Nicht gekommen um zu bleiben
Ich bin sehr bewegt wegen Eurer Kommentare und E-Mails. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll?! Es ist so viel passiert und ich habe Euch ganz sich nicht vergessen oder ohne „Grund“ ohne ein Lebenszeichen gelassen. Und auch jetzt wo ich das schreibe weiß ich nicht wie oder wo ich anfangen soll.....und wie es enden soll.
Tief Luft holen und anfangen.....Telegrammstil.
Wie Banger schon erzählte ging es mir nach der letzten Tour nicht sehr gut. Eine überwunden geglaubte Krankheit schien mich wieder einzuholen und ich übte mich im „verdängen“ und Ignorieren. Also startete ich mit Maciela zu unserer „Weltreise“. Wir waren in Afrika und noch einigen anderen tollen Orten. Mein Freund Amir (Arabischer Diplomat) lud uns auf seine Yacht ein und wir schipperten (fast) ganz rum um Afrika (übertrieben). Gingen auf einige Trips mit Quads und Geländewagen und erlebten manche „brenzlige“ Situation.
Irgendwann an Bord, wir lagen in einem Arabischen Hafen, ging es mir von einem Tag auf den anderen sehr schlecht. Ich bekam Fieber, Krämpfe und insgesamt sah es nicht sehr gut aus. Lange Rede kurzer Sinn (will ja nicht auf die „Tränendrüse“ drücken). Ich erwachte nach 5 Tagen in einem Hospital in Dubai und war mehr tot als lebendig. Mein Freund Amir hatte mich auf seine Rechnung, mit einem speziellen Flugzeug ausfliegen lassen und dafür gesorgt, dass ich hervorragend versorgt wurde. Trotzdem wurde ich insgesamt 4x operiert und „runderneuert“. Wohl unnötig zu erwähnen, dass so etwas „an die Substanz“ geht. Ich glaube ich habe mehr fremdes Blut und Gewebe im Körper als mein eigenes. Tatsächlich hatte ich mit dieser Vorstellung einige Probleme- was dazu führte, dass ich Emotional in ein tiefes Loch fiel (aber dazu später mehr). Erholen durfte ich mich im Haus meines Freundes, wo er vorher schon sehr „fürstlich“ Maciela und später auch Banger, Manni und natürlich Jacky bewirtet hatte. Jacky wurde als Diplomaten-Gepäck eingeflogen und schlief sogar 2Tage im Krankenhaus- übrigens sehr zum „missfallen“ der Ärzte. Aber irgendwie hatten die nicht den Mumm sich gegen Amir durchzusetzen, dieser meinte nämlich, dass Hundi gut für mich sei (und er hatte Recht).
Meine besten Freunde und auch Maciela waren die ganze Zeit bei mir und vernachlässigten dabei sträflich ihre Jobs und Geschäfte.
Ich hatte und habe 18 Kilo abgenommen (bin jetzt gar kein Mops mehr) und langsam ging es mir gesundheitlich wieder besser. Trotzdem kam ich einfach nicht raus aus meinem „Loch“. Ich rauchte wieder und obwohl streng verboten schaffte ich es immer wieder mir auch mal die eine oder andere Flasche zu besorgen. Das tat mir natürlich gar nicht gut, was Maciela und Manni (Banger kannte so etwas ja schon von mir) krank machte vor Sorge. Ich kann gar nicht sagen wie viele Tage ich irgendwo stumpfsinnig vor mich hinbrütend am Pool oder im Salon saß und die Menschen, die mich liebten völlig ignorierte. Irgendwann platzte Maciela der Kragen. Mann kann die sauer werden.... Wollte ich sie nicht verlieren, musste ich dem Alkohol abschwören. Rauchen darf ich aber noch. Sie buchte zwei Flüge nach Spanien und forderte mich „ultimativ“ auf mit zu kommen. Mir war klar, dass es für sie nach Hause also zum Don ging. Es schien ihr sehr wichtig zu sein und wer bin ich, dass ich mich dieser Wildkatze in den Weg stelle. Also flog ich mit, schließlich war sie mir sehr wichtig. Banger, Manni und Jacky flogen dann wieder zurück nach Görmany. Übrigens habe ich in einigen Kommentaren gelesen, dass einige denken Banger wäre ein „Schmarotzer“. Ich kann Euch versichern, dass er sehr erfolgreich und auch vermögend ist. Wenn er sich also für meinen Wagen begeistert hat, dann nur, weil er selbst ein sehr seriöses Auto fährt. Das macht sich in seinem Beruf besser. Also glaubt mir mal, dass Banger ein „Guter“ ist. Auch wenn mich seine Einträge hier etwas verwundert haben.
Unsere Ankunft in Spanien war schon sehr aufregend. Ich wusste nicht genau was mich erwartete. Der Don ließ es sich nicht nehmen und holte uns persönlich am Flughafen ab. Mir war dieses Treffen eigentlich sehr unangenehm weil ich immer noch zu gut unsere letzte Begegnung im Kopf hatte. Auch war ich ja nun mit Tochter Nr.2 zusammen, was die Sache wohl nicht unbedingt leichter machte. Der Don war aber erstaunlich sanft und freundlich zu mir. Schlimmer noch: Er war aufrichtig besorgt wegen meiner Gesundheit. Dann auf seinem Anwesen hatte er und seine Frau wirklich alles vorbereitet, was nötig war um mir (auch wegen dem Klima) den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Maciela und ich wohnten in einem schicken kleinen Häuschen auf den Anwesen.
Obwohl ich immer noch ziemlich „schlapp“ war bemühte ich mich einen einigermaßen geordneten Tagesablauf hinzubekommen. Maciela wirkte immer noch etwas „grimmig“ aber ich habe den Verdacht, dass sie sich eher über sich ärgerte als böse auf mich zu sein. Sie wusste ganz genau, und die Ärzte hatten es uns ja auch immer wieder erklärt, dass solche Depressionen nach entsprechenden Operationen nichts ungewöhnliches sind. Und ich denke, dass sie sich darüber ärgerte, mir nicht anders helfen zu können als mit „Druck“. Auch wenn dieser Druck aus Sorge geboren wurde....
Maciela war immer mal für Stunden unterwegs. Sie schien wichtige Dinge regeln zu müssen- wollte mir jedoch nicht verarten um was es ging.
Dann eines Nachts hatten wir ein sehr ernstes Gespräch bei dem es um unsere Zukunft ging. Ich glaube, dass Gespräch war zu unser beider Zufriedenheit und brachte wohl auch die gewünschten Ergebnisse. 3 Tage später setzten wir uns ins Auto und fuhren in die Stadt.
Spanier sind sehr Kinderlieb und folglich war das Kinderheim sehr schön (wenn man das von einem Heim überhaupt sagen kann) und gepflegt die Kinder dort wurden offenbar mit viel liebe und den Umständen entsprechend hervorragend betreut. Es gab ein großes „Hallo“ als wir dort auftauchten. Die Betreuerinnen begrüßten Maciela mit herzlichen Umarmungen und plapperten aufgeregt durcheinander. Überall umringten uns die „Zwerge“ und machten ein „Tohowabohoo“ als wenn der Papst zu Besuch käme. Die Frauen brachten aber dann sehr schnell „Ordnung“ in das Geschehen. Ich wurde in den Innenhof gebeten, (ein wunderschöner Garten mit schattigen Plätzen rund um einen kleinen Brunnen.) Maciela verschwand mit der ganzen Horde hinein ins Haus. Da saß ich also...und wartete und war gespannt. Tja und was dann passierte hat mein Leben total verändert....
Maciela tauchte plötzlich in einem kleinen Durchgang zum Hof
auf. Gott ich kann diesen Ausdruck in ihrem Gesicht gar nicht beschreiben. Sie
wirkte so unglaublich glücklich, unsicher, ängstlich und erlöst zugleich....
Und schön war sie... Ihr langes Haar umrahmte ihr Gesicht wie schwarze Seide
und ihre Augen strahlten überirdisch, wie polierte, feuchte Steine. Sie stand
einen Moment nur da und mustert mich schweigend. Dann trat sie zur Seite und
hinter ihr stand ein kleiner schwarzhaariger Engel. Jedenfalls schien es mir
so..... Herrje wie soll ich das nur beschreiben.
Sie heißt Maria ist fünf ½ Jahre jung und das schönste und
süßeste Wesen dem ich je begegnet bin. Sie hat schwarze lange wilde „Currly
Sue“ Locken, die selben dunklen Augen wie Maciela und den schnuckeligsten
kleinen „Schmollmund“ den man sich nur vorstellen kann. An diesem Tag trug sie
ein weißes Kleid und war von den Frauen extra schick gemacht worden.
Maciela nimmt die kleine vorsichtig bei der Hand, spricht auf Spanisch mit ihr und kommt dann langsam zu mir. Sie strahlt und zeigt ihr schönstes Lächeln als sie sagt: „Mops ich möchte Dir jemanden vorstellen. Sie hockt sich neben die Kleine legt den Arm um die kleinen Schultern und sagt: „Das ist Maria.“
Ich wechsle stumm, abwechselnd Blicke mit Maciela und diesem kleinen Wesen. Gott ist sie bezaubernd. Sie schaut nur Stumm zu mir hoch und mustert mich sehr streng. Sie kneift die Augen abschätzend zusammen und sagt dann etwas zu Maciela was ich nicht verstehe. Maciela lacht und sieht mich spöttisch an. „Deine langen Haare irritieren sie. Sie fragt ob Du ein Pirat bist?“
Ich gehe in die Hocke , beuge mich zu ihr herunter und schaue ihr tief in die Augen. „Hast Du denn Angst vor Piraten?“ Maciela übersetzt es ihr und die Kleine blitzt mich mit ihren dunklen Augen an. Sie antwortet schnell und entschlossen. Maciela übersetzt erneut mit ihren sanften Stimme. „Maria hat vor gar nichts Angst!“
„Das ist gut“, sage ich und wechsle einen langen Blick mit Maciela. Ich wusste, dass es sinnlos war noch ein einzige Wort über das „Warum“ zu verlieren. Geschweige denn mit Ihr zu diskutieren. Ich schaue Maria wieder an. „Denn ein Mädchen das Angst hat kann ich doch nicht mit auf mein Schiff nehmen.“
Maciela schenkt mir den wärmsten und liebvollsten Blick seit Wochen und übersetzt es dem kleinen Engel. Und dann lacht Maria schelmisch und fragt ob mein Schiff auch Kanonen hat...
„Die brauchen wir nicht. Antworte ich. Heut zu Tage haben wir andere Methoden.“
Tja und nun habe ich gleich zwei feurige Wildkatzen, die mir ganz schön zusetzen. Wie Maciela mir in jener Nacht unseres Gespräches erzählte hatte sie Maria schon als Baby kennen gelernt und das Waisenhaus über Jahre immer wieder besucht. Auch ist sie wann immer möglich dort hin geflogen und hat sich darum bemüht die Kleine zu adoptieren. Doch wegen der Behördlichen Auflagen und auch wegen ihrer Jugend hat es immer wieder Verzögerungen gegeben, so dass sie erst jetzt (mit Hilfe des Dons) alle Hindernisse aus den Weg räumen konnte. Das heißt eine kleine Hürde mussten wir noch nehmen....Aber das war eher ein Vergnügen als eine Hürde.
Wir heirateten in einer wunderschönen alten Kirche, feierten ein tolles Fest mit allen Freunden, warteten noch einige Tage auf die Papiere und konnten dann als Familie Mops das Land verlassen. Auch Lisa war bei unserer Hochzeit anwesend. Wir hatten ein langes Gespräch und letztlich wünschte sie uns von Herzen Glück.
Ich fragte Maciela warum sie ausgerechnet Maria adoptieren wollte. Schließlich hätten wir ja auch eigene Kinder haben können. Sie erklärte mir, dass sie als sie Maria das erste Mal sah gespürt hatte, dass dieses Kind „Ihr“ Kind war. Nicht körperlich aber irgendwie „seelisch“. Und dass Maria zu ihr gehörte. Sie konnte es mir nicht anders erklären aber für Maciela stand fest, dass sie alles tun würde um Maria aus dem Heim zu holen. Und als es mir so schlecht ging, wusste sie plötzlich, dass nun die Zeit gekommen war eine neue Seite in ihrem Leben aufzuschlagen. Sie spürte tief in sich drin die Gewissheit, dass nun alles „gut“ werden würde.
Und es wurde alles gut. Maria und Maciela sind ein Herz und eine Seele. Meine Frau ist eine tolle Mutter und ich liebe es meine beiden Ladys zu beobachten, was auch immer die Beiden so treiben und das ist so einiges.
Und ich? Ich glaube ich bin dort angekommen wo ich hinwollte. Und genau aus diesem Grund ist dieses mein letzter Eintrag in diesem Blogg.
Als ich anfing hier zu schreiben war ich innerlich zerrissen und das Schreiben und Eure Gegenwart die einzige Medizin die mir half alles das zu verarbeiten, was mir so auf der Seele lag. Wir teilten hier traurige, schöne und aufregende Dinge und wie Ihr wohl bestätigen werdet, bildeten sich auch über dieses Blogg viele schöne Blogg-Freundschaften. Wir haben zusammen gelacht, gestritten und gelitten und dafür gebührt Euch auf ewig ein ganz besonderer Platz in meinem Herzen. Ich werde ganz sicher weiterhin in Eure Bloggs schauen. Nur schreiben werde ich hier nicht mehr.
Nun gibt es in meinem Leben zwei Menschen, denen ich alles geben will und auch geben muss. Und wenn wir mal ehrlich sind: Ihr braucht mich doch gar nicht mehr. Schaut doch mal wie viele Freunde ihr hier gefunden habt. Schaut nur, wie viele sich hier gefunden haben und wundervoll mit einander umgehen, sich helfen, stützen, ermutigen und in welcher Form auch immer miteinander umgehen.
Ich will Euch zum Abschied noch einen ganz kleinen (letzten)
Blick in mein Leben geben. Ich schaue gerade ins Badezimmer wo meine beiden
Ladys in einem riesigen Schaumbad miteinander herumtollen. Mein kleiner Engel
quietscht vor vergnügen. Beide tragen Schaumkronen und drücken sich dicke
Schwämme ins Gesicht.
Ich schließe gleich das Laptop gehe in den Garten, stecke
mir eine Zigarette an und werde jedem von Euch einen Stern widmen. Im Flur
stehen gepackte Koffer denn die Band geht wieder auf die Piste. Studioaufnahmen
stehen an, ein weiteres Video und einige andere Dinge. Die Welt dreht sich eben
weiter und ich bin gespannt was das Leben noch so zu bieten hat.
Euch allen erfüllte Wünsche........ und Gesundheit.
PS: Sollte mich nicht wundern, wenn Banger seine Drohung war macht und sich auch ein Blogg zulegt. Angedeutet hat er so etwas....

Ich werd Dich unheimlich vermissen! Für einen Menschen, den man mögen gelernt hat, gibt es keinen Ersatz.
Ich wünsche Euch 3 alles erdenklich gut. Ein Kind zu erziehen ist eine wundervolle Aufgabe, aber auch eine Herausforderung. Es freut mich, dass Du diese angenommen hast und wünsche Dir alle Weisheit und Langmut dieser Erde :o)
Lass Dich nochmal drücken und einen Bussi auf die Wange drücken *schnief*
Krümelchen
...schön wieder mal was von dir zu lesen..obwohl es dein letzter eintrag ist...*schnief*
ich wünsche dir und deiner familie alles erdenklich gute und werde dich nie vergessen...machs gut...blue..*kussundumarm*
Alles Liebe für Dich!
Liebe Grüße
Steffi
Danke für den Stern :-)
Alles alles Liebe.
Bye bye..........
Meinen Eintrag vom 14. Februar
http://www.blogigo.de/elvetritsche/entry/54237
kann ich immer noch bestätigen.
Lieber Mops ich wünsch dir alles Liebe und Gute .....
von einer elvetritsche aus der Pfalz
Ps: wenn du doch mal wieder hier schreiben solltest dann schreib uns doch mal nen Kommi in unserer Bloggs !!!!!!
Ich glaube mir ist in meinem ganzen Leben noch nie der Unterkiefer so runtergeplumst wie bei der stelle mit deinem kleinen Engel und dann mit der Hochzeit .... und dann Blieb mir der Mund offen stehen bis ich den Blog zuende hatte und nun heißt es abschied nehmen mit einem lachenden und einem weinenden Auge...
Wünsche euch 3en auch alles Liebe und gute und alles Glück der Welt!!! *umarm*
Natürlich auch von mir alles Liebe und Gute für die Zukunft, die, so wie es aussieht, fantastisch werden wird!
Na dann noch ein letzter dicker Knuddler, von mir an dich *knuddel*
Alles Gute für Eure Zukunft wünsche ich Euch und bleib schön gesund!
LG
Die Lady
Bestimmt hat Mops einen ebenso schönen Heilig Abend verbracht wie ich mit unserem neuen Familienmitglied.
Allen Lesern hier wünsche ich noch schöne Feiertag und einen guten Start ins Jahr 2006
Das ist wirklich ein herziges Bild, das ich da vor mir sehe. Der Blogg ist nicht wichtig, nur du, deine Gesundheit und deine beiden \"Feuerfrauen\". Lasst es euch so gut gehen, wie es nur geht und ein schönes Leben noch :o)
Liebe Grüße von Finija !