Mops- Rock n Roll Boulevard

24.02.2005 um 14:03 Uhr

Dann eben so :-)

von: Mops

Dann eben so :-)
So Ihr lieben, vielen dank für Eure Sorge um den rechten Kaffeegenuss :-).

Ich habe mich dann entschlossen, meine Faulheit aufzugeben (Will ja nicht in die Hölle kommen). Ich werde mir jetzt diesen leckeren „Pur Arabica“ in meiner „normalen“ Krupps Kaffeemaschine, aufbrühen UND aus dieser schicken blauen Tasse trinken. Didel habe ich in den Schrank verbannt und auch meinen Instand Kaffee trinke ich nur noch heimlich :-)

Da sage noch einer, dass Kaffee gleich Kaffee sei....... (Kopfschütteln) Ich dachte immer Hauptsache er macht wach (hi hi). Man was so eine einfache Tasse für eine Diskussion auslösen kann (staun) :-)


24.02.2005 um 10:22 Uhr

Das Neue Design.

von: Mops

Das Neue Design.
So Ihr lieben, nun ist es nicht mehr ganz so hell, obwohl ich fand, dass es echt schick war. Weil ich aber weiß, dass einige von Euch echte „Nachteulen sind, habe ich es etwas „abgedunkelt“ damit Euch die Äuglein nicht so schmerzen :-)
So ich trinke gerade lecker Kaffeeeeee aus meiner neuen Aldi-Tasse. Habe ich gestern  nämlich (4x) beim Aldi gekauft. Und bevor ihr hier wieder über das Design der Tasse lästert. Ich habe auch süße Didel-Tassen und  auch sonst echt schickes Zeug. Der Grund warum ich von dieser Tasse begeistert bin ist: Weil nun die Portionierung meines „Instand-Kaffees“ optimal gelingt. Ein Teelöffel = eine Tasse. Ich bin nämlich immer zu faul eine Kanne Kaffee zu kochen.

22.02.2005 um 13:24 Uhr

Das Büro oder die Hexen von Eastwick

von: Mops

Stimmung: Gut
Musik: WASP. Wild Child

Das Büro oder die Hexen von Eastwick.

Wenn’s schneit, dann muss ich mir einfach meinen alten Geländewagen schnappen und mit Allrad über die verschneiten Straßen heizen :-).

Also in aller Frühe, raus Hundi eingepackt und erst mal im Scheinwerferlicht durch die nahe gelegene Sandkuhle „gebrettert“. Stressbewältigung a la Mops und Jacky :-).

Und dann nachdem Hundi noch haufenweise Schnee gefressen hatte, dacht ich es wäre ein guter Zeitpunkt um ins Büro zu fahren.  

(hi hi) Da bin ich heute morgen im Büro der Erste 05:35 Uhr. Hundi immer im Schlepptau setzte ich den Kaffee auf schmeiße mein Lapptop an und lese in den Bloggs, checke E-Mails und erledige meine „liegengebliebene“ Post.

Nach und nach so ab 8:00 Uhr trudeln auch die Mitarbeiter ein. Und was muss ich feststellen? Mehr als die Hälfte der Belegschaft rennt mit Huste, Schnupfen, Triefnase oder Grippe durch das Büro. Ich also erst mal eine Duftlampe mit Zitrone und Orange gegen die Viren aufgestellt und alle Kranken nach Hause geschickt. Die Grippewelle greift nämlich nur so um sich, weil die Arbeitgeber so bescheuert sind und die Angestellten mit der Jobangst unter Druck setzen (habe ich im Fernsehen gesehen).

Na ja Chef hat dann ziemlich blöd gekuckt aber meiner Erklärung, genügte ihm und siehe da: Chef fühlte sich nämlich auch nicht und nahm die reduzierte Mannschaft als Anlass um ebenfalls nach Hause zu fahren und sich ins Bett zu hauen.

Nun hat meine (hi hi) Mildtätigkeit zur Folge, dass ich noch mit drei Leutchen, in der Firma hocke. Meine Sekretärin, Smart und eine neue echt schicke Mitarbeiterin, die ich heute zum ersten Mahl kennen gelernt habe. Die Schöne heißt Melanie, und ist ein echt niedlicher „Feger“ (T’schuldigung).

Ich überlegte gerade, ob ich den Rest auch nach Hause schicken sollte und die Firma bis nächste Woche, auf den AB als in Betriebsferien deklarieren könnte?! Als draußen der unverkennbare Klang von Lisas schweren Geländewagen erklang. Eigentlich eher der unverkennbare Klang einer Vollbremsung auf dem Kiesparkplatz. Ich ging zum Empfang und sah erstaunt, dass Lisa zusammen mit Maciela durch die Tür kommt. Die Beiden zusammen sind schon ein recht hübscher und beeindruckender Anblick. Amüsiert registriere ich, wie Smart schnell wieder in seinem Büro verschwindet.

Mir wurde bewusst, wie lange ich meinen kleinen Engel schon nicht mehr gesehen hatte und sie nun zusehen, versetzte mir doch einen undefinierbaren Stich in den Eingeweiden. Schon auf die Entfernung kann ich erkennen, dass es meiner Kleinen wohl ähnlich geht, sie kann ein lächeln nicht unterdrücken und mustert mich verführerisch mit ihren dunklen Augen. Maciela hingegen hat wieder den Familieneigenen Spöttischenblick drauf. Ich kann mir nicht helfen aber beide Frauen haben einfach etwas Raubtierhaftes an sich. Das wird besonders deutlich, wenn sie so nebeneinander durch die Gegen „ziehen“. Als Mann fühlt man sich dann sehr schnell wie ein Hammel, beim Anblick einer Tigerin. Mal abgesehen, davon, dass ich erstaunt war, dass Lisa mit Maciela unterwegs ist, fand ich es toll, dass sie tatsächlich Zeit fand um sich mit mir zutreffen. Auch wenn wir gar nicht verabredet waren.
Jacky der Lisa erkannte humpelte voller Freude auf „seine heißgeliebte Lisa“ zu und nahm ganze 2 Minuten Begrüßungsstreicheln in Anspruch. Während Lisa Jacky „liebkoste“ warf sie mir immer wieder abschätzende Blicke zu.
Dann endlich hatte Hundi genug und gab meine Kleine frei, so dass auch ich etwas Aufmerksamkeit erhielt....

Nachdem, wir uns begrüßt hatten (Maciela war übrigens sehr freundlich, fast schüchtern) und ich Melanie bat Maciela im Besprechungszimmer einen Kaffee zu servieren. Verschwand ich mit Lisa in mein Büro. Schon bei der Begrüßung konnte ich spüren, dass mein Engel irgendetwas auf dem Herzen hatte. Als ich die Bürotür schloss schmiss sich Lisa schnell und entschlossen in meinen Arm, drückte sich fest an mich. Ich finde es immer wieder berauschend, sie im Arm zu halten. Sie ist so kraftvoll und geschmeidig und dennoch zart und zerbrechlich. (Na ja, natürlich eine sehr subjektive Sichtweise :-).
Nach einer Ewigkeit, so schien es sah sie mich grimmig an und ich konnte erkennen wie Gewitterwolken über meinen Kopf aufzogen.

„Gehöre ich zu Deinem Leben?“, fragte sie unvermittelt und fixierte mich mit ernstem, bitteren Blick. Ich nickte stumm. Hatte ich  doch keine Ahnung, worauf sie hinauswollte. Sie knuffte mich, zornig mit der Faust gegen die Schulter. „Und warum, muss erst Dein bester Freund bei mir anrufen, damit ich erfahre, dass es Dir nicht gut geht? Und glaubst Du Jacky wäre mir so egal, dass Du mir nicht sagen musst, dass er Krank ist?“ Sie knuffte mich Nocheinmahl.

„Manni, ist eine Plaudertasche,“ wich ich ihrer Frage aus. Zum Glück, kam meine Sekretärin mit zwei Tassen Kaffee rein und ersparte mir eine tiefergehende Antwort. Lisa schmiss sich mit ihrer Tasse in der Hand in meinen „Besuchersessel“ ich hockte mich auf die Schreibtischkante. Schweigend nippten wir an dem heißen Gebräu. Immer wieder fing ich vorwurfsvolle Blicke meiner Süßen auf. „Netter Bart,“ nahm sie das Gespräch wieder auf. Ich verstand die Anspielung, hatte ich mich doch einige Tag lang nicht rasiert und nun einen „schicken“ Bart im Gesicht.
„Ich bin überrascht Dich mit Maciela zu sehen! Ist da irgendetwas passiert, was ich nicht mitbekommen habe?“ Frage ich interessiert und fange mir einen giftigen Blick, von meinem kleinen Engel. „Anscheinend, haben wir schon längere Zeit nicht mehr ernsthaft miteinander gesprochen. Sonst wären wir wohl Beide besser darüber informiert, was mit dem Menschen geschieht, den wir lieben“, erwiderte Lisa mit bitteren Unterton in der Stimme. Ich stelle den Kaffee ab und hocke mich bei Ihr vor den Sessel. Sanft streiche ich ihr Haar über dem Ohr beiseite und streichle ihren Nacken. „ Es ist nichts schlimmes passiert. Ich war nicht gut drauf und einige Dinge laufen zur Zeit nicht so gut, wie ich es gerne hätte.“ Wieder ein grimmiger Blick als antwort. „Nichts womit ich Dich belästigen wollte...Außerdem, warst Du ja auch sehr „beschäftigt“!
Lisa schüttelte unwillig den Kopf, setzte sich etwas auf und drückte ihre Stirn gegen meine. „ Menschen, die sich lieben, sollten immer die ersten sein, die erfahren, wenn es dem Partner nicht gut geht. Ganz besonders, wenn sie wenig Zeit für einander haben, und so nicht alles bemerken was mit ihren Lieben geschieht.“ Ihr Stimme war nun ganz sanft und geduldig. Sie sprach nun wie mit einem „unverständigen“ Kind. „Mops, ich will wissen, was mit Dir passiert, egal wo ich bin oder was ich gerade so treibe.... Schließe mich nicht aus, wenn es Dir schlecht geht. Du nimmst mir damit jede Möglichkeit, für Dich dazusein, wenn Du mich eigentlich brauchst!“

Manchmal staune ich einfach wie vernünftig und klug mein Mädchen ist. Sie schafft es doch glatt, dass ein erwachsener Mann wie ein dummer Junge dasteht. Wir redeten eine Weile und klärten, die Dinge uns bewegten. Bevor Lisa sich zum Gehen anschickte (die beiden Ladys wollten shopen gehen) fragte sie mich noch ganz sanft: „Möchtest Du heute Abend mit mir und meiner Familie Essen gehen? Mein Vater will uns ausführen und er hat ausdrücklich darauf bestanden, dass ich auch Dich einlade.“
Ich schüttelte desinteressiert den Kopf. „Nein, möchte ich nicht! Offengesagt, kann ich das Wort Familie im Zusammenhang mit Dir nicht mehr hören. Und auch Dony, fängt an mich zu nerven!
Lisa lächelte wissend, anscheinend hatte sie diese Reaktion erwartet. „Und wie steht es damit?: Du lässt Dich heute Abend von einer gut aussehenden, verdammt scharfen, jungen Dame in ein klasse Steakrestaurant ausführen. Anschließend schleppst Du diese tolle Frau mit zu Dir nach Hause und lässt sie erst am Morgen wieder gehen?“ Sie lächelte verführerisch. „Würde Dir das gefallen?“
Ich verzog unschlüssig den Mund. „ Klingt gut, nur an welche Frau hast Du da gedacht?“ Ich machte eine nachdenkliche Pause. “Ich könnte ja mal mein Adressbuch durchforsten. Vielleicht finde ich dort irgend eine heiße Braut, die heute Abend noch nix vorhat.“  Peng wurde ich wieder geknufft. Sie lachte in gespielter Empörung, ich  hole Dich um „Sieben“ ab. Und rasier Dich, Du siehst fürchterlich aus!“ Sie steckte mir eine Visitenkarte zu.“Und vergiss nicht den Termin beim Tierarzt.“
Ich war überrascht. „Wir haben heute keinen Termin beim Tierarzt.“
Meine Kleine tippte auf die Visitenkarte. „Heute 17 Uhr und wehe Du kommst zu spät.“
Ich schaute auf die Visitenkarte. Diesen Doc kannte ich noch nicht. „Was ist an dem Arzt anders als an meinem?“

Lisa küsste meine Hand und erwiderte schnippisch. „An IHR ist anders, dass sie sehr viel Erfahrung mit Gelenk und Knochenerkrankungen hat. Sie behandelt unsere Pferde und macht auch lahme Gäule wieder fitt. Geh hin!“

Interessanter Weise stellten wir beim verlassen meines Büros fest, dass Smart um Maciela „herumschwänzelte“. Der alte Schleimer versprühte wieder seinen „Schleimer-Charm“. Offensichtlich aber durchschaute Maciela, den Kerl und beschäftigte sich lieber mit Jacky, der die zusätzlichen Streicheleinheiten, sichtlich genoss. Smart war nur viel zu blöd zu bemerken, dass er bei Maciela, chancenlos war. An ihrem genervten Blick konnte ich erkennen, dass Maciela kurz davor war den Deppen eine „Rein zu hauen“.  Man konnte über diese Familie ja sagen was man wollte, aber die Ladys hatten Geschmack :-).

 

  

 

    

 

 

             

21.02.2005 um 18:03 Uhr

Dony spielt falsch

von: Mops

Um nun schnell noch einigen Missverständnissen vorzubeugen(und weil Ihr das ja zum Teil in den Kommentaren angedeutet habt), sollte ich vielleicht folgendes kurz erklären. Lisa, weiß nicht, dass es gerade nicht so toll bei mir läuft. Und sie fühlt sich sicherlich auch durch ihre „Herkunft“ und Erziehung verpflichtet, ihrem Vater während seiner Zeit in Deutschland zur Seite zu stehen.

Da sie nichts von dem Gespräch weiß in dem Ihr Vater mich bat, ihm die Möglichkeit zu geben seine Familie wieder zu versöhnen, kann sie auch nicht erkennen, dass der Dony sich mir gegenüber nicht gerade sehr fair verhält.

Schließlich, hatten wir ja nicht abgesprochen, dass ich mich an den Rand drücken lasse. Wir hatten vereinbart, dass ich nicht gegen Ihn und seine Familie arbeite (was für mich ja sehr leicht wäre).

 Auch will ich Lisa nicht bevormunden oder vereinnahmen. Genau aus diesem Grunde halte ich mich ja zurück. Mehr kann man ja schon gar nicht machen, um ihr die freie Entscheidung zu ermöglichen.

Dennoch spielt der Don ein falsches Spiel. Statt sich auf die Versöhnung seiner Familie zu konzentrieren tut er alle damit Lisa und ich uns nicht sehen können. Dass er dabei ausnutzt, dass ich mich zurückhalte, macht die Sache doppelt ärgerlich. Und aus diesem Grunde werde ich „Dony“ mal etwas auf die Finger klopfen.  

19.02.2005 um 09:47 Uhr

Ich brenne aus.

von: Mops

Ich brenne aus.

Auch in meinem Leben läuft nicht immer alles nach Plan, aber so bescheiden lief es schon lange nicht mehr.
Mein „All-Star-Album“ ist viel zu anspruchsvoll geraten, und hat sich als „völlig überladenes Monster“ entpuppt. 24 Musiker sind dann in der Kombination mit einem Orchester, wohl doch etwas viel. Also ist eine Scheibe herausgekommen, die kaum „Massenkompatibel“ ist sondern nur etwas für Musiker und Fans Komplizierter anspruchvoller Musik. Dabei sind sich alle einig, dass alles an der Scheibe einfach „genial“ ist und die Musik ihrer Zeit weit voraus. Was so viel bedeutet, wie: Das kann man nur an Freaks verkaufen.

So und dann stecke ich auch noch mit meiner Band im Studio fest. Durch den ganz Stress hat meine Stimme arg gelitten und auch die Produktion geht nicht so „glatt“ voran wie geplant.

In der Firma baut der Chef nur mist und hat sich im Kampf um ein Millionengeschäft völlig übernommen. Was so viel bedeutet wie: Wenn wir den Deal nicht bekommen, können wir den Laden langsam dicht machen. Wenn wir aber Glück haben und der Coup gelingt, sind wir mal wieder die Größten. Warum kann es denn nicht einmal etwas weniger gefährlich und dramatisch laufen?
Dann muss die Band auch noch ein 2 Stunden Programm auf die Beine stellen und einstudieren. Das bedeutet Arbeit ohne Ende. Und das alles mit angeschlagener Stimme ..Ich überlege ernsthaft einen Spezialisten aufzusuchen. 

Ja und dann ist bei meinem Hundi, die Artrose voll ausgebrochen. Er bekommt nun 2 x Täglich Schmerzmittel, sonst kann er gar nicht richtig laufen. Er ist zwar hart im nehmen, aber das Wetter kriecht ihm schon brutal in die Knochen. Langsam mache ich mir Sorgen um meinen Spezi. Er ist nun auch viel ruhiger und anhänglicher. Seine Schnauze wird auch immer grauer. Da kommen einem schon recht düstere Gedanken. Ich habe mir geschworen, dass ich ihn einschläfern lassen werde wenn es gar nicht mehr geht. Ich werde das aber so lange hinaus zögern wie es geht. Und ich weiß, dass dann für mich eine Welt zusammen brechen wird. Dennoch denke ich, dass ich es ihm schuldig bin! Auch wenn viele denken das es herzlos ist ein Tier einschläfern zu lassen. Das schlimme bei Tieren ist, dass sie das Prinzip Hoffnung nicht kennen. Das heißt, wenn es einem Tier längere Zeit schlecht geht, dann baut es immer weiter ab. Weil es nicht weiß oder hofft, dass es irgendwann auch wieder besser werden könnte. Na ja ich schiebe den Gedanken immer wieder schnell „beiseite“ und hoffe, dass er noch einige gute Jahre haben wird....

Tja da ist es natürlich wenig hilfreich, dass der Don meinen kleinen schwarzgelockten Engel, ständig zu irgendwelchen Geschäftsterminen mitschleppt. Ich sehe Lisa kaum  noch, weil sie immer irgendwo in Deutschland mit ihrem Vater unterwegs ist. Oft muss sie dann in irgend einer Stadt im Hotel übernachten, wenn er mal wieder Geschäfte macht.
Vor einigen Tagen bin ich deswegen schon hart mit ihm aneinander geraten. Ich habe ihm deutlich gemacht, dass er sich nicht an unsere Vereinbarung hält. Dadurch, dass er Lisa gezielt von mir fernhält, arbeitet er gegen mich. Sollte er das fortsetzen, werde ich mal etwas gegen ihn „arbeiten“. Ich denke er hat verstanden wie ernst es mit ist, dennoch ist er ein Zocker, er wird garantiert schauen ob ich bluffe. Also wird es mal Zeit für ein wenig, Druck in Richtung „Dony“.
Leider komme ich gar nicht richtig dazu in Euren Bloggs zu lesen. Zwar schaue ich immer mal wieder kurz rein, aber um ernsthaft folgen zu können, fehlt mir die Zeit und die Muße.
Ich hoffe wirklich, dass es nun bald etwas ruhiger wird, auch wenn ein Blick auf meinen Terminkalender nichts gutes ahnen lässt. Um 10:45 Uhr habe ich schon den nächsten Termin und ich bin man gerade erst geduscht und hocke hier mit nassen Haaren und im Bademantel vor dem Laptop, um mir wenigstens ein wenig den Stress und Frust von der Seele zu schreiben. Morgen dann habe ich einen Pressetermin im Studio, und am Abend einen Termin bei meinem Gitarristen, wo wir Problemstellen in einigen Songs durchgehen wollen/müssen. 

Ihr lieben, ich Hoffe bei Euch läuft es etwas besser.....  

14.02.2005 um 11:10 Uhr

Wir haben doch keine Zeit!

von: Mops

Wir haben doch keine Zeit!

Hallo Ihr lieben, so da mir hier die Zeit wegrennt und ich auch mit den Beiträgen in einen zu großen Verzug komme, kürze ich die „endlose“ Nacht der langen Messer mal ab. Zum einen haben der Don und seine Familie ihren Aufenthalt hier auf „unbestimmte“ Zeit verlängert, was mich gelegentlich etwas  Zeit kostet (und auch Stoff für weitere Einträge bietet). Zum anderen befindet sich meine Band gerade im Studio und ich muss am Sa. singen. Das Blöde ist, dass noch 6 Songs keine Texte und auch keine Gesangslinie haben. Ich muss also wie auch bei dem „All-stars Projekt” Jeden Tag einen Song fertig schreiben und obendrein mein Gesangstraining intensivieren. Dann steht schon im April das erste Konzert ins Haus, was für uns alle 3x die Woche Proben bedeutet. Der Stress kommt mir eigentlich ganz recht, dann habe ich wenigstens eine Beschäftigung. Meine kleine Zuckerschnute muss nämlich fast ihre und unsere gesamte Freizeit mit dem Don verbringen. Und weil es sich nicht gehört, übernachtet sie im Moment auch nicht bei mir (grmmml).

Die endlose Nacht der langen Messer hatte dann auch kaum noch Highlights. Ich hab zusammen mit der Band ein paar Songs von Bon Jovi, Seal, und Brain Adams gespielt, was wohl allen Gästen sehr gut gefallen hat, und auch Lisas Familie beeindruckte. Den Rest des Abends brachte ich so einigermaßen über die Bühne. Gegen 4 Uhr habe ich dann die Biege gemacht.

So nun seht Ihr mal wie trocken man so einen Abend beschreiben kann ;-).

Nun muss ich mal schauen, was noch alles so passiert ist......  Es ist ja genug geschehen, so dass es ausreichend Stoff zu verwursten gibt.

 

Euch allen einen schönen Valentinstag.       

10.02.2005 um 20:34 Uhr

Die Nacht der Langen Messer Teil VII

von: Mops

Die Nacht der Langen Messer Teil VII

.....Ich habe vorhin mit Elisa im Stall darüber geredet, wie ernst ihr diese Sache mit Ihnen ist, und ich musste erkennen, dass meine Tochter, nicht mit sich verhandeln lässt, wenn es um Sie geht, Senor Mops.“ Er lachte freudlos. „Was soll ich also tun?........“

Ich dachte mir, dass seine Frage eh eine rhetorische Frage war. Ganz sicher hatte er bereits einen Plan und suchte nur nach einer Gelegenheit mir diesen zu verkaufen.

Ich blickte nachdenklich in mein leeres Glas. „Sie wollen doch meine Intelligenz nicht beleidigen, in dem Sie so tun, als wüssten Sie nicht schon ganz genau, was Sie tun wollen.“ Ich hob mein leeres Glas und die Zigarre in die Luft. „Teurer Whisky, eine gute Zigarre und ein nettes Gespräch werden wohl kaum darüber hinwegtäuschen, dass Sie bis zu diesem Moment alles haarklein geplant haben. Schauen Sie, Ihre Frau, trennt Lisa ganz zufällig von mir, Maciela bringt sofort die richtigen Getränke....  Wer soll den da von Zufällen ausgehen?....Also lassen Sie und nicht lange herumspielen. Was mein lieber Don, haben Sie sich ausgedacht?“
Nun schien der Don wirklich amüsiert zu sein. Er grinste breit wie ein Lausbub, der bei einem Streich  erwischt wurde.
„Sie sind also ein Freund von klaren Worte? Das ist gut, dann brauche ich nicht versuchen besonders behutsam vorzugehen.“ Ich nickte auffordernd. „Nur raus damit!“
Seine Miene wurde hart und ich wusste, dass jetzt sein einziges Angebot kommen würde.

„Ich will, keine neuen Gräben aufreißen, indem ich mich bei Elisa gegen sie stelle. Ich kenne sie lange genug um zu wissen, dass meine Tochter lieber wieder ihrem armen, alten Vater, gegen das Knie tritt, als auch nur einen Millimeter nachzugeben.“ Er zog an seiner Zigarre und  blickte einen Moment dem Rauch hinterher. “Daher mein Vorschlag ich werde mit meiner Familie 1-2 Wochen hier in Deutschland bleiben. In dieser Zeit werde ich versuchen, endlich wieder Frieden zwischen meinen Töchtern zu stiften, und natürlich ein Auge auf Sie haben, Senor Mops. Ich möchte mir ein Bild von ihnen und auch Elisa machen.... Außerdem werde ich alles daran setzen, Elisa wieder nach Spanien zu holen.... Ich will meine Älteste wieder bei mir haben.“
Er machte eine lange Pause. Er erwartete wohl, dass ich etwas dazu sagen wollte.... Wollte ich aber nicht....

„Da ich weiß, dass das für Sie nicht gerade attraktiv und akzeptabel klingt, erlaube ich Ihnen  im Gegenzug meiner Tochter so lange Sie es wollen den Hof zu machen. Sollten sie zustimmen, werde ich für Elisa und für Sie ein Haus auf meinem Anwesen herrichten, wo Sie stets willkommen sein werden und auch so lange wie Sie es wünschen verweilen dürfen.“ Er lachte wissend. „Vielleicht wird das mit ihnen und meiner Tochter ja so ernst, dass Sie den Wunsch verspüren ihren Lebensmittelpunkt in unser schönes Land zu verlegen, dann kann ich ihnen sicher einen lukrativen Job besorgen?! Selbstverständlich bezahle ich Ihnen und auch Elisa jeden Flug in beide Richtungen, sooft Sie sich sehen wollen. Dass heißt Elisa kann auch aus Spanien, zu ihnen fliegen für ein Wochenende oder meinetwegen auch eine Woche......Dieses Angebot hat so lange bestand, wie Elisa regelmäßig immer wieder nach Spanien zurückkehrt und auch in der Hauptsache dort lebt.....Ich denke, dass Sie bei dieser ganzen Angelegenheit sehr gut wegkommen“ Seine Augen blitzten. „Das ist mein Angebot, Senor Mops.“

Ich schwieg einen Moment und ließ ihn schmoren. Eigentlich war ich stinksauer. Er wollte seinen Willen durchsetzen und tat so als ob er Herr der Lage wäre. Dabei würde sein Plan nur aufgehen wenn ich mitspielte....Unter dem Strich war seine Position viel schwächer als er vorgab. Lisa liebte mich und schon wegen Maciela, würde sie lieber in Deutschland bleiben, statt nach Spanien zu gehen. Außerdem würde sich meine Zuckerschnute, sofort gegen ihre Familie stellen, sollte der Don etwas gegen uns unternehmen. Er konnte nur verlieren und ich wusste, dass er wusste, dass ich es wusste (ich liebe solche Sätze).
„Und wo bleiben, die Süßigkeiten?“ fragte ich grimmig. Der Don verstand nicht ganz. “Süßigkeiten?“

Ich nickte ernst. „JA Süßigkeiten. Oder haben Sie bei dem was Sie von mir verlangen keinen bittern Geschmack im Mund?“ Er wollte etwas sagen, doch ich hob eine Hand und schnitt ihm damit das Wort ab. „Sparen Sie sich, eine Antwort. Sie verdammter Mistkerl! Sie können ganz beruhigt sein. Ich werde Ihnen nicht dazwischen pfuschen. Wenn Sie es schaffen Lisa, zu einer Rückkehr nach Spanien zu bewegen, werde ich ihr und Ihnen dabei nicht im Weg stehen. Allerdings sollten Sie noch einmal denken ich wäre „käuflich“ werde ich meine sowieso nicht allzu guten Manieren vergessen und ihnen auf ihre vornehme Nase hauen. Ich bin nicht auf Ihr Geld scharf und auch nicht auf Lisas. Und daher macht mich Ihr Angebot schon etwas sauer. Es ist nichts weiter als ein goldener Käfig und auch eine Respektlosigkeit. Und sie wissen das! Ich will zu ihren Gunsten annehmen, dass Sie die Sehnsucht nach ihrer Tochter dazu treibt. Sollte Lisa jedoch hier in Deutschland bleiben wollen und Sie machen Ihr das Leben schwer, werden Sie ebenfalls was auf die Nase bekommen.“ Ich war echt sauer. „Ihre 14 Tage sollen Sie kriegen. Ich werde mich nicht einmischen oder gegen Sie arbeiten! Das aber nur weil ich denke, dass Lisa ihre Familie braucht und weil ich will, dass sie glücklich wird. Ihr Glück hingegen ist mir schnurz egal.“

Ich stellte mein Glas ab, legte die Zigarre in den Aschenbecher und erhob mich, um das Zimmer zu verlassen. Er sprach mich mit ruhiger Stimmer an. „Habe ich Ihr Wort?“ Ich blieb wütend stehen und sah ihm ernst ins Gesicht. An seinem Blick konnte ich erkennen, wie sehr es in schmerzte mir so ein unanständiges Angebot zu machen. Er schämte sich und ich fand, dass er zu recht betreten war. „Haben Sie eine Bibel in der Tasche, dann kann ich ja schwören.“
Ich verzichtete darauf, die Tür zu knallen, als ich den Raum verließ. 

Ich traf meine kleine Zuckerschnute, in der Nähe der Tanzfläche, im Gespräch mit ihrer Mutter. Ich fühlte mich an mein Wort gebunden und ließ mir nichts anmerken. Ihre Mutter schenkte mir einen besorgten Blick.... Ich bat Lisa um einen Tanz und entschuldigte mich bei Ihrer Mum.

Mein kleiner Engel schmiegte, sich beim Tanzen fest in meinen Arm. Sie sah mich fragend an, doch mir war nicht nach reden. Was hätte ich ihr auch sagen sollen? Im Prinzip fand ich, dass der Don im Recht war. Er wollte Frieden schaffen und seine Töchter bei sich haben. Und er hatte mir das großzügigste Angebot gemacht zu dem er fähig war. Bei mehr entgegenkommen hätte er sein Gesicht verloren. Genau wie ich mein Gesicht verloren hätte wäre ich allzu freudig darauf eingestiegen. Es war eben so ein Männer Ding und ich fand wir haben es gut über die Bühne gebracht. Tatsächlich wäre es für mich nicht schlimm wenn meine Süße, tatsächlich zurück zu ihren Eltern geht. Dort wäre Sie in einem Land das sie gut kennt und sie wäre behütet. Und Spanien liegt nur wenige Flugstunden von Deutschland entfernt. Alles in Allem kein großes Problem. Ich wollte nur nicht, dass der Don mit seiner Masche durchkam und so mit seinem Geld rumprotzte Ich habe selbst genug Geld um für mich und Lisa sorgen zu können....
Wir drehten unsere Runden und mein Schatz legte sanft ihren Kopf gegen meine Schulter. Ich konnte spüren, dass sie ahnte, welche Richtung das Gespräch mit ihrem Vater genommen hatte. Sie schwieg und mir war auch nicht nach reden. Gute Beziehungen zeichneten sich dadurch aus, dass man nicht immer reden musste um sich zu verstehen. 

Die Band machte eine Pause und ich beschloss Lisa den Musikern vorzustellen. Da wir uns gut kannten, gab es ein großes Hallo. Es gehörte sich einfach, dass ich die Kapelle begrüßte und wir kurz redeten. Die Musiker fragten mich ob wir nicht einige Nummern zusammen spielen wollten. Das war mir eigentlich gar nicht recht und ich wollte schon ablehnen, als ich Macielas Stimme hinter uns hörte. „Senor Mops, soll für uns singen.“ Der Don war mit seiner Frau und Maciela im Arm von hinten an uns herangetreten. Sie hatten die Aufforderung der Band an mich gehört und sahen mich nun herausfordernd an. Ich spürte wie Lisa sich an meinem Arm versteifte und ihre Schwester angiftete. „Mops wird sich hier nicht zu Deiner Belustigung, zum Kasper machen!“ Der Don wechselte einen kurzen Blick mit mir. Dann sagte er.“ Senor Mops ist doch Sänger, er macht sich nur zum Kasper wenn er nicht singen kann!“ Seine Augen Blitzten herausfordernd. „Sie können doch singen oder?“

Ich zeigte ihm böse die Zähne. „So gut wie sie reiten können! Sie können doch reiten, oder?“ Nun musste der Don grinsen. „Na dann müssen sie sehr gut sein.“.......

 

             

 

 

08.02.2005 um 20:42 Uhr

Die (nicht enden wollende) Nacht der Langen Messer Teil VI

von: Mops

Die (nicht enden wollende) Nacht der langen Messer Teil VI

Wie erwartet, fand ich Lisa und den Don, an der Box, mit dem Fohlen, dass Lisa mir an unserem ersten Abend vorgestellt hatte. Die beiden bemerkten mich nicht und waren vermutlich mit „Fachsimpeln“ beschäftigt. Vermutlich, weil sie auf Spanisch miteinander sprachen. Irgendwie kommt man sich bei solchen Gelegenheiten, echt überflüssig vor. Ich hörte die beiden lachen und beschloss auf mich aufmerksam zu machen. Ich räusperte und näherte mich dann langsam. Mir fiel auf, dass Lisa nun viel gelöster wirkte. Anscheinend lief es etwas besser mit ihrem Dad.

„Ah, Senor Mops,“ sagte der Don und winkte mich zu sich heran. Er legte den Arm um Lisa, und sah mich freundlich an. „Ich habe gerade eben, Elisas neuen Sattel bewundert. Ein prächtiges Stück! Er ging zu dem Platz an dem die Sättel aufbewahrt wurden. „Ich habe selten eine so gute Arbeit bewundern dürfen,“ lobte er den Sattel und strich dabei genießerisch über das schwarze Leder.“ Sie müssen mir unbedingt, den Handwerker, vorstellen der dieses Meisterwerk gefertigt hat. Vielleicht kann ich den Mann, dazu bewegen mir ein ähnlich schönes Stück zu zaubern.“ In seinen Augen blitzte es vor Leidenschaft, für Lisas Sattel.

Mein kleiner Engel lachte amüsiert. „Mein Vater ist neidisch, das seine Tochter einen schöneren Sattel hat als er.“ Sie grinste ihn provozierend an. Er tat empört. „Dieses Land tut Dir nicht gut. Du verlierst hier jeden Respekt, vor Deinem armen, alten Vater.“ Lisa legte den Arm um seinen Hals und küsste ihn sanft auf die Wange. „Die Betonung liegt in diesem Fall auf „Arm“ und nicht auf alt,“ sagte sie so laut, dass wir sie beide gut verstehen konnten. Der Don schien bester Stimmung zu sein. „Sie schafft es immer wieder auf so charmante Art „ungehörig“ zu sein, dass man ihr nicht böse sein kann. Er fummelte aus einem länglichen Etui eine dicke Zigarre hervor. „Ich will jetzt rauchen. Und sie Senor Mops werden mir dabei Gesellschaft leisten.....

 

Fünf Minuten später saß ich im „legendären“ Kaminzimmer in einem dicken Ledersessel, dem Don gegenüber. Lisa war unterwegs auf ihre Mutter und Tantchen getroffen, die irgendetwas mit ihr besprechen wollten.

Zu meinem Erstaunen kam Maciela, kurze Zeit später als der Don und ich, mit zwei gefüllten Gläsern in das Kaminzimmer. Sie reichte ihrem Vater schweigend einen Cognac-Schwenker und mir, mit einem spöttischen Blick einen Doppelten Whisky ohne Eis. Sie beugte sich dicht an mein Ohr, so dass ich Ihr ungewollt in den Ausschnitt sehen „musste“. Ihre langen Haare kitzelten mich im Gesicht. Ich roch ihren schweren Duft und spürte ihren Atem an meinen Ohr, als sie leise in „selbiges“ flüsterte: „Der Whisky ist mehr als zwanzig Jahre alt, also seien Sie kein Pendejo und verschütten es wieder.“ Sie sah mir aus nächster Nähe provozierend in die Augen. „Alter Mann!“ Nach diesen Worten nahm sie aus einer Schachtel ein langes Streichholz entflammte es und reichte es dem Don, der damit versuchte seine dicke Zigarre zu entzünden. Ich kam nicht umhin, Macielas geschmeidige Bewegungen zu bewundern. Sie entnahm, eine weitere Zigarre aus einem „Humidohr“ schnitt die Spitze mit einem Zigarrenschneider ab. Der Don war noch paffend mit dem Entzünden seiner Zigarre beschäftigt. Als Maciela, mir bereits die brennende Zigarre reichte. Sie sah mich immer noch spöttisch an.“ Kubanisch, machen Sie sich nicht in die Hosen!“ Schweigend nahm ich die Zigarre. Fühlte ich mich doch gerade wie in einem Film, dessen Drehbuch ich nicht kannte.

Maciela küsste ihren Vater wortlos aber überaus sanft auf die Stirn und verließ dann, nicht ohne mich vorher spöttisch zu mustern, mit katzenhafter Geschmeidigkeit das Zimmer.

Der Don paffte eine Weile an seiner Zigarre und beobachtete mich schweigend, mit dem „Familieneigenen“ spöttischen Blick. Seine Augen lachten als er sagte:“ Sie ist ein verdammtes Luder, nicht wahr?“ Ich tat ahnungslos. „Wer?“ Er grinste breit. „Maciela!...Sie macht die Männer verrückt. Sie sind immer ganz Loco, wenn sie mit den Hüften wackelt.“

Ich tat erstaunt. “Ist mir noch gar nicht aufgefallen,“ log ich.

Der alte Mann grinste wissend. „Wenn Maciela Sie kalt lässt, sind sie entweder Blind oder aber in eine Andere verliebt.“

Ich zog an der Zigarre und blies den Rauch nachdenklich in die Luft. „Ich denke letzteres trifft es wohl am besten.“

Er  verdrehte resignierend die Augen. „Warum ist es mir nur nicht gegönnt worden, zwei Söhne, statt Töchter großzuziehen.“ Er schmunzelte, sinnierend. „Starke, intelligente Söhne. Ich denke dann wäre mir so manches erspart geblieben.“

Ich wiedersprach: „Ich glaube Sie haben es ganz gut getroffen. Ihr Töchter sind Schöne „starke“ intelligente Frauen. Es könnte schlimmeres geben.“

Er sah mich spöttisch an und lachte leise.“ Schlimmeres als diese beiden, Raubkatzen, die sich bei jeder Gelegenheit, an die Kehle gehen? Wo nie Frieden herrscht und ein falsches Wort eine Katastrophe auslösen kann?“ Er seufzte hörbar. „Da wären mir Jungs lieber gewesen. Die hauen sich auf die Nase und danach, ist die Luft wieder sauber.“

Ich zeigte ihm die Zähne. „Warum habe ich dann den Eindruck, dass sie es lieben von ihren Töchtern umgarnt zu werden?“ Der Don grinste, ertappt. „Ja das sind zwei „Prachtweiber. Jede für sich ein Engel oder Teufel. Sanft und liebvoll, zu ihrem alten Vater. Ich bin in der Tat sehr stolz auf die Beiden.... Allerdings brauchen sie immerzu Aufmerksamkeit. Man muss ständig aufpassen, um nicht überrascht zu werden.....“ Er streifte die Asche von der Zigarre. „ Senor Mops, Sie sind so eine Überraschung für mich.“ Er sah mich nun ernst und abschätzend an. Ich nippte schweigend an meinem Drink und dachte mir, dass es besser ist zu zuhören, statt selbst zu reden. „Elisa, lebt nun schon viel zu lange hier in Deutschland. Und ich habe schon oft versucht, sie wieder zurück nach haus zu holen. Leider scheiterte das immer daran, dass Elisa und Maciela sich so unversöhnlich gegenüber stehen. Ich nehme an, dass sie über den Grund für dieses unselige Zerwürfnis informiert sind?“ Ich nickte.

„Wisse Sie man mag Maciela dafür verdammen, was damals geschehen ist.... Aber sie hat Elisas Zorn über so lange Zeit nicht verdient.“ Er nahm einen Schluck von seinem Cognac. „Wenn jemand dafür die Schuld trägt, dann ich. ..... Ich habe mich zu sehr um Elisa gekümmert und meine jüngste Tochter dabei sträflich an den Rand gedrängt. Ein Fehler, der letztendlich zu dieser fürchterlichen Tragödie führen musste. Maciela war ein kleines Mädchen, als sie diese Dummheit begangen hat. Sie fühlte sich vernachlässigt und weniger geliebt. Es gibt Kinder die reißen wegen weniger von zuhause aus. Maciela und ich, wir haben lange Gespräche darüber geführt  was sie damals getrieben hat.“ Er zog intensiv an seiner Zigarre. „ Wir haben uns ausgesprochen und zwischen uns ist alles in Ordnung. Und genau da liegt mein Problem mit Elisa. Ich konnte bis heute nicht mit ihr, über das Geschehene reden. Sie ist so stur und verbittert, dass dieses Thema bis zu diesem Tag, zwischen uns nicht geklärt wurde....Dabei hat Elisa vieles sehr missverstanden, was Maciela tat.

Elisa selbst, hat in Maciela immer nur Konkurrenz gesehen. Sie hat nicht verstanden, dass Maciela, lediglich versuchte ihrer großen Schwester, die sie zweifellos bewunderte, nachzueifern. Dass Maciela, versuchte sich auf genau die selbe Art Annerkennung zu verdienen, wie es ihre ältere Schwester vorlebte.“ Er nahm einen kräftigen Schluck aus dem Schwenker und stellte das leere Glas, dann auf den Tisch. „ Nun bin ich schon vor längerer Zeit zu dem Schluss gekommen, dass es nicht gut ist für den Familienfrieden, wenn eine Tochter ständig im Exil lebt. Ich denke das was zwischen meinen Töchtern steht muss endlich ein Ende finden. Und der beste Weg ist wohl, dass Elisa wieder zurück nach Spanien kommt wo ich besser auf sie einwirken kann. Zu lang anhaltende Wut vergiftet die Seele. Elisa muss endlich ihren Frieden mit uns allen machen. .......“ Er schmunzelte wissend “Ganz  ehrlich muss ich gestehen, dass sie mir sehr fehlt und ich mich nach ihrer Nähe sehne.“ Er kniff die Augen zusammen und musterte mich aufmerksam. „Es wird nicht gerade leichter für mich, wenn Elisa sich dadurch, dass sie sich, hier in Deutschland in einen Mann verliebt hat, nicht nach hause zurückehren will. Und da wären wir bei Ihnen Senor Mops....“ Er sah mir lange schweigend in die Augen.“ Es ist mir nicht angenehm, dass ausgerechnet, jetzt ein Mann auftaucht, der meiner Tochter, so sehr den Kopf verdreht, dass sich daraus etwas sehr ernstes entwickeln könnte. Dabei habe ich nichts gegen Sie persönlich. Auch wenn mir gewisse Dinge in ihrer Vergangenheit nicht gefallen. So habe ich doch den Eindruck, dass Sie kein schlechter Kerl sind. Ihr Alter scheint mir nicht von Nachteil. Ein 15 Jahre älterer Mann ist sicher nicht wirklich zu alt für meine Tochter....Nein, Senor Mops, das einzige was mich stört ist die Möglichkeit, dass Elisa nicht zurück nach Spanien kommt. Das macht mir Kopfschmerzen. .....Ich habe vorhin mit Elisa im Stall darüber geredet, wie ernst ihr diese Sache mit Ihnen ist, und ich musste erkennen, dass meine Tochter, nicht mit sich verhandeln lässt, wenn es um Sie geht, Senor Mops.“ Er lachte freudlos. „Was soll ich also tun?........“

 

 

 

 

 

 

07.02.2005 um 12:45 Uhr

Die Nacht der langen Messer Teil V

von: Mops

Die Nacht der langen Messer Teil V

Als ich von der Toilette, zurück kam spürte ich, dass ich schon viel zu viel Alkohol getrunken hatte und viel zu wenig feste Nahrung im Magen hatte. Ich ging zum Büffet packte mir einen lecker Teller voll, und hockte mich an die große Tafel in der Diele. Ich ließ es mir schmecken, und beobachtete die Menschen, die nun zum Teil schon ganz schön angeschiggert an der Bar rum hingen. Besonders witzig finde ich bei solchen Gelegenheiten immer, dass zwar auf Abendgarderobe Wert gelegt wird, die Herren der Schöpfung aber spätestens ab 22 Uhr nur noch im Hemd ohne Krawatte mit verschwitzten Gesicht durch die Gegend „eiern“. Da bin ich ja spießig, wenn schick, dann schick. Soll heißen, dass noch alles perfekt aussah.

Ich nahm mir ein Stück Fladenbrot und setzte mich auf eine der Bänke neben dem großen Kamin. Nun wo die Pferdeschau in vollem Gange war, hatte ich hier am Feuer für eine Weile meine Ruhe.

Plötzlich hielt mir eine schlanke Hand ein Glas Whisky ohne Eis hin. Ich sah auf und blickte in das Gesicht von Maciela, die in beiden Händen Drinks hielt. „Trinken Sie Senor Mops,“ sagte sie mit angenehmer Stimme, und abschätzenden Blick. Ich winkte ab, nachdem was Lisa mir erzählt hatte, wollte ich mit dieser Frau möglichst nichts zu tun haben. „Nein Danke!“

Sie lächelte nachsichtig. „Sie trinken, nicht? Ich hätte schwören können, dass sie Whisky ohne Eis bevorzugen. So steht es zumindest auf Ihrer Homepage.“

Ich sah sie spöttisch an. „Das könnte sogar stimmen. Allerdings, suche ich mir die Leute aus, mit denen ich trinke!“

Maciela, zog verwundert eine Augenbraue hoch und musterte mich mit unergründlichen Blick. „Verstehe, sie hat es ihnen also erzählt und nun wollen Sie nicht mit der bösen Schwester trinken!“

Ich zeigte ihr freundlich die Zähne. “Das trifft es wohl!“

Sie setzte sich mit gegenüber und schlug die wohlgeformten Beine „züchtig“ übereinander. Das lange glatte Haar glänzte wie das Gefieder eines Raben und ummalte ihr schönes Gesicht. Sie wirkte wie eine Indianerin, schön und unnahbar. Egal was diese Frau, angerichtet hatte, sie war eine wandelnde „Versuchung“. Ich konnte sehen, wie ihre fast schwarzen Augen mich fixierten. Sie saß kerzengerade und hatte eine wahnsinnig aristokratische Körperhaltung. „Sie kennen mich doch gar nicht, Senor Mops!“ Ich verzog das Gesicht schwieg aber. „ Vorhin haben sie sich noch ganz nett mit mir unterhalten. Und nun...?“ Sie beugte sich vor und brachte ihr Gesicht näher an meines. Ich roch ihr schweres Parfüm. Mit spöttischen Blick, sagte sie: “ Elisa, hat wirklich nicht lange gewartet, bevor sie ihnen von der bösen, bösen Maciela erzählt hat.“ Sie fluchte leise, empört. „Madre de dios. ! Sie verurteilen mich, ohne sich selbst ein Bild von mir gemacht zu haben.“ Sie sah mich fragend an. “Oder habe Sie Angst, dass sie Elisa kränken könnten indem sie mit mir trinken?!“

In ihrem Gesicht spiegelte sich Verstehen. „Sie ordnen sich aber brav unter Senor Mops. Ich hatte angenommen, dass Sie viel stärker sind. So gebe ich Ihnen keine großen Chancen in dieser Familie. So bald Elisa, raus hat, dass Sie mit ihnen machen kann was sie will, haben Sie verloren!“

Ich blieb ruhig und wollte mich nicht auf einen Streit mit ihr einlassen. „ Denken sie was sie wollen, Maciela, ich will sie nicht kränken noch will ich mich in Dinge einmischen, die ich nicht verstehe. Aber eines weiß ich: Lisa wäre nicht begeistert, wenn sie uns hier zusammen sehen würde. Und schon das ist für mich Grund genug, es nicht darauf ankommen zu lassen. Und das hat für mich nichts mit Schwäche zu tun. Man könnte das auch Rücksichtnahme nennen. Schließlich ist Ihr Verhältnis zu Lisa nicht gerade unkompliziert“

Sie schüttelte böse den Kopf. „ Finden sie das nicht albern? Elisa reitet auf einer Sache rum, die vor fast 8 Jahren geschehen ist. Ich war damals 14 Jahre alt und eine zorniges kleines Mädchen. Sehr jung finden Sie nicht? .....Ja, ich habe einen Fehler begangen, für den ich einen hohen Preis gezahlt habe..... Menschen ändern sich. Ich habe angenommen gerade Sie würden das verstehen! Sie waren früher ein sehr wilder Musiker, mit vielen Skandalen und Eskapaden.  Würden Sie sagen, dass Sie sich im Laufe der Zeit verändert haben, Senor Mops? Oder sind Sie heute noch der gleiche wilde ungezügelte und unverantwortliche Mensch, der sie damals waren?“

Ich verdrehte die Augen. „Maciela, Sie mögen recht habe, mit dem was Sie sagen....Das alles glaube ich Ihnen ja und ich verstehe wie es ist, wenn man der Vergangenheit entkommen möchte. Aber zu einem neu Anfang gehört, dass man mit den Dingen aufräumt, die in der Vergangenheit geschehen sind. Also warum erzählen Sie nicht Ihrer Schwester das was Sie mir erzählen? Haben Sie, je den Versuch gemacht, mit Lisa wieder ins Reine zu kommen?“ An Ihrer Reaktion erkannte ich, dass Sie die „Redewendung“ nicht kannte.

„Haben Sie je versucht, sich mit ihr zu versöhnen?“ 

Sie zog nun eine unwillige Schnute. „Mit Elisa versöhnen? Sie wissen überhaupt nicht, mit wem Sie sich da eingelassen haben. Sie wissen nichts über diese Frau“ Sie lachte böse. „Sie sind so Ahnungslos, dass Sie einen Leid tun könnten..... Wenn Elisa hasst, dann hasst sie unerbittlich! Sie würde sich nicht mit mir „versöhnen“ niemals!“

Ich nahm ihr jetzt doch den Drink aus der Hand. „Ich glaube nicht, dass Lisa Sie hasst. Obwohl es absolut verständlich wäre.“ Ich erhob mich und sah sie ernst an. „Bei uns gibt es einen Spruch: Blut ist dicker als Wasser! Sie sollten mal probieren ob das stimmt.“ Ich wollte mich entfernen, als sie mich noch einmal ansprach: „Senor Mops, ich weiß, dass meine Schwester Angst hat, dass ich es auf Sie abgesehen habe!“ Sie lächelte spöttisch. „Sagen sie ihr, Sie wären viel zu alt und unattraktiv für mich. Ich stehe nicht auf alte abgehalfterte Musiker, die obendrein einige Pfunde zu viel auf den Rippen haben! Elisa kann also ganz beruhigt sein. Ich suche mir lieber einen jungen Mann....Etwas für Auge und fürs Bett.“

Nun schenkte ich ihr ein böses Grinsen. „Tun Sie das Maciela, vielleicht finden Sie dann einmal einen Mann, der die Leere in ihrem Herzen ausfüllt und sie lehrt was Liebe ist. Bis dahin haben Sie mein Mitgefühl!“ Ich nickte ihr kurz zu und kippte im fortgehen, den Whisky in eine große sandgefüllte Schale, die als überdimensionierter Aschenbecher neben dem Eingang stand. Deutlich spürte ich ihre Blicke auf meinem Rücken und verließ das Haupthaus Richtung Reithalle. Weil ich meinen Mantel wieder an der Garderobe abgegeben hatte. War es draußen für mich schon fast zu kalt. Ich konnte Lisa in der Reithalle nicht finden. Auch der Don war verschwunden. Zu meinem Glück traf ich „Onkelchen“, der mir erklärte, dass Lisa und der Don in die Ställe gegangen waren. Ich beschloss also die Beiden zu suchen......   

05.02.2005 um 10:40 Uhr

Die Nacht der langen Messer Teil IV

von: Mops

Die Nacht der langen Messer Teil IV

Lisa sprach mit leiser Stimme weiter, es war ihr anzusehen, dass es für sie schmerzhaft war, sich an diese Dinge zu erinnern.

„Nachdem ich ein Pferd bekommen hatte, wollte Maciela natürlich auch eines. Nur war sie nicht in der Lage, die Bedingungen zu erfüllen, die mein Vater dafür ja auch mir gestellt hatte. Er kannte Maciela, und wusste, dass sie gar nicht die Ausdauer aufbringen würde sich verantwortungsvoll um ein eigenes Pferd zu kümmern. Sie war eine miserable Reiterin und viel zu faul, für die Reitstunden. Von der Arbeit im Stall ganz zu schweigen.... Auch hatte sie kein Gefühl für Pferde.“ Lisa sah mich empört an. „Sie benutzte Sporen! Und nicht nur einfache- sondern welche mit Sporenrad nur weil diese so schön klimperten an den Stiefel und schick aussahen. Meinem Vater entging das nicht und so bekam Maciela, kein eigenes Pferd. ..... Was sie tödlich kränkte.“ Lisa lachte freudlos. „Dabei waren ihre Versuche so durchschaubar! Wenige Wochen vor ihrem Geburtstag, zeigte sie ein übertriebenes Interesse für das Reiten und auch die Arbeit im Stall. Sie glaubte wohl, dass sie damit meinen Vater davon überzeugen konnte, dass er ihr ein eigenes Pferd schenkte.“ Lisa hob entschuldigend die Augenbrauen. „Wir merkten nicht, wie sehr sie diese Herabsetzung verletzte. Neidisch beobachtete sie mich wenn ich jeden Tag mit Andresa, arbeitete. Und weil mein Vater, der sich ja auch immer einen Sohn gewünscht hatte, oft sehr begeistert seine Zeit mit mir und den Pferden verbrachte, fühlte sie sich wohl noch mehr ausgeschlossen oder herabgesetzt. Sie hatte einfach nicht diesen Draht, für die Dinge, die uns verbanden. Sie besaß nicht die selbe Leidenschaft wie der Don und ich. Was aber nicht heißt, dass er Maciela nicht auch lieben würde. Sie ist eben nur ein richtiges Mädchen gewesen und ich war in meiner Wildheit und Begeisterung, wohl das was einem Sohn am nächsten gekommen ist.“ Sie schenkte mir einen liebevollen Blick. „Ich bin aber trotzdem eine richtige Frau!“ Wir sahen uns einen Augenblick schweigend in die Augen.

„Und was für eine“, sagte ich sanft und griff nach ihrer Hand.

Sie lächelte mich tapfer an und sprach dann leise weiter. “Macielas 14ter Geburtstag verging und sie bekam wieder kein Pferd. Und so, ist sie vor lauter Wut und Eifersucht eines Nachts heimlich in den Stall geschlichen, sattelte meine liebe Andresa, und ritt mit ihr fort.“ Nun sah ich wie Lisa feuchte Augen bekam. „Wir merkten erst früh am nächsten Morgen, dass die Beiden fort waren. Damals war Hochsommer und wir leben im heißen Süden Spaniens. Das Land ist dort sehr unwirtlich und es kann gefährlich werden, wenn Du dort die Wege verlässt oder ohne Wasser zu lange unterwegs bist.
Wir lernten schon als Kinder, das Land und seine Gefahren kennen und wussten genau bescheid wie wir uns zu verhalten hatten, wenn wir mit dem Pferd ausritten. Die oberste Grundregel war niemals die Wege zu verlassen oder schnell über unerschlossenes Land zu reiten. Es gibt dort zu viele gefährliche Stellen im Boden, und auch Tierbauten, in die ein Pferd hineintreten konnte, - dass es Wahnsinn gewesen wäre, ein Pferd durch dieses Land zu jagen.“ Lisa hielt mir ihr Glas hin und ich schenkte vorsichtig nach. “Nicht, dass Du noch schmutzige Lider singst,“ ermahnte ich sie.
„Meine Eltern waren in großer Sorge wegen Macielas Verschwinden und mein Vater, der dort großes Ansehen genießt allarmierte sofort, alle seine Freunde, Nachbarn und auch die Polizei. Jeder der irgendwie helfen konnte, machte sich auf die Suche, nach Maciela..... Ich hatte natürlich nur Sorgen um Andresa.“ Sie verzog entschuldigend das Gesicht.

„Es wurde Mittag, die Sonne brannte an diesem Tag gnadenlos vom Himmel, und es gab immer noch keine Spur von meiner Schwester und meinem Pferd. Ich begleitete meinen Vater in seinem Geländewagen bei der Suche, und irgendwann am frühen Nachmittag, bekamen wir über Funk die Nachricht, dass eine Gruppe Männer auf der Jagd, die Beiden gefunden hatte. Mein Vater ließ sich die Stelle beschreiben und wir jagten in halsbrecherischer Fahrt zu der angegeben Stelle. Schon während der Fahrt erfuhren wir, dass es einen Unfall gegeben hatte und, dass Maciela schwer verletzt, mit einem Hubschrauber gerettet werden sollte.“ Lisa war nun ganz ergriffen, es war klar, dass sie gerade den ganzen schrecklichen Tag noch einmal erlebte. „Als wir an der Unfallstelle ankamen flog der Hubschrauber gerade ab. Wir kamen zu spät.

Meine Andresa, lag mit gebrochenen Bein am Fuße eines steinigen Abhangs, sie hatte dort Stunden lang in der brennenden Sonne gelegen und war mehr tot als lebendig. Ich sprang aus dem Wagen und warf mich neben meinem Pferd auf den Boden. Einer der Jäger hatte ihre Lippen und Nüstern mit Wasser benetzt und ein feuchtes Tuch über ihren Kopf gelegt.“ Nun lief eine Träne über das Gesicht meines kleinen Engels und ich beschloss, ihr den Rest zu ersparen. Doch sie schüttelte nur unwillig den Kopf und erzählte leise weiter.
„Ich nahm das Tuch und rieb ihr  die Feuchtigkeit ins Gesicht um ihr etwas Erleichterung zu verschaffen. Ich war verzweifelt und habe fürchterlich geweint. Währendessen berichteten die Jäger, meinem Vater, was sich zugetragen hatte und, dass Maciela wohl sehr schwer verletzt war. Er wollte und musste also so schnell wie möglich ins Krankenhaus um dort meiner Mutter beizustehen, die wohl auch schon informiert wurde. Er bat einen der Jäger, Andresa zu erlösen. Aber ich stellte mich zwischen den Mann und meinem Pferd. Ich brachte es nicht übers Herz, sie so jämmerlich sterben zu lassen. Mein Vater versuchte mich zunächst sanft von Andresa fort zu nehmen.  Er sprach beruhigend auf mich ein. Wir wussten ja beide, dass sie sterben musste und, dass der Tod eine Erlösung von ihren Schmerzen und Qualen war. Dennoch wollte ich nicht, dass man mein Pferd tötete. Ich wurde hysterisch und schlug voller Wut auf meinen Vater ein. Ich trat sogar nach ihn. Er wusste sich wohl nicht anders zu helfen. Zumal er ja krank vor Sorge um Maciela war.“ Sie sah mich bitter an. „Er schlug mir zwei mal kräftig ins Gesicht packte mich am Arm, zehrte mich in den Wagen und fuhr los. Vom Auto aus konnte ich zwei laute Schüsse hören. In diesem Augenblick, brach für mich eine Welt zusammen. Das war das Schlimmste was ich je erleben musste und es läst mich bis heute nicht los.....“

Lisa sammelte sich, dann fuhr sie stockend fort.“ Maciela, war wohl bei dem Sturz unter Andresa geraten. Es gab kaum einen Knochen, der nicht gebrochen war, hinzu kam der Wasser und Blutverlust. Sie hatte innere Blutungen und die Ärzte mussten ein Loch in ihren Kopf bohren um ihren Tod zu verhindern. Sie lag Wochen im Krankenhaus ehe überhaupt raus war, dass sie überleben würde. Die Ärtzte mussten ihre Milz entfernen.
Meine Eltern waren in großer Sorge und so war keine Zeit und auch kein Raum für meine Trauer um Andresa. Das war eine schlimme Zeit alles Lachen war aus unserem Haus gewichen. Wenn meine Eltern nicht im Krankenhaus weilten, weinte Mutter viel und Vater schloss sich oft Nächtelang in seinem Arbeitszimmer ein. Er machte sich große Vorwürfe und glaubte Maciela gegenüber ungerecht gewesen zu sein.“ Lisa sah mich traurig an.

„Ich redete seit Andresas Tot nicht mehr mit ihm und wich ihm unversöhnlich aus. Wohl weil ich all meine Wut und meine Hilflosigkeit, gegen ihn richtete. Ich erschien nicht mehr zum Essen sondern holte mir etwas aus der Küche und schloss mich dann in mein Zimmer ein. Ich redete wenn überhaupt noch mit meiner Mutter. Und verzog mich wann immer möglich, irgend wohin, wo ich alleine sein konnte. Es schien damals, dass es dem Don ganz recht war mir nicht zu begegnen. So musste er mir nicht in die Augen sehen. Ich denke nämlich, dass mein Vater sich schämte mich in seiner Not geschlagen zu haben und mir in meiner nicht beigestanden zu haben. Ich glaube das hat er sich bis heute nicht verziehen.“
Lisa nippte an ihrem Drink. „Dann kam der Tag an dem Maciela aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Sie konnte anfänglich nur im Rollstuhl sitzen und erholte sich nur langsam, von ihren Verletzungen. Also brauchte sie viel Pflege und Aufmerksamkeit. Alle im Haushalt mussten sich sehr intensiv um sie kümmern.“ Nun wurde Lisas Blick hart und sie sah mich abschätzend an. „Es klingt hart aber ich habe es dann irgendwann nicht mehr ausgehalten sie täglich zu sehen. Natürlich sprach ich kein Wort mehr mit ihr. Ich konnte ihr nicht vergeben. Sie hatte mir das wichtigste und Liebste genommen. Und sie machte nicht einmal den Versuch mich dafür um Verzeihung zu bitten.

Maciela genoss die Aufmerksamkeit, die Zuneigung meiner Eltern, die wohl das Gefühl hatten etwas an Ihr wieder „gut machen zu müssen“. Meine Schwester spielte das liebe, kleine, kranke Töchterchen.....

Ich glaube ich lief nur noch wütend und unglücklich durch die Gegend. Ich überzog meine Familie mit meiner Wut und Trauer. Die Situation zuhause war so vergiftet, dass meine Mutter, die immer wieder versuchte, den Frieden in der Familie wieder herzustellen, vor lauter Verzweiflung auf die Idee kam, mich für ein Jahr nach Deutschland zu Onkelchen und Tantchen zu schicken.“ Sie seufzte. „Und so kam ich hier her.“ Lisa verzog nachdenklich das Gesicht. „Und bin hier geblieben. Ich versuchte immer mal wieder für eine Weile in Spanien zu bleiben...Aber Maciela, hatte sich nicht geändert. Außerdem betrachtete sie mich nun wohl als Konkurrentin. Schließlich hatte sie wenn ich in Deutschland blieb, meine Eltern ganz für sich allein.“ Lisa wollte noch weiter erzählen, doch ich hatte genug gehört. Sanft legte ich  ihr einen Finger auf die Lippen und zog sie in meinen Arm.

Anhänglich schmiegte sie sich dicht an mich und legte ihren Kopf schwer gegen meine Schulter. Ich fühlte wie sie atmete, spürte wie sie sich beruhigte. Eine ganze Weile schien vergangen zu sein, als draußen auf dem Hof plötzlich Bewegung entstand. Ich sah auf die Uhr. Es war kurz vor Mitternacht und große und kleine Gruppen der Gäste zogen in ihre Mäntel gehüllt hinüber zu der kleinen Reithalle, die eigentlich nicht viel mehr war als eine Scheune mit Sägespäne am Boden.
Lisa sah aus dem Fenster.“ Gleich werden die Pferde präsentiert. Eine gute Gelegenheit um sich wieder unauffällig unter das Volk zu mischen.“ Sie küsste mich zärtlich und widmete sich dann mit einem Spiegel in der Hand ihrer verlaufenen Schminke. Bei der Gelegenheit muss ich mal allen Damen ein Kompliment machen. Ich finde es einfach sagenhaft, was Ihr alles mit so ein bisschen Farbe anstellen könnt :-)

Wir mischten uns, nachdem Manni wieder beim Auto aufgetaucht war unter die Gäste in der Reithalle. Lisas Vater stand zusammen mit ihrem Onkel an einer der Stirnwände. Der Don bemerkte uns und winkte Lisa mit einem amüsierten Lächeln zu sich. Lisa schenkte mir ein entschuldigendes Lächeln. “Er will mich bei solchen Anlässen immer in der Nähe haben. Nicht böse sein.“

Ich schüttelte den Kopf. „Ich wollte sowieso mal „wohin“. Amüsier Dich.“ Sie drückte kurz meinen Arm und verschwand dann zu  ihrem Vater. Da ich nicht viel Ahnung von Pferden hatte und eben auch mal zur Toilette musste, ging ich zurück ins Haupthaus......        

 

   

03.02.2005 um 20:21 Uhr

Die Nacht der langen Messer Teil III

von: Mops

Die Nacht der langen Messer Teil III

So hier geht es weiter, habe den Text heute etwas hingehetzt, hatte wenig Zeit.

Wir holten unsere Mäntel, und machten einen kleinen Spaziergang durch die kühle Nachtluft. Lisa hatte sich bei mir untergehakt und lehnte sich ganz fest an mich an. Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich auch warum so viele Pferdeanhänger auf dem Hof standen. Um Mitternacht würde es nämlich noch eine Pferdeschau geben. Bei der Onkelchen und einige andere noch viel Geld verdienen wollten. Lisa lächelte, böse als sie mir erklärte, dass Ihr Onkel ein gewieftes Schlitzohr ist, der den betuchten Gästen erst ordentlich einschenkte, und hinterher, für viel Geld ein Paar Pferdchen verkaufte. „Glaubst Du denn, Onkelchen, würde so eine Feier nur aus Geselligkeit schmeißen?“ Fragte sie mich, spöttisch. Sie deutete mit dem Kinn in Richtung Haupthaus. „Die Bande dort drin ist so verdammt elitär und abgehoben, dass sie sich nachher beim Pferdeverkauf wieder heillos „Hochbieten“. Jeder will dann das Beste und teuerste Pferd ersteigern.“

„Es wird eine Versteigerung geben?“, fragte ich Ahnungslos. Sie lachte mich schon wieder irgendwie aus. „Nein so läuft das nicht. Das geht hier viel diskreter zu. Die Pferde haben Nummern und werden hier nur vorgestellt. Der eigentliche Verkauf findet dann so gegen 3-4 Uhr im Kaminzimmer statt. Dort treffen sich die wirklich reichen, Pferdenarren paffen teure Zigarren, trinken teuren Schnaps reden über teure Frauen, fädeln Geschäfte ein und erwerben nebenbei einige Tiere. Mein Vater hat auch eine Handvoll sehr wertvoller Pferde aus Spanien mitgebracht. Wenn Du willst können wir nachher mal einen Blick darauf werfen.“
Ich war überrascht. „Wie bringt man den Pferde aus Spanien nach Deutschland?“
Sie lachte amüsiert. „Genau wie man Menschen, hier her bringt. Sie werden eingeflogen, oder kommen mit einem Tierstransport.“

„Tiertransport klingt grausam!“
Sie schüttelte den Kopf. „Diese Pferde reisen erster Klasse. Das hat nichts mit Schlachtiertransporten zu tun.“
„Du meinst die checken einfach in der ersten Klasse ein und fliegen dann mit der Lufthansa?“, neckte ich sie.

Sie lachte und schüttelt gut gelaunt den Kopf. „Du bist ein Kasper. Aber im großen und Ganzen, kommen die Pferde sehr schonend hier an. Wir wollen doch viel Geld damit verdienen.“ 

Ich nickte verstehend. „So langsam kapiere ich wie man in dieser feinen Gesellschaft Kohle macht.“

Unvermittelt küsste mich meine kleine auf den Mund. Sie hielt mein Gesicht mit beiden Händen fest, und sah mich liebevoll an. “Ich will gar nicht, dass Du zu viel von diesen Leuten, verstehst! Diese Menschen sind nichts für Dich“.

Ich zog sie fest in den Arm und spürte wie sie sich ganz dicht an mich anschmiegte. „Herzchen, ist das deine Art mir zu sagen, dass Du mich liebst?“

Sie hob den Kopf und nickte schweigend mit großen Augen. Sie kann ja sooo süß sein. Ich konnte einfach nicht anders als mich zu ihr hinab zu beugen und sie zärtlich zu küssen. Sie erwiderte diesen Kuss mit einer Intensität, dass mir sofort schwindelig wurde. Ich habe das noch bei keiner anderen Frau erlebt, ein einziger Kuss von Ihr und ich spüre wie meine Hormone verrückt spielen und mir die Knie weich werden. Dieser Kuss schien endlos zu dauern. Erst als wir Schritte in der Nähe hörten ließen wir schwer Atmend von einander ab. Einen Augenblick strahlten wir uns verlegen an. „Und was meinst Du?“ fragte ich „Wollen wir uns einen Augenblick zu Manni in den Wagen setzen, einen Drink nehmen und Du weihst mich mal in ein bis zwei, Deiner Familien-Geheimnisse ein?“

Sie lächelte verführerisch. „Erst „willig“ Knutschen und dann aushorchen? Du bist genau so ein Schurke, wie mein Vater.“ Ich tippte ihr mit der Fingerspitze auf die Nase. „Und Du kriegst gleich was auf Deinen süßen Hintern!“  Sie versuchte spielerisch in meinen Finger zu beißen. “Verbrenn Dir nicht die Finger.“.......

 

Manni hatte es sich im Fond der Limo gemütlich gemacht. Er saß mit ausgestreckten Beinen in den bequemen Ledersitzen und schaute, irgendetwas lustiges im Fernsehen. Jedenfalls schloss ich das aus seinem Gekicher, das man beim öffnen der Tür hören konnte. Eine angebrochene Chiptüte lag neben ihm. Er war überrascht, als wir plötzlich die Tür öffneten und zu ihm in den Wagen schlüpften. Lisa schnappte sich den verdutzten Manni und drückte ihm zur Begrüßung einen dicken Schmatz ins Gesicht. Mein Kumpel freute sich ehrlich darüber und wurde vor Verlegenheit ganz rot. „Na Prinzessin, du siehst aber hinreißende aus,“ bewunderte er ihr Aussehen. „ Und wie du duftest.....Wenn ich Dich so anschaue könnte ich glatt wieder Appetit auf Frauen bekommen.“ Sie lachten beide und Lisa knuffte ihn mit der Faust gespielt, in die Rippen. Es war schön zu sehen, wie gut sich die Beiden verstanden. Die kleine Lady griff mit spitzen Fingern nach der Chiptüte und fragte, ob das Mannis Abendbrot wäre. Er nickte mit gequältem Gesichtsausdruck, während ich für meinen Engel und mich einen Drink eingoss. Sie küsste ihn wieder ganz sanft auf die Wange und strich ihm mitleidig durchs Gesicht. „ Du Armer. Wir wollen doch nicht, dass Du verhungerst oder?“ Er schüttelte mit gespielt trauriger Miene den Kopf. Sie lachten wieder Beide. „Dann solltest Du ins Haus gehen und  Dir etwas vom Büffet holen.“ Manni bekam glänzende Augen. „Darf ich? Aber ich bin doch gar nicht eingeladen.“ Sie tätschelte ermutigend seine Hand. „Wenn Du es keinem erzählst, werde ich es auch keinem Sagen.“ Er sah verschlagen in unsere Gesichter. „Ihr Beiden wollt einen Augenblick alleine sein, nicht wahr?“ Lisa plinkerte ihn unschuldig an „Blitzmerker“. Und schon war mein Kumpel aus dem Auto verschwunden.

Sie lachte amüsiert und schmiss sich in meine Arme und auf meinen Schoß. „Endlich allein!“

Sie küsste mich wieder auf diese unvergleichlich atemberaubende Weise, dass ich echt an mich halten musste, um nicht die Kontenance zu verlieren. „Engelchen, Du wirst Dein Kleid zerknittern!“, ermahnte ich sie und schob sie etwas von mir. Sie lächelte durchtrieben. „Soll ich’s ausziehen?“ Sie kann ja soo ein Biest sein.

„Wirst Du Dich wohl benehmen!“

„Kannst Du Dich denn Beherrschen?“ Erwiderte sie aufreizend.  Ich sah ihr fest in die Augen. „Du denkst wohl ich merke nicht, dass Du versuchst mich abzulenken?!“

Ertappt zog sie eine Schnute. „Dir kann man aber auch gar nichts vormachen, oder?“ Ich grinste sie spöttisch an.“ Fast hättest Du’s geschafft. Und nun bin ich ganz Ohr!“ Sie schnappte sich ihren Drink und setzte sich mit gegenüber auf die Sitzbank. Wie ein kleines trotziges Mädchen ließ sie sich tief in das Leder sinken. „Was willst Du wissen?“
„Was hat es mit Dir und Deiner Schwester auf sich? Warum hasst Du sie so?“
Lisa zog die Stirn, grimmig in Falten. „Ich hasse sie nicht!“
„Nicht? Mir schien es aber so?!“

Lisas Blick wurde traurig und sie sah mich ernst an. „Sie ist meine Schwester, ich könnte sie niemals hassen.“ Sie schüttelte nachdenklich den Kopf. „Die Wahrheit ist wohl, dass ich sie fürchte und Ihr zugleich einfach nicht vergeben mag!“ Ich beugte mich vor und nahm ihre Hand. „Was magst Du nicht vergeben?“

Sie seufzte. „Mops, das ist eine lange Geschichte. Und ich habe keine Lust das alles wieder aufzuwühlen. Reicht es Dir wenn ich Dir sagen, dass sie mein Pferd getötet hat? Und ich ihr das nicht vergeben mag?“ Ich konnte sehen wie sehr Lisa, mit den Tränen zu kämpfen hatte trotzdem bestand ich darauf die Geschichte zu hören. Ich bohrte also noch mal vorsichtig nach. „Sie sieht nicht aus wie jemand, der einfach so ein Pferd tötet?“
Mein kleiner Engel schüttelte gequält den Kopf. „Hat sie ja auch nicht, einfach so. Es war ein Unfall, aber einer, der durch ihre Wut und ihrem Egoismus verursacht wurde.“

Ich verstand immer noch nicht richtig.  „ Erzähle mir die ganze Geschichte!“ Sie verdrehte genervt die Augen. "Pendejo, musst Du immer alles ganz genau wissen?“
„Ja!“
Und dann ist es als schaue sie weit in die Vergangenheit, sammelt ihre Gedanken und fängt leise an zu sprechen. „Ich habe mich schon immer für Pferde interessiert. Nein, genau genommen habe ich diese wundervollen Tier schon immer heiß und innig geliebt. Schon als kleines Mädchen, setzte mich mein Vater auf den Rücken eines Ponys, und lies mich dort, ganz langsam meine Runden drehen.“ Sie lächelte nachdenklich und ihre dunklen Augen, glänzten im schwachen Licht, der Innenraumbeleuchtung. Sie nippte an ihren Drink. „Ich war wohl schon von Geburt an Pferdeverrückt, wie man bei uns sagt. Wann immer es ging, wollte ich reiten oder im Stall helfen. Mir war es ganz egal, was es zu tun gab, Hauptsache es hatte mit Pferden zu tun. Mein Vater, freute sich, dass ich seine Begeisterung, für diese tollen Tiere teilte.“ Sie lächelte milde und schenkte mir einen nachdenklichen Blick. „Er versprach, mir ein eigenes Pferd zu schenken, wenn ich dafür bereit sein würde.

Zu meinem 14 Geburtstag, nahm er mich mit zu einer Pferdeauktion, führte mich umher und fragte mich, welches Pferd ich für das Beste, dort angebotene Tier halten würde.“ Sie machte eine lange Pause und hing ihren Gedanken nach. „Ich streifte also durch die Stallungen und Boxen, sah mir alle Tiere immer wieder an und fand dann ein Tier, dass für mich das wundervollste Pferd war, das ich mir nur vorstellen konnte.“ Lisas Augen glänzten nun wie im Fiebertraum, und sie schien unendlich weit entfernt zu sein. „Eine junge Araber Stute! Schneeweiß, klein leichtfüßig mit großen wachen Augen und weiten Nüstern. Ich sehe sie heute noch vor mir wie sie in der Box stand und mich aus intelligenten Augen musterte. Sie hatte so ein niedliches Gesicht, wie es nur Araber haben. Sie wirken immer wie verzauberte Elfen.“ Sie sah mich begeistert an. „Stell Dir ein Einhorn, ohne Horn vor, dann hast Du einen Araber.

Die Stute hieß Andresa und ich war sofort verliebt in sie.“ Sie lachte. „Mein Vater war beeindruckt, ich hatte mir eines der teuersten Pferde ausgesucht. Und er tat bei der Versteigerung alles um Andresa für mich zu ersteigern.“ Lisa wirkte für einen Augenblick sehr glücklich, als sie weiter erzählte. „Und wir haben Andresa tatsächlich gekauft. Ich platzte fast vor Stolz und Begeisterung. ...Mein Pferd Andresa, war das schönste Pferd, der Welt! Schon in der ersten Nacht, schlief ich bei ihr im Stall und wollte nie mehr von dort fort gehen. Jede freie Minute verbrachte ich mit ihr.“ Sie lächelte entschuldigend. „Sie war zwar ein Tier aber sie war das schönste, reinste und liebste Wesen das mir bis dahin begegnet war. Ich liebte Andresa wie man eine Freundin liebt oder eben eine Schwester......“

Ein Schatten legte sich bei dem Wort „Schwester“  auf ihr Gesicht und ihr Blick wurde böse.

„Maciela ist zwei Jahre Jünger als ich, und von klein auf an, musste sie immer alles haben was mir gehörte.  Das fing mit Spielzeug an, ging über meinen Hund oder meine Freundinnen und Freunde meine Kleidung, meinen Schmuck etc.  Später dann, wenn ich mich zum Beispiel für einen Jungen interessierte, und sie bemerkte es, machte sie sich auch an diesen Jungen ran. Und da es ihr nie um wirkliche Gefühle ging, sondern nur darum, mir etwas wegzuschnappen, war sie auch immer sehr erfolgreich bei dem was sie tat.“ Lisa seufzte resignierend. „Egal was es ist, sie legt es darauf an es mir kaputt zu machen. Aus diesem Grund, fürchte ich sie!“ Sie machte eine kurze Pause und hing einen Augenblick ihren Gedanken nach. „Ich hasse sie nicht! Ich glaube, dass sie ein wirklich armer Mensch ist. Maciela kann nur etwas Genießen, wenn es anderen viel bedeutet. Sie selbst ist zu echten Gefühlen kaum fähig. Sie definiert den Wert einer Sache oder eines Menschen nur darüber, wie viel es anderen Wert ist. Auch ist sie stets (zufrieden Centi?) auf der Suche nach Anerkennung. Nur, leider hat sie nicht die Ausdauer, sich einer Sache wirklich zu widmen So dass sie mit irgendetwas Anerkennung ernten könnte.“ Sie stockte und sah einen Moment mit leeren Blick aus dem Fenster.

Ich schenkte Ihr einen neuen Drink ein. Dankbar nahm sie einen langen Schluck. „Und weil Maciela so ist wie sie ist, will ich nicht, dass sie nur in Deine Nähe kommt.“ Sie sah mich nun entschlossen an und ihre Augen blitzten wieder wie bei einer Wildkatze. „Ich habe mir geschworen, dass nichts und niemand unser Glück stören wird. Ganz besonders nicht meine Schwester!“

Ich nickte verstehend. Nach einer Weile des Schweigens, fragte ich Vorsichtig:  „Und was war nun mit Deinem Pferd? Was hat sie getan?.......“

 

03.02.2005 um 09:28 Uhr

Auf ein Wort!

von: Mops

Auf ein Wort!

So ihr lieben nun muss ich mal wieder etwas erklären.
(Fortsetzung ist schon in arbeit).

Ich habe wieder Kommentare und auch E-Mails bekommen, in denen stellenweise „moniert“ wurde, dass sich das Ganze wie ein Märchen oder ein Roman liest. Dazu möchte ich wie immer wenn ich mal wieder einen sehr ausführlichen Beitrag geschrieben habe etwas erklären.

Natürlich kann man die Dinge die ich hier schildere auch ganz knapp in wenigen Zeilen wiedergeben. Das würde dann so klingen:

Gestern waren meine Freundin und ich auf einer Feier. Dort wurde ich ihren Eltern vorgestellt. Mutti mochte mich Vati nicht und die Schwester ist ein Miststück.

Ich denke das wäre langweilig und würde nicht den Zauber und die Gefühle wiedergeben, und Euch einen großen Teil des Geschehens vorenthallten.

Natürlich sind die Dialoge gestrafft und komprimiert wiedergegeben und auch bestimmte Situationen zu einer einzigen Situation zusammen gefasst. So viel Freiheit muss im Interesse einer besseren Lesbarkeit schon sein.

Auch mache ich hier viele Rechtschreibfehler, das kümmert mich aber nicht. Ich habe manchmal nicht mehr als eine Stunde um so einen Beitrag zu verfassen und da bleibt das Korrigieren auf der Strecke.

Und nun das Wichtigste: Warum kann ich mich so gut an Situationen und Dialoge erinnern? Die Antwort ist einfach. Ich habe ein fantastisches Gedächtnis. Das soll keine Angabe sein und ist wohl eher ein Problem. Ich kann mir den Innhalt eines Texte genau so gut merken wie den Ablauf eines Gespräches (ich habe zum Beispiel alle Verträge unserer Firma „wörtlich“ im Kopf).

Ich bin ein sehr stiller Mensch, der sehr genau beobachtet und hinhört. Die Kehrseite der Münze ist aber die, dass ich ständig das Gefühl habe „überzulaufen“. Früher habe ich dann Tagebuch geschrieben, später Kassetten mit dem Erlebten besprochen und als ich meine erste Videocam hatte habe ich immer eine Art Video-Tagebuch geführt. Ich schlafe in keiner Nacht mehr als 4 Stunden, weil ich Nachts aufwache und mich hellwach mit irgendetwas beschäftigen muss.

Auch kann ich im Alltag nicht immer so offen über mein Privatleben reden, wie ich hier in den Bloggs schreibe. Es ist nämlich nicht so toll, wenn Du (beispielsweise) zu einer Feier gehst, wo ganz normale Leute sitzen und du erzählst davon, was du alles gemacht hast und mit welchen (berühmten) Menschen du wieder zu tun hattest. Das würgt nämlich jedes gute Gespräch ab, weil von den“ normalen“ Menschen keiner etwas ähnlich tolles erlebt. Außerdem wirst Du dann bestaunt und herumgereicht wie ein Ausstellungsstück. Das heißt Deine Nachbarn laden Dich nicht zum grillen ein, weil sie dich mögen sondern weil man mit dir angeben kann oder weil du erzählen kannst wie „Janette Biedermann“ privat ist (was ich nicht tue)  :-).

Aus diesem Grund habe ich mir angewöhnt in meinem Alltäglichen Umfeld, überhaupt nicht über Musik, Künstler oder tolle Erlebnisse zu reden. Ich rede über meinen Hund oder über das Rasen mähen. Mit dem Ergebnis, dass in unserer Straße niemand Mops den Künstler, als Nachbarn hat sondern Mops den netten Kerl, mit dem man eine Flasche Bier über den Gartenzaun trinkt, dem man auch mal einen Anhänger leiht, wenn er Gartenabfälle weg bringen muss oder dem man mal beim Haus streichen oder Holz hacken hilft. Das mache ich nämlich auch selber.

Ich genieße es, dass ich beim Schlachter oder in den Geschäften, in der Schlange stehe und mich mit den Hausfrauen über das beste Rezept für Rinder-Rouladen unterhalten darf.   

Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass mein Leben so ist wie es ist. Und ich finde viele Dinge einfach so schön und auch für mich so toll, dass ich sie einfach erzählen muss. Nehmen wir nur mal Lisas Sattel. Das kann ich doch meinen Nachbarn nicht erzählen, wenn denen gerade das Weihnachtsgeld gestrichen wurde und sie nicht wissen, wie sie ihre Kinder anständig beschenken sollen. Trotzdem war es für mich ganz toll diesen Sattel anfertigen zu lassen. Nicht weil er viel Geld gekostet hat, sondern weil ich wusste, wie sehr sich meine kleine Prinzessin darüber freuen würde. Also wo könnte ich diese Freude besser mit anderen Menschen teilen als hier in meinem Blogg? Ich schreibe gerne für mich und für Euch.

Und ich mache das mit viel liebe und Freude. Ich finde nämlich, dass es hier im Netz viel zu viele negative Bloggs gibt, in denen nur über Selbstmord, Todessehnsucht und Selbstverletzung geschrieben wird. Ich wünsche mir eben für alle immer etwas Sonne im Herzen und etwas schönes für den Tag :-)

Trotzdem ist das was hier geschrieben wird, keine Fiktion oder ein Märchen. Und auch wenn es für manchen eine völlig andere Welt ist, so ist es die Welt in der ich mich bewege. Und das schon seit über 20 Jahren. Ihr könnt mir glauben, dass auch diese „tolle“ Welt soo viele Schattenseiten hat, dass man daran und darin sehr schnell kaputt gehen kann. Ich kenne viele „erfolgreiche“ Menschen, die im Rampenlicht immer cool und bewundernswert sind und sich dann alleine im Hotel oder zuhause, vor lauter Einsamkeit und auch Weltschmerz eine Flasche Schnaps (oder schlimmeres) in den Kopf ballern. In so fern unterscheiden sie sich wohl kaum von den Menschen, die wegen Hartz IV oder unbezahlter Rechnungen, zur Flasche greifen. Ich will damit sagen, dass egal wo man ist, auch immer andere „Welten“ in der Nähe sind, die sich alle ähneln aber selten berühren. Nur hier im Netz, in den Bloggs verschwinden diese Grenzen. Hier begegnen sich Menschen, die sich sonst nie begegnet wären. Und auch für mich ist es manchmal aufregen und auch schwer zu verstehen, wie es bei andern Bloggern so im Leben zugeht. So  lese ich von Scheidungen und den Streit ums Sorgerecht von Kindererziehung, den Kampf gegen die Pfunde oder heimlichen Affären, Sex, Seitensprüngen und tiefen Abgründen der Seele etc. Das finde ich genau so aufregend und spannend, wie ihr vielleicht das was ich hier schreibe.

Wichtig ist doch, dass es Euch gefällt und dass es Euch ermöglicht an einem fremden Leben teilzuhaben. Es ist doch das gute Gefühl, das zählt, wenn man merkt, dass man nicht allein ist oder etwas schönes gelesen hat....Oder?       

   

 

02.02.2005 um 10:58 Uhr

Die Nacht der langen Messer Teil II

von: Mops

Die Nacht der langen Messer Teil II

Wir tanzten ein paar Runden und waren uns der Aufmerksamkeit des Don’s gewiss. Es war kaum zu übersehen, dass er jeden unserer Schritte interessiert verfolgte. Schließlich sahen wir uns dann doch genötigt am Tisch von Lisas Familie Platz zu nehmen. Onkelchen und Tantchen saßen ebenso mit am Tisch wie auch Lisas Schwester, Maciela. Und zu allem Übel saß ich auch noch zwischen den beiden Schwestern. Man konnte übrigens die ganze Nacht durch Speisen und Getränke von einem üppigen Büfett holen. Auch Spanferkel konnte man bekommen. So wurde an manchem Tisch die ganze Zeit gefuttert. Maciela sprach übrigens ein nicht ganz so gutes Deutsch wie Lisa und ihr Vater. Das lag aber wohl daran, dass sie noch nie längere Zeit aus Spanien fort war. Dennoch war sie eine Frau, die es verstand intelligente Konversation zu betreiben. Objektiv betrachte, war sie eine verdammt attraktive Frau.  Immer wieder verwickelte sie  mich in nette aber belanglose Gespräche.  Auch wenn mir sehr bewusst war, dass Lisa ihre Schwester nicht mochte, so konnte ich ja nicht so tun, als höre ich nicht wenn diese mit mir sprach. Ich befand mich also in der Zwickmühle. Zu mal meine Süße, kaum etwas sagte (dafür wechselte sie immer wieder schweigend Blicke mit ihrem Vater). Ich wollte nicht unhöflich sein - aber auch nicht, dass mein kleiner Engel irgendwann ihrer kleinen Schwester, die Kehle durchschnitt. Der Don hielt sich bei Tisch übrigens auffallend zurück. Dafür beobachtete er Amüsiert, wie ich versuchte der „Zwickmühle“ zu entkommen. Maciela, genoss es anscheinend, Lisa zu reizen. Die Stimmung meiner kleinen wurde gefährlich frostig. Es war Lisas Mutter, die rechtzeitig erkannte, dass es nicht gut war, mich in der Nähe ihrer jüngsten Tochter zu lassen. Sie sagte über den Tisch zu mir: „Bei uns in der Familie sind alle Männer grausige Tänzer, hätten sie vielleicht Lust, mit einer alten Frau, das Tanzbein zu schwingen?“ Ich lächelte sie an und entgegnete, höflich: „Ich sehe keine alte Frau. Aber mit einer so schönen und charmanten Dame wird es mir ein Vergnügen sein (ich Schleimer). Ich wusste, dass Lisa erwartete, dass ich mit ihrer Mutter tanzte und so wollte ich die Angelegenheit hinter mich bringen.

„Grausige Tänzer?“, brummte der Don in gespielter Entrüstung. „Elisa, wirst Du mir dabei helfen, die Familienehre zu verteidigen?“  Lisa lächelte böse in meine und Muttis Richtung. „Ihr habt schon verloren“

Ich muss mal betonen, dass diese Worte in Verbindung mit ihre süßen Stimme und dem Spanischen Akzent, wirklich Sexy klangen (nur mal so als Anmerkung). Sie zwinkerte mich frech an. Der Don lachte erfreut.“ Das ist meine Elisa, man muss sie nur herausfordern!“ Lisa hielt ihm auffordernd die Hand hin. Er schnappte sich meinen kleinen Engel und so enterten wir gemeinsam die Tanzfläche.

Lisas Muter lag gut im Arm und war eine sehr angenehme und sympathische, Frau. Sie strahlte den selben ungebrochenen Optimismus aus, den ich an Lisa so mochte. „Sie nehmen es mir doch nicht übel,“ fragte sie, “dass ich Sie so überfallen habe?“ Sie lächelte schelmisch. „Ich dachte mir, ich helfe ihnen da heraus!.. Es muss unangenehm sein, wenn man so unter fremden Menschen, den Eltern seiner Freundin vorgestellt wird.“ Sie sah mich fragend an. „Oder ist es Ihnen unangenehm, dass ich Sie zum Tanzen aufgefordert habe?“

Ich lächelte sie freundlich an. „Sie tanzen wundervoll. Und ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie so freundlich zu mir sind.“ Lisa schaute während sie mit dem Don tanzte immer wieder spöttisch zu mir  herüber. Sie wusste ja, dass der Tanz bei mir unter der Rubrik „Pflicht“ lief. Also musste sie sich insgeheim köstlich über mich amüsieren. Der Don hingegen schien uns keines Blickes zu würdigen, er genoss offenbar den Tanz mit seiner Tochter in vollen Zügen. Und objektiv betrachtet tanzten die beiden um Längen besser als ich und Mutti.

„Wie haben Sie und Elisa sich kennen gelernt?“ Fragte „Mutti“ unvermittelt. Mich irritierte, dass Lisas Eltern sie immer Elisa nannten. „Hat sie das nicht erzählt?“ Fragte ich. Lisas Mama schüttelte traurig den Kopf, nein das hat sie nicht. Wissen Sie Elisa spricht nicht viel über die Dinge die ihr wichtig sind.“ Ihr Blick wurde ernst. „Man könnte meinen, je wichtiger ihr etwas ist, desto wenige darf ihre Familie daran teilhaben.“
„Das klingt aber nicht schön,“ entgegnete ich. „Ich will nicht „indiskret“ sein aber wieso ist das so?“

Ihre Mutter neigte den Kopf und sah einen Augenblick hinüber zu Lisa und dem Don. „Das ist eine lange Geschichte (komisch dachte ich, es scheint dort nur „lange Geschichten“ zu geben). Es ist übrigens das erste mal, dass sie überhaupt einen Freund bei uns vorstellt. Wir haben immer nur durch Zufall davon erfahren, wenn es einen Mann oder Jungen in ihrem Leben gab. Meistens durch andere Menschen. Elisa hat sich dann steht’s geweigert, ihre Boyfriends bei uns vorzustellen, was oft zum Streit mit ihrem Vater geführt hat.“ Sie lächelte sanft. „Umso aufregender finde ich, dass Sie heute hier sind.“ Ihre Augen strahlten als sie dies sagte. „Es ist richtig ungewohnt, dass es ein Mann geschafft hat, dass Elisa sich auch offen zu ihm bekennt.“ Sie tätschelte aufmunternd meinen Arm. „Das dürfen Sie als Kompliment werten.“

Ich musste grinsen.

„Offengestanden, hatte ich bisher angenommen, dass Sie nicht damit einverstanden wären, dass Lisa einen Freund wie mich hat.“
Sie lächelte herzlich, während ich sie über die Tanzfläche schob. „Nun zunächst hat es bei uns im Haus auch ganz schön Krach gegeben. Elisa und Ihr Vater sind wie zwei dickköpfige Stiere aufeinander los gegangen. Das war zwischen den Beiden aber schon immer so. Sie streiten und sie vertragen sich.“ Sie lachte wehmütig. „ Selbst ich verstehe oft nicht was da zwischen ihnen vorgeht. Im einen Augenblick, streiten sie sich bis aufs Blut und man glaubt der Himmel stürzt ein, im Nächsten schläft Elisa wie ein kleine Mädchen bei meinem Mann im Arm auf der Veranda oder vor dem Kamin und er hält sie Stundenlang fest, und wenn es die ganze Nacht dauert. Man sollte die Beiden, in solchen Momenten auch nicht stören. Auch wenn ich mich als Frau und Mutter dann gelegentlich, ziemlich ausgeschlossen fühle.“ Sie lächelte tapfer.  „Dieses Spielchen spielen sie übrigens immer noch. Auch wenn man meinen müsste, Elisa wäre dafür mittlerweile zu erwachsen“. (Das kam mir bekannt vor). „ Aber streiten können die Beiden!“ Sie schüttelte in gespielter Resignation den Kopf. „Es gibt kaum eine Sache bei der die beiden mal einer Meinung sind. Außer vielleicht bei ihrer Liebe zu Pferden. Darin sind sie allerdings Experten und steht’s einer Meinung.“ Sie sah mich Mitleidig an. “Ein Musiker, in ihrem Alter, ist also ganz sicher etwas wo die Beiden, aneinander geraten mussten.“

Ich runzelte irritiert die Stirn. „Sie scheinen aber nicht so viele Vorbehalte zu haben?!“ Ihre Augen blitzen listig und erinnerten mich an das „Blitzen“ von Lisas Augen. „Oh ich bin eine Frau. Ich weiß wie es ist, wenn man sich in einen Mann verliebt der der Familie nicht „genehm“ ist.“ Sie deutete mit dem Kopf auf ihren Mann, der immer noch gut gelaunt mit Lisa „seine Runden drehte“. „Was glauben Sie wohl, wie schwer es vor fast 30 Jahren für mich war einen Spanier zu heiraten? Meine Familie war darüber gar nicht begeistert. Außerdem habe ich schon Weihnachten erkannt, wie wichtig Sie meiner Tochter sind.“ Mutti schmunzelte nachdenklich. „Alleine die Heftigkeit, mit der die beiden aneinandergeraten sind....Elisa hatte sich nur einmal zuvor so sehr mit ihrem Vater gestritten. Damals allerdings hat sie mehr als sechs Monate kein Wort mehr mit meinem Mann gewechselt. Und dass obwohl wir alle unter einem Dach lebten. Dieses mal war es ähnlich schlimm. Sie ist sogar früher wieder abgereist und hat bis zu unser Ankunft hier in Deutschland kein Wort mehr mit meinem Mann gewechselt.“ Sie lachte wehmütig. „Auch wenn es nicht so ausschaut, meinen Mann schmerzt kaum etwa mehr, als wenn er sich mit Elisa streitet und sie ihm hinterher ihre Liebe entzieht. “

Sie klopfte mir anerkennend mit der Hand auf die Schulter „ Da Elisa, ihren Vater also seit Weihnachten mit „Verachtung“ straft, scheint es mir etwas ernster mit Ihnen Beiden zu sein.“ Sie lächelte. „Und auch wenn mir meine Vernunft rät, ganz genau hinzuschauen, was für einen Kerl sich meine Tochter da geangelt hat...“ Sie lachte entschuldigend für ihre deutlichen Worte. “Ich werde ganz sicher nicht den selben Fehler machen, wie meine Mutter. Ich werde meinem Kind nicht unnötig das Leben schwer machen!“ Sie verzog entschlossen das Gesicht. „Ich für meinen Teil habe mich entschlossen meiner Tochter zu vertrauen.“

Die Musik verklang und ich bot „Mutti“ meinen Arm an um sie von der Tanzfläche zu führen. „Mir scheint Sie sind eine sehr kluge Frau!“ Sagte ich leise zu Ihr, während wir uns wieder dem Don uns seinen Töchtern näherten. Sie lachte amüsiert. „ Ich habe auch lange darüber nachgedacht, seit Weihnachten. Und ich fand es gar nicht schön, dass Elisa, so auf Distanz zu uns gegangen ist. Ich möchte nicht, dass sie ihre Eltern als Hindernis, zu ihrem Glück empfindet.“ Sie schenkte mir einen mitleidigen Blick. „Sie haben vielleicht schon bemerkt, dass meine Tochter sehr stur und Dickköpfig sein kann?“ Nun musste ich lachen. „Nun bisher war sie immer sehr „umgänglich“. Sie klopfte mir aufmunternd auf den Arm. „ Glauben Sie mir, wenn sie etwas will, sollte man sich ihr besser nicht in den Weg stellen.“
„Bei allem was ich so gehört habe, denkt Ihr Mann wohl aber nicht so?“
Sie seufzte entschuldigend.
„Mein Mann ist ein guter Mensch, mit schlechten Angewohnheiten. Was glauben sie wohl woher Elisa ihren Sturkopf hat?“ Sie drückte ermutigend meinen Arm. „Lassen Sie sich nichts, von den Beiden gefallen! Von Beiden nicht!“

„Das habe ich nicht vor.“

Am Tisch, wollte ich wieder Platz nehmen, als mich Maciela ansprach. „Würden sie mir auch einen Tanz schenken, Senor Mops?“ Ich wollte schon zustimmen, als Lisa plötzlich an meiner Seite stand und meinen Arm umfasste. „Tut mir leid, Maciela! Seine Tanzkarte ist schon voll.“ Sie lächelte mich auffordernd an. „Und die nächsten Tänze gehören mir.“ Mit diesen Worten zog sie mich in Richtung Tanzfläche. Ich lächelte Maciela entschuldigend an und fing im fortgehen einen abschätzenden Blick vom Don auf.

Ich nickte ihm höflich zu und widmete mich dann wieder meiner kleinen Wildkatze. „Ich nahm sie in den Arm und tanzte eine Weile schweigend mit ihr. Ich konnte spüren, dass sie innerlich „kochte“.

„Was genau ist da eben passiert?“

Sie sah mich unschuldig an. „Was meinst, Du?“ Ich schob sie schwungvoll über die Tanzfläche. „Das weißt Du ganz genau!“

Ich suchte ihren Blick und sah sie warnend an. Mein kleiner Engel verstand, dass ich, es nicht mochte, wenn man Spielchen spielte. Sie verzog tapfer das Gesicht. „Ich will nicht, dass Du mit IHR tanzt. Sie ist ein Miststück.“

„Das sagtest Du bereits, aber ich kann doch nicht in Gegenwart Deiner Eltern, unhöflich sein und Deiner Schwester, einen Tanz abschlagen.“

Das Gesicht meiner kleinen Lady wurde sehr ernst und wirkte nun wirklich wie das einer gereizten Raubkatze. „Darum habe ja ich den Tanz ausgeschlagen. Ich darf nämlich unhöflich zu dieser falschen Schlange sein.“ Autsch, das saß. Ich muss gestehen, dass ich Lisa noch nie so erlebt hatte und, dass es mich schon störte, sie so unversöhnlich zu sehen. Sie fuhr regelrecht die Krallen aus und ich hatte Sorge hier irgendwie mit verbunden Augen durch ein Mienenfeld zu laufen. Auf der anderen Seite ist sie immer so süß, wenn sie wütend ist :-)

Ich versuchte es also etwas beruhigender. 

„Lisa, wie soll ich denn hier mit Deiner Familie zurecht kommen, wenn ich nicht weiß, was hier eigentlich abläuft. Ich hatte aufgehört zu tanzen und hob mit meiner Hand an ihrem Kinn ihren Kopf so weit an, dass sie mir in die Augen sehen musste. Nun wirkte sie wieder viel friedlicher. Ihr Blick wurde weicher und wärmer und sie seufzte ergeben. „Du hast ja recht.“

„Ja, das habe ich“, erwiderte ich sanft. „Und deshalb gehen wir beide jetzt mal eine Runde spazieren.“ Sie nickte ergeben und hielt meine Hand einen Augenblick sehr fest. „Tut mir leid!“

„Ich weiß.“

 

01.02.2005 um 11:31 Uhr

Die Nacht der langen Messer oder D-Day. Teil I

von: Mops

Die Nacht der langen Messer oder D-Day. Teil I

Das Beste zuerst: Ich lebe noch ;-)

Da ihr mich ja so drängt, und es wirklich viel zu schreiben gibt, werde ich Euch also den D-Day Bericht in Häppchen servieren müssen.... Außerdem sind Lisas Eltern noch im Land und das bedeutet immer wieder, Action!

Ich erspare mir mal die Beschreibung, wie es auf dem Gut so ausgesehen hat. Habe ich doch im Beitrag „Mein Date mit Lisa“, die Örtlichkeit sehr genau beschrieben. Allerdings war am Sa. direkt neben dem Haupthaus auch noch ein Festzelt mit Holzstellwänden, aufgebaut. In das Zelt gelangte man indem man durch den Festsaal /Festdiele ging und an der Stirnseite nach rechts, durch einen Verbindungsgang marschierte. Im Zelt befand sich die Tanzfläche so wie ein Vielzahl von Tischen, an denen die illustre Gesellschaft, tafelte. Natürlich war auch auf der Diele, die große Tafel in Benutzung.

Ich kam relativ spät. Wollte ich doch nicht gleich zu beginn der Veranstaltung, dumm rum stehen. Das hatte allerdings zum Nachteil, dass unser „langer“ Wagen kaum an den parkenden Nobelkarossen vorbei kam. Immerhin hat die Karre ja einen recht großen Wendekreis und so war äußerste Vorsicht angesagt. Links neben den Stallungen standen überdies eine ganze reihe von Pferdeanhängern .

Langsam wie ein Panzer rollte der Wagen, über die Hofeinfahrt. Die Limo war nagelneu, erst am Morgen vom Händler geliefert, daher rochen die bequemen Ledersitze sehr intensiv, was mich dazu nötigte das Fenster einen Spalt weit geöffnet zu lassen. Unser Fahrer hatte nämlich den „alten Wagen“ bei Schnee und Eis um einen Baum gewickelt. In der Folge orderte mein Boss einen neuen noch cooleren Schlitten. Pechschwarz mit verdunkelten Scheiben und allen „Schicki Micki“, (Bar, Telefon, DVD-Player etc.). Weil, unser Fahrer Bruno, bei dem Unfall ein bisschen was abbekommen hatte und nun noch für längere Zeit ausfiel, sprang Manni als Chauffeur ein. Er besorgte sich extra noch eine Chauffeur -Mütze, die gut zu seinem dunklen Anzug passte (Ihm machten solche Spiele großen Spaß).

Irgendwann war dann der Punkt erreicht, wo Manni, die Karre in der dritten Reihe stoppte. Es war unmöglich bis direkt vor die Tür zu fahren. Wie es sich für einen guten Chauffeur gehörte sprang Manni, eilfertig aus dem Auto und öffnete mir „formvollendet“ die Tür. Ich stieg aus und war einen prüfenden Blick über den Parkplatz (eigentlich ja der Hof) wo überall Leute rumwimmelten,  ich würde doch glatt 40 Meter zu fuß gehen müssen :-) Mit den Worten: „Eure durchlauchtigste Durchlaucht“, legte Manni mir den Mantel um die Schultern, und „zuttelte“ heimlich noch mein langes Haar zurecht. Ich hätte ihn erwürgen können. Als wenn ich nicht schon aufgeregt genug wäre, muss er auch noch so einen Blödsinn machen. 

Nun kennt bestimmt jeder das blöde Gefühl, das man hat, wenn man in eine fremde Gesellschaft kommt. Ich muss gestehen, dass ich nicht frei davon bin. Allerdings habe ich gelernt, mir diese Aufgeregtheit nicht anmerken zu lassen. Wenn man eine Bühne betritt, hat man auch immer „Herzklopfen und Lampenfieber“ und muss das gut verbergen. Mit ungerührter Miene marschierte ich also durch den Eingang und betrat die Höhle des Löwen. Die Diele war recht voll mit schicken und eleganten Menschen. Überall wuselte Service-Personal durch die Menge und verteilte Getränke, Aschenbecher und was weiß ich nicht noch. Ich blieb abwartend stehen und blickte (äußerlich) gelassen in die Runde. Sofort kam eine nette junge Dame und nahm mir freundlich den Mantel ab. Sie drückte mir einen Zettel mit einer Nr. in die Hand und erklärte mir wo ich den Mantel später wieder abholen könnte. Ich war übrigens ganz froh auf den Gehstock verzichtet zu haben. Eine weitere Frau sprach mich an und fragte ob ich etwas trinken wollt. Einen fünffachen Whisky, wünschte ich mir, wollte jedoch nicht gleich mit einer Alkoholfahne „positiv“ auffallen! Ich lehnte dankend ab, und sah mich suchend um.

Ich hatte mit Lisa verabredet, dass wir uns direkt hier am Eingang treffen wollten. Und wie versprochen sah ich auch schon meinen kleinen Engel auf mich zu „schweben“ ;-). Soll ich Euch wieder mit einer „ich schmachte meine Traumfrau-Beschreibung“ langweilen? Ja? Na gut!

Lisa trug ein cremefarbenes, fast weißes, langes Kleid, das nur über einer Schulter von einem Träger gehalten wurde.  Auf diesem Träger prangte  eine funkelnde Brosche, die aus einer Million Glitzersteinchen, zu bestehen schien. Das Kleid war sehr eng und betonte ihre Figur auf eine Weise, die wohl nicht nur mich „verrückt machte“. Da taten die seitlichen (nicht zu hohen) Schlitze, die den Blick auf ihre strammen Waden erlaubten und der „freie“ Rücken ein Übriges. Ihr hübschen kleinen Füße steckten in schicken Schuhe mit fiesen Absätzen. An ihrem Hals funkelte eine dünne Kette aus Glitzersteinchen, die gut zu ihren Ohrschmuck passte *Was weiß ich denn wie man das ganze Funkelzeug so nennt*. Ihr langes Haar hatte sie zu einem dicken Zopf geflochten. Bleibt noch zu erwähnen, das ein silbernes Glitzerband in den Zopf eingeflochten war. „Frauen“ was die sich so alles einfallen lassen :-). Ich könnte nun noch Stunden lang schwärmen wie hübsch ihre braune Haut zu der hellen Farbe des Kleides passte, wie rassig sie aussah, und wie raffiniert sie geschminkt war, aber ich will Euch ja nicht langweilen....

Die kleine Lady, stellte sich wortlos, abschätzende vor mich, verschränkte die Arme auf den Rücken und musterte mich spöttisch. Wir hatte vorher ausgemacht, dass wir uns nicht „knutschender Weise“ begrüßen würden. Einen Augenblick sahen wir uns schweigend und breit grinsend an und vergaßen die vielen Menschen um uns herum. Es machte Spaß meinen kleinen Engel so „Lady like“ zu sehen, fast kam es mir vor wie ein Besuch auf einem Debütanten-Ball. Hinzukam ja noch, dass wir wohl den ganzen Abend unter Beobachtung stehen würden, was dem Ganzen einen gewissen Kitzel, gab. Wir waren wie zwei Teenager, die nicht wollten, dass Mama und Papa, mitbekamen wie verliebt sie waren. Mir jedenfalls fing der Abend an zu gefallen. Ich glaube Lisa ging es ähnlich. Ihre Augen blitzten und dann sagte sie:“ Du siehst toll aus!“ Nun musste ich noch breiter Grinsen.“ Ich denke das war mein Text!?“ gab ich amüsiert zurück. Sie hakte sich bei mir unter und zog mich sanft tiefer hinein in die Höhle des Löwen. „Das musst Du mir nicht sagen. Ich weiß, dass ich toll aussehe“ flüsterte sie spöttisch, während wir uns den Weg durch die Menschen bahnten. Lisa schenkte immer wieder einigen Leuten ein strahlendes Lächeln oder begrüßte im „vorbeigehen“ viele „schicke Menschen“.

„Ganz schön eingebildet“, foppte ich sie.

Sie lachte überlegen. „Wollen wir die anwesenden Männer befragen?“  Ich schenkte Ihr einen mitleidigen Seitenblick. „Soooo oft hat man es Dir heute schon gesagt?“ Sie nickte gespielt „hochmütig“. „Na dann kann ich ja dankbar sein, dass Du mir Deine Gunst schenkst. Sie lächelte wieder spöttisch. „Vor allem, soll Dich das daran erinnern wofür Du die ganze Mühe auf Dich nimmst“  Sie sah mich lasziv an. „Das alles kann Dir gehören.“

„Nett, dass Du mich daran erinnerst, Engelchen“ gab ich sanft zurück. „Als wenn ich es nicht wüsste!“ Sie drückte aufmunternd meinen Arm, und warf mir einen liebevollen Blick zu. „Du machst das schon, Tiger!“ Nun mussten wir beide lachen. Dann wurde sie wieder ernst. „Meine Schwester ist auch mitgekommen, Du gehst ihr am besten aus dem Weg, sie ist ein Miststück.“

Hoppla, ich wusste ja um ihre Familie aber über ihre Schwester hatte Lisa noch nie  gesprochen. Bisher hatte ich nichts von einer Schwester mitbekommen. Schlimmer noch fand ich, dass sie mir diese nicht unerhebliche Tatsache erst jetzt erzählte. Schließlich war ihre Familie schon am Freitag angereist und wir hatten noch am Abend, lange telefoniert. Mir schwante, dass meine kleine Zuckerschnute keine gute Meinung von ihrer Schwester hatte.
„Warum hast Du mir nicht erzählt, dass Du eine Schwester hast?“ Fragte ich irritiert. Ihre Miene wurde hart. „Es schien mir nicht wichtig, genug“, gab sie einsilbig zurück und ich beschloss, dass Thema erst einmal ruhen zu lassen. Trotzdem, gefiel mir nicht, dass sie solche Sachen einfach nicht erzählte.

Wir gingen ins Zelt, wo sich auch die Tanzfläche und eine kleine Bühne befanden. Die „Top Forty”, Band, die den Abend musikalisch begleitete kannte ich sehr gut. Unsere Proberäume lagen nebeneinander. Die Musiker sahen mich und nickten mir freundlich zu. In Gedanken beglückwünschte ich Lisas Onkel zu dieser guten Wahl.

 Tja und dann kam der Moment der Momente. Lisa entdeckte ihre Eltern zwischen einigen Menschen am Rand der Tanzfläche. Der Don sah genau so aus wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Wie eine jüngere Ausgabe von Christopher Lee :-) (na ja fast so..) Schlank, fast hager mit markanten Gesichtszügen, und wachen Augen. Er hatte silbergraues Haar und einen ebensolchen, fein gestutzten Bart. Lisas Mutter, war genau so klein wie meine Zaubermaus, und hatte langes blondes Haar, dass sie elegant, Hochgesteckt trug. Die Beiden waren in stilvolle schwarze Abendgarderobe gekleidet, bei „Mutti“ fiel mir auf, dass sie noch verflucht gut aussah und eine recht gute Figur machte in ihrem schicken schwarzen Kleid. Sie bewegte sich äußerst anmutig. Nun wusste ich auch woher, Lisa ihre „geschmeidigen“ Bewegungen hatte.

Der Don trug tatsächlich, genau wie ich einen Gehrock. Allerdings im strengeren „Zuschnitt“.

Lisas Eltern bemerkten wie wir auf sie zusteuerten und sofort richteten sich prüfende Blicke auf uns/mich. Der Don hob spöttisch eine Augenbraue und sah uns erwartungsvoll entgegen. Nun war also auch geklärt woher meine Süße ihren beunruhigende Blick hatte. „Muttis“ Blick hingegen war warmherzig interessiert.

Als Lisa mich ihrem Vater vorstellte war ihr die Aufregung anzumerken. Sie wirkte nun nicht mehr ganz so stark, und selbstbewusst. Eher, wie ein junges Mädchen, dass zum ersten mal einen Freund mit nach hause brachte. Der Don schenkte mir einen weiteren spöttischen Blick und reichte mir dann freundlich seine feingliedrige Hand. Er hatte einen festen aber nicht übertriebenen Händedruck. Er sprach ein fantastisches Deutsch und hatte eine angenehme Stimme. Dennoch war natürlich der Spanische Akzent, ähnlich stark vorhanden wie bei meiner Zuckerschnute. „Senor Mops,“ sagte er nach dem Lisa mich vorgestellt hatte und sah mir dabei fest aber nicht feindseilig in die Augen. „Sie sind also, der Mann, der das Herz meiner lieben Elisa gestohlen hat?“ Ich zeigte ihm freundlich die Zähne. “Warum gefällt mir das Wort „gestohlen“ nicht?“ Er neigte den Kopf „Nur so eine, wie sagt man in Deutschland?  Redwendung!“ Ich lächelte freundlich in die Runde. „Dann bevorzuge ich die „Redewendung“ geliehen!“

Zu meinem Erstaunen lachte der Don freundlich. Elegant deutete er auf seine Frau. „Darf ich Ihnen die Mutter, Ihrer „Eroberung“ vorstellen? Meine Frau, Maritta!“ Lisas Mutter reichte mir mit einem wissenden Lächeln die Hand. Da ich ja einen Benimm- Crashkurs absolviert habe, vermied ich „platte Komplimente“ und beschränkte mich auf ein freundliches. „Es ist mir Vergnügen“. Bloß nicht „zu dick auftragen“ lautete die Devise. „Und das ist meine Tochter Maciela“, deutete der Don auf Lisas Schwester, die etwas abseits gestanden hatte und sich nun interessiert näherte. Maciela war eine hinreißend schöne junge Dame. Allerdings von ganz anderer Art als Lisa. Sie trug ein schlichtes aber elegantes schwarzes Kleid, mit züchtigen (aber nicht weniger attraktiven) Ausschnitt. Sie hatte langes, glatte schwarzes Haar, das bis auf den Po Ansatz hinabreichte.  Mir fiel auf, dass sie einen scheuen, traurigen Blick, hatte. Ihre dunklen Augen wirkten fast schon schwarz. Maciela wirkte insgesamt sehr, still und verletzlich. Sie sah mich zurückhaltend an und reichte mir sehr distanziert die Hand. “Sie sind der Musiker“, sagte sie mit einer sehr warmen weichen Stimme und einem ernsten Seitenblick auf Lisa. Mir entging dabei nicht, dass meine Kleine ihre Schwester mit Blicken „durchbohrte“. Offensichtlich stand es zwischen den Beiden nicht zum „Besten“.

Zum Glück ersparte mir die Band, eine Antwort, in dem sie mit einem schmissigen Walzer, die Tanzfläche eröffnete und dadurch jede weiter Unterhaltung abwürgte. „Der Don, verzog wegen der lauten Musik das Gesicht. „Hier wird es mir zu laut. Senor Mops, wollen Sie uns die Ehre erweisen und uns an unserem Tisch Gesellschaft leisten?“ Er lächelte spöttisch und wechselte dabei fragende Blicke zwischen mir uns Lisa. Bevor ich antworten konnte hakte sich meine kleine Lady bei mir unter und antwortete hastig für mich: „Später! Mops ist gerade erst gekommen und ich will ihm noch einige Freunde vorstellen.“ Der Don nickte verstehend, wirkte aber leicht enttäuscht.  „Dann also später!“ Wir nickten uns höflich zu und ich spürte wie mich die kleine Lady sanft aber bestimmt, von ihren Eltern weg führte. Sie stellte mich tatsächlich einigen Leuten vor, deren Namen ich aber sofort wieder vergaß. Zwischendurch trafen wir auch noch auf ihrem Onkel und ihre Tante.

Tantchen fragte uns augenzwinkernd, wie es den gelaufen sei. Lisa verdreht nur die Augen und winkte ab. „Frag nicht“, gab sie gestresst zurück. „Ich brauche jetzt erst mal einen Drink.“ 

Tja und dann standen wir tatsächlich an der Bar, Lisa lies sich einen Tequilla geben, und orderte für mich einen Whisky. Ich konnte merken, dass es in meinem kleinen Engel rumorte. Ich zog sie auf die Seite und stellte sie vorsichtig zur Rede.”Was ist? So schlecht ist es doch gar nicht gelaufen.”

Sie sah mit mitleidig an. “Das kommt schon noch!” orakelte die Lady. “Er ist viel zu freundlich, das geht nicht gut! Er hat bestimmt irgendetwas vor.” In ihrem Gesicht las ich echte Beunruhigung. “Glaubst Du nicht, dass Du Dich jetzt verrückt machst?” versuchte ich sie zu beruhigen. “Schau mal, es ist doch ganz nett hier und gleich werden wir auch mal miteinander Tanzen, und Du darfst mir dabei auch wieder auf die Füße treten.” Sie lächelte mich liebevoll an. “Du bist süß. Ich will nur nicht, dass mein Vater irgendwann die Katze aus dem Sack läßt und Dich irgendwie verletzt oder vergrauelt.”

Ich wollte das Thema wechseln. “Wieso  hast Du  mir nicht gesagt, dass Du Elisa heißt? Und warum herrscht zwischen Dir und Deiner Schwester, so ein gereiztes Klima, dass Du sie mir gegenüber verschwiegen hast?” Meine Süße zuckte unwillig mit den Schultern. “Lisa, Elisa ist dass so wichtig? Alle nennen mich Lisa nur meine Eltern versuchen es immer mit ELISA! Lisa gefällt mir eben besser!” Sie wirkte nun störrisch und abweisend. “Und Deine Schwester? Was ist mit Ihr?”

“Eine lange Geschichte, ich bin nicht in der Stimmung sie zu erzählen.” Nun blitzen ihre Augen wieder wie bei einer Wildkatze und ich wußte, dass ich besser nicht weiter “bohrte”, wollte ich den Abend nicht verderben. Ich kippte den Drink runter und beobachtete wie Lisa den Tequilla austrank. Sie merkte wohl an meinem Gesichtsausdruck, dass mir ihre “schroffe” Reaktion nicht gefiehl. Sie nahm nun wieder umgänglicher meine Hand und sagte:”Ich würde jetzt am liebsten mit Dir alleine sein und rum knutschen.” Nun musste ich lachen. “Das gehört sich aber nicht. Aber Du kannst mir ja nachher nochmal die Ställe zeigen oder ich zeige Dir den neuen Wagen! Wir können Manni spazieren schicken und die Bar im Auto plündern.” Nun lachte meine Süße wieder fröhlich. “Das klingt gut!” Ich nickte amüsiert. “ Aber jetzt gehen wir erstmal Tanzen. Damit alle sehen was für ein schönes Paar wir sind”