tür und begrüßte meinen schwarzhaarigen Engel. Sie sah
bezaubernd aus und duftete wie ein Blumenwiese! Ihr langes schwarzes Haar
(sonst gelockt) war streng nach hinten gekämmt, in der Mitte gescheitelt und im
Nacken zu einem dicken Zopf geflochten, der bis unter die Schulterblätter
reichte. Sie trug ein schlichtes schwarzes Kostüm (so nennt man doch die Anzüge
für Frauen oder?). Um den Hals ein breites glitzerndes Strasshalsband (ich will
ja mal nicht annehmen, dass das Diamanten waren!) mit dazu passenden Ohrclips.
Ich fand, dass sie unglaublich toll aussah und sagte es ihr natürlich. Sie wiederum
merkte, dass ich schon ein oder zwei Vierfache getrunken hatte. Ich fand es
niedlich, dass sie gleich besorgt fragte, was mit mir sei? Hoppla! So gut
kannte mich die Lady, schon. In ihren Augen konnte ich lesen, dass sie bereit
war jedem die Augen auszukratzen, der mir wehgetan hatte (das war echt mächtig
beeidruckend). Ich deutete mit den Kopf ins Esszimmer und sagte bloß:
„Stutengebeisse! Sie stänkern schon über uns rum! Du scheinst für mich wohl
etwas zu jung zu sein?! Die Weiber sind heute in Hochform!“ Lisa strich mir
sanft durchs Gesicht, hauchte mir eine Kuss auf den Mund (auf Zehenspitzen).
„Ich stehe aber auf uralte Knacker“ Sie lachte fröhlich. “ Mach Dir keine
Sorgen, Frauen müssen so sein! Was glaubst Du was ich von meinen Leuten über
Dich zu hören gekriegt habe!?“ Sie schenkte mir ein aufmunterndes Lächeln.
„Also dann mal auf in den Kampf!“ Ihre Augen blitzten. Ich war überrascht. Ich
hätte nicht gedacht, dass sie so tough war. Zwar hatte sie mir erst neulich
geholfen die Badezimmer zu schrubben...Aber das sie doch so hart war! Respekt.
Wir betraten also den Raubtierkäfig, ich stellte mein
Mädchen vor und nannte ihr auch die Namen der Versammelten. Einige kannte sie
ja bereits.....
Tja und dann ging der Abend so seinen Gang. Die Weiber
schätzten Lisa ab und führten harmlose Gespräche mit Ihr. Meine Kumpels gingen
da schon etwas „deftiger“ zur Sache, was den Hyänen wiederum nicht so behagte.
Lisa ist ja jung und hübsch und da galt es wachsam zu sein!
Alle diese Situationen meisterte meine Lady sehr gekonnt.
Sie war charmant und schlagfertig. Es schien als könne sie ganz gut auf sich
aufpassen. Natürlich wusste ich, dass die Weiber, irgendwann ihre Attacke
fahren würden, also blieb ich wachsam, steht’s in der Nähe. Und dann passierte
es: Anita fing an Lisa in verfängliche Fragen zu verstricken, die alle nur das
eine Ziel hatten unsere Beziehung (wenn man überhaupt schon davon reden kann)
in Frage zu stellen. Die anderen Hyänen schlossen sich diesem Spiel geschickt
an. Sie gaben wirklich Alles um Lisa deutlich zu machen, dass, sie sich nur
keinen Hoffnung machen solle, schließlich hätte ich schon viele „Püppchen“
verschlissen. Das ganze wurde Lisa natürlich äußerst zuvorkommend serviert und
in ganz kleinen Happen. Die Frauen saßen zu diesem Zeitpunkt am Kamin, während
wir Kerle uns im Bereich der Bar aufhielten, und dabei auf die Entfernung ein
wachsames Auge auf „unsere“ Mädchen hatten. Auch wenn wir nicht alles
verstanden, was die Frauen so tuschelten bekamen wir dennoch genug mit um zu
wissen worum es ging! Es ging natürlich
darum, dass alle vermuteten, dass Lisa nur versorgt sein wollte und eine Junge
Frau sich nicht wirklich in einen älteren (ähm) Herren verlieben konnte. Die
Weiber wussten ja nicht, dass ich im Vergleich zu meinem Mädchen, eher der arme
Schlucker war (Was heißt im Vergleich? Ich bin arm! Oder habt Ihr schon mal
einen reichen Musiker gesehen? ..Bohlen zählt nicht! Wir reden ja über Musiker
;-). Im Übrigen kamen zumindest wir Männer, aus ganz schlechten Verhältnissen.
Wir waren richtige Underdogs, als wir im Alter von 19-23 Jahren unsere Band
gründeten. Unsere Eltern waren alles arme Schlucker (im wahrsten Sinne des
Wortes). Die meisten hatten nur einfache Schulbildung und kaum eine Ausbildung.
Es gibt also keinen Grund für Hochmut oder Überheblichkeit!
Ich wollte Lisa schon aus dem Hexenkreis raus holen, als
meine Kleine plötzlich aufstand und so laut zu den Frauen sagte, dass wir alle
es hören konnten: „Mich stört der Altersunterschied nicht! Er ist schlicht der
F*** meines Lebens! Ich hoffe ja mal, dass er es nicht nur auf mein Geld
abgesehen hat!“ Mit diesen Worten schenkte sie den Frauen ein strahlendes
Lächeln! Entschuldigt mich aber da wir gerade von F*** sprechen.... Wir haben
noch etwas wichtiges zu erledigen.“ Sie verlies den Hexenzirkel und gesellte
sich zu uns Männern an die Bar! Sie schmiegte sich lasziv in meinen Arm, zog
mich zu sich heran und sagte wieder so laut, dass es alle hören konnten: „ Küss
mich und dann bring mich in dein Zelt!“
Wer bin ich, dass ich da nicht gehorcht habe?
Unnötig zu sagen, dass ich eine so coole und abgebrühte
Vorstellung noch nie erlebt hatte! Mein Mädchen (Gott bin ich Macho) war eine
echte Überraschung. Wie gesagt ich bin
ein Mensch und kein Macho. Aber mir hat gefallen, wie Lisa allen gezeigt hat,
dass ich für sie der Größte bin! Und genau das ist es was Männer wollen!! Der
Größte sein für die Frau, die sie gerade zu lieben glauben (ähm). Nicht immer
nur Sex!
In dieser Nacht schlief meine Kleine dicht an mich
angekuschelt! Ich hielt sie sanft im Arm und konnte vor lauter Glück nicht
schlafen! Einen Altersunterschied habe ich übrigens nicht gespürt! Wohl aber
seit langem das Gefühl wieder zu jemanden zu gehören!
Epilog
Einige Tage später im Studio erzählten mir meine
Bandkollegen, dass Lisas Auftritt wohl auch bei einem Teil der Frauen für
einiges an Nachdenken gesorgt hatte! So erzählte mir Ted, dass er eine ganz
besondere Nacht mit seiner Frau erlebt hatte und mein Produzent sagte, dass
seine Frau seit Langem mal wieder ein komplettes Wochenende für Ihn Zeit hatte.
Nur Lotte soll noch lange über das schamlose Luder gewettert haben! Manche
lernen eben nie dazu....