Der Anzug und Aufzug
Stimmung: Weiß noch nicht
Musik: Motörhead Hellraiser
Sodale, dann sprechen wir mal über den Anzug.
Wer nicht mitkommt muss einen Eintrag weiter unten anfangen zu lesen :-)
Also mal ganz zu schweigen davon, dass der Anzug wirklich sehr elegant und wirklich nicht zu übertrieben „aufgehüpscht“ wirkt. Geht es bei der Entscheidung für dieses extravagante Outfit um Originalität und Glaubwürdigkeit.
Lisas Eltern haben ein bestimmtes Bild von mir. Nämlich dass was in der Öffentlichkeit so von einem „aufgemotzten“ Musiker zu sehen ist. Würde ich jetzt in einem „normalen“ Anzug (und ich habe ganz schicke) auf der Feier aufkreuzen, würden sie unbewusst denken/annehmen ich hätte mich so „verkleidet“ um ihnen zu gefallen oder um meinem „Image“ zu wiedersprechen. Das hätte nicht nur etwas von „Anbiederung“ sonder ich würde obendrein sehr „unehrlich“ wirken. Und genau das wäre der erste Eindruck, den Lisas Eltern von mir verinnerlichen würden: Unehrlich! (eigentlich ja der zweite, den ersten haben die Beiden ja aus den Medien).
So aber würden sie sich zwar in Ihrer Vorstellung bestätigt sehen, dass ich exzentrisch bin, sie würden aber erkennen, dass ich mir 1 treu bleibe und auch nicht dem sehr großen „Druck“ nachgebe. Was ja für einen gefestigten Charakter spricht. 2 Weiterhin, betone ich dadurch meine Unabhängigkeit: Die Message ist ganz klar die: Ich bin ich und ich habe genug Kraft und Selbstvertrauen um mich nicht verbiegen zu lassen. Die Voraussetzung für eine Begegnung auf „Augenhöhe“.
3 Weiterhin ist der Anzug so elegant und teuer, dass ich bestimmt nicht wie ein „Heiratschwindler“ daher komme. Aus Erfahrung weiß ich, dass in der „betuchten“ Gesellschaft, sehr auf den „Wert“ der Kleidung gelegt wird. Und natürlich auf Stilsicherheit. Das heißt, dass mein Anzug, in sich absolut stimmig ist, zwar ausgefallen sein mag aber dennoch von Stilsicherheit zeugt.
Und jetzt das wichtigste: Ich sehe in dem guten Stück so was von Aristokratisch und gut aus (Protz) dass dadurch ein sehr starkes Bild gezeichnet wird.
Wir wolle ja mal nicht vergessen, dass der Don davon ausgeht, dass ich es auf Lisas Geld abgesehen habe. Reiche Menschen denken immer zuerst, dass man an Ihr Geld will. Hätte er sich richtig über mich erkundigt, wüsste er, dass ich selbst ganz gut für mich sorgen konnte. Aber die Vorstellung, dass man ein wilder Rockmusiker sein kann und gleichzeitig nicht zu blöd ist um mit Geld umzugehen und einen Verantwortungsvollen Job zu machen, passt ja so gar nicht ins Bild. Es gilt also Ma und Pa zu verwirren und ihr Bild von mir zu korrigieren. Das kann ich nur indem ich sie überrasche und nicht in den Bahnen handele die sie von mir erwarten.
Ich gehe also nicht zu der Feier um Vorurteile zu bestätigen (und das ist ja der Plan vom Don) sondern um mich so zu zeigen wie ich bin.
Übrigens hat Lisas Vater auch einen sehr klassischen Stil. Er trägt ebenfalls Gehröcke, allerdings schwarze und Hemden mit hohen Kragen. Das ist auch sehr aristokratisch und der Gehstock, den er immer bei sich trägt, spricht für einen ganz eigenen Stil.
Ich kann verstehen, dass es für manche von Euch komisch wäre zu solch einer Gesellschaft, zu gehen, und von Anfang an gleich durch „ausgefallene“ Kleidung aufzufallen. Aus diesem Grunde ist es nachvollziehbar, dass man eher etwas auswählt, dass Konformität ausstrahlt. Vor dem Hintergrund meiner Vergangenheit, würde es wie eine Maskerade wirken. Und niemand vertraut einem „Maskierten“ seine Tochter an.
Noch 2 tage bis D-Day! 
Ach ja, dann habe ich mich wieder mit Didi ausgesöhnt. Ich
war sogar bei ihm und der „Neuen“ zum Kaffee. Didi ist jetzt wieder ganz lieb,
aber das erzähle ich ein anderes Mal. Und dann habe ich gestern noch
rechtzeitig das neue Vogelhaus in den Garten gestellt. Lisa hatte Vogelfutter
gekauft und wollte unbedingt die Pipmätze füttern. Und da ich der Lady nix
abschlagen kann habe ich nun ganz spießig ein Vogelhaus im Garten stehen. Jacky
findet das Ding doof. Ich glaub er denkt wir haben die neue „Hundehütte“ zu
hoch gehängt. :-)



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(hallo Artshoe) so in den Filmen trugen. Allerdings war es nicht zu
spleenig und wirkte sehr elegant. Auf den Zylinder verzichtete ich dann aber
doch dankend. Einen Gehstock mit silbernen Drachenkopf haben wir dann auch noch
geordert. Zugegeben, finde ich das schon ganz schön exzentrisch. Andererseits
soll der „Don“ auch immer einen Gehstock mit Silberknauf tragen. Warum also
nicht? Zu guter Letzt suchte Manni noch einen Mantel aus, den ich für etwas
sehr gewagt halte. Dieser passte nämlich vollends in die „Gaslichtzeit“. Machte
aber unglaublich breite Schultern! Über Handy rief ich Lisa an und fragte sie
wie sie zu solch einem „Outfit“ stehen würde. Sie war (zu meiner Überraschung)
auch der Meinung, dass ich ruhig solche Klamotten tragen sollte. Sie fand die
Vorstellung von mir in einem langweiligen „Boss“ Anzug auch nicht so prickelnd.
Auch erklärte sie mir, dass Spanier so etwas mögen. (na ja sie muss es ja
wissen) Also Kreditkarte auf den Tisch und um ein „Vermögen“ ärmer und dem
Versprechen reicher, dass „alles“ am Do. geliefert würde ging es dann zu einem
Freund von Manni. Dieser war Tanzlehrer, und arbeitete in einer der Tanzschulen
der Stadt. Hier bekam ich einen (Achtung) vierstündigen intensiv Kurs, in den wichtigsten
Standardtänzen. Außerdem lernte ich einige Lateinamerikanische Tänze. Ich
konnte ja vorher schon recht passabel Tanzen (Lüge), aber nun traute ich mir
einfach alles zu .. räuspern.. Das witzige an der Tanzschulung, war, dass ich
alle Tänze mit Manni üben musste. Es war leider keine Frau in der Nähe... Also
das war schon ein komisches Gefühl. Manches mal konnte ich mich vor Lachen
nicht mehr halten, wenn Manni allzu „schwul“ eine Frau imitierte. Er hüpfte
umher wie eine dicke alte Dame (nichts gegen dicke alte Damen) und plinkerte
dabei immer übertrieben mit den Augen und sprach mit hoher verstellter Stimme.
Das war eigentlich ganz lustig....


Und daher gibt es ein gewisses Erscheinungsbild welches im
Ort erreicht werden sollte. Zu gut Deutsch: Meine Tannen passen nicht ins
Ortsbild ich solle die doch fällen und gegen Laubbäume austauschen. Und mein
weißes Haus hätte nicht die „Ländliche“ übliche Farbe. Häuser im Ort sollten
2-3 Farbig und möglichst grün, blau oder „Eierschalenfarbig“ sein. ...Na ja und
ich habe dem Bürgermeister dann erklärt, dass er mir mal den „Stuhlgang
ansaugen kann“. Solange dieses sch*** Dorf Kampfhundsteuer für Jacky erhebt,
kann er von Glück sagen, wenn ich nicht noch brennende Ölfässer in den Garten
stelle. Und ein Rockertreffen veranstalte....
Erst habe ich gedacht, dass ich träume aber als sie sich plötzlich
auf mich fallen ließ und mein Gesicht mit Küssen bedeckte wurde, mir klar, dass
sie tatsächlich wieder da ist. Oh man, das war toll. Ich war so glücklich,
konnte sie nur festhalten. Und sie drückte mich so fest, dass ich dachte meine
Knochen würden brechen. „Du hast mir so gefehlt!“
...*räuspere*.
