So war das damals....
Stimmung: Muss ich das eigentlich immer ausfüllen?
Musik: AC/DC mit Bon Scott nicht der blöde andere Sänger
Also von so vielen Kommentaren bin ich nun wirklich überrascht. Weil ich aber sicher bin, dass Ihr nur daran interessiert seid, was ich noch über den Mops verraten werde und weil er ja gesagt hat ich soll einen Schwank aus unserer Jugend erzählen, werde ich das auch tun.
Mops und ich wuchsen also im gleichen Viertel auf. Das war keine tolle Gegend. Wir lebten in tristen Hochhausblocks wie sie nach dem Krieg hundertfach aus den Boden gestampft wurden. Mops zog wenige Wochen vor der Einschulung in einen dieser Blocks. Da kannten wir uns noch nicht. Kennen gelernt habe ich ihn dann in der ersten Klasse. Mops war damals ein kleine spindeldürres Kind mit längeren Haaren und riesigen Augen. Er war gerade 6 Jahre alt geworden während ich schon 7 Jahre alt war und für mein Alter schon ganz schön groß und kräftig. Was ich damals noch nicht wusste war, dass er an seinem früheren Wohnort von einem „geistesgestörten“ Jungen fast zu Tode gewürgt worden ist und in der Folge einige Wochen im Krankenhaus gelegen hatte. Das ist eine unschöne Geschichte und ich will nicht weiter darauf eingehen. Dieser Vorfall ist aber in so fern wichtig, weil er einige Spuren bei Mops hinterlassen hatte. So hatte er als Kind panische Angst davor von anderen Menschen berührt oder angefasst zu werden. Auch machten ihm größere Menschenansammlungen oder kleine Räume wie z.B. Fahrstühle schwer zu schaffen. Wegen dieser Macke ließ er sich auch nicht die Haare schneiden. Der einzige Mensch von dem er sich anfassen ließ war seine Oma bei der er im Haushalt lebte. Aber auch sie durfte nicht an seinen Kopf oder seine Haare kommen.
Selbstverständlich wusste ich das alles damals in der Schule noch nicht. Aufmerksam wurde ich erst als er im Turnunterricht den Sportlehrer in die Hand biss, als dieser ihn beim Turnen Hilfestellung geben wollte. Er biss mit aller Kraft in die Hand des Lehrers so, dass dieser sogar genäht werden musste. Ich fand das damals richtig lustig und freundete mich mit ihm an. Na ja eigentlich freundete ich mich mit ihm an weil er immer die neuesten Comichefte hatte. Seine Oma hatte einen kleinen Zeitschriftenladen und so saß er natürlich immer an der Quelle. Wir saßen oft stundenlang auf der Mauer bei den Mülleimern und lasen in den Heften. Anfangs schauten wir nur die Bilder an und später dann lasen wir jedes Heft immer wieder so lange bis wir jeden Dialog auswendig konnten. Wir waren eben Kinder. Außerdem gab es damals kaum Fernsehen.
Mops kam noch einige male in blödes Situationen, weil er wenn er sich in die Enge gedrängt fühlte sofort aggressiv wurde und um sich schlug und biss. Beißen konnte er damals sehr gut. Er war fast wie ein Tier das nicht berührt werden wollte. Wir lachen noch heute über den einen oder anderen Beißunfall. Zum Glück fing er dann irgendwann zu wachsen an. Er wurde sehr schnell sehr lang und auch stark. Auch das Beißen ließ dann irgendwann nach. Dafür hat er dann zudringlichen Menschen einfach eine rein gehauen. Oft musste ich ihn dann unterstützen. Wir waren also sehr schnell als Schläger verschrien. Das fanden wir nicht schlimm, galt doch in unserer Gegend nur der als Mann der sich auch durchsetzen konnte. Natürlich waren wir noch gar keine Männer aber was solls?
Später trieben wir uns dann viel in den Kneipen rum wo es – Ihr könnt Euch das sicher denken- immer wieder zu Schlägereien kam. Nun muss ich aber zu unserer Ehrenrettung sagen, dass wir fast immer völlig unschuldig an den Ereignissen waren. Es knallte halt immer genau dann wenn irgend ein betrunkener Vollidiot dem Mops auf die Pelle rückte. Sie hätten ihn ja auch in Ruhe lassen können. Irgendwann war dann auch der Punkt erreicht wo er es selber hasste diesen Deppen eine reinzuhauen. Er bemühte sich um mehr selbst Kontrolle und versuchte sehr nicht immer gleich sauer zu werden. Später hat er die Typen dann nur noch verkloppt wenn sie einfach nicht locker ließen und auf besänftigende Worte hin einfach keine Ruhe gaben. So zu sagen ....Notwehr.
Als er dann mit der Musik anfing besserte sich sein Verhalten zusehends und als er zur Bundeswehr musste- damals war das noch eine richtige Armee- schöpfte er auch immer mehr Selbstvertrauen.
Ich erinnere mich noch an den ersten Auftritt der Band. Die Jungs wollten von Anfang an nur eigene Songs spielen. Nur leider hatten sie damals nur vier Stücke fertig, als sie die Gelegenheit bekamen in einem kleinen Club aufzutreten. Also spielten sie ihre vier Stücke und das Publikum flippte völlig aus. Sie spielten die vier Stücke noch mal und das Publikum flippte wieder total aus. Insgesamt haben sie die vier Stücke vier mal gespielt. Von diesem Moment hatte die Bande Blut geleckt. Die Band probte 3x die Woche und am Wochenende. Raus kamen sie nur aus dem Proberaum wenn es irgendwo einen Gig zu spielen gab.
Tja und der Rest ist Geschichte zumindest für mich denn ich
war dabei.
Ich hoffe ich habe nun ordentlich aus dem Nähkästchen
geplaudert. Ich weis genau, dass er mich dafür hassen wird. Aber wozu hat man
schließlich Freunde?
Außerdem liebt er mich trotzdem. Gell Mops?
Viele Grüße
BANGERANG der Hausmeister

Irgendwie ist es doch eine ganz gute Idee v Mops gewesen, Dich hier schreiben zu lassen :-).
Bin schon gespannt auf weitere Einträge.
Die Überschrift muss immer rein- sonst nimmt es den Text nicht ;-)
Liebe Grüsse.
Liebe Grüße Steffi
es tut gut hier wieder was zu lesen. :)
GLG
Daki
Und toll finde ich auch, dass ich schon nach so kurzer Zeit als \"Schmarotzer\" entlarvt wurde. Das gefällt mir, wenn Mann/Frau auch mal etwas bissig ist.
Nun wir sind nicht in der Nachkriegszeit aufgewachsen aber der Krieg war ja noch keine 20 Jahre zu Ende und in unserer Jugend gab es eben noch viele typische Backsteinbauten .
So nun muss ich mit dem Hund gehen später schreibe ich mehr.
Viele Grüße
BANGERANG