Neulich im Radio...oder Partnerbörse mit dem Mops.
Im Rahmen der anstehenden Promotion (Werbung) für das
nächste Album tingeln meine Bandkollegen und ich nun schon öfter mal durch die
Medienanstalten.
Also sitze ich vor kurzem im Nachtprogramm bei einem tollen
kleinen Sender im Studio und plaudere zwischen den einzelnen Musiktitel mit der netten Moderatorin, über
alles mögliche und über das neue Album im „Speziellen“. In der zweiten
Sendestunde wird eine Dating /Partnerbörse abgehalten. Das heißt Singles rufen
an, erzählen etwas von sich und nennen
dann eine Telefonnr. wo sich „interessierte“ Kandidaten melden können.
Die Moderatorin nennen wir sie mal Nina gibt sich wirklich
mühe, die „einsamen Herzen“ in nette Gespräche zu verwickeln, so dass sich diese
von ihrer besten Seite präsentieren können. Hin und wieder werde ich auch an
dem Gespräch beteiligt und glänze mal wieder durch völlige „Unverbindlichkeit
und Desinteresse“. Ich finde solche Dating-Lines nämlich total bescheuert. Ich
frage mich ernsthaft wie einsam und verzweifelt man sein muss um der Ganzen
Welt (na ja wenigstens der ganzen Stadt) zu erzählen wie sehr man sich nach
einem Partner sehnt. Gibt es denn nicht unzählige Möglichkeiten nette Menschen
kennen zulernen?
Hier mal einige Beispiele, die mir besonders im Gedächtnis
geblieben sind. Der erste Anrufer ist „Horst“ 45 Jahre alt, Landwirt und immer
noch „alleinstehend“. Und schnell wird klar warum Host noch keine Frau gefunden
hat. Er spricht fast nur Plattdeutsch und bekommt dabei die Zähne nicht
auseinander. Nach Hobbys befragt, gibt er an dafür wegen der ganze Arbeit keine
Zeit zu haben. Aber in der freiwilligen Feuerwehr ist er und im Schützenverein.
Als das Gespräch mit Horst beendet ist bin ich mir sicher, dass in dieser Nacht
niemand für den „lustigen“ Landwirt anrufen wird.
Die nächste Anrufern ist Monika, 21 Jahre alt,
alleinstehende Mutter eines dreijährigen Sohnes. Monika hat keinen Job, keine
Ausbildung und auch absolut keine Hobbys. Sie klingt am Telefon müde und
schwerfällig und hat auch gar keine Vorstellungen von ihrem Traummann. Wenn Sie
den mal mit Freunden weggeht trifft man sich in der „Stammkneipe“ um die Ecke.
(Na toll denke ich) Nina die Moderatorin rollt während des Gesprächs genervt
mit den Augen und kritzelt auf einen Zettel das Wort „Langweilig!“. Immer
wieder versucht Nina, Monika eine Möglichkeit zu geben sich in einem „guten
Licht“ dazustellen aber Monika macht nicht mit. Zum Schluss versucht sie es
dann noch damit, dass der Mops ihr ganz gut gefallen würde und ob ich denn noch
Single wäre.... (Das fehlte mir noch...)
„Leider bin ich schon in festen Händen“, stammele ich
erschrocken ins Mikrophon. „Na ja“, meinen Gittaristen findet sie auch ganz
„süß“.
„Auch der ist schon vergeben!“
Ich stoße einen Seufzer der Erleichterung aus, als Monika
mit einem enttäuschten „Schade!“
endlich die Leitung frei macht.
Nina erklärt während die Musik läuft, dass sehr oft Typen anrufen, die sich einfach hängen lassen und im Prinzip „hoffnungslose Fälle“ sind. Zu mindest bei Monika war klar, dass Sie einen Ernährer suchte und ansonsten absolut nix zu bieten hatte... Traurig aber wahr!
Dann ist Marc am Telefon. Marc ist Maurer und gut drauf. Er
sei ein wenig „kräftig“ erzählt er, aber auf keinem Fall dick (als wenn das nun
so wichtig ist). Aber Marc klingt nett erzählt recht lustig über seine Hobbys
und über seine Arbeit und dass er kein Discogänger ist und nicht Tanzen kann.
Tja manchmal hapert es eben an so unwichtigen Dingen wie „Tanzen“. Ich muntere
ihn auf und sage, dass Tanzen eh was für „Weicheier“ ist. Wohl wissendlich
verschweigend, dass ich ja auch ganz nett mit Lisa getanzt hatte. Ich lasse
noch schnell einige dumme Sprüche ab, die tanzende Männer als Memmen
klassieren. Weiterhin behaupte ich, dass Frauen eh nur auf richtige Kerle
stehen (hi hi) und dass Softies out sind.
Nun warte ich hoffnungsvoll
darauf, dass meine Sprüche Wirkung zeigen. Kurz darauf hagelt es, zu meiner
großen (diebischen) Freude empörte Anrufe von Leuten die da ganz anderer
Meinung sind. Ich wundere mich, lauthals und rotzig wie man sich über eine so
unwichtige Bemerkung aufregen kann.
Ganz fies ärgere ich einige der Menschen die da anrufen mit
immer mehr flapsigen Sprüchen. Immer schön darauf bedacht, sie noch ein wenig
weiter zu treiben. Mops spielt mal wieder den bösen Jungen. Unsere Fans mögen
das (glaube ich) Hatte ich mich nämlich gerade wo es so öde langweilig in der
Sendung wurde, darauf besonnen, dass man in den Medien das meiste Aufsehen
erregt, wenn man sich daneben benimmt. Na mein Manager hat sich jedenfalls
gefreut.
Nina die Moderatorin, zeigt mir ein breites Grinsen. Sie hat sofort
geschnallt, dass mir die „olle“ Partnerbörse zu langweilig und öde gewesen ist
und ich nun drauf und dran war ihre Sendung zu schmeißen. Nach und nach schalten
sich immer mehr Menschen mit ihren Anrufen in die Sendung ein. Die Diskussion
verselbständigt sich und ganz plötzlich ist auch die zweite Stunde geschafft,
und Mops darf endlich wieder nach Hause, wo er vielleicht noch ganz brav, die
Nacht mit seiner Liebsten verbringen darf :-) Werbung für die neue Platte habe
ich genug gemacht und am Wochenende gehen Lisa und ich vielleicht tanzen.....
