Arschloch Mops
Stimmung: Im Eimer
Musik: City-Am Fenster
Wenn es nicht so läuft wie ich es will, kann ich ziemlich fies und verletzend werden. Ich weiß das alles und kann da eigentlich gut mit leben. Ich will nicht everybody’s Darling sein. Ich will zu bestimmten Dingen einfach nein sagen dürfen, auch wenn es gerade sehr unpopulär ist. Ich will nicht für die EU sein müssen und ich will keinen Euro (na ja zu spät). Ich will keine Globalisierung und ich will, dass alle Politiker mit Blei-Badehosen schwimmen gehen. Aber das nur am Rande. Was ich wirklich sagen will ist, dass meine Woche beschissen war....Und heute ist erst Mittwoch-
Ihr kommt gerade nicht mit? Also gut von vorn:
Oh man ich hasse es... Die Woche fing irgendwie schon bescheiden an. Zuerst würgt mir diese blöde Kuh von „Journalistin“ an Pfingsten in einem eigentlich ganz netten Interview eine rein, indem sie völlig ohne Warnung damit raus kommt, dass sie spitz gekriegt hat, dass NG mir das Mädchen ausgespannt hat (womit das neue Album eigentlich nur noch Nebensache wurde- ich freue mich schon auf den Artikel.) Mein Manager hat bei der Redaktion durchblicken lassen, dass wir dieses Interview nicht autorisieren würden wenn da so ein Müll, publiziert werden würde. Was natürlich nicht bedeutet, dass die Story nicht trotzdem kommt. In Gedanken habe ich die Ziege schon einige Male mit der Kettensäge zerlegt....Grmmlll.
Beim wöchentlichen Wiegen stelle ich fest, dass ich viel zu viel wiege und beim „Anziehen“ wird das auch noch von der zu engen Hose und dem auftragenden T-Shirt bestätigt. Tja auch Männer haben ab 40 so ihre Problemzonen.
Dann entscheiden gestern Manager, Produzent und Band, dass
aus einem schon fertigen schmuse Song (mein Lieblings Stück) plötzlich ein Duett werden soll! Was nicht
nur bedeutet, dass der komplette Text
umgestrickt werden muss, nein ich muss alles noch mal einsingen. Natürlich mit
Duett-Partner/rin. Dabei hinke ich bei
einigen Songs eh schon hinterher. Mal ganz zu schweigen davon, dass ich kein
Duett singen will. Schon gar nicht, weil sich da jemand aus der Pop-Ecke als
„Rocker/in profilieren möchte. Weiterhin kann es passieren, dass dieses Duett
dann auf dem Album des Duett-Partners/rin erscheint. Was mich und meine Band
dann ja zum Gast auf einem fremden Album machen würde. Andersherum bedeutet das
aber, weil wir ja den Song geschrieben haben und auch eingespielt, dass wir
mächtig viel Geld dafür in die Kasse bekommen könnten. Ein Umstand der
besonders das Management freut.
Mich kotzt es aber an und ich war mächtig angesäuert. Wütend
bin ich (kleiner Dickkopf) dann ins Auto gestiegen und habe alle schön im
Studio sitzen lassen. Ich hasse es wenn in einer Band „Demokratie“ herrscht und
das zur Folge hat, dass ich immer überstimmt werde. Es fielen so nette Worte
wie: “Leckt mich doch am A**** oder „sing Du doch das Sch*** Lied“. Ich glaube
ich habe meinen Standpunkt ziemlich deutlich gemacht und erntete natürlich nur
entsetztes Kopfsschütteln. „Na und?“ denke ich. Sollen sie denken was sie
wollen. Ich bin Künstler und werde mich jetzt mal wie einer „aufführen“.
Schließlich hängt auch von mir etwas „Herzblut“ an unseren Songs. Was habe ich
mich gequält als meine Stimme eine Weile lang nicht mehr „mitspielte“. Zumal ich mir die Gesangs-Linien einfallen
lasse und auch die Texte schreibe. Wobei mir gerade einfällt, dass meine Texte
immer ziemlich blöd sind. Was aber offensichtlich noch niemand gemerkt hat.....
Ich fahre also nach
Hause, habe Wut im Bauch, und stelle zu allem Überfluss fest, dass Lisas fetter
BMW in der Auffahrt steht und natürlich Mannis Benz. Nun klingt das vielleicht
alles ganz lustig, aber in diesem Moment war es genau so „günstig“ wie ein Streichholz
mit Benzin zu löschen.
Manni hatte also tatsächlich Lisa in mein Haus gelassen.
Boa, ich kann gar nicht sagen wie sauer ich in diesem Moment auf alle Beide
war. Ich blieb einen Moment in meinem Auto sitzen und versuchte mich zu
sammeln. Ich fühlte mich überhaupt nicht dazu in der Lage Lisa so
„unvorbereitet“ und „unvermittelt“ gegenüber zu treten. Ich war nicht darauf
gefasst und schaffte es nicht meine Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Ich
wusste nur, dass wenn ich jetzt das Haus betrat, es ein „Unglück“ geben
würde..... Was mache ich „Held“ also? Rückwärtsgang rein, rauf auf die Autobahn
Richtung Hamburg. Wie ein unreifer Bengel jage ich beschissene BMWs und
hochgezüchtete „Keksdosen“ über die Piste. Und ja ich weiß genau, das es nicht
richtig und äußerst unreif ist. NA UND? Zumindest verzichte ich auf Lichthupen
und Blinker links. Der Motor brüllt, Motörhead singen „Ace of spade“ und ich
habe das Gefühl nie wirklich zu begreifen worum es im Leben wirklich geht. Ich
stelle mir vor, dass Gott ein Sadist ist, der es liebt unsere schlechtesten
Eigenschaften nach außen zu kehren.
Bei 160 trete ich das Gas durch und habe Mühe die Hinterräder hinter mir zu halten. Zum Glück ist die Strecke relativ frei. Ein Kribbeln macht sich in meinem Bauch breit und über meine Arme rennt eine Gänsehaut.
Motörhead sind fertig und Falco singt „Out of the dark“ und ich gehe in Erinnerung seines Endes, vom Gas......
U2“ singen „Hello hello“ und ich fahre wieder ganz brav
durch das Lichtermeer der Stadt. Auf der Reeperbahn Parke ich meinen Wagen in
einer „Nebenstraße“ vor dem Laden eines „Freundes“. Es gibt ein großes „Hallo“
und ich entdecke einige Bekannte und unbekannte beim Pokerspielen in einem „Hinterzimmer“. Natürlich alles ganz
legal mit Chips ;-). Ich schiebe meinem Freund meine Plastikkarte rüber und
lasse mich mit Bargeld einer Flasche Whisky
und Spiel-Chips versorgen. Einer der Spieler fragt ob ich Pokern könnte.
Ich sage. “Das spielt man doch mit Karten oder??“
„Alles klar“, sagt der Spieler,“ Sie können pokern.“ Und das
machen wir dann auch. Und die Flasche leeren wir gleich mit, und dann noch
eine. Und so schaffe ich es nicht darüber nachzudenken, was gerade alles so
schief läuft und warum man immer Glück im Spiel hat, wenn’s in der Liebe nicht
so läuft.
Es ist schon weit nach Mittag, als ich auf einem nicht mehr ganz so neuen Sofa in einem Hinterzimmer der Bar erwache. Kaffeeduft zieht mir in die Nase und ich höre die Stimme meines besten schwulen Freundes. Ich öffne die Augen und sehe Manni, der mit einem Becher Kaffee vor meiner Nase rumschwenkt. Mir ist schlecht und mein Kopf tut mir weh. Mein Freund der Barmann, schmeißt mir ein Bündel Geldscheine auf den Bauch. „Habe ich für Dich aufbewahrt“, sagt er lässig und unterstreicht damit diskret, dass er ein Ehrenmann ist, bei dem man nicht ausgenommen wird. Manni schaut mich schuldbewusst an und schiebt mir den Kaffeebecher zwischen die Hände. Ich sehe, dass er sich mit seinem schlechten Gewissen quält. Er grinst schief. „Ich hab Mist gebaut was?“ sagt er unsicher. Ich ziehe mich mit dem Kaffee in der Hand in eine sitzende Position und nehme vorsichtig einen Schluck von der starken Brühe. Ich schaue ihm schweigend einen Moment in die Augen, dann höre ich mich leise sagen: „Ich auch Manni. Ich auch.“


